Webdesigner-existenzgründung

Guten Tag,

ich mache mich in den nächsten Monaten als Webdesigner selbständig.

Ich arbeite zwar als Freelancer, möchte aber nicht meinen eigenen Namen verwenden - sondern ein Pseudonym - z.b. …graphics…

Mit diesem Namen möchte ich nach außen hin, als „Agentur“ auftreten.
Briefkopf, Visitenkarte, Website, Drucksachen.

Jetzt muß ich demnächst beim Finanzamt ja meine Steuernummer beantragen.

Muß ich diesen Namen im Antrag mit angeben? Was ist noch zu beachten?
Gibt es hierüber links, die verbindlich auskunft geben?

(habe hier zwei drei Threads mit ähnlichen Fragen gelesen, aber leider ohne eindeutige Beantwortung…-> würde ich nicht machen…wozu…ja…nein…vielleicht)

Bitte nur wenn Ihr es genau wisst.

Vielen Dank

Jan

…möchte aber nicht meinen
eigenen Namen verwenden - sondern ein Pseudonym - z.b.
…graphics…

Guten Morgen!

Natürliche Personen - solche aus Fleisch und Blut und zum Anfassen - haben einen Namen und müssen denselben bei ihrem Tun und Lassen verwenden. Beschreibende Zusätze kannst Du verwenden.

Eine juristische Person, das wäre als Firma eine Kapitalgesellschaft, z. B. eine GmbH, hat auch einen Namen, den Du aber weitgehend frei wählen kannst. Der Name darf nur nicht mit Namens- und Schutzrechten Dritter kollidieren.

Das ist kurz gefaßt alles, was es auf diesem Sektor zwischen Himmel und Erde gibt. Die Einzelfirma des Selbständigen ist an die Person gebunden. Die Fähigkeiten und das Auftreten des Inhabers bestimmen das Wohl und Wehe. Bei diesem Auftritt empfinden manche Gründer Probleme, weil sie nach außen Größe und Bedeutung suggerieren möchten. Deshalb werden zuweilen richtige Lachnummern abgezogen: Nach einem Griff in den Altpapiercontainer werden einige Meter Aktenordner gefüllt und dekorativ im Regal zur Schau gestellt, Kunden A-D, E-G… . Kommt Besuch, muß ein Hiwi alle 2 Minuten aus der Telefonzelle anrufen… . Wer nicht so ganz neu im Geschäft ist, durchschaut solche Albernheiten sofort. Auch nicht eben vertrauenerweckend ist das Verstecken hinter irgendwelchem Denglisch-Kauderwelsch. „Graphics-Agency“ führt ebenso zu einem aus purer Höflichkeit unterdrückten Lacher wie die von einem Mitarbeiter der Ortskrankenkasse überreichte Visitenkarte mit „Key account manager“. Dieses mehr Schein als Sein führt außer zu peinlichen Bauchlandungen zu rein nichts. Dabei gibt es nichts Besseres, als eine unter dem eigenen Namen erbrachte ordentliche Leistung. Es bringt doch nun wirklich rein nichts, irgendwelche naiv-doofen Teenager mit klangvollen Bezeichnungen zu beeindrucken, wenn die Kundschaft aus soliden Handwerksmeistern, Maschinenbauern und anderen erfahrenen Selbständigen besteht. Deren Sprache muß man sprechen und wissen, wie deren Bedarf zu decken ist. Schließlich tritt spätestens beim Gespräch mit dem Kunden die eigene Person und der eigene Name in den Vordergrund. Dabei ist es eine entscheidend vertrauensbildende Maßnahme, persönlich mit dem eigenen Namen hinter dem eigenen Tun zu stehen, ganz unabhängig von den eingangs erwähnten Bestimmungen.

Gruß
Wolfgang

Vielen Dank,

für Deine so ausführliche Antwort.Auch wenn ich Dir leider mitteilen muß, daß deine eingehende Intention, mir begreiflich zu machen - am Design-Markt doch mit meinem eigenen Namen zu stehen, fehlschlägt.

Wie bereits weiter unten von einer Kollegin (?) angedeutet ist es durchaus nicht unüblich so etwas zu tun.

Es geht also nur darum (Du hast es oben geschrieben) einen Zusatz zu seinem Namen zu verwenden. Das ist erlaubt? Kannst Du Mal einige Beispiele nennen? Und an wenn muß ich mich wenden, um das rechtlich abzusichern?
Ich kenne einige Designer die sind beim Finanzamt unter Ihrem Namen gemeldet, haben im Briefkopf aber einen Phantasienamen - schon seit Jahren? Das dürfte ja eigentlich nicht sein, oder?

Danke

jan

Ich kenne einige Designer die sind beim Finanzamt unter Ihrem
Namen gemeldet, haben im Briefkopf aber einen Phantasienamen -
schon seit Jahren? Das dürfte ja eigentlich nicht sein, oder?

Hallo Jan,

was man so alles aufs Briefpapier schreibt und malt, interessiert keinen, solange die erforderlichen Angaben ohne weiteres erkennbar sind, nämlich bei einer Einzelfirma Vor- und Zuname des Inhabers, Geschäftsanschrift sowie die Steuernummer.

Es bleibt Dir überlassen, ein Logo als Wort- oder Bildmarke beim Patentamt (http://www.patentamt.de) schützen zu lassen und damit alle Geschäftspapiere zu schmücken. Du kannst auch täglich neue Wort- und Bildkreationen auf das Papier drucken. Es interessiert einfach niemanden, weil Dein Name als Firmenbezeichnung bleibt und auch entsprechend auftauchen muß. Du kannst Waren- und Dienstleistungsbezeichnungen - ob nun mit Schutzrecht oder nicht spielt keine Rolle - im Dutzend verwenden. Firmenbezeichnung bleibt Dein Name. Mißbräuchlich und angreifbar wäre es, den eigenen Namen kaum lesbar in 4 Punkt Größe und hellgrau gedruckt aufzuführen und so letztlich unter einem Phantasienamen zu firmieren. Es ist beabsichtigt, daß die das Geschäft betreibende Person identifizierbar ist.

Gruß
Wolfgang

Danke Wolfgang.

Tschüß!

Jan

PS: Tolles Forum!

Siehe hier:

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Ralph

Hallo Kollege,

ich mache mich in den nächsten Monaten als Webdesigner
selbständig.

Viel Glück!

Ich arbeite zwar als Freelancer, möchte aber nicht meinen
eigenen Namen verwenden - sondern ein Pseudonym - z.b.
…graphics…

Wie schon erwähnt: Du tritts Vor/nebenrangig IMMER mit Deinem eigenen Namen auf.
Auf der AGB, Rechnung, offiziellen Schreiben MUSS Dein Name deutlich lesbar vorkommen.
Der Rest ist eher nebensächlich.

Mit diesem Namen möchte ich nach außen hin, als „Agentur“
auftreten.
Briefkopf, Visitenkarte, Website, Drucksachen.

Aeh, wie nun? Agentur oder nicht? Einzelperson, AG, GmbH?
Da würde ich mich erstmal wegen der Firmen-Form bei der IHK erkundigen. Muss dann natürlich auch auf den Officiellen Schreiben dabeistehen.

Muß ich diesen Namen im Antrag mit angeben? Was ist noch zu
beachten?
Gibt es hierüber links, die verbindlich auskunft geben?

Also zuerstmal zum Finanzamt, zur IHK und zu einem Steuerberater.
Da erstmal die nötigen Informationen und Rat holen. Bei der IHK gibt es dann Beratungsstellen, die dann auf die persönlichen Fragen eingehen (war bei mir so).

Praxisrat/Tipp: Als Webdesigner gehört man noch (!) zu dem Freiberuflern (jedenfalls hier in Hessen; solange man nur sein „Wissen“ vermarktet und nichts anderes anbieten möchte). Insofern ist es Steuertechnisch ggf. etwas einfacher, weil man keine ordentliche Buchhaltung haben muss, sondern nur eine „normale“ Steuererklärung (Soll/Haben) abgeben muss.
Wenns natürlich ne Agentur sein soll (also erstmal in die vollen gegriffen :wink: ) sollte man sowieso zum Steuerberater schauen.

Gruß
h.

danke h.,

ja das beste ist ich gehe bei der ihk vorbei, die fressen einen ja nicht gleich auf.

vielleicht wird es auch eine gbr - dann müssen wir sowiso unsere namen nehmen.

thx

jan

tatsächlich?

ja, so wollte ich das ja auch machen.

einen schönen namen - der auf meinen bereich hinweist - und dann natürlich meine eigenen angaben (mit namen) deutlich lesbar.

danke

jan

…möchte aber nicht meinen
eigenen Namen verwenden - sondern ein Pseudonym - z.b.
…graphics…

Dieses mehr Schein als
Sein führt außer zu peinlichen Bauchlandungen zu rein nichts.
Dabei gibt es nichts Besseres, als eine unter dem eigenen
Namen erbrachte ordentliche Leistung. Es bringt doch nun
wirklich rein nichts, irgendwelche naiv-doofen Teenager mit
klangvollen Bezeichnungen zu beeindrucken, wenn die Kundschaft
aus soliden Handwerksmeistern, Maschinenbauern und anderen
erfahrenen Selbständigen besteht.

Hallo,

meiner Erfahrung nach ist in Deutschland ein Firmenname so gut wie unumgänglich, wenn man nicht in einem der Berufe arbeitet, wo die Leute an die klassische Freiberuflerform gewöhnt sind: Ärzt zum Beispiel. Kein Arzt oder Anwalt muss sich einen Firmennamen zulegen, Praxis Dr. Sowieso oder Kanzlei XY sind das, was der Kunde erwartet.

Ich bin als freiberufliche Chemikerin von meinen Leistungen her irgendwo zwischen Infobroker und Ingenieurbüro einzuordnen, und wollte mich anfangs keineswegs hinter einem Firmennamen maskieren. Hör mir auf! Das Telefonieren war fast unmöglich, weil im Bereich Technik und Entwicklung nur Firmen anzutreffen sind. Versuch mal, zu jemandem durchgestellt zu werden, und beantworte die Frage nach der Firma mit „Ich bin freiberuflicher … usw.“ Das war immer ein Stolperstein. Einaml riss mir dann die Geduld, und auf die Frage „Welche Firma?“ sagte ich einfach „Dr. Arnold Chemie-Beratung!“ Zack, wurde ich weitergeleitet.

Jetzt steht auf Briefpapier und Broschüren bei mir „Dr. Arnold Chemie-Beratung“ und unten mit Zusatz „Dr. Claudia Arnold, Freiberufliche Chemikerin“. Rechtsanwältin sagte, es ist o. k. so. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es mir nunmehr viel leichter fällt, Angebote von Lieferanten zu erhalten, Artikel einzureichen, mich bei Kunden vorzustellen, Pförtnerzettel auszufüllen und all den Kram, der noch dazu gehört.

Außerdem gibt mir der „Firmenname“ (der ja eigentlich keiner ist) auch die Möglichkeit, gelegentlich andere Leute mitlaufen zu lassen, wenn ich sie für ein Projekt benötige.

Ansonsten stimme ich zu: Eine Mitarbeiterzahl vorzutäuschen, die nicht stimmt, oder sich Zeug hinzustellen (Aktenordner aus dem Müll - ???), das man nicht braucht, das täuscht keinen. Ich kenne zwar keinen, der sich Ordner aus dem Müll geholt hat, aber einen, der mit allerhand unnötigen Piepsern und Pagern und irgendwelchen Programmiergeräten am Gürtel rumrennt, mit denen er sich schmückt. Na ja.

Viel Glück bei deiner Existenzgründung!
Claudia

vielen dank claudia,

ich sehe das genauso. es geht in meinem bereich (bei allen anderen aber auch) um die vermarktung.

und warum sollte man da nicht einen namen wählen - der aufmerksamkeit - auf sich lenkt (es geht ja nicht um idioten-abkürzungen).

und es steht außer frage ob ein gut platzierter firmenname - der mehr mehr know-how und kompetenz oder ein eigenartig klingender familienname gewählt wird (hat jemand auch unten schon beschrieben).

die schwierigkeit liegt also eher in der findung des richtigen namenszusatzes.

so das war es.

tschüß

jan