m.W. inzwischen lt. Duden erlaubt, auch wenn ich da die Krise bekomme. Wie sagt meine Praktikantin immer so „nett“, wenn sie mich oder andere was fragt: „Es geht wegen den Brief an…“
„er schaemte sich wegen der Narben“
oder „ob der Narben“?
Beides gut, letzteres wird aber leider von Menschen unter 30 tendenziell eher nicht mehr verstanden. Ich finds ab gut
Wenn ich dann im Deutschen Universalwörterbuch weiterlese, steht unter a):
a) stellt ein ursächliches Verhältnis her; aufgrund von, infolge: w. des schlechten Wetters/(geh. des schlechten Wetters w.; w. Umbau[s] geschlossen; w. Geschäften war er drei Tage verreist; w. meines Bruders neuem Auto/w. des neuen Autos meines Bruders; er wurde w. Diebstahl[s] angezeigt, angeklagt, zu einer Geldstrafe verurteilt; (ugs. auch mit vorangestelltem »von« er muss von w. seiner Leber ins Krankenhaus; w. ihm (ugs.; seinetwegen b) haben wir den Zug verpasst; *von … w. (aufgrund od. Veranlassung, Anordnung von etw. Bestimmtem; von … aus[gehend]): etw. von Berufs w. tun;
Und der Duden „Richtiges und gutes Deutsch“ meint:
wegen:
Rektion: Nach der Präposition wegen steht standardsprachlich der Genitiv: wegen des schlechten Wetters, wegen der besonderen Umstände. Aber des Kindes wegen, auf das ich wartete, begann alles sich für mich zu verändern (Bachmann). Karins wegen sind wir zu Hause geblieben. Umgangssprachlich und landschaftlich wird wegen häufig mit dem Dativ verbunden: Wegen dem Hund fuhr sie nicht in Urlaub. Dieser Gebrauch gilt standardsprachlich als nicht korrekt. Dagegen wird wegen bei stark gebeugten Substantiven im Plural auch standardsprachlich mit dem Dativ verbunden, wenn der Genitiv formal nicht zu erkennen ist (Präposition [2]): wegen Geschäften verreist sein. (Sonst aber: wegen dringender Geschäfte …). Der Jungbusch ist verrufen wegen mancherlei Vorfällen (Mannheimer Morgen). Der Dativ steht auch, wenn ein stark gebeugtes Substantiv (Genitivattribut) zwischen wegen und das von ihm abhängende Substantiv tritt: Wegen unseres Freundes Kind musste der Hund zu Hause bleiben. (Sonst aber: Wegen des Kindes unseres Freundes …) Sie stritten sich wegen meines Bruders neuem Ball. (Sonst aber: … wegen des neuen Balls meines Bruders.) - Steht nach wegen ein stark zu beugendes Substantiv im Singular ohne Artikel und ohne Attribut, dann wird im Allgemeinen die Genitivendung weggelassen: Wegen Karin sind wir zu Hause geblieben. Wegen Umbau (statt: wegen Umbaus) gesperrt. Sie mussten wegen Motorschaden (statt: wegen Motorschadens) aufgeben. Ohne unsere Verspätung wegen Schneesturm … wären wir jetzt in Mexico-City gelandet (Frisch).
Ich bin mir auch nicht ganz sicher, aber sagt das alles nicht, dass der Gebrauch mit Dativ nur unter ganz bestimmten Bedingungen möglich ist, die allerdings auf das vorliegende Beispiel nicht zutreffen?
was ist denn da so rätselhaft?
Standardsprachlich ist Genitiv erfordert, umgangssprachlich wird Dativ genommen.
Wenn also einer Dativ nimmt, hat er sich vom Standard entfernt und man darf mit dem Finger auf ihn zeigen, wenn man auf der Höhe des Standards steht. Aber wer tut das noch? Außer einigen hier bei WWW?
Und die anderen Umgangssprachler freuen sich über jeden anderen Umgangssprachler.
Die Duden-Grammatik erklärt in einem kleinen Abschnitt (§ 695):
Auffällig ist, dass mehrere Präpositionen in der Rektion schwanken, ohne dass dies Einfluss auf die Bedeutung hat:
… wegen des Geldes (standartdsprachlich) / wegen dem Geld (umgangssprachlich).
Interessant ist auch, dass es eine Parallele zu „trotz“ gibt. Diese Präposition verlangt ebenfalls standardsprachlich den Genitiv, dennoch gibt es die verfestigte Form: trotzdem , die den Dativ zeigt.
Zwar nicht in der Hochsprache mehr, aber im Dialekt gibt es das Wort „wäggadem“, also wegendem *, wo auch der Dativ drin steckt.
* Die hochdeutsche Entsprechung, die selbstverständlich den Genitiv bei sich hat, ist: deswegen.
Es ist daher zu vermuten, dass sowohl „wegen“ als auch „trotz“ ursprünglich den Dativ bei sich hatten, dass dann die Sprachentwicklung sich auf den Genitiv kaprizierte, der dann zur Standardform und zur Regelform erklärt wurde.
Die „Leut´“ aber hielten am irr/urtümlichen Dativ fest. Und sie wären also die Wahrer wahrer Traditionen.
Aber das ist mehr Spekulation.
Hallo, das ist doch ganz einfach!
Von der Logik her unterscheidet man Singular und Plural. Hat er mehrere Narben, so schreibt man
„er schaemte sich wegen den Narben“
Hat er jedoch nur eine Narbe, dann schreibt man
„er schaemte sich wegen der Narbe“
Von der Logik her unterscheidet man Singular und Plural. Hat
er mehrere Narben, so schreibt man
„er schaemte sich wegen den Narben“
Standardsprachlich nein : „er schämte sich wegen der Narben/der Narben wegen“, weil der DUDEN den Genitiv verlangt. Im Gesprochenen wird Dich keiner an der Benutzung des Dativs hindern, aber in einer schriftlichen Arbeit, zumal in einem Gebiet, das Sprache als Betätigungsfeld hat, würde das durchaus schlecht ankommen.
Hat er jedoch nur eine Narbe, dann schreibt man
„er schaemte sich wegen der Narbe“
Die Narben sind kein so glückliches Beispiel, besser vielleicht:
„Er schämt sich wegen des Problems.“ (Genitiv, besser)
vs.
„Er schämt sich wegen dem Problem.“ (Dativ, umgangssprachlich)
Somit gibt es jeweils nur ein Lösung.
Nein. Das sowieso nicht. Sei so gut und verbreite hier keine falschen oder unvollständigen Lösungen, sondern weise bitte wenigstens darauf hin, welche Alternativen es gibt.
ich kann dir da durchaus folgen. Für „öffentliche“ Texte, z.B. Abhandlungen, Handbücher etc., verstehe ich den Genitiv allerdings immer noch als die „korrektere“ Variante, da halt standardsprachlich. Voraussetzung dabei natürlich: Umgangssprache schätze ich dabei nicht als adäquaten Stil ein.
In diesem Zusammenhang rätselte ich über die Frage, ob es auch bei beispielsweise einem Handbuch für XY inzwischen okay ist.
Im Zuge der Rechtschreibreform sollten wir uns doch um klare Regeln bemühen, die auch für Laien verständlich sind. Natürlich gibt es Alternativen, aber die sollten in Germanistenkreisen diskutiert werden.
Noch einen schönen Tag
Franz
Von der Logik her unterscheidet man Singular und Plural. Hat
er mehrere Narben, so schreibt man
„er schaemte sich wegen den Narben“
Standardsprachlich nein : „er schämte sich wegen der
Narben/der Narben wegen“ , weil der DUDEN den Genitiv
verlangt. Im Gesprochenen wird Dich keiner an der Benutzung
des Dativs hindern, aber in einer schriftlichen Arbeit, zumal
in einem Gebiet, das Sprache als Betätigungsfeld hat, würde
das durchaus schlecht ankommen.
Hat er jedoch nur eine Narbe, dann schreibt man
„er schaemte sich wegen der Narbe“
Die Narben sind kein so glückliches Beispiel, besser
vielleicht:
„Er schämt sich wegen des Problems.“ (Genitiv, besser)
vs.
„Er schämt sich wegen dem Problem.“ (Dativ, umgangssprachlich)
Somit gibt es jeweils nur ein Lösung.
Nein. Das sowieso nicht. Sei so gut und verbreite hier keine
falschen oder unvollständigen Lösungen, sondern weise bitte
wenigstens darauf hin, welche Alternativen es gibt.
Vielen, vielen Dank Euch allen, die Ihr Euch so viel Muehe gemacht habt - haette ich mal in die FAQs gesehen…
Also dann Genitiv.
Der ganze Satz heisst dann also
Er schaemte sich wegen der staendig rotentzuendeten Narben an seinem Hals, wegen seines Hinkefusses und wegen seiner Stimme…und so weiter.
Wegen seinem Hinkefuss klingt zwar besser, finde ich, aber so be it.