Servus Aaliyah,
FiBu „in der Industrie“ ist ein ziemlich weites Feld.
„Trocken“ ist die Arbeit eigentlich nur für SAP-Sklaven, die bei der Arbeit nicht viel denken dürfen, weil ihnen sonst permanent auffällt, was sie alles nicht ändern können oder dürfen. Und für Leute, die als pure Belegerfasser tätig sein müssen.
In allen anderen Bereichen ist FiBu im Haus und in eigener Sache absolut spannend, weil man nicht ständig vollendete Tatsachen und in den Brunnen gefallene Kinder bloß darstellen muss, sondern weil man eingreifen kann. Der gesamte Komplex USt gehört in die Buchhaltung, bis die einzelnen Fälle bei irgendeinem Referenten ankommen, ists in der Regel zu spät.
Intern erledigte und bearbeitete FiBu ist auch deswegen interessant, weil dort häufig riesige Rationalisierungs- und Automatisierungspotenziale vergraben schlummern. Warum nicht sich selber überflüssig machen? 30h für das gleiche Geld sind doch auch ganz lecker?
Die Schnittstelle FiBu/Lohnsteuer (Sachbezugsfallen, Unfug in der Reisekostenkante etc.) ist auch erst dann interessant, wenn man eingreifen kann.
Alles, was man auf diese Weise an überflüssigen und falsch ritualisierten Tätigkeiten rausschmeißen kann, schafft Platz für spannendere Dinge, z.B. aus der Kante Kostenrechnung, Liquiditätsplanung und viele andere Nachbarthemen, die pragmatisch sinnvoll auf der FiBu-Ebene angegangen werden. All dieses geht erst, wenn man an der Quelle sitzt.
Auf der Abschluss-Kante gibt es einen Wald von Abgrenzungen, die nicht mal dem WP auffallen, wenn man die Themen nicht aufgreift. Der, der sie aufgreifen kann, weil er am nächsten am Geschehen dran sitzt, ist der Rechenknecht „ganz unten“.
Langweilig sind mir weder Steuer- noch FiButhemen irgendwann gewesen. Allein die Fülle an Menschengeschichten, die da drin hängt, find ich unabhängig von den sachlichen Themen ziemlich spannend…
Vielleicht hast Du ein paar Anregungen gefunden?
Schöne Grüße
MM