…möchte aber nicht meinen
eigenen Namen verwenden - sondern ein Pseudonym - z.b.
…graphics…
Dieses mehr Schein als
Sein führt außer zu peinlichen Bauchlandungen zu rein nichts.
Dabei gibt es nichts Besseres, als eine unter dem eigenen
Namen erbrachte ordentliche Leistung. Es bringt doch nun
wirklich rein nichts, irgendwelche naiv-doofen Teenager mit
klangvollen Bezeichnungen zu beeindrucken, wenn die Kundschaft
aus soliden Handwerksmeistern, Maschinenbauern und anderen
erfahrenen Selbständigen besteht.
Hallo,
meiner Erfahrung nach ist in Deutschland ein Firmenname so gut wie unumgänglich, wenn man nicht in einem der Berufe arbeitet, wo die Leute an die klassische Freiberuflerform gewöhnt sind: Ärzt zum Beispiel. Kein Arzt oder Anwalt muss sich einen Firmennamen zulegen, Praxis Dr. Sowieso oder Kanzlei XY sind das, was der Kunde erwartet.
Ich bin als freiberufliche Chemikerin von meinen Leistungen her irgendwo zwischen Infobroker und Ingenieurbüro einzuordnen, und wollte mich anfangs keineswegs hinter einem Firmennamen maskieren. Hör mir auf! Das Telefonieren war fast unmöglich, weil im Bereich Technik und Entwicklung nur Firmen anzutreffen sind. Versuch mal, zu jemandem durchgestellt zu werden, und beantworte die Frage nach der Firma mit „Ich bin freiberuflicher … usw.“ Das war immer ein Stolperstein. Einaml riss mir dann die Geduld, und auf die Frage „Welche Firma?“ sagte ich einfach „Dr. Arnold Chemie-Beratung!“ Zack, wurde ich weitergeleitet.
Jetzt steht auf Briefpapier und Broschüren bei mir „Dr. Arnold Chemie-Beratung“ und unten mit Zusatz „Dr. Claudia Arnold, Freiberufliche Chemikerin“. Rechtsanwältin sagte, es ist o. k. so. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es mir nunmehr viel leichter fällt, Angebote von Lieferanten zu erhalten, Artikel einzureichen, mich bei Kunden vorzustellen, Pförtnerzettel auszufüllen und all den Kram, der noch dazu gehört.
Außerdem gibt mir der „Firmenname“ (der ja eigentlich keiner ist) auch die Möglichkeit, gelegentlich andere Leute mitlaufen zu lassen, wenn ich sie für ein Projekt benötige.
Ansonsten stimme ich zu: Eine Mitarbeiterzahl vorzutäuschen, die nicht stimmt, oder sich Zeug hinzustellen (Aktenordner aus dem Müll - ???), das man nicht braucht, das täuscht keinen. Ich kenne zwar keinen, der sich Ordner aus dem Müll geholt hat, aber einen, der mit allerhand unnötigen Piepsern und Pagern und irgendwelchen Programmiergeräten am Gürtel rumrennt, mit denen er sich schmückt. Na ja.
Viel Glück bei deiner Existenzgründung!
Claudia