Hallo Maria.
Das mit den Tipps ist schwierig, wie man mit Phobien umgeht, weiß Jule vielleicht besser.
Scheinen ja doch irgendwie in deiner Familie zu liegen die Phobien und da wird es schwierig, denn wer eine Phobie überwindet, schafft sich leicht eine Neue.
Du hast die Schlangenangst deiner Mutter wohl auf Spinnen übertragen und deine Tochter überträgt sie jetzt auf Weberknechte.
Und unter Umständen ist es leichter, mit einer Phobie zu leben, als dauernd dagegen anzugehen.
Aber ich will gern noch was dazu sagen.
Spinnenangst, ist eigentlich etwas Normales. Sie sind uns total fremd, so fremd, wie es eigentlich nur noch ein Allien sein könnte.
Das gilt im Prinzip für alle Wirbellosen, aber da gibt es große Unterschiede. Ein Mai- oder meinetwegen auch Mistkäfer, dick, rund und gemütlich kommt unserem Gefühl weit näher, als etwa ein Tausendfüßler oder Skorpion.
Unser Verstand sagt uns, dass Spinnen in Mitteleuropa harmlos sind und dass wir sie in Ruhe lassen sollten, aber wenn wir versuchen, sie zu lieben, geht das schief.
Spinnenangst wie Pferdeliebe gehört darüber hinaus fast zum Normalverhalten pubertierender Mädchen, die Gründe sind sexuell bedingt. Das mit den langen, dünnen Beinen ist ein Hinweis.
Mit Erlangen der sexuellen Reife hört das häufig wieder auf, wenn es nicht zu wichtig gemacht wurde.
Das wäre dann mein erster Tipp. Nicht zu ernst nehmen. Weder mit Angst, Hektik und Panik reagieren, noch mit übertriebener Freundlichkeit.
Das ruhige sichere Verhalten der Eltern ist es, was einem Kind Sicherheit gibt.
Wenn also so ein „gespenstiger“ Weberknecht auftaucht, ein Glas drüber stülpen, ein Papier drunter schieben und ihn zum Fenster hinaus befördern. Mit Sicherheit und Gelassenheit und ohne viel Gedöns.
Und bloß nicht erschrecken, wenn mal was schief geht, also etwa der Weberknecht im letzten Moment abhaut, oder so.
Notfalls auch das Kind aus dem Zimmer schicken, vor allem dann, wenn einem selber schon wieder das Herz im Hals schlägt.
Noch was, soweit mir bekannt fressen Vogelspinnen lebende Beute, Heimchen und so. Ich persönlich mag Heimchen gern. Ich würde mein Kind also nicht zusehen lassen, wenn ich die Spinne füttere.
Gruß, Nemo.