Es steht eine Grundstückskauf bevor. Das Grundstück ist stark bewachsen und mit Müll überfüllt. Weiterhin ist eine Bauruine und ein Holzwohnhaus sowie diverse Schuppen vorhanden.Des weiteren finden sich Sondermüll wie Asbest, Dämmstoffe, Ziegel, Metalle, Autoreifen, Autoteile etc. wieder. Wie stark reduzieren die Altlasten den Grundstückswert ?
Hallo. Eine eingehende Beratung, insbesondere die Benennung von Kosten, kann ohne Objektkenntnis nicht erfolgen.
Bei stark baufälligen, unwirtschaftlichen Gebäuden stellt i.d.R. der Liquidationswert den Verkehrswert dar. D.h. Unbelasteter Bodenwert abzüglich Freilegungskosten.
Vermüllung stellt rechtlich lediglich Zubehör dar, das in der Verkehrswertermittlung i.d.R. nicht berücksichtigt wird bzw. für das unterstellt wird, dass die Entsorgungskosten vom Verkäufer getragen werden.
In diesem Fall ist die Altlastensituation ergänzend zu betrachten. Die erhöhten Beseitigungskosten für Asbest und sonstige Schadstoffe sind in den Freilegungskosten angemessen zu berücksichtigen. Bei Extrembelastungen, u.a. versickertes Altöl, ist zudem ein merkantiler Minderwert zu berücksichtigen.
Dennoch ist Altlast nicht gleich Altlast. Auf Industriegrundstücken, die als solche fortgenutzt werden sollen, ist der Abzug i.d.R. niedriger als bei zu entwicklenden Wohnbaugrundstücken, da hier jeweils unterschiedliche Grenzwerte gelten.
In gefragten Lagen kann aber ggf. bereits der unbelastete Bodenwert die Untergrenze für den Kaufpreis darstellen, dies wird beispielsweise bei gering ausgenutzten Siedlungshausgrundstücken festgestellt.
Wenn Sie jedoch sicher gehen wollen, bleibt nur eine qualifizierte Altlastenuntersuchung in Verbindung mit einem qualifizierten Verkehrswertgutachten.
Also viel Erfolg.