Wechselkurse - Inflation

Hi zusammen
kann mir jemand plausibel erklären, wie die Währung/Wechselkurs eines Landes mit der Inflation im Zusammenhang steht?
Die Folgen einer Währungsab- oder aufwertung durchschaue ich noch, aber wenn im Land A Inflation einsetzt, wie sind die Auswirkungen auf dessen Währung und was sind die Konsequenzen für Land B, mit dem enge Handelsbeziehungen bestehen? (Voraussetzung: flexible Wechselkurse)

Ich hoffe, jemand kann das verständlich beschreiben, so dass ich mit dem letzten Kapitel des VWL Buches nicht noch in Konflikt komme :smile:.

greets Greg

Hallo Grege!

wenn im Land A Inflation einsetzt, wie sind die
Auswirkungen auf dessen Währung und was sind die Konsequenzen
für Land B, mit dem enge Handelsbeziehungen bestehen?
(Voraussetzung: flexible Wechselkurse)

Ok. Ich bin zwar kein ausgewiesener VWL-Experte aber ich versuche mich mal:

Wenn in Land A Inflation einsetzt (warum auch immer) bedeutet dies, dass ich für mein Geld weniger Waren bekomme. Mit anderen Worten, ich muss mehr Geld für Waren ausgeben. Deshalb ist die Währung von Land A nun „weniger wert“ (z.B. Vorher: $100 für Ware X, Jetzt: $110 für Ware X). Im Verhältnis zu Land B ist die Währung von Land A nun ebenfalls weniger wert (z.B. Land A: $110 für Ware X, Land B: €100 für Ware X, Wechselkurs zuvor: 1 zu 1 und jetzt: 1 zu 1,1). Dies bedeutet für Land B, dass die Waren von Land B in Land A teuer werden und weniger nachgefragt werden.

So müsste es sein! *megaschwitz* Für mich klingt die Antwort richtig, aber unterschreiben würde ich sie nicht ;o)

Gruß Christian

P.S. Wenn jetzt die Waren für Land A aus Land B zu teuer werden, werden wieder Leute in Land B entlassen. Wie geht der Kreislauf weiter? Kann mir das mal jemand erklären?

Auch hallo.

Die Auswirkungen der Währungsherabsetzung in Land A hängt vom Blickwinkel ab:

  • wer dadurch deutliche Lohn- und Gehaltssteigungen erfährt, wird sein Geld auch verstärkt ausgeben. Ist ja auch logisch, wer will schon umsonst arbeiten gehen und sehen, dass sein Lohn in nichts auflöst (sprich: eine geringere Kaufkraft bekommt) ?
  • mit der dann steigenden Nachfrage nach Produkten steigen auch die Preise in Land A
  • ein Investor in Land B erhält entsprechend mehr Währung A für sein Geld. Wie hoch dessen Kaufkraft in A ist, hängt von den Preisen zum Zeitpunkt des Geldausgebens ab

Dies bedeutet
für Land B, dass die Waren von Land B in Land A teuer werden
und weniger nachgefragt werden.

  • stimmt zwar, hängt aber auch vom finanziellen Vermögen des potentiellen Kaufinteressenten aus Land A ab. Immerhin muss Interessent A mehr Geld hinlegen für Währung B…

P.S. Wenn jetzt die Waren für Land A aus Land B zu teuer
werden, werden wieder Leute in Land B entlassen. Wie geht der
Kreislauf weiter? Kann mir das mal jemand erklären?

Das Beispiel Italiens aus den 70er Jahren zeigt, dass ein Land durch eine Inflation versuchen kann, Vorteile gegenüber seinen wirtschaftlichen Konkurrenten zu bekommen. Dazu müssen aber die Rahmenbedingungen auch stimmen (Stichwort Stagflation: Inflation & Steigen der Arbeitslosenzahlen). Allerdings wird man in Land B versuchen die Produkte billiger an den Mann zu bringen um rentabel zu bleiben. Sinnigerweise gibt es u.U. in Land B dann den Kreislauf geringere Preise -> geringere Gewinne -> geringere Löhne -> geringerer Konsum -> geringere Kaufkraft -> geringere Preise… Dazu kommt, dass die Konsumenten in B auf sinkende Preise spekulieren und ihre Investionen auf später verschieben. Die Freisetzung von Arbeitskräften nicht zu vergessen, wodurch die Kaufkraft von Volk B noch weiter sinkt… Irgendwann knallt’s zwischen beiden Ländern oder das eine Land passt die Stärke seiner Währung der des anderen an.

HTH
mfg M.L.

Hallo Markus!

Ich habe deine Antwort jetzt zweimal gelesen, aber ich verstehe nicht alles.

:smiley:ie Auswirkungen der Währungsherabsetzung in Land A hängt vom
:Blickwinkel ab:

Währungsherabsetzung = Inflation? Die Frage startete bei Inflation.

:- wer dadurch deutliche Lohn- und Gehaltssteigungen erfährt,
:wird sein Geld auch verstärkt ausgeben. Ist ja auch logisch,
:wer will schon umsonst arbeiten gehen und sehen, dass sein
:Lohn in nichts auflöst (sprich: eine geringere Kaufkraft
:bekommt) ?

Wie passt das jetzt mit Inflation zusammen? Inflation bedeutet eine Schwächung der Kaufkraft bzw. eine Steigerung des Preisindex und was haben dann die Lohn- und Gehaltssteigerungen damit zu tun. Was hat das mit Land B zutun?

:- mit der dann steigenden Nachfrage nach Produkten steigen
:auch die Preise in Land A

Eine Infaltion muss nicht nur Nachfrage getrieben sein (z.B. Angebotsinfaltion, importierte Infaltion, usw.). Aber die Kernaussage ist die gleiche wie meine, die Preise steigen und ab hier beginnt erst die Fragestellung.

:- ein Investor in Land B erhält entsprechend mehr Währung A
:für sein Geld. Wie hoch dessen Kaufkraft in A ist, hängt von
:den Preisen zum Zeitpunkt des Geldausgebens ab

ja und was hat dies jetzt damit zutun?

::smiley:ies bedeutet
::für Land B, dass die Waren von Land B in Land A teuer werden
::und weniger nachgefragt werden.
:- stimmt zwar, hängt aber auch vom finanziellen Vermögen des
:stuck_out_tongue:otentiellen Kaufinteressenten aus Land A ab. Immerhin muss
:Interessent A mehr Geld hinlegen für Währung B…

Ändert ja nichts an der Aussage, dass die Waren teurer werden.

::stuck_out_tongue:.S. Wenn jetzt die Waren für Land A aus Land B zu teuer
::werden, werden wieder Leute in Land B entlassen. Wie geht der
::Kreislauf weiter? Kann mir das mal jemand erklären?
:smiley:as Beispiel Italiens aus den 70er Jahren zeigt, dass ein Land
:durch eine Inflation versuchen kann, Vorteile gegenüber seinen
:wirtschaftlichen Konkurrenten zu bekommen. Dazu müssen aber
:die Rahmenbedingungen auch stimmen (Stichwort Stagflation:
:Inflation & Steigen der Arbeitslosenzahlen). Allerdings wird
:man in Land B versuchen die Produkte billiger an den Mann zu
:bringen um rentabel zu bleiben. Sinnigerweise gibt es u.U. in
:Land B dann den Kreislauf geringere Preise -> geringere
:Gewinne -> geringere Löhne -> geringerer Konsum ->
:geringere Kaufkraft -> geringere Preise… Dazu kommt,
:dass die Konsumenten in B auf sinkende Preise spekulieren und
:ihre Investionen auf später verschieben. Die Freisetzung von
:Arbeitskräften nicht zu vergessen, wodurch die Kaufkraft von
:Volk B noch weiter sinkt… Irgendwann knallt’s zwischen
:beiden Ländern oder das eine Land passt die Stärke seiner
:Währung der des anderen an.

Ob es kanllt weiss ich nicht, wird es sich nicht eher wieder selbst in Gleichgewicht bringen, bis die Preise wieder auf gleichem Niveau in Land A und B sind.

Gruß Christian

Hi,

kann mir jemand plausibel erklären, wie die
Währung/Wechselkurs eines Landes mit der Inflation im
Zusammenhang steht?

der Weg über die Gütermärkte wurde ja schon skizziert (ich habs nur überflogen, kann also nicht sagen, obs richtig war), kurzfristig entscheidend sind aber die Geldmärkte. Wenn die Währung an Wert erliert bzw. das absehbar ist, sieht Geld zu, daß es Land gewinnt. D.h. wer einheimisches Geld mit sich herumträgt bzw. auf dem Konto hat, wird dieses Geld in eine sichere Währung umtauschen.

Das wiederum heißt, daß das Angebot bei der einheimischen Währung steigt und die Nachfrage sinkt–>fallender Preis fürs Geld, also fallende Kurse.

Die nächste Phase ist dann, daß niemand mehr das einheimische Geld annehmen will bzw. nur dann, wenn er soviel einheimisches Geld für die Ware, Dienstleistung etc. bekommt, daß sich die Sache noch rechnet–>steigende Preise. D.h. die Inflation wird weiter angeheizt. (Für Feldversuche gut geeignet: Südamerika, Südosteuropa.)

Die Gütermärkte reagieren erst später und wie, wurde ja (hoffentlich) schon erklärt.

Gruß,
Christian

puh, das waren nun einige Informationen. Aber damit habt ihr mir gut weiter geholfen.
Aber daraus kann man sicher ein Fazit ziehen: DAS Wirtschaftsmodell oder DIE Theorie gibt es nicht. Denn wenn es so wäre, hätte kein Staat ein Währungs- oder Arbeitslosenproblem, überall bestünde ein komfortables Wirtschaftswachstum etc.

Die VWL ist schliesslich spannend und interessant.

Gut’ Nacht und Danke für die Überlegungen

Greg

Hallo nochmal.

Tja, das mit Geld ist so eine Sache: in einer Inflation wird Geld, da reichlich vorhanden, immer wertloser. Und von etwas Wertlosem trennt man sich eher, als von etwas Wertvollem, man nehme Bilder eines berühmten Malers als Beispiel im Ggs. zu einer Feld Wald und Wiesen Zeichnug.
Wenn jetzt als Beispiel eine Inflation wie in Deutschland nach dem 1. Weltkrieg herrscht, passiert (als Kreislauf zu sehen) folgendes: der Einzelne investiert mehr seines (erstrittenen)(*) Mehreinkommens in Nachfrage nach Gütern -> Steigerung der Nachfrage -> (Erhöhung der Produktion) -> Steigung der Preise -> mehr Gewinne für die Unternehmen -> mehr Lohnforderungen -> mehr Kaufkraft -> mehr Nachfrage nach Gütern… Merkt man ja im normalenm Leben, wenn eine ordentliche Gehaltserhöhung auf dem Konto eintrifft: man tendiert dazu, das mehr an Geld auszugeben, da man auch auf grösserem Fuss leben kann. Dazu kommt, dass in einer Inflation Sachwerte/stabile Währungen die sicherste Geldanlage sind. Allerdings ist der Reichtum auf dieser Erde begrenzt, von daher hat eine Inflation irgendwann ein natürliches Ende :wink:

(*)man merkt, dass die bei der Geldverdienerei zu kurz Gekommenen ein Problem haben werden die Preise für Güter zu bezahlen…

HTH
mfg M.L.

***Werbung***
http://www.boersenlexikon.de/inflatio.htm
http://www.boersenlexikon.de/deflatio.htm
http://de.news.yahoo.com/050121/12/4dtrj.html -> Gesundheit

Hallo nochmals.

Wenn jetzt als Beispiel eine Inflation wie in Deutschland nach
dem 1. Weltkrieg herrscht, passiert (als Kreislauf zu sehen)
folgendes: der Einzelne investiert mehr seines
(erstrittenen)(*) Mehreinkommens in Nachfrage nach Gütern
-> Steigerung der Nachfrage -> (Erhöhung der Produktion)
-> Steigung der Preise -> mehr Gewinne für die
Unternehmen -> mehr Lohnforderungen -> mehr Kaufkraft
-> mehr Nachfrage nach Gütern…

Die Nachfrage soll jetzt die alleinige Schuld an der Hyperinflation haben? Ich habe etwas anderes über die Ursachen gelernt: Reparaturzahlungen, Finanzierung des 1. Weltkrieges, Bösencrash in den USA und weltweite Rezession.

Spielte sich das Ganze nicht eher so ab: Also das Problem lag in der Finanzierung des Krieges, durch Staatsanleihen, welche ein deutscher Sieg und durch Reparaturzahlungen von Frankreich & Co rückfinaziert werden sollten. Leider endete der Krieg anders und die Folge war eine „riesige“ Geldmenge und nur eine bestimmtes Warenangebot.

Eine Anpassung von Löhnen und Preisen fand aber nicht statt, da die junge Republik dies aus Gründen des sozialen Friedens mittels neuen Krediten und der Ausgabe von frisch gedrucktem Geld verhindert hatte.

Dann kam es zum Börsencrash und die ausländischen Investoren (besonders die USA) zogen Ihr Geld aus Deutschland ab. Folglich konnte Deutschland nun nichtmehr den Reparaturzahlungen nachkommen, was zur Besetzung des Ruhrgebietes führte. Der Gegenstreik wurde wiederum finanziel unterstützt, bis das ganze System in einer Hyperinfaltion endete.

Kurz und knapp: Es wurde einfach zuviel Geld gedruckt! Eine Mehrnachfrage war nicht der Fall, eher ein katastrophale Geld- und Wirtschaftspolitik.

Allerdings ist der Reichtum auf dieser Erde
begrenzt, von daher hat eine Inflation irgendwann ein
natürliches Ende :wink:

Reichtum ist begrenzt? Echt? Wo ist das Ende des Wirtschaftswachstums?Wenn Du dies begründen kannst, bekommst Du einen Nobelpreis!

Gruß Christian

Guten Morgen :wink:

Erstmal ein Link: http://www.gonschior.de/weimar/Deutschland/ & http://www.gonschior.de/weimar/Deutschland/1921-23.html
Ich will gleich mal klarstellen, dass eine steigende Nachfrage nach einem Produkt eine Preiserhöhung desselben nach sich zieht. WER das Produkt nachfragt ist vollkommen unwichtig. Speziell das Ausland muss bei Devisen vorsichtig sein, das diese nicht einfach so wertlos werden. Alleine deswegen wird man Devisen in Nachfrage nach Gütern investieren wollen…
Aber jetzt speziell zwischen 1918 und 1923 hatte Deutschland Reparationsleistungen zu zahlen, die die Wirtschaft alleine nie geschafft hätte. Unter anderem deshalb wurde die Notenpresse angeworfen. Die einfachen Arbeiter dagegen forderten nur einen ‚Inflationsausgleich‘. Was das Stichwort katastrophale Finanz- und Wirtschaftspolitik angeht, gebe ich Dir allerdings recht.
Und was den begrenzten Reichtum angeht: spätestens, wenn ALLES Materielle zu Geld gemacht worden ist („Liebling, schon drei Hunderter zum Frühstück gespeist ?“), ist endgültig Schluss. Reine Physik und Logik…

HTH
mfg M.L.

Speziell das Ausland muss bei Devisen vorsichtig sein, das diese nicht einfach so wertlos werden. Alleine deswegen wird man Devisen in Nachfrage nach Gütern investieren wollen

–> Häh?

Und was den begrenzten Reichtum angeht: spätestens, wenn ALLES
Materielle zu Geld gemacht worden ist („Liebling, schon drei
Hunderter zum Frühstück gespeist ?“), ist endgültig Schluss.
Reine Physik und Logik…

Irgendwie hab ich beim VWL-Studium nicht aufgepasst oder du bringst neue revolutionäre Informationen!

Ich bitte um Klärung.
Gruß
JCK

N’Abend…

Die Nacht scheint der Phantasie abträglich zu sein:
Devisen sind doch ausländisches Geld, welches im eigenen Land als Tauschmittel gegen Waren nicht akzeptiert sind (im Ursprungsland schon). Wenn jetzt ein Land hingeht und seine Währung für ungültig erklärt haben wir (bzw. die Bank in der das bedruckte Geld lagert) ein kleines Problem. Zu deutsch, jede Menge Papierschnitzel im Keller, die ihrer Ursprungsfunktion zugeführt werden :smiley:

Und was ist an meiner Aussage „revolutionär“ ? Aus z.B. 100 kg Eisen kann ich nicht mehr herstellen, was in Summe mehr als 100 kg Eisen beansprucht. Ausserdem habe ich von der Beschränktheit der Geldmenge und nicht des Wirtschaftswachstums geredet…

Endgültig gute Nacht
mfg M.L.

Ich gehe jetzt nicht darauf weiter ein, bis auf dies hier :„Beschränktheit der Geldmenge“

Merke: Ein wachsendes Produktionsniveau impliziert ein wachsendes Transaktionsniveau. Die reale Geldnachfrage nimmt deshalb stetig zu.
Sie wird mit entspr. Wachstum der Geldmenge befriedigt.

Es soll ja auch Güter geben, die nicht auf Rohstoffen basieren.

Hallo.

Merke: Ein wachsendes Produktionsniveau impliziert ein
wachsendes Transaktionsniveau. Die reale Geldnachfrage nimmt
deshalb stetig zu.
Sie wird mit entspr. Wachstum der Geldmenge befriedigt.
Es soll ja auch Güter geben, die nicht auf Rohstoffen
basieren.

Was zwar stimmt, aber speziell was Geld im Computer („Zukunfsmusik“) angeht, kann diese Menge auch künstlich begrenzt bleiben. Und wenn mir als Hersteller von Waren die Kunden mangels Geld oder Marktsättigung ausbleiben, kann ich soviel produzieren wie ich will. Mit dem Verkauf meiner Waren hapert’s gerade eben ein bisschen…

mfg M.L.

hallo Christian

Ok. Ich
versuche mich mal:

Wenn in Land A Inflation einsetzt (warum auch immer) bedeutet
dies, dass ich für mein Geld weniger Waren bekomme. Mit
anderen Worten, ich muss mehr Geld für Waren ausgeben. Deshalb
ist die Währung von Land A nun „weniger wert“ (z.B. Vorher:
$100 für Ware X, Jetzt: $110 für Ware X). Im Verhältnis zu
Land B ist die Währung von Land A nun ebenfalls weniger wert
(z.B. Land A: $110 für Ware X, Land B: €100 für Ware X,
Wechselkurs zuvor: 1 zu 1 und jetzt: 1 zu 1,1). Dies bedeutet
für Land B, dass die Waren von Land B in Land A teuer werden
und weniger nachgefragt werden.

So müsste es sein! *megaschwitz* Für mich klingt die Antwort
richtig, aber unterschreiben würde ich sie nicht ;o)

Das stimmt schon so!

P.S. Wenn jetzt die Waren für Land A aus Land B zu teuer
werden, werden wieder Leute in Land B entlassen. Wie geht der
Kreislauf weiter? Kann mir das mal jemand erklären?

Ich nenne A-Land jetzt „I“ für importierendes Land und B-Land wird zu „E“ für exportieredes Land.

Grundsätzlich führt eine höhere Inflation in I (egal ob Importeur oder nicht) zu einer Abwertung von I-Währung gegenüber E-Währung.

Zurück zu Deiner Frage: Eine Verteuerung der E-Waren in I führt natürlich zu einem Rückgang der Nachfrage von E-Waren in I.

Möglichkeiten:

  1. Die E-Waren verbleiben in E. Es kommt zu einem Überangebot falls die Nachfrage in E konstant ist. Ein Überangebot führt zu Preissenkung des Produkts. Die E-Länder erhalten mehr Ware für ihr Geld.

  2. Um Marktanteile in I zu erhalten senken die E-Länder die Preise. Daraus folgen sinkende Gewinne für E
    (insbesondere da sie dann noch weniger E-Währung bekommen wegen des schlechteren Devisenkurses). Ausserdem braucht I weniger E-Währung um die Produkte zu bezahlen. Die Nachfrage nach E-Währung wird somit möglicherweise geringer als vor der Inflation und der Abwertungsdruck wird etwas zurückgenommen.

  3. Um die sinkenden Gewinne zu kompensieren KÖNNTEN in E Arbeiter entlassen werden. Aus der Arbeitsmarktsituation lassen sich allerdings wenig Rückschlüsse auf die Devisenkurse sagen. Immerhin bewirken Entlassungen in E, dass die geamte Nachfrage in E sinkt und damit tritt ein DEFLATORISCHER DRUCK auf. zu Deutsch: die Preise in E-Land sinken, die E-Länder erhalten mehr Ware für ihr Geld. Dies ist von E-Land keineswegs erwünscht da die gesunkene Nachfrage das Wirtschaftswachstum dämpft.

Insgesamt wünschen Länder die Handelspartner sind für sich zueinander stabile Währungs- und Inflationsverhältnisse. Dies ist letztlich DER ökonomische Grund für die Währungsunion der EU mit dem Euro. Dieser gemeinsame Währungsraum bringt allen Teilnehmerländern den Vorteil von wirtschatlicher Planbarkeit: Keine überraschenden Ab- oder Aufwertungen. Somit keine überraschenden Nachfragerükgänge. Somit kann die oben beschriebene Situation zumindest nicht aus den unvorhersehbarebn Wechselkursschwankungen entstehen. Das bedeutet ein grosses Risiko weniger.

hoffend Dir gedient zu haben stehe ich für Nachfragen gerne zur Verfügung,

Udo

Hallo Christian

Mir gefällt Deine direkte Art zuzugeben wenn Dir etwas unklar ist. Ausserdem klingen mir die Antwroten von M Lahr (nix für ungut) zu sehr nach Küchenöokonmie.

Drum will ich mal versuchen die Dinge auf den Punkt zu bringen:

Inflation: Bezeichnet den Umstand, dass man für 1 Einheit (z.B. €) heute weniger erhält als früher.

Deflation ist das genaue Gegenteil. Sie tritt sehr selten auf und ist noch unerwünschter als Inflation.

Preisniveaustabilität(PNS): Sie bedeutet, dass man für 1 € heute genausoviel erhält wie früher.
Manche Ökonomen akzeptieren Preissteigerungen von bis 5 Prozent pro Jahr noch als PNS. Bei der guten alten DM hatte gab es eine durchschnittliche Preissteigerung von rund 3 Prozent pro Jahr, was als PNS akzeptiert wurde. Die Europäische ZentralBank (EZB)nennt Preissteigerung von weniger als 2 Prozent pro Jahr PNS und ist damit sowohl ehrgeizig als auch streng mit sich selbst.

Ursachen von Inflation:

Grundsätzlich: Die Nachfrage wird relativ zum Angebot stärker.
Varianten:
Nachfrage sinkt, Angebot sinkt stärker = Inflation;
Nachfrage konstant, Angebot sinkt = Inflation;
Nachfrage steigt, Angebot steigt schwächer oder bleibt gleich oder sinkt = Inflation

Ursachen von Inflation

  1. Eine Notenbank oder Regierung „druckt“ zusätzliches Geld (es muss nicht wirklich gedruckt werden, in solchen Fällen gewährt die Notenbank dem Staat in hohem Umfang Kredite zu niedrigen Zinsen die die privaten Banken nicht geben würden).

Mögliche Gründe:

  • Um Wahlen zu gewinnen versucht eine Regierung viel Geld in die Wirtschaft zu bekommen. Dies ist im Effekt kurzfristig wirksam aber mittelfristig schädlich wegen Inflation.

  • Eine Regierung muss Schulden an das Ausland oder internationale Geldgeber zurückzahlen und kann der Verpflichtung nur durch „Gelddrucken“ nachkommen. So geschehen in Deutschland nach dem ersten Weltkrieg. Der Effekt war so verheerend für ALLE BEteiligten dass nach dem zweiten Weltkrieg auf Reparationen in solchen Dimensionen verzichtet wurde.

2.Ursache: Eine Knappheit an Rohstoffen reduziert die Produktion = Angebot

3.Ursache: Ein wichtiger Rohstoff wie Erdöl der importiert werden muss oder Energie im allgemeinen wird teuerer. Dies verteuert die Produktion. Die Unternehmen geben diese höheren Produktionskosten über erhöhte Preise an die Nachfrger weiter. = Preissteigerung.

Warum schadet Inflation wo doch die Löhne entsprechend der Inflation angepasst werden könnten?

  1. Üblicherweise finden Lohnrunden alle 2 - 3 Jahre statt. Überraschende Inflation wird die Frequenz der Lohnrunden erhöhen. Blöd daran: Die Unternehmen müssen ihre gesamten Gewinne und Kosten neu planen und haben damit zusätzlichen Mehraufwand. Auch die Lohnbezieher müssen ihre real gesunkenen Einkommen neu überdenken und werden ihren Konsum vor der Lohnerhöhung zurückfahren. Damit werden Schwankungen der Nachfrage geschaffen. Solche Unsicherheiten sind der wirtschaftslage abträglich.

  2. Alle oder fast alle Preislisten müssen angepasst werden wie z.B. die Speisekarte im Restaurant. Ökonomen sprechen daher von „Menu-costs“ der Inflation.(engl. „Menu“ = Speisekarte)

Es treten noch weitere nachteilige Effekte auf die ich jetzt mal unterschlagen will.

Inflation und Wechselkurse:

Steigt die Inflation in Land A so wird dessen Währung gegenüber Land B (mit PNS oder konstanter Inflation) abgewertet. Die Produkte des Landes A können jetzt in B billiger angeboten werden und Land A hat davon einen Vorteil. Daher haben in der Vergangenheit manche Länder absichtlich eine gezielte Inflation erzeugt und tun es heute noch wie z.B. China. Dieses Verhalten nennen Ökonomen „Beggar my Neighbour Policy“. Dies hat für das Land B natürlich schädliche Nachteile wie sinkende Gewinne, Abfluss von Lapital nach Land A, eventuell erhöhte Arbeitslosenzahlen, sinkendes Wirtschaftswachstum und BSP,…

Es ist möglich und vorgekommen, dass 2 Länder sich gegenseitig in eine Infaltionsspirale gedrängt haben weil sie sich mit Inflation gegenseitig überbieten wollten.

Gruss, Udo

Hallo Udo!

hoffend Dir gedient zu haben stehe ich für Nachfragen gerne
zur Verfügung,

Die Antwort war klar und verständlich! Keine weiteren Fragen! ;o)

Gruß Christian

Hallo Udo!

Auch dies war leicht Verständlich!

Mir gefällt Deine direkte Art zuzugeben wenn Dir etwas unklar
ist.

Es gibt eine einfach Regel: Wenn man zu einem Thema nicht sicher die Antwort weiss, schreibt man hin dass man es nicht sicher weiss oder wenn man garnix dazu weiss schreibt man einfach garnix hin.

Ausserdem klingen mir die Antwroten von M Lahr (nix für
ungut) zu sehr nach Küchenöokonmie.

Ich sag dazu nur: Eine Antwort wird nicht besser je komplizierter sie geschrieben ist. Oder wird versucht Unwissen (bzw. Unsicherheit) in einer möglichst komplzierten Antwort zupacken, um diese damit zu verschleiern.

Drum will ich mal versuchen die Dinge auf den Punkt zu
bringen:

Ist Dir gelungen!

Byebye Christian