Hallo Carola,
inzwischen habe ich begriffen wie das mit dem Gleichstrom
funktioniert. Die freine Elektronen setzten sich in eine
Richtung in Bewegung, dadurch „fließt“ ein Strom. Aber das mit
dem Wechselstrom verstehen ich nicht wirklich. Die Richtung
der Elektronen ändert sich ständig, dadurch fließt der Strom
nicht sondern „wackelt“ nur hin und her. Das mit dem Wackeln
habe ich auf einer Internetseite gelesen. Aber wenn er nicht
fleißt und dann kommt er doch auch bei der Birne zB nicht an
und kann sie nicht zum leuchten bringen.
Stell die ein Rohr mit dem Innendurchmesser einer Murmel.
Dieses Rohr füllst du dann ganz mit Murmeln.
Wenn du jetzt an einem Ende eine weiter Murmel einfügst, fällt am anderen Ende augenblicklich eine heraus. Die einzelnen Murmeln haben sich aber nur um eine Position verschoben.
Die Information „zusätzlich Kugel im Rohr“ wird also wesentlich schneller übertragen, als sich die Kugeln selber im Rohr bewegen.
Praktisch, also mit Elektronen und Kupferdrähten, wird die Information in der Grössenordnung der halben Lichtgeschwindigkeit übertragen.
Weiß jemand wie
schnell die Elektronen sich bei diesem Vorgang bewegen?
Sehr sehr langsam. Im Bereich von cm, pro Minute
Auch mit Lichtgeschwindigkeit wie die Photonen?
Nur die Information wird praktisch mit annähernd Lichtgeschwindigkeit übertragen.
Kommt der Strom deswegen trotzdem an?
Strom bedeutet, dass sich die Elektronen bewegen und das geschieht praktisch auf der ganzen Länge gleichzeitig.
Und wieso kann man Wechselstrom leicht
transformieren und Gleichstrom nicht?
Wenn sich Elektronen, z.B. in einem Leiter, bewegen, also ein Strom fliesst, erzeugen sie ein Magnetfeld.
Umgekehrt kann man auch einen Leiter in einem Magnetfeld bewegen, wodurch ein Strom in diesem Leiter fliesst. Natürlich kann man auch den Leiter fest montieren und das Magnetfeld bewegen. Nach diesem Prinzip funktioniert z.B. der Dynamo an einem Fahrrad.
Wenn man den Leiter zu einer Spule formt, addieren sich die einzelnen Magnetfelder und man bekommt ein entsprechend stärkeres Magnetfeld.
Desweiteren ist es so, dass die Richtung des Magnetfeldes die Elektronen entsprechend, in eine bestimmte Richtung beschleunigt.
Praktisch ist es nun aber so, dass ein Strom ein Magnetfeld erzeugt, welches der Bewegungsrichtung der Elektronen entgegen wirkt.
Dabei ist es aber so, dass eine Veränderung des Stroms eine Veränderung des Magnetfeldes bewirkt und nur die Änderung des Magnetfeldes die Elektronen entsprechend bremst.
So gelegentlich kommen wir dann zum Trafo und dem Wechselstrom.
Noch etwas zu Spule.
Das Magnetfeld kann sich durch die Gegenkopplung von Strom und Magnetfeld nur entsprechend langsam aufbauen. Somit kann sich auch der Strom nur entsprechend langsam in einer Spule verändern. Je mehr Windungen eine Spule hat, umso stärker ist dieser Effekt. Das Ganze nennt man Induktivität und die Masseinheit ist das Henry.
Also nun zum Trafo.
Wenn du nun eine Gleichspannung an die eine Primärwicklung des Trafos anlegst, baut sich das Magnetfeld langsam auf. Die Sekundärspule befindet sich aber auch in diesem Magnetfeld. Wie wir vorher erfahren haben, erzeugt ein sich veränderndes Magnetfeld in einem Leiter einen Strom.
Wenn sich dann aber das Magnetfeld stabilisiert hat, wird kein Strom mehr in der Sekundärspule induziert und somit fliesst auch kein Strom mehr in der Sekundärspule.
Wenn man jetzt die Gleichspannung abschaltet bricht das Magnetfeld wieder zusammen. Dabei erzeugt es wieder einen Strom, diesmal aber in beiden Spulen. Deshalb kann sich das Magnetfeld auch nur langsam abbauen.
Wen man jetzt den Strom dauernd Ein- und wieder Ausschaltet hat man aber eine Wechselspannung, genau ist es eine pulsierende Gleichspannung. Damit kann man grundsätzlich einen Trafo betreiben.
Praktisch hat man noch ein „kleines Problem“ mit dem Eisen. Wenn man einen Eisenkern in eine Spule steckt, erhöht sich die Induktivität, weil Eisen Magnetfelder besser „leitet“ als Luft.
Eisen besteht aus vielen kleinen Magneten, welche aber wild durcheinander ausgerichtet sind, weshalb sich die Magnetkräfte gegenseitig aufheben. Diese Elementarmagnete nennt man auch Weisssche Bezirke.
Mit einem Magnetfeld lassen sich diese Elementarmagnete nun alle in die selbe Richtung ausrichten. Praktisch ist es aber so, dass die Elementarmagnete nicht alle gleichzeitig umkippen, sonder jeder erst bei einer bestimmten Feldstärke des Magnetfeldes.
Wenn nun aber alle Elementarmagnete gleich ausgerichtet sind kann das Eisen das Magnetfeld nicht mehr weiter verstärken und das Eisen ist in der Sättigung.
Wenn man jetzt das Magnetfeld abschaltet, fällt ein Teil der Elementarmagnete wieder in ihre alte Lage zurück.
Je nach Anwendung verwendet man Legierungen bei denen nur wenige Elementarmagnete in ihre alte Lage zurückfallen (Permanentmagnete) oder aber möglichst viele (Trafoblech).
Um die „hängen“ gebliebenen Elementarmagnete wieder zurück zu drehen muss man ein Magnetfeld mit einer umgekehrten Polung anlegen.
Und jetzt sind wir wieder beim Trafo und dem Wechselstrom.
Damit der Trafo mit dem pulsierenden Gleichstrom funktioniert benötigt man mehr viel Eisen, das die „hängen“ bleibenden Elementarmagnete wirkungslos sind.
Wenn man jetzt einen Wechselstrom verwendet, werden auch diese Elementarmagnete immer wieder umgepolt und somit hat die ganze Eisenmenge eine Wirkung.
So, ich hoffe ich habe dich jetzt nicht nur zugetextet.
Hier noch ein paar Links:
Weisssche Bezirke:
http://de.wikipedia.org/wiki/Weisssche_Bezirke
Hysterese (das ist die Geschichte mit den Elementarmagneten welche sich nicht wider zurückstellen):
http://de.wikipedia.org/wiki/Hysterese
Spule, Induktivität:
http://de.wikipedia.org/wiki/Spule_%28Elektrotechnik%29
http://de.wikipedia.org/wiki/Induktion_%28Elektromag…
http://de.wikipedia.org/wiki/Induktivit%C3%A4t
Transformator:
http://de.wikipedia.org/wiki/Transformator
MfG Peter(TOO)