und jetzt vom Privatfuzzi Raimund
Hallo Bernd
- PKV ist in jungen Jahren und für Doppelverdiener
interessant.
Kommt darauf an was man darunter versteht. Wenn man darunter versteht, wann der beste Einsieg ixt, dann könnte man dazu evtl. (mit Einschränkung) ja sagen. Versteht man darunter, dass derjenige, der mit sagen wir mal 25 zur Privaten kommt mit 60 unbezahlbare Beiträge zahlen muss, dann ein entschiedenes: nein! Das sind die Märchen, die von den Kassen so gerne in die Welt gesetzt werden. Klar, sie verlieren täglich gut zahlende Kunden.
- Mit Familie und einem Einkommen allein wird´s teuer, da alle
Familienmitglieder einzeln privat versichert werden müssen
richtig. Doch wenn Du mit…bleiben wir mal bei den 25 Jahren zu Privaten kommst und einen Schutz suchst, der etwas besser als die Kasse ist aber trotzdem Grundabsicherung ist (z.B. Mehrbettzimmer im KH) dann kannst Du auf alle Fälle damit 4 Personen versichern. jetzt ein Zeitsprung: die Kinder sind aus dem Haus (puuhhh, endlich!), Deine Frau arbeitet wieder (klar, ihr fällt sonst die Decke auf den Kopf), dann hast Du wieder einen klasse günstigen Tarif.
- Einmal raus aus der gesetzlichen gibt´s fast keinen Rückweg
mehr
Stimmt nicht. Wenn Du unter die Beitragsbemessungsgrenze kommst (z.B. durch Halbtagsarbeit), dann musst Du aus der Privaten raus und in die Kasse rein. Wirst Du arbeitslos und bist noch keine 5 Jahre in der privaten, genau das gleiche. nach 5 Jahren hast Du freie Wahl.
- PKV wird wegen des steigenden Risikos im Alter sehr teuer
Auch falsch: Beispiel Raimund: ich bin 63 und zahle für einen Topptarif incl. Selbstbeteiligung ca. 350 Euro. Frage mal einen Freiwilligversicherten bei der Kasse, ob er incl. Pflegepflichtversicherung so wenig zahlt? Er zahlt auf alle Fälle über 500 Euro! (die Hälfte davon der AG - trifft aber auch auf die Privaten zu. Das wäre bei mir dann ein Beitrag bei mir von 140 Euro im Monat!!!
- Wenn ein privat versicherter Arbeitslos wird, so versichert
ihn Arbeits- oder Sozialamt automatisch in der GKV, z.B. AOK
Siehe oben, also auch falsch
- Die GKV muss einen privaten annehmen, wenn er seine z.B.
durch Familie oder Alter gestiegenen Beiträge nicht mehr
bezahlen kann
falsch! Nur wenn er weniger als BBG verdient oder AL ist.
oder unter die Bemessungsgrenze fällt, da niemand
ohne Krankenversicherung alleine gelassen werden darf.
auch falsch. Denn das mit dürfen ist gänzlich falsch. Es gibt tausende in D, die in keiner Versicherung sind. Ich kenne da so einige. Z.B. einer, der bei Vertragsabschluss mir seine Vorerkrankungen nicht gesagt hat. Ergebnis: die Versicherung bekam es heraus und kündigte. Da er über der BBG verdiente, kam er in keiner Kasse unter und die privaten wollen ihn nicht mehr (versuchter Versicherungsbetrug)
Es gibt noch etwas, was gerne verschwiegen wird: nehmen wir mal an, Du bist in einer privaten und die hat urplötzlich miserable Fachleute für Kapitalanlagen: der Beitrag würde nach heutigem Niveau auf sagen wir mal 2000 Euro steigen. Dann muss lt. Gesetz jede Gesellschaft einen sog. Standarttarif zur Verfügung stellen können (ab Deinem 55. LJ) der nicht mehr kosten darf, als eine Kasse.
Wo ist also ein Risiko?
Glaube nicht alles, was von den Kassen erzählt wird. Die meisten haben zwar von ihrer Kasse recht viel Wissen, doch was eine private ist leider so gut wie keine Ahnung. (mit Ausnahmen). Ich behaupte sogar, dass einige genau wissen, wo die Stärken der Privaten liegen und bewusst Märchen in die Welt setzen.
Auch das Märchen, dass die Privaten einen rauswerfen, wenn man zu teuer kommt, ist schlicht ein Märchen. das ist nicht möglich.
Die Leistungen der Privaten sind ganz einfach in 99 % alle Fälle besser.
Grüße
Raimund