Wechsel GKV zu PKV und zurück ?

Liebe Experten,

wir haben gestern im Freundeskreis (alle keine Versicherungsexperten…) über private und gesetzliche Krankenversicherung diskutiert.
Ich wäre dankbar, wenn ein Sachkundiger folgende Aussagen kurz bewertet, die sind von mir ohne jede Wertung und ohne Filter aufgesammelt worden:

  • PKV ist in jungen Jahren und für Doppelverdiener interessant.
  • Mit Familie und einem Einkommen allein wird´s teuer, da alle Familienmitglieder einzeln privat versichert werden müssen
  • Einmal raus aus der gesetzlichen gibt´s fast keinen Rückweg mehr
  • PKV wird wegen des steigenden Risikos im Alter sehr teuer
  • Wenn ein privat versicherter Arbeitslos wird, so versichert ihn Arbeits- oder Sozialamt automatisch in der GKV, z.B. AOK
  • Die GKV muß einen privaten annehmen, wenn er seine z.B. durch Familie oder Alter gestiegenen Beiträge nicht mehr bezahlen kann oder unter die Bemessungsgrenze fällt, da niemnd ohne Krankenversicherung alleine gelassen werden darf.

Was sagt ihr dazu ?

Herzlichen Dank für Klarheit

Bernd
freiwillg GKV

Liebe Experten,

Hallo Bernd

wir haben gestern im Freundeskreis (alle keine
Versicherungsexperten…) über private und gesetzliche
Krankenversicherung diskutiert.
Ich wäre dankbar, wenn ein Sachkundiger folgende Aussagen kurz
bewertet, die sind von mir ohne jede Wertung und ohne Filter
aufgesammelt worden:

  • PKV ist in jungen Jahren und für Doppelverdiener
    interessant.

Stimmt

  • Mit Familie und einem Einkommen allein wird´s teuer, da alle
    Familienmitglieder einzeln privat versichert werden müssen

Stimmt, in der gesetzlichen ist die Familienversicherung noch immer kostenfrei

  • Einmal raus aus der gesetzlichen gibt´s fast keinen Rückweg
    mehr

Grundsätzlich richtig, es sei denn , das Einkommen sinkt unter die Beitragsbemessungsgrenze

  • PKV wird wegen des steigenden Risikos im Alter sehr teuer

Kann sein, muss aber nicht

  • Wenn ein privat versicherter Arbeitslos wird, so versichert
    ihn Arbeits- oder Sozialamt automatisch in der GKV, z.B. AOK

Nicht unbedingt, es gibt auch da ne Möglichkeit in der PKV zu bleiben

  • Die GKV muß einen privaten annehmen, wenn er seine z.B.
    durch Familie oder Alter gestiegenen Beiträge nicht mehr
    bezahlen kann

falsch, das ist dann das Problem des Versicherungsnehmers und muss ganz bestimmt nicht von der Solidargemeinschaft der gesetzlich Versicherten aufgefangen werden.

oder unter die Bemessungsgrenze fällt,

richtig, allerdings gibt es ne Altersgrenze von 55 Jahren, wenn die Überschritten ist, gibts kein zurück mehr.

da niemnd
ohne Krankenversicherung alleine gelassen werden darf.

So nicht richtig, es gibt kein gesetzliches Recht auf Krankenversicherung. Das ist grds. immer noch das Problem eines jeden selbst.

Was sagt ihr dazu ?

Herzlichen Dank für Klarheit

Bernd
freiwillg GKV

Schönen Gruß Jörg
Pflicht GKV

und jetzt vom Privatfuzzi Raimund
Hallo Bernd

  • PKV ist in jungen Jahren und für Doppelverdiener
    interessant.

Kommt darauf an was man darunter versteht. Wenn man darunter versteht, wann der beste Einsieg ixt, dann könnte man dazu evtl. (mit Einschränkung) ja sagen. Versteht man darunter, dass derjenige, der mit sagen wir mal 25 zur Privaten kommt mit 60 unbezahlbare Beiträge zahlen muss, dann ein entschiedenes: nein! Das sind die Märchen, die von den Kassen so gerne in die Welt gesetzt werden. Klar, sie verlieren täglich gut zahlende Kunden.

  • Mit Familie und einem Einkommen allein wird´s teuer, da alle
    Familienmitglieder einzeln privat versichert werden müssen

richtig. Doch wenn Du mit…bleiben wir mal bei den 25 Jahren zu Privaten kommst und einen Schutz suchst, der etwas besser als die Kasse ist aber trotzdem Grundabsicherung ist (z.B. Mehrbettzimmer im KH) dann kannst Du auf alle Fälle damit 4 Personen versichern. jetzt ein Zeitsprung: die Kinder sind aus dem Haus (puuhhh, endlich!), Deine Frau arbeitet wieder (klar, ihr fällt sonst die Decke auf den Kopf), dann hast Du wieder einen klasse günstigen Tarif.

  • Einmal raus aus der gesetzlichen gibt´s fast keinen Rückweg
    mehr

Stimmt nicht. Wenn Du unter die Beitragsbemessungsgrenze kommst (z.B. durch Halbtagsarbeit), dann musst Du aus der Privaten raus und in die Kasse rein. Wirst Du arbeitslos und bist noch keine 5 Jahre in der privaten, genau das gleiche. nach 5 Jahren hast Du freie Wahl.

  • PKV wird wegen des steigenden Risikos im Alter sehr teuer

Auch falsch: Beispiel Raimund: ich bin 63 und zahle für einen Topptarif incl. Selbstbeteiligung ca. 350 Euro. Frage mal einen Freiwilligversicherten bei der Kasse, ob er incl. Pflegepflichtversicherung so wenig zahlt? Er zahlt auf alle Fälle über 500 Euro! (die Hälfte davon der AG - trifft aber auch auf die Privaten zu. Das wäre bei mir dann ein Beitrag bei mir von 140 Euro im Monat!!!

  • Wenn ein privat versicherter Arbeitslos wird, so versichert
    ihn Arbeits- oder Sozialamt automatisch in der GKV, z.B. AOK

Siehe oben, also auch falsch

  • Die GKV muss einen privaten annehmen, wenn er seine z.B.
    durch Familie oder Alter gestiegenen Beiträge nicht mehr
    bezahlen kann

falsch! Nur wenn er weniger als BBG verdient oder AL ist.
oder unter die Bemessungsgrenze fällt, da niemand

ohne Krankenversicherung alleine gelassen werden darf.

auch falsch. Denn das mit dürfen ist gänzlich falsch. Es gibt tausende in D, die in keiner Versicherung sind. Ich kenne da so einige. Z.B. einer, der bei Vertragsabschluss mir seine Vorerkrankungen nicht gesagt hat. Ergebnis: die Versicherung bekam es heraus und kündigte. Da er über der BBG verdiente, kam er in keiner Kasse unter und die privaten wollen ihn nicht mehr (versuchter Versicherungsbetrug)

Es gibt noch etwas, was gerne verschwiegen wird: nehmen wir mal an, Du bist in einer privaten und die hat urplötzlich miserable Fachleute für Kapitalanlagen: der Beitrag würde nach heutigem Niveau auf sagen wir mal 2000 Euro steigen. Dann muss lt. Gesetz jede Gesellschaft einen sog. Standarttarif zur Verfügung stellen können (ab Deinem 55. LJ) der nicht mehr kosten darf, als eine Kasse.
Wo ist also ein Risiko?
Glaube nicht alles, was von den Kassen erzählt wird. Die meisten haben zwar von ihrer Kasse recht viel Wissen, doch was eine private ist leider so gut wie keine Ahnung. (mit Ausnahmen). Ich behaupte sogar, dass einige genau wissen, wo die Stärken der Privaten liegen und bewusst Märchen in die Welt setzen.
Auch das Märchen, dass die Privaten einen rauswerfen, wenn man zu teuer kommt, ist schlicht ein Märchen. das ist nicht möglich.
Die Leistungen der Privaten sind ganz einfach in 99 % alle Fälle besser.
Grüße
Raimund

… und ich bitte um Nachsicht.

Aber ich möchte trotzdem den Beantwortern danken.

Gruß
Bernd
*chen sind auch verteilt…