Wegen Mängel/n

Heißt es: „Der Bildschirm wurde wegen Mängel(!) zurückgenommen“ oder
„wegen Mängeln“??? Dankbar wäre ich auch für eine kleine Begründung.
Gruß und Dank
Jürgen Kolb

Hallo Juergen,

soviel ich weiss, sind nach „wegen“ mittlerweile der Genitiv und der Dativ erlaubt, so dass es heissen kann:

1.) Genitiv: „wegen der Maengel“

oder

2.) Dativ: „wegen (den) Maengeln“

Die Version „wegen Maengel“ klingt irgendwie sehr holprig.

Jan

Klingt beides ziemlich komisch :wink:
wenn schon, dann wegen eines Mangels oder wegen diverser Mängel.
Gruß
Rainer

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

„wegen Mängeln“ ist richtig. Der Genitiv Plural ohne Artikel ist selten und klingt daher ungewöhnlich.

Gruesse,
Vlado

P.S.: Ebenso korrekt: „wegen des Mangels“, „wegen eines Mangels“, „wegen der Mängel“ - lauter Genitive…

Danke Euch für die Info. Die Formulierung „wegen Mängel“ kenn ich aus der Juristensprache - klingt aber wirklich komisch. Werde in Zukunft - wie von Euch empfohlen - ein „n“ dranhängen. Danke für die Nachrichten. Gruß: Jürgen

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Mooooment mal! Grammatikpolizei!
Hallo Jan, ich habe mir extra einen Account eingerichtet, um auf Deinen Beitrag zu antworten. :wink: Nach wegen kommt immer (!) der Genitiv. Und niemals, unter keinen Umständen (!!!) der Dativ. Nur wegen der / des ist korrekt. Liebe Grüße Katrin

P.s. Hahaha, da komme ich wohl 22 Jahre zu spät.

Nicht nur 22 Jahre zu spät, sondern du liegst voll daneben mit deinem „!!!“-Statement!

Nicht zuletzt im Duden kannst du dich kundig machen → „wegen“ → unter „Grammatik“ (dort jeweils auch Beispiele):

  • Mündlich standardsprachlich und schriftlich umgangssprachlich auch mit Dativ:

  • Standardsprachlich mit Dativ in bestimmten Verbindungen und wenn bei Pluralformen der Genitiv nicht erkennbar ist:

  • Standardsprachlich auch mit Dativ, wenn ein Genitivattribut zwischen „wegen“ und das davon abhängende Substantiv tritt:

Gruß
Metapher

3 Like

Der Verfall der deutschen Sprache. Es ist zum Heulen.

???

Wann war das denn anders als im Duden dargestellt? Und was ist daran so traurig?

Und vor allem: Weshalb braucht man für Fragen der Grammatik eine „Polizei“?

Schöne Grüße

MM

Was soll ich erst sagen?! Meinen zweitbesten Kumpel Walter versteht doch heute kaum noch jemand, so sehr ist die deutsche Sprache verhunzt worden, seit er seine Meisterwerke verfasste:

Der keiser als spileman

Ob ich mich selben rüemen sol,
sô bin ich des ein hübescher man,
daz ich sô manege unfuoge dol
sô wol als ichz gerechen kan.
ein klôsenære, ob erz vertrüege? ich wæne, er nein.
hæt er die stat als ich si hân,
bestüende in danne eine zörnelîn,
ez wurde unsanfter widertân.
swie sanfte ichz alsô lâze sîn,
daz und ouch mê vertrage ich doch dur eteswaz.

gekürzt auf 1. Strophe
Quelle: https://www.zgedichte.de/gedichte/walther-von-der-vogelweide/der-keiser-als-spileman.html

Und das ist kaum 800 Jahre her!

Was ich damit sagen will: der Duden ist kein Gesetz. DWDS übrigens auch nicht. Sie sind Nachschlagewerke, die den derzeit üblichen Sprachgebrauch erfassen und darstellen. Somit gehen diese beiden Werke „mit der Mode“. Es gibt ein schönes Buch mit dem ansprechenden Titel „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“. Nur wenige Jahre später kann man bei einigen „Stars“ aus dem Fernsehen beobachten, dass der Akkusativ inzwischen dem Dativ ihm sein Tod seien tut. Und auch das könnte in 10-20 Jahren Eingang in die Wörterbuch der lebenden deutschen Sprache finden.

Dinosaurier, die sich wegen des billigen Fernsehprogramms aufregen, werden dann vielleicht mit ihrem Rollstuhl in die Ecke geschoben, bekommen Beruhigungsmittel und Fernsehverbot.

Grüße
Pierre

2 Like

grafik
(Quelle: https://grammis.ids-mannheim.de/fragen/67 – dort wird das Thema ausführlich beleuchtet.)

Gruß
Kreszenz

4 Like