Wechsel Steuern zu Buchhaltung

Hi,

angenommen ich habe mein Tätigkeitsfeld geändert und bin nun vorwiegend im Buchhaltungsbrerich tätig. Angenommen ich wäre davor bei einem Steuerberater für Jahresabschlüsse, Buchhaltung und Steuererklärungen zuständig.

Viele empfinden den steuerlichen Bereich als trocken, so wie ich.

Was versteht ihr unter trocken und ist der Bereich Buchhaltung nicht auch eher trocken ?

Wie soll man dann einen Wechsel von Steuern zu Buchhaltung schlüssig erklären können, angemommen beide Bereiche sind gleich trocken ?

Wo würdet ihr da Unterschiede sehen (Buchhaltung versus steuerliche Angelegenheiten wie Steuererklärungen und steuerliche Sachverhalte bearbeiten) ?

Lieben Gruß
Aaliyah

Hi,

ich finde beides obertrocken.
Nur beim Steuerberater hat man den Vorteil, daß man wenigstens noch etwas Abwechslung in vielen trockenen Sachen hat *g*.

Aufgaben beim Steuerberater: Buchhaltung, Löhne, Jahresabschlüsse und Steuererklärungen!
Aufgaben in der Industrie: Buchhaltung ohne Ende.

Beim Steuerberater kann man sich wenigstens von der einen trockenen Arbeit erholen, indem man eine andere trockene Sache macht.

Einziger Vorteil Industrie wahrscheinlich: mehr Gehalt
aber das wird auch schon alles sein.

Ich würde die Arbeit beim Steuerberater auf jeden Fall vorziehen.
Einmal angefangen in der Industrie mit nur Buchführungsarbeiten, dann brauchste dich beim Steuerberater nicht mehr blicken zu lassen.

Viele Grüße

Servus Aaliyah,

FiBu „in der Industrie“ ist ein ziemlich weites Feld.

„Trocken“ ist die Arbeit eigentlich nur für SAP-Sklaven, die bei der Arbeit nicht viel denken dürfen, weil ihnen sonst permanent auffällt, was sie alles nicht ändern können oder dürfen. Und für Leute, die als pure Belegerfasser tätig sein müssen.

In allen anderen Bereichen ist FiBu im Haus und in eigener Sache absolut spannend, weil man nicht ständig vollendete Tatsachen und in den Brunnen gefallene Kinder bloß darstellen muss, sondern weil man eingreifen kann. Der gesamte Komplex USt gehört in die Buchhaltung, bis die einzelnen Fälle bei irgendeinem Referenten ankommen, ists in der Regel zu spät.

Intern erledigte und bearbeitete FiBu ist auch deswegen interessant, weil dort häufig riesige Rationalisierungs- und Automatisierungspotenziale vergraben schlummern. Warum nicht sich selber überflüssig machen? 30h für das gleiche Geld sind doch auch ganz lecker?

Die Schnittstelle FiBu/Lohnsteuer (Sachbezugsfallen, Unfug in der Reisekostenkante etc.) ist auch erst dann interessant, wenn man eingreifen kann.

Alles, was man auf diese Weise an überflüssigen und falsch ritualisierten Tätigkeiten rausschmeißen kann, schafft Platz für spannendere Dinge, z.B. aus der Kante Kostenrechnung, Liquiditätsplanung und viele andere Nachbarthemen, die pragmatisch sinnvoll auf der FiBu-Ebene angegangen werden. All dieses geht erst, wenn man an der Quelle sitzt.

Auf der Abschluss-Kante gibt es einen Wald von Abgrenzungen, die nicht mal dem WP auffallen, wenn man die Themen nicht aufgreift. Der, der sie aufgreifen kann, weil er am nächsten am Geschehen dran sitzt, ist der Rechenknecht „ganz unten“.

Langweilig sind mir weder Steuer- noch FiButhemen irgendwann gewesen. Allein die Fülle an Menschengeschichten, die da drin hängt, find ich unabhängig von den sachlichen Themen ziemlich spannend…

Vielleicht hast Du ein paar Anregungen gefunden?

Schöne Grüße

MM