Wechselspannungs-Relais-Schutz

Hallo,
bei einem älteren Flipperautomat kann es schon mal vorkommen, daß die Kugel so ungünstig liegenbleibt, daß ein Kontakt längere Zeit geschlossen bleibt und dadurch ein Relais ebenso lange betätigt wird. Leider sind die alten Relais nicht dafür ausgelegt, permanent betätigt zu werden und verschmoren dann. Deshalb suche ich eine Schaltung / ein IC / eine Idee, um das Relais nur für eine kurze Zeit anziehen zu lassen und danach abzuschalten. Das Problem besteht zum einen darin, daß es sich um Wechselspannung handelt (etwa 25V), zum anderen das Relais aber nicht zu sehr verzögert reagieren darf. Und zum dritten sollte die Maßnahme nicht zu aufwendig sein, da nicht zu viel im Gerät geändert werden bzw. die Maßnahme ohne ‚Reste‘ wieder zu beseitigen sein soll.

Hat jemand eine Idee?

Gruß
Axel

P.S.: es handelt sich um ein derartiges Gerät: http://ipdb.org/showpic.pl?id=2702&depth=0&picno=8788

NTC davor
tut genau das was du möchtest. Dazu vielleicht noch eine Anmerkung: falls es sich wirklich um Wechselspannungs-Relais handelt (ohne Gleichrichter + C IM Relay) wird dieses bei Ansprechen des NTC beginnen zu brummen.

Hallo Ulf,

danke für Deine Antwort. Leider wird das so nicht klappen, da das Relais beim nächsten, evt. schnell folgenden Anziehen wieder volle Kraft braucht und der NTC dafür einfach zu träge wäre. Es würde wohl auch Probleme bei mehreren Vorgängen in kurzem Abstand geben. Ich denke daher eher an eine Art nichtretriggerbares AC-Monoflop. Oder einen ‚Torwächter‘, der das Relais nur eine bestimmte Maximalzeit eingeschaltet lässt und diese Maximalzeit jedesmal nach dem abschalten des auslösenden kontaktes zurücksetzt. Vielleicht gibt es sowas irgendwo als fertiges IC?

Btw., meintest Du nicht eher einen PTC? Der mit steigender Temperatur dann einen höheren Widerstand bekommt?

Gruß
Axel

Hallo,

danke für Deine Antwort. Leider wird das so nicht klappen, da
das Relais beim nächsten, evt. schnell folgenden Anziehen
wieder volle Kraft braucht und der NTC dafür einfach zu träge
wäre.

Ich glaube, es ist eher ein PTC (pos.Temp.Coeff.=Kaltleiter)
sinnvoll . Der muß so ausgesucht werden, daß die Sprungtemp.
unter der Zerstörungstemp. der Relaisspule liegt.
(z.B. 90°C). Der PTC sollte dann natürlich thermisch an
die Relaisspule gekoppelt werden.

Es geht prinzipiell auch ein Polyswitch, der in der
Zuleitung das Relais liegt und bei Dauerbetrieb anspricht
(Polyswitch ist auch nur PTC mit Sprungtemp. um 160°C).
Da dieser eine recht hohe Sprungtemp. hat ist die thermische
Kopplung nicht zweckmäßig -> Auslösen nur bei Dauerbetrieb
durch Eigenerwärmung.
Wenn das Ding zu schnell anspricht, kann man es mit einem
kleinen angeklebten Kühlblech träger machen.

Andere Möglichkeit wäre eine rückstellbare Thermosicherung,
(mit Bimetall, z.B. für 80…90°C) die ebenfalls thermisch
an die Spule gekoppelt werden muß.
Falls die therm. Kopplung nicht sehr gut ist, eine
niedrigere Ansprechtemp. wählen.

Hersteller: z.B. MICROTHERM

Es würde wohl auch Probleme bei mehreren Vorgängen in
kurzem Abstand geben. Ich denke daher eher an eine Art
nichtretriggerbares AC-Monoflop. Oder einen ‚Torwächter‘, der
das Relais nur eine bestimmte Maximalzeit eingeschaltet lässt
und diese Maximalzeit jedesmal nach dem abschalten des
auslösenden kontaktes zurücksetzt. Vielleicht gibt es sowas
irgendwo als fertiges IC?

Wenn es unbedingt was elektonisches sein soll, dann geht
auch folgendes:
-> Spannung gleichrichten
-> Vor das Relais ein R-C-Glied

Btw., meintest Du nicht eher einen PTC? Der mit steigender
Temperatur dann einen höheren Widerstand bekommt?

genau!

Gruß Uwi

sorry PTC WÄRE richtig - anderer Vorschlag:
in dem von dir beschriebenen Fall tut es ein Glied mit folgendem Aufbau:
eine Gretzbrücke vor alles (Relais erhält nun Gleichstrom!), auf der Gleichstromseite ein Elko und ein Widerstand zueinander parallel und gemeinsam in Reihe zum Relais.
Elko und Relais bilden dann diejenige Zeitkonstante, die das Relais zum Anzug braucht (ein paar Millisekunden). Der Widerstand begrenzt den Strom auf den Haltestrom (ausprobieren!) und bildet m.d. Elko ein Zeitglied, das die Erholzeit bestimmt.

Hallo Ulf,
danke für den Vorschlag. Das werde ich mal probieren.

Gruß
Axel

Hallo,

danke für den Vorschlag. Das werde ich mal probieren.

an die Variante hatte ich auch gedacht
(-> RC-Glied + Gleichrichter natürlich).

Ich denke aber,daß diese Variante nicht wirklich so gut ist. Um eine ausreichende Strombegrenzung zu erreichen, muß der
Widerstand groß genug sein. Dann dauert das das Aufladen
des Elkos aber etwas Zeit.
Wenn das Flipperrelais mehrmals kurz hintereinander
angetriggert wird, entlädt sich der Elko zwar schnell,
wird aber langsamer wieder aufgeladen. So kann es passieren,
daß beim widerholten Flippern des Relais nicht mehr sauber
anspricht.

Deshalb sind andere Varianten, die wesentlich träger sind
IMHO besser geeignet. Es soll ja nur die thermische
Zerstörung des Relais wegen Dauerstrom verhindert werden,
oder?
Gruß Uwi

Hallo Uwi,

Wenn das Flipperrelais mehrmals kurz hintereinander
angetriggert wird, entlädt sich der Elko zwar schnell,
wird aber langsamer wieder aufgeladen. So kann es passieren,
daß beim widerholten Flippern des Relais nicht mehr sauber
anspricht.

Kann sein. Hab’ ich noch gar nicht dran gedacht.
Außerdem müsste ich dann auch eine Freilaufdiode spendieren, sonst himmelt es den Gleichrichter beim (normalen) Abschalten der Spule.

Deshalb sind andere Varianten, die wesentlich träger sind
IMHO besser geeignet. Es soll ja nur die thermische
Zerstörung des Relais wegen Dauerstrom verhindert werden,
oder?

Stimmt genau. Von daher hatte ich ursprünglich auch an eine Art Monoflop und Relais gedacht, der dann die Spule nur eine maximale Zeit anziehen lässt. Ich werde mal in der Richtung weiterdenken.

Wobei die Termosicherung noch nicht aus dem Rennen ist. Ich werd’ mal bei der nächsten Reicheltbestellung sowas mitschicken lassen und dann probieren.

Gruß und Danke
Axel