Wechselkurse!?

Hallo!

Irgendwie stolpere ich häufig über Probleme, wenn von Wechselkursen die Rede ist - in letzter Zeit hört man ja bspw. häufig, dass China seinen Wechselkurs an den des Dollars koppelt, um seine Währung künstlich niedrig zu halten. Ausserdem würden dazu mit Reserven Dollars aufgekauft.

Kann mir die Zusammenhänge (insb. kopplung vom WK, und warum man seinen WK überhaupt niedrig halten will) jemand erklären?

Danke für die Hilfe!

Hallo,

Ein niedriger Wechselkurs unterstützt die eigenen Exporte. Je stärker die eigene Währung, desto mehr müssen Kunden im Ausland für das Produkt zahlen. Z.B. man verkauft um € 100 etwas in die USA, dafür muss der Ami dann $ 150 zahlen. Gewinnt der Euro an Wert, muss der Ami plötzlich $ 160 zahlen, der Europäer bekommt trotzdem nur seine € 100. Für den Exporteur ist das ein Wettbewerbsnachteil.

Steuern kann die Notenbank des Landes die Währung v.a. über die Zinspolitik. Ob man aber die eigene Währung an eine andere 1:1 koppeln kann, weiß ich nicht. Der Sinn für China ist, dass man das Währungsrisiko ausschließen kann, also Nachteile auf Grund schwankender Kurse.

Hallo,

Ob man aber die eigene Währung an eine andere
1:1 koppeln kann, weiß ich nicht.

natürlich. Das Europäische Währungssystem war im Prinzip nichts anderes und an den ECU seinerzeit und den Euro heute haben sich auch viele Länder mit ihren Währungen angehängt.

Die Frage ist halt, wie weit man bei der Koppelung geht. Beim EWS gab es Spannen, innerhalb derer die Wechselkurse schwanken durften, bevor entweder Ab- bzw. Aufwertungen stattfanden bzw. die Zentralbanken eingriffen. Das ganze war also prinzipiell noch marktwirtschaftlich organisiert.

Staaten mit Zentralwirtschaft geben den Wechselkurs bzw. die Wechselkurse (d.h. verschiedene Wechselkurse für verschiedene Zwecke bzw. Waren und Dienstleistungen; zuletzt in Venezuela: http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/…) schlicht vor, was dann in der Regel bei „zu teuren“ Währungen zu Schwarzmarkt führt, auf dem die Währungen zu angemessenen Kursen gehandelt werden. Im Falle Chinas ist es so, daß der Renmimbi unterbewertet ist, d.h. auf einem etwaigen Schwarzmarkt wäre der ein US-Dollar für weniger Yuan zu haben als zu den offiziellen Kursen. Daher gibt es natürlich keinen Schwarzmarkt für USD in China – eher noch einen für den Renmimbi in den USA, wo man für einen Yuan dann mehr bezahlen müßte als zu den offiziellen Kursen. Da der Renmimbi nicht ausgeführt werden darf, will der aber nicht so recht in Schwung kommen.

Mehr gibts dann hier zu lesen:
http://www.bundesbank.de/statistik/statistik_veroeff…

Gruß
Christian

Hi!

Erstmal Danke für eure Antworten - das hat meinem Verständnis schonmal viel weitergeholfen.

Nur klingt es jetzt so, als sei der Zustand eines niedrigen Wechselkurses irgendwie gut / erstrebenswert -> welche Nachteile hat denn dieser dann?

Danke nochmal für eure Hilfe!

Na lese dir doch noch einmal mein vorheriges Beispiel durch. Der Ami musste durch den schwachen Dollar statt $ 150 plötzlich $ 160 zahlen, der Import von Waren wird bei einer schwachen Währung also teurer.

Die eigene Währung abzuwerten ist für Staaten ein kurzfristiger Turbo, den v.a. Italien und Frankreich früher gerne gezündet haben. Doch dieser Effekt führt langfristig auch zu einer Abwertung der Währung (Inflation), wodurch das alles wieder zunichte gemacht wird. Eine harte, starke Währung zeugt dagegen von Stabilität.

Alles klar, besten Dank für deine Mühe!