Wechsel Plural/Singular

Hallo,
ich habe im Auslandspolitikbrett gerade den großen Karl Farkas zitiert, und dann ist mir etwas daran aufgefallen. Der Satz lautet (ich habe ihn von einer Originalaufnahme von Farkas wortgetreu übernommen):
„Politik bei uns ist die große Kunst, Geld von den Reichen und Wählerstimmen von den Armen zu ergattern unter dem Vorwand, jeden der beiden vor dem anderen zu schützen.“
Zuerst ist von „den Reichen“ und „den Armen“ - Plural - die Rede, in der Folge aber von „jeden der beiden“ und „dem anderen“ - Singular. Trotzdem ist dieser Satz schlüssig und klingt für mich grammatikalisch richtig. Irre ich mich? Oder handelt es sich um künstlerische Freiheit oder - was ich nicht glaube - um einen Lapsus Farkas’? Oder stehe ich einfach nur auf der Leitung?
Grüße, Peter

Geld von den Reichen & Wählerstimmen von den Armen

Hallo, Peter

„Politik bei uns ist die große Kunst, Geld von den Reichen und
Wählerstimmen von den Armen zu ergattern unter dem Vorwand,
jeden der beiden vor dem anderen zu schützen.“

Du hast recht. Der Satz müsste etwa so formuliert werden:

Im Singular:
„Politik ist die große Kunst, das Geld des Reichen und die Wählerstimme des
Armen zu ergattern – unter dem Vorwand, jeden der beiden vor dem anderen zu
schützen.“

Im Plural:
„Politik ist die große Kunst, Geld von den Reichen und Wählerstimmen von den
Armen zu ergattern – unter dem Vorwand, Reiche und Arme vor einander zu
schützen.“

Freundliche Grüsse

Rolfus