Wechsel vom Gym auf Fachgym?

Hallo,

meine Tochter geht zur Zeit in die 11. Klasse Gymnasium, ist eine relativ gute Schülerin, die im allgemeinen im oberen Lestungsdrittel (Zitat ihres Klassenlehrers)liegt, ist sprachbegabt und hat in allen Fächern gute bis befriedigende Leistungen. Leider steht sie mit der Mathematik auf dem Kriegsfuß, so dass sie nur 2 Punkte in Mathe und 4 Punkte in Physik im Zeugnis erreicht. Da sie das WIPO-Profil gewählt hat, ist auf der gestrigen Klassenkonferenz beschlossen worden, dass sie aufgrund ihrer Mathezensur das Jahr wiederholen muss, da sie eventuell gar nicht zum Abitur zugelassen werden würde. Sie sei, wieder Zitat ihres Klassenlehrers, ein Opfer des neuen Systems geworden… Andere Schüler, die durchgängug ausreichende Leistungen haben und davon fünf mal 4- müssen versetzt werden… Einerlei, ich wollte jetzt auch gar nicht über Sinn oder Unsinn dieses Systems diskutieren, sondern wissen, ob die Möglichkeit besteht, trotz der Nichtversetzung ans Fachgymnasium zu wechseln und in Klasse 12 einzusteigen. Eine Lehrerin meiner Tochter erwähnte sowas heute morgen. Ob sie das wollen würde ist gar nicht gesagt aber wir spielen jetzt natürlich mal alle Möglichkeiten durch…
Wir wohnen übrigens in Schleswig-Holstein.

Danke für eure Antworten,
Claudia

Hallo,
ich weiß nicht ob es möglich ist, aber: macht es nicht!
Wenn sie in den anderen Fächern gut ist, besorgt ihr lieber eine Nachhilfe für Mathe und Physik. Sie wird es sonst irgendwann bereuen, das sie nicht das allg. Abi gemacht hat obwohl sie die Chance dazu hatte.
Gruss Backs (die auch vor einer solchen Entscheidung stand)

Guten Tag.

meine Tochter geht zur Zeit in die 11. Klasse Gymnasium, […]
Da sie das WIPO-Profil gewählt hat, ist auf der gestrigen
Klassenkonferenz beschlossen worden, dass sie aufgrund ihrer
Mathezensur das Jahr wiederholen muss

trotz der Nichtversetzung ans Fachgymnasium zu
wechseln und in Klasse 12 einzusteigen.

Zunächst ein Hinweis:
Euer Kultusministerium weist daraufhin, daß das seit 2007 in Schleswig und Holstein nicht mehr Fachgymnasium sondern Berufliches Gymnasium heißt.

Und weil das Berufliche Gymnasium keine allgemeinbildende Schule ist, aber trotzdem mit der allgemeinen Hochschulreife abschließt, kannst Du das sicherlich vergessen.
Berufliche Gymnasien vermitteln nämlich in der 11. Klasse neben der systematischen Wiederholung und Vertiefung der Kenntnisse zusätzliche fachspezifische Kenntnisse als Voraussetzung für den Profilunterricht in der eigentlichen Abiturstufe.
Wo will Deine Tochter diese Kenntnisse hernehmen?

Wie will das Berufliche Gymnasium sicherstellen, daß Deine Tochter die Kenntnisse in Mathematik und Physik hat, die die anderen Schüler in der 11. Klasse nachweisen mußten? Die „Landesverordnung über das Berufliche Gymnasium“ vom 2. Oktober 2007 sagt klar, daß der Eintritt in die Qualifikationsphase (12.+13. Klasse) verweigert werden kann, wenn die Leistungen am Ende der Einführungszeit (11. Klasse) zu schlecht sind. Und was werden die Mathelehrer denken, wenn sie 2 Punkte in Mathe und 4 Punkte in Physik sehen? Ich mutmaße, daß dann auch die Beherrschung der Grundlagen debattiert wird.

Was ich aber im Zusammenhang nicht verstehe, sind die von Dir zur Sprache gebrachten Schüler. Im Punktesystem entspricht eine 4- 4 Punkten. 4 Punkte sind nicht bestanden, denn bestanden ist ein Schulhalbjahr erst mit 5 Punkten.
Entweder Schleswig und Holstein pflegen ein abweichendes Kurssystem oder diese Schüler verbockten nicht soviele Kurse wie Deine Tochter.

Sprich doch einfach mit den Lehrern oder dem Direktorat vor Ort.
Die können Dir alles über das gesamte Schulsystem in Schleswig und Holstein hieb- und stichfest erzählen.

Viele Grüße

Guten Tag,

Ja, vielen lieben Dank auch für deine nette Antwort. Erstens, wenn es wirklich relevant werden würde, würde ich natürlich vor Ort vorsprechen. Wie gesagt, die Aussage, dass dies so möglich sei, kam von einer Lehrerin meiner Tochter und ich wollte mich hier allgemein erkundigen. Zweitens, was meinst du mit nicht so viele verbockte Kurse wie meine Tochter? In allen anderen Fächern hat sie, bis auf einmal 7 Punkte, durchweg 10 Punkte… Leider ist es in 11 tatsächlich so, dass mit 4 Punkten, das heißt 4-, bestanden ist. Es gibt Schüler, und nicht wenige, die dieses Jahr teilweise 5x 4 Punkte im Zeugnis stehen haben und damit durchkommen! Erst ab 12 müssen 5 Punkte erreicht sein… Irrsinnig, ist aber leider so. Selbst wenn mein Kind in einem anderen Profil gewesen wäre, außer natürlich im naturwissenschaftlichen, wäre sie durchgekommen, da sie ausgerechnet in den Fächern schwach ist die in ihrem Profil profilbegleitende Fächer sind. Vielleicht hat sie ganz einfach das falsche Profil gewählt, aber die gesellschaftpolitische Schiene hat sie nun mal interessiert…

Gruß von der Nordsee

Nabend. :smile:

Zweitens, was meinst du mit nicht so viele verbockte Kurse wie meine
Tochter? In allen anderen Fächern hat sie, bis auf 1x 7 Punkte,
durchweg 10 Punkte… Leider ist es in der 11 tatsächlich so, dass
mit 4 Punkten, das heißt 4-, bestanden ist.

Das widerspricht natürlich dem Sinn der eisernen 5-Punkte-Linie, die bspw. in Sachsen häufig beschworen wird.

Es gibt Schüler, und nicht wenige, die dieses Jahr teilweise 5x
4 Punkte im Zeugnis stehen haben und damit durchkommen!
Erst ab 12 müssen 5 Punkte erreicht sein…

Ich mutmaße, daß dann für diese Schüler mit Sicherheit gelten dürfte, daß sie keinen einzigen Kurs unter 5 Punkten abschließen dürfen. Die KMK hat eigentlich unverrückbar festgesetzt: mehr als 5 Kurse unter 5 Punkten – und Tschüß.

da sie ausgerechnet in den Fächern schwach ist die in ihrem Profil
profilbegleitende Fächer sind.

Ich nehme an, profilbegleitende Fächer sind Nebenfächer, d.h. zweigfremd und nicht die charakteristischen Fächer des Zweigs?
Mathematik und Physik sind schließlich keine geistes- oder gesellschaftswissenschaftlichen Fächer.

Du solltest auf alle Fälle die Seite des Kultusministeriums von Schleswig und Holstein für weitere Informationen konsultieren, die Broschüren herunterladen und lesen und ggf. eine Eingabe per eMail schreiben.

Von den Regelungen in Thüringen und Sachsen her, glaube ich aber nicht, daß Deine Tochter an das Berufliche Gymnasium wechseln darf. Wie erwähnt, ist es kaum möglich den fachspezifischen Stoff der 11. Klasse nachzuholen und die Mathelehrer werden der Schulleitung mit Sicherheit raten, den Einstieg in die 12. Klasse abzulehnen. Es sei denn, man ließe ein Eignungsgespräch zu; soweit ich weiß, gibt es das z.B. in Sachsen für Mittelschüler, die Wackelkandidaten sind und wo sich die Schule einen besseren Eindruck vom Bewerber verschaffen möchte. Vielleicht müßte Deine Tochter auch zwei Eingangstest in Mathe und Physik absolvieren, mit denen eine grundlegende Stoffbeherrschung überprüft werden kann. Einen Vorschlag wäre es wert.

Davon abgesehen scheitert es vermutlich bereits an den Bewerbungsfristen. Mittelschüler müssen sich für die Aufnahme gewöhnlich spätestens Mitte März beworben haben. Dein Gedanke wird bürokratisch zu kurzfristig sein.

Viel Glück