Hallo,
ich habe vor einiger Zeit einen Antrag auf Grundsicherung gestellt da ich bisher Arbeitslosengeld 2 bezogen habe und durch eine schwere chronische Erkrankung nicht in der Lage bin mindestens 3 Stunden täglich zu arbeiten, ich schaffe es trotz leistungssteigernder Medikamente etc. manchmal noch nicht einmal meinen Alltag, Haushalt, Arzttermine, soz. Kontakte etc. so zu bewältigen und zu pflegen wie ich es mir wünsche. Die Lebensqualität ist erheblich eingeschränkt!
Es wurde eine Amtsärztin vom Gesundheitsamt beauftragt meine Arbeitsfähigkeit zu prüfen. Offensichtlich hatte sie von der Erkrankung, die auch wirklich sehr, sehr selten ist überhaupt noch keine Ahnung, bzw. medizinisches Fachwissen. Diese Tatsache kann man ihr nicht verübeln, da es in Deutschland wohl nur ca. 30 Fachärzte gibt die sich damit auskennen - wohl aber die Tatsache daß sie weder meine schlechten Laborwerte, EKGs mit belegten Herzrythmusstörungen, schwere Verletzungen und Narben die aus Stürzen nach Kreislaufkollaps etc. entstande sind usw. interessierten. Statt dessen schob sie die vielschichtige Symptomatik auf die psychosomatische Ebene und schickte mich trotz Atteste und Gutachten meiner behandelten Ärze zu einer Psychologin/Psychaterin des Gesundheitsamtes die mich für voll arbeitsfähig einstufte
UNGLAUBLICH ABER WAHR!
Nachdem für mich jeder Tag ein harter Kampf und viel Qual bedeutet und ich unter dieser Krankheit die die Hypophyse des Gehirns betrift sehr leide bin ich nun entschlossen das Widersprchsverfahren wieder aufzunehmen, ich habe bereits einen Anwalt und bin Mitglied im VdK.
Auch bin ich bestrebt mich im ganz geringfügigen Rahmen bei freier Zeiteinteilung von zu Hause aus selbstständig zu machen, weiß aber daß es völlig unrealistisch ist daß ich tägl. 3 Stunden arbeiten könnte. Ich würde dabei Herzinfarkt, Gehirnschlag, epilept. Anfälle usw. riskieren und noch mehr Medikamente nehmen müssen um meine Leber endgültig hinzurichten. Dieser Preis ist mir zu hoch!!!
Ich habe der Arge mitgeteilt daß ich bereit bin so viel wie es möglich ist zu meinem Lebensunterhalt beizutragen, aber es gibt auch Wochen wo ich nur im Bett liegen kann…darum brauche ich eine Absicherung für Miete, Krankenkasse, Lebensunterhalt.
Nun nach langem Text meine Frage:
Könnten, (theoretisch) falls auch der Rentenversicherungsträger der als nächstes prüft und ggfls. die gleiche Ignoranz beweist und mich für arbeitsfähig einstuft , alle Leistungen incl. Krankenversicherungsbeiträge, Miete usw. gestrichen weden? Oder müßte ich „nur“ eine Kürzung von 30% oder mehr in Kauf nehmen, falls ich keinen Anspruch auf Grundsicherung zugesagt bekomme?
Ich weiß es klingt unglaublich, ich verachte dieses System daß sich ermächtigt durch arrogante Ignoranten und Machtbesessene über das Schicksal einzelner, benachteiligter zu verfügen, inzwischen auch zu tiefst…
PS: ich muß auch seit einem Jahr mehrere Hundert Euro im Jahr für Medikamente selbst bezahlen, da dies Importmedikamente sind die nicht in der BRD produziert werden, auch dafür erhalte ich keinen Zuschuß da dies ja angeblich im „Regelsatz“ enthalten ist.Ohne Krankenversicherung könnte ich mir gleich schon mal ne Grabstelle aussuchen…
soooooooooooo… ich wollte aber niemandem das WE vermiesen, bin nur sehr wütend, und voller Fragen…danke schon mal im vorraus für Antworten und tipss!
