Hallo.
Angenommen man möchte sich nebenberuflich als Webdesigner
selbständig machen.
Selbständig bist Du, wenn Du freiberuflicher Webdesigner bist und sonst nix. Das, was Du hier beschreibst, ist eine nebenberufliche, gewerbliche Tätigkeit. Laut ViKa bist Du zur Zeit Student. Willst Du neben dem Studium webdesignen, oder hast Du einen Arbeitsplatz (in Aussicht)? Falls das Zweite, konzentrier Dich erst mal darauf. Die wenigsten Arbeitgeber sind erbaut, wenn der neu einsteigende Jungdynamo frisch von der Uni kommt und nebenher ein Geschäft führen will. Und mitteilen müsstest Du es dem Arbeitgeber …
Lohnt sich das überhaupt noch nach der GEZ anhebeung 2007 ?
Auch, wenn Du Ulrich weggebissen hast : Was soll denn das für ein „Geschäft“ sein, dessen Wohl und Wehe von einem Betrag unter 500 € pro Jahr abhängt?
Da es ein eigenes Gewerbe ist und es nicht als Zweitgerät gilt,
müßte man den internetfähigen Rechner anmelden. Ist das so richtig ?
Wohl ja. Ist aber wirklich Pipifax; siehe vor.
Bleibt die Frage, ob es sich überhaupt lohnt, als freiberuflicher Webdesigner tätig zu werden …
Und hier lautet meine Einschätzung ganz klar Nein, es lohnt sich nicht , wenn Du sonst nichts anbieten kannst. HTML, Java und alles, was so kreuz und quer durch die Weltgeschichte saust, sind beinahe Allgemeingut, so dass Du nicht nur mit anderen Freiberuflern, sondern vor allem mit Computerkids konkurrieren musst, die „mal eben“ irgendwem eine „Website“ für 50 € zusammenhauen. Diejenigen, die diese Leistungen abfordern, sind nicht in der Lage, ein Urteil über die Qualität abzugeben, also nehmen sie den Billigsten, der verfügbar ist.
Und ein Unternehmen, das eine wirkliche Website mit allem Komfort und -zurück haben will, beauftragt damit sicherlich nicht den Einzelkämpfer Marty : Entweder wird jemand im Unternehmen dafür qualifiziert und macht das, oder aber man sucht sich einen Laden, der auch dann noch arbeitsfähig ist, wenn Marty mal nicht da ist.
Es würde also darauf hinauslaufen, dass Du ein paar HTML-Seiten zusammenkloppst, vielleicht noch ein bisschen Bunti und Klicki dazumachst … und wenn Du einen Tagessatz von 100 € dafür bekommst, kannst Du Dich von und zu rauf und runter schreiben. Dein möglicherweise vorhandenes Spezialwissen anzubringen, bekommst Du in den seltensten Fällen Gelegenheit - siehe vor.
Nun klingen 100 € am Tag erst mal gar nicht schlecht. Mindestens die dreifache Zeit benötigst Du für die Kundenakquise, Anforderungsanalyse und Haumichplatt sowie Deinen eigenen Verwaltungskram. Das macht dann maximal 100 Tage im Jahr, an denen Du produktiv, aprich, kassenwirksam, etwas leistest - Jahresumsatz 10000 €. Dafür hast Du 365 Tage geackert, weder Urlaub noch sonst was gemacht; falls Du Student bist, hast Du in der Zeit nicht eine einzige Vorlesung besuchen können. Webdesign lohnt sich nur dann, wenn Du es als Nebenleistung erbringen kannst.
Dein Kundenkreis würde sich im Regelfall auf Kleinstbetriebe beschränken, die eben auch mal ins Netz wollen - mit viel Glück erwischt Du mal einen GWSler mit 10 Mann. Webdesign machen, weil es Spaß macht (als Student oder Schüler) : Na, gut. Als Existenzgrundlage : Abhaken.
Gruß Eillicht zu Vensre