Wechsel priv. Krankenversicherung?

Hallo Krankenversicherungs-Experten,

heute bekam ich ein Angebot für ein Gespräch, eventuell meine seit ca. 20 Jahren bestehende private KV wechseln. Das Gespräch kommt mir nicht ungelegen, weiß aber nicht, was ich in solch einem Fall als End-Fünfziger alles berücksichtigen müsste.

Gibt es sowas wie Altersbonuspunkte? Wenn ja, kann man die mitnehmen?

Es hat sich doch in den letzten Jahren bei den Privaten so allerhand verändert, ich hab das nicht sonderlich verfolgt, weil ich nie an einen Wechsel dachte. Seit ein paar Wochen denk ich aber doch dran.

Wer-weiss-was zu dem Thema und sagt es mir?

Fragende Grüße
Pat

Hallo Pat,
also Altersbonuspunkte gibt es mal nicht… Ganz im Gegenteil: Bei einem Wechsel der priv. Krankenversicherungsgesellschaft verlierst Du Deine bis dato angesparten Altersrückstellungen, die nach 20 Jahren Zugehörigkeit nicht schlecht sein dürften. Angesichts Deines Eintrittsalters und Deiner bisherigen Versicherungsdauer bei Deiner Gesellschaft kann ich Dir daher grundsätzlich mal von einem Wechsel abraten.

Etwas anders sieht es aus, wenn Deine bisherige Gesellschaft Dir einen anderen Tarif, beispielsweise mit einem anderen Selbstbehalt anbietet. Das kann sich u.U. für Dich vorteilhaft gestalten und Du behälst die Altersrückstellung. Dies würde ich mir in diesem Fall auch von der Gesellschaft schriftlich bestätigen lassen.

Gruß
Andreas

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Hallo Krankenversicherungs-Experten,

Wer-weiss-was zu dem Thema und sagt es mir?

Fragende Grüße
Pat

hallo, pat,

sehe das genauso wie berger und möchte noch anfügen, dass Du bitte mal bei Deiner kv nachfrägst, wieviel prozent altersrückstellung Du schon angespart hast. etwas anders ist der fall gelagert, wenn Du bisher keine rückstellungen gebildet hast:
es wäre „höchste zeit“, auf diese beitragssenkungen im rentenalter hin anzusparen. das muß aber nicht direkt in den kv-topf hinein in form von rückstellungen sein, sondern Du kannst das ja auch selber in form einer rentenversicherung oder eher risikoarmen fonds (mit rentenanteilen) zurücklegen, die vermutlich mehr zinsen abwerfen als die rückstellung bei der kv.

da Du sagen wir mal noch 12 bis 15 jahre bis zur rente hast, würde ich in punkto geldanlage kein allzu großes risiko mehr eingehen.

wichtig ist mir noch, ganz grundsätzlich darauf hinzuweisen, dass ein nicht mehr vollkommen gesunder kv-wechsler mit risiko-zuschlägen zu rechnen hat und bei seiner bestehenden kv vermutlich günstiger wegkommt… dann doch lieber bei der derzeitigen gesellschaft den selbstkostenanteil auf griffige rund 500 euro senken, falls Du nicht eh schon drunter oder bei dieser höhe liegst — denn diese selbstbeteiligung hast Du unter umständen in späteren jahren öfters zu berappen und bist froh, wenn dann die versicherung weiter zahlen muß.

freie makler haben übrigens die möglichkeit, über die beitrags-kostenentwicklung der einzelnen gesellschaften auskunft zu geben. was würde Dir ein unter umständen günstigerer beitrag nützen, wenn demnächst große beitragssteigerungen zu erwarten sind?

die altersrente ab 65 wird dann, da Du Dich ja heute so um die 50 jährchen bewegst, bei maximal 42% Deines letzten bruttos liegen + Deiner privaten und betrieblichen altersvorsorge; und in diesem budget sollte die kv weder beitragsmäßig zu hoch liegen noch mit allzu hoher jährlicher selbstbeteiligung riesige löcher reissen.

katharine

hallo Pat,

nur eines zu meinen Vorredner: wer Dir nach 20 jahren Privat-KV zu einen Wechsel rät, den werfe so weit und schnell aus dem Haus, dass er nie mehr wieder kommt.
Es gibt keine KV, die bei einem Eintrittaltersunterschied von 20 Jahren gleiches oder besseres zu günstigeren Beiträgen bieten kann. Abgesehen von den Zugehörigkeitsboni und den beiden Altersrückstellungen.
In Deinem Alter ist eine ausreichende Altersrückstellungsansparung (tolles Wort) nicht mehr möglich. Deine Altersbeiträge würden in absehbarer Zeit ins uferlose steigen.
Mach es wie ich: ich habe bis vor kurzem eine KV ohne SB gehabt. Jetzt vor ca. einem Jahr habe ich auf 500 € SB umgestellt. Ergebnis: ich spare bei gleicher Leistung so viel Beitrag, dass ich nach 3,5 Monaten in´s Verdienen komme! Dazu kommt noch die Beitragsrückerstattung. Denn bei 500 € SB werde ich in den seltensten Fällen die Versicherung in Anspruch nehmen, also gibt´s Beitragsrückerstattung.

Grüße
Raimund