Wechsel des Baufinanzierers

Hallo und guten Morgen!

Angenommen, jemand entschließt sich, über eine große deutsche Bausparkasse die Baufinanzierung für den Neubau eines Eigenheims durchzuführen.

Nun gibt es bereits am Anfang (Bau ist noch nicht begonnen) riesige Probleme: Der Formulardschungel nimmt kein Ende, Unterlagen werden verschlampt und dann wochenlang gesucht, Formulare werden übersandt die dann plötzlich nicht gebraucht werden, Formulare werden angemahnt die man noch gar nicht erhalten hat, und und und…

Man hat eben das Gefühl, keiner weiß dort, was er eigentlich tut!

Bisher hat der Baufinanzierer erst einen Betrag von 21612,00 € für den Grundstückswerbs ausgezahlt.

Besteht die Möglichkeit, im Nachhinein den Finanzierungspartner also die Bank zu wechseln? Wie läuft so etwas ab?

Viele Dank für Eure Hilfe!

Florian

Hallo,

Du hast offenbar einen gültigen Darlehensvertrag abgeschlossen. Die erste Auszahlung ist bereits erfolgt. Da wird Dich der Finanzierer kaum aus dem Vertrag entlassen. Und wenn, darf er Dir eine Vorfälligkeitsentschädigung für die gesamte Restlaufzeit (10 Jahre ?) abverlangen.

Ich würde mir den Vermittler des Darlehens zur Brust nehmen und von ihm verlangen, dass er den Formularkram regelt. Schließlich hat er gut verdient, da sollte das zum Service gehören.

meint

Nordlicht

Guten Tag Florian,
Sie kündigen den Finanzierungsvertrag und werden sich dann mit den Folgen auseinanderzusetzen haben. Die können sein:

  • Die Bank wird sperrig und daraus entwickelt sich eine Nerverei,
    die das bisherige in den Schatten stellt.
  • Die Bank verlangt Entschädigung wegen vorzeitiger Vertragsauflösung.
    Ob das rechtens wäre, entscheidet im Zweifel ein Richter.
  • Sie brauchen einen neuen Finanzierer. Die Suche könnte schwierig
    werden, zumal Sie den bisherigen Zirkus darlegen müssen und
    gegebenenfalls auch höhere Zinsen leisten müssen, da die
    Altfinanzierung zu einem früheren, zinsgünstigeren Zeitpunkt
    vereinbart wurde.

Einfacher erscheint es mir, Sie gehen dem Quark auf den Grund

  • ganz sachlich, versteht sich und drängen darauf, dass die
    Pannendichte abnimmt. In ihrem Fall scheint das eine
    Frage der Ablauforganisation zu sein, wenn die eine Hand nicht weiß,
    was die andere tut. Solche Überschneidungen ergeben sich, wenn
    die Finanzierung noch teilweise im Vertrieb hängt, weil z.B. Unterlagen nachgereicht werden, gleichzeitig aber der Ablauf schon
    stattfindet.
    Vielleicht tröstet Sie die Erkenntnis, dass Reibungsverluste bei der
    Finanzierung eines Neubaues nach Baufortschritt eher Standard als die
    Ausnahme sind.
    Gruß
    Günther

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