Weberkarde

Hallo,
ich suche schon lange und vergeblich nach Samen der Weberkarde. Aber mittlerweile meine ich, dass sie ausgestorben ist.
Denn: Ich finde keine Kardensorte, die, ausgereift, HARTE Widerhaken an den Enden der Fruchtstände hat. Alle haben weiche, biegsame, und das ist bei der echten Weberkarde anders gewesen.
Gibt s die doch noch? Wo? Weiß wer Bescheid?
Besten Dank!
H.

Hallo, Hannes,
oh doch, Dipsacus sativus gibt es schon noch und wenn es auch nur ls Flüchtling aus Vorgärten ist.
Samen wird hier angeboten http://www.salbeiblatt.de/html/kat031.htm Aber man kann ihn auch einsammeln. Ich sehe hier im Rheinland immer mal wieder einige Pflanzen am Wegrand, mehr jedoch, wie gesagt in Gärten.
Gruß
Eckard

Hallo Hannes,

dieses Jahr hab ich eine - wohl irgendwoher ausgewilderte - als Zufallssämling im Garten. Die blüht allerdings erst, so dass ich nocht nichts über die Fruchtstände sagen kann. Was sie später macht, kann ich Dir zukommen lassen, wenn Du magst.

Wenn die Varietät bei „Salbeiblatt“ zu filigran ist, kommt auch B&T in Frage:

http://www.b-and-t-world-seeds.com/

Ziemlich teuer, aber ein Spezialist für seltene Dinge - der rote russische Butterkohl von dort (Anlass war eine Frage hier) macht mir im Werden einiges Vergnügen.

Im Gegenzug: Weisst Du (oder jemand anders) was über die Verbindung der eigentlichen Weberkarde zu den „Cardons“, die in wenigen Inseln Frankreichs und in Marokko als Gemüse (Blattstengel) gebaut werden? Ist glaube ich auch Dipsacus Sativus, aber halt eine Varietät, die auf fleischige Stengel selektiert ist. Von diesen hätte ich zum Experimentieren auch ein paar Samen (aus Marokko) zu bieten.

Schöne Grüße

MM

Hallo Martin,

Weisst Du (oder jemand anders) was über die Verbindung der eigentlichen Weberkarde zu den „Cardons“, die in wenigen Inseln Frankreichs und in Marokko als Gemüse (Blattstengel) gebaut werden? Ist glaube ich auch Dipsacus Sativus, aber halt eine Varietät, die auf fleischige Stengel selektiert ist. Von diesen hätte ich zum Experimentieren auch ein paar Samen (aus Marokko) zu bieten.

meinst Du die Kardon(i)e?

Bild: http://www.fotoreiseberichte.de/malta/malta006.htm
Botanik: http://www.biozac.de/biozac/capvil/Cvcardon.htm
Geschichte: http://www.klostermedizin.de/html/artischocke.html

Viele Grüße
Diana

Hallo Diana,

auf die Blüte warte ich noch. Wenns eine Komposite ist, kann sie gut auch eine Cynara (cardunculus, vielleicht scolymus, oder sonst jemand aus dieser Nachbarschaft) sein. Artischocke selber sicherlich nicht, die täte ich kennen. Wobei die Kulturartischocken wohl bloß eine Cynara scolymus (?) mit „Kultur“-Habitus sind.

Von den Blättern her könnte sie zu Dipsaceen oder Kompositen gehören. Wenn aber die Artischocke als Komposite auch „Kardone“ heißt, ist die Verwandtschaft der Namen jedenfalls kein Kriterium - schade!

Wenn sie in die Kante Dipsaceae gehört, wird das bei meinen „Bestimmungskünsten“ erst die Blüte zeigen können.

Neugierhalber hab ich jetzt mal den Schmeil/Fitschen von 1949 aufgemacht und bin überrascht, dass man dort Dipsacus sativa nicht kennt. Sondern D. pilosus L. (Behaarte Karde), D. fullonum Miller (Weberkarde), D. silvester Hudson (Wilde Karde), D laciniatus L. (Schlitzblättrige Karde).

Und dass die Knautien gleich dazu gehören, hätt ich mir nicht träumen lassen…

Wenn ich wieder rauskomme, schau ich mal, ob das, was ich als Dipsacus sativus angesprochen hätte, zu D. fullonum Miller passt.

Schöne Grüße

MM

Hallo,

hatte da einen Absatz im Haeupler & Muer im Kopf, bin aber erst jetzt dazu gekommen, nachzuschauen. Also, die listen Dipsacus fullonum als „Wilde Karde“ und dahinter als Bemerkung: „Nicht zu verwechseln mit der früher kult., heute verschollenen bzw. nicht mehr im Anbau befindlichen Weber-Karde D. sativus“
Als augenfälliger Unterschied werden die Hüllblätter (Hochblätter direkt unter dem Blütenstand) gennant: verlängert, bogig aufgerichtet bei der wilden Karde, zurückgekrümmt bei der Weber-Karde.

Gruß, Jens