Wechsel von FH an Uni

Hallo, ich studiere BWL an der FH und komme ins 4 Semester. Nach dem Vordiplom möchte ich vielleicht an die Uni zu VWL wechseln. Weiß jemand was ich da beachten muss und ob es so einfach möglich ist? Werden Prüfungen angerechnet?

Vielen Dank Marcus

Hallo Myrcoz,

möglich wird das schon sein.
Allerdings werden die Dir dort nur wenige Leistungen anerkennen. Das heisst, dass Du unter Umständen ganz von vorne anfangen darfst. Selbst wenn man von der Uni zur FH wechseln möchte hat man mit der Anerkennung von Leistungen Probleme. Anerkannt wird in der Regel so gut wie nichts.
Genauere Information kann Dir allerdings nur die Studienberatung der in Frage kommenden Uni geben.
Ich würde mir das ganze aber wirklich gut überlegen. Viele meiner ehemaligen Kommilitonen studieren jetzt an der FH weiter, weil sie an der Uni kein Bein an die Erde bekommen haben. Von denen hört man bei Nachfragen, dass es an der FH vergleichsweise easy ist.
Studium an einer Uni oder das Studium an einer FH sind nicht miteinander vergleichbar. Nicht umsonst ist die durchschnittliche Studiendauer an einer Uni deutlich über der Regelstudienzeit. Ich hoffe Du bekommst keinen Schock, falls Du wirklich wechselst.

MfG
Stephan

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hallo marcus,

ich hab zwar etwas völlig anderes studiert, aber ich hatte ähnliche pläne, nach dem vordiplom in einen etwas anderen studiengang an die uni zu wechseln (soz.päd. / fh zu psychologie / uni).

bei mir wäre es so gewesen: der durchschnitt des vordiploms wäre mir als NC angerechnet worden, so als hätte ich gerade abitur gemacht, und das mit 27 jahren… keine wartesemester, keine erbrachten leistungen im fh-studium - nix.
darüber hinaus ist - zumindest in meinem fall - das fh-studium viel, viel praxisbezogener. daher hab ich mich letztlich dazu entschlossen, an der fh zu bleiben.

für dich kann ich dir nur raten, erstens die studienberatung aufzusuchen und zweitens vielleicht mal ein paar tage, 'ne woche lang einige vorlesungen an der fh als gasthörer zu besuchen. da wirst du schnell merken, ob dir das liegt, ob die ansprüche höher sind, ob die vorlesungen trockener sind und so weiter.

viele grüße,
fabienne

Hallo,

Nicht umsonst ist die
durchschnittliche Studiendauer an einer Uni deutlich über der
Regelstudienzeit. Ich hoffe Du bekommst keinen Schock, falls
Du wirklich wechselst.

mich würde in dem Zusammenhang mal die Definition von Regelstudienzeit interessieren. Ich meinte bisher, die Regelstudienzeit wäre genau die Zeit, die ein Student durchschnittlich benötigt, um einen bestimmten Studiengang an einer Hochschule zu durchlaufen. D.h. die durchschnittliche Studiendauer KANN GAR NICHT über der Regelstudienzeit liegen.

Anders ist es bei der Mindeststudienzeit. Also die Anzahl der Semester, innerhalb derer man ein Studium frühestens abgeschlossen haben kann. Das sind dann – wenn ich mich recht erinnere – 8 Semester. Übrigens auch an der FH, wenn man dort die Praxissemester mitzählt.

Klärt mich doch bitte mal auf :smile:

Gruß

Fritze

Hallo Fritze,

unter Regelstudienzeit versteht man die Dauer des Studiums, in der in der Regel ein Studiengang erfolgreich abgeschlossen werden kann. (an der Uni meistens 9 Semester)
Das hat nicht viel mit der durchschnittlichen Studiendauer zu tun. Diese liegt meist viel höher.
Im Studiengang Wirtschaftswissenschaft meiner Universität liegt die durchschnittliche Studiedauer bei 14 Semestern (Regelstudienzeit 9 Semester). Bei unseren Informatikern angeblich sogar bei 16 Semestern (ebenfalls 9 Semester Regelstudienzeit). Die durchschnittliche Studiendauer je Fach ist aber von Uni zu Uni unterschiedlich.
So kann man davon ausgehen, dass man sein Studium an einer privaten Hochschule viel schneller absolvieren kann. Wen wunderts? Die Studis kommen dort mit nem BMW vorgefahren und müssen sich in keinster Weise Sorgen machen, was ihren Lebensunterhalt betrifft. Der „normale“ Studi muss neben dem Studium noch arbeiten, um den Lebensunterhalt zu verdienen. Man hat aber neben Uni und Arbeit auch noch andere (private) Interessen, die man verfolgen möchte.
Die Betreuung während des Studiums ist an einigen Unis außerdem besser, an anderen dagegen kaum vorhanden.

Kein Wunder also, dass einige Studenten einen Hals bekommen, wenn mal wieder von Studiengebühren für sog. „Langzeitstudenten“ gesprochen wird. Die sind (Ausnahmen bestätigen die Regel) nämlich nicht zu faul oder zu dumm um ein Studium in der vorgesehenen Regelstudienzeit erfolgreich zu beenden, sondern die notwendigen Rahmenbedingungen stimmen einfach nicht.

Naja was solls. Bin eh bald fertig und kann dann die ganzen Probleme, die das Studi-Leben mit sich bringt, vergesssen.

MfG
Stephan

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Privatunis und mehr, …
Hi Stephan,

Im Studiengang Wirtschaftswissenschaft meiner Universität
liegt die durchschnittliche Studiedauer bei 14 Semestern
(Regelstudienzeit 9 Semester).

Na ja, da seid Ihr aber auch eine faule Uni. In Passau wo ich studiert habe lag die durchschn. Studiendauer für BWL bei 11 Semestern. Und es ist wohl unstrittig, daß Passau als recht schwere Uni mit Blockprüfungen im Vordiplom wie auch Examen mit obligatorischen mündlichen Prüfungen in allen Fächern gilt. HH hat auch einen hohen Durchschnitt und wird wohl nicht ernsthaft als schwere Uni bezeichnet, oder?

So kann man davon ausgehen, dass man sein Studium an einer
privaten Hochschule viel schneller absolvieren kann. Wen
wunderts? Die Studis kommen dort mit nem BMW vorgefahren

Was hat die Studiendauer mit dem Auto zu tun? Etwas Sozialneid oder? Der Zeitvorteil der Privatunis rührt viel mehr daher, daß dort in kleinen Einheiten praxisrelevantes Wissen intensivst vermittelt wird. Es herrscht Anwesenheitspflicht und strenge Kontrolle der abgelieferten Ergebnisse. Wenn Du aber anders argumentieren willst können wir dies auch tun.
Tatsächlich sind die Studenten der Privatunis meistens Kinder der heutigen Leistungselite. Daher sind die an zielstrebiges arbeiten und permanent hohe Leistung gewohnt und bereit diese über eine lange Zeit unter Verzicht auf Freizeit und sonstige Vergnügungen abzuliefern. Es herrscht Leistungsdruck pur an diesen Einrichtungen. Stelle einmal solche Bedingungen an einer Uni her. Der Durschnitt der Studenten würde nach wenigen Monaten die Flügel strecken.
Ja, sie müssen sich keine Sorgen machen wie sie ihr Studium finanzieren. Entweder weil sie über Stipendien oder ihre Eltern, (die dafür ebenfalls hart arbeiten und damit den Staat und seine „normalen“ Studenten unterstützen) ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt bekommen. Tatsächlich gibt es dort eine ganze Reihe Stipendiaten, nicht umsonst heißt z.B. die WHU Vallendar auch Otto Beisheim Hochschule. Man züchtet sich seinen eigenen Führungsnachwuchs und da will man nicht die reichsten sondern die besten, …

Puh etwas abgeglitten, …

Ach ja, die FHs sind mitnichten leichter als die Unis. Nicht umsonst schneiden einige leichte FHs regelmäßig in allen Rankings besser ab als die renommierten Unis.

Kein Wunder also, dass einige Studenten einen Hals bekommen,
wenn mal wieder von Studiengebühren für sog.
„Langzeitstudenten“ gesprochen wird. Die sind (Ausnahmen
bestätigen die Regel) nämlich nicht zu faul oder zu dumm um
ein Studium in der vorgesehenen Regelstudienzeit erfolgreich
zu beenden, sondern die notwendigen Rahmenbedingungen stimmen
einfach nicht.

Falsch, wenn man mehr als (ich denke es sind) 16 Semster braucht um ein Studium abzuschließen, ist man entweder faul oder schlichtweg ungeeignet für das erfolgreiche studieren an der Uni.

Gruß
Falckus (der glaubt das 70% der Studenten an der Uni nichts verloren haben, da für 95% aller verfügbaren Jobs keine wissenschaftliche Ausbildung benötigt wird. Ach ja, Elitenbildung ist nichts negatives und sollte daher im gleichmacherischen D. wieder gefördert werden)

Hallo Falckus,

ich glaube kaum, dass man objektiv bewerten kann, ob die eine oder andere Uni anspruchsvoller ist. Sicher ist die eine oder andere Prüfung an einer anderen Uni wesentlich leichter zu bestehen. Ich möchte mir nicht anmaßen zu sagen, dass man an einigen Unis sein Diplom vergleichsweise geschenkt bekommt.
Allerdings gibt es, wenn man den Uni-Rankings glauben darf, signifikante Unterschiede was den Ruf der Unis betrifft.
Mag sein, dass ich mit meiner Uni einen „Griff ins Klo“ gemacht habe, aber das kann bzw. möchte ich nun nicht mehr ändern.

Wenn einige FHs in den Rankings besser abschneiden, als manche Unis, dann liegt das wohl eher an der Philosophie des FH-Studiums. Das die Ausbildung an einigen FHs schwieriger als an Universitäten ist, mag ich mal bezweifeln. Schließlich ist es wie ich finde wesentlich einfacher praxisrelevanten Stoff einfach nur zu reproduzieren, als wissenschaftliche Methoden auf einen Einzelfall anzupassen und anzuwenden. FH und Uni haben vollkommen andere Ansprüche an das, was vermittelt werden soll.

Und wenn ich dann etwas von fauler Uni (=faule u. dumme Studenten oder was soll das heißen?) lese dreht sich mir der Magen um.
Schonmal darüber nachgedacht, dass es unterschiedliche Regionen in Deutschland gibt, in denen bestimmte soziale Verhältnisse überwiegen.
Wenn jemand von Papa gesponsert wird oder ein Stipendium erhält ist es klar, dass sich diese Person voll auf das Studium konzentrieren kann. Obwohl ich Heute z.B. lieber gelernt hätte musste ich bis gerade eben arbeiten. Gelernt wird bei mir in der Nacht und von Freizeit ist z.Z. keine Spur. Frag lieber nicht, wann ich zum letzten Mal im Urlaub war.
Es ist wohl klar, dass man sich in einem solchen Fall die Prüfungen aufteilen muss, und nicht das Leistungsspektrum eines ausgeruhten Studierenden (der nicht Arbeiten muss) besitzt. Klar könnte ich alle Prüfungen auf einmal erledigen, allerdings sollen auch vernünftige Noten dabei rausspringen. Mit einem 3er Diplom kann ich nichts anfangen.

Und wenn in einigen Studiengängen die durchschnittliche Studiendauer extrem hoch ist, liegt das nicht selten an zu wenigen potentiellen Prüfern (in meinem Studiengang werden jetzt auf einen Schlag 3-4 Profs pensioniert) und an begrenzten Seminarplätzen, in denen nicht jeder einen Platz bekommen kann.
Ich weiss ja nicht, ob Du Dich schonmal um 18:00 Uhr des Vortages einer Anmeldung (9:00 Morgends) angestellt hast, um einen Platz im heiss begehrten Seminar zu bekommen? Klar das sind einzelne wenige Veranstaltungen, aber wenn man auf diese nicht verzichten kann oder möchte? Schließlich möchte ich mein Studium mit den von mir gewählten Schwerpunkten durchführen und nicht irgendwas machen, um einfach nur schnell fertig zu werden.

Wenn man nicht das Geld oder Glück (welches man außerdem braucht um ein Stipendium zu erhalten) hat und deswegen nicht an einer sehr gut ausgestatteten und gut organisierten Privat-Uni studieren kann hat man halt pech. Man darf sich dann nicht nur mit dem Lernstoff sondern auch noch mit den nicht angemessenen Rahmenbedingungen rumschlagen.

Das viele Studienanfänger nicht für ein Hochschulstudium geeignet sind ist klar. Nicht weil sie zu dumm sind, sondern weil ihnen einfach die Disziplin fehlt. Klar ist auch, dass nicht jeder eine wissenschaftliche Ausbildung braucht.

Von den Kommilitonen, mit denen ich mein Studium begann, sind max. 20% übrig geblieben. Diese werden ihr Studium auch erfolgreich abschliessen, wenn sie es nicht schon abgeschlossen haben. Unter 10 Semestern lag davon allerdings keiner.
Ein weiteres Problem bei uns ist, dass es teilweise Wartezeiten von bis zu einem Jahr gibt, bis man einen Betreuer für eine Diplom-Arbeit bekommt. Die meisten Lehrstühle sind bei uns, vor allem durch Nebenfächler, vollkommen überlastet.

Wie gut, dass ich diesen Mist bald nicht mehr ertragen muss.

MfG
Stephan

Hi Stephan,

Entschuldigungen gibt es immer. Meiner rein subjektiven Meinung nach, würde ich nicht an einer Uni studieren an der die von Dir beschriebenen Zustände herrschen. Hört sich schwer nach Großstadt an. Btw sind die Lebenshaltungskosten in kleineren Städten auch günstiger. Der angenehme Nebeneffekt, daß die Unis leerer sind, die Betreuungsquote besser ist ohne das die Qualität der Lehre leidet wird doch mal gerne mitgenommen.

UNd noch etwas. Es gibt auch staatliche Beihilfen, wenn man als Student nun gar nichts zu beißen hat. Und Jobs die relativ anständig bezahlt werden findet man als BWL Student auch. Da muß man keine 20 Tage im Monat arbeiten, um sich sein Studium zu finanzieren.

Ach ja, faul ist m. M. nach mitnichten = dumm!
UNd Glück ist relativ. Gerade bei Stipendien kann man sein Glück zu einem Großteil durch Fleiß und Hartnäckigkeit erzwingen. Sogar mein Bruder hat eins bekommen um ein Auslandsemester in Genf zu studieren. Das dieses Geld für die Schweiz nicht ausreicht wenn man im Winter eine Saisonkarte für Val d´Isere braucht und im Sommer einen Segelschein macht versteht sich von selbst. Aber jeder nutzt die Zeit und das Geld das er hat anders.

So long und weiterhin viel Glück für´s Examen,
Falckus

P.S. Bitte das alles nicht mißverstehen, die Lage für Studenten ohne eigenes Geld ist sicherlich nicht einfach, aber mit ein wenig Einfallsreichtum findet man Wege die über das ewige deutsche Jammern und rufen nach Vater Sozialstaat hinausgehen.