Mein Bruder hat Post bekommen,das er zur Musterung kommen soll.Gibt es legale Möglichkeiten den Wehrdienst zu umgehen ohne Zivildienst leisten zu müssen?Im Mai will er sich bei der Polizei bewerben.Könnte ihm diese Tatsache vielleicht den Wehrdienst ersparen?
Gibt es legale Möglichkeiten den Wehrdienst zu umgehen
ohne Zivildienst leisten zu müssen?
Ja, eine sechsjährige Verpflichtung im Katastrophenschutz gemäß §13a WPflG.
Im Mai will er sich bei der Polizei bewerben.Könnte ihm diese Tatsache :vielleicht den Wehrdienst ersparen?
Ja - wenn er sich tatsächlich bewirbt und Polizist wird:
§42 WPflG(1) „Wehrpflichtige, die dem Vollzugsdienst der Polizei angehören oder für diesen durch schriftlichen Bescheid angenommen sind, werden für die Dauer ihrer Zugehörigkeit nicht zum Wehrdienst herangezogen.“
Das mit der polizei dürfte nicht mehr reichen,da man sich dort erst ab Mai fürs nächste Jahr bewerben kann.Gibt es Möglichkeiten,das man T5 wird,indem man etwas vortäuscht,was man aber gar nicht hat,bzw ist?Etwas was die Ärzte bei der Musterung nicht nachvollziehen können?
Das mit der polizei dürfte nicht mehr reichen,da man sich dort
erst ab Mai fürs nächste Jahr bewerben kann.Gibt es
Möglichkeiten,das man T5 wird,indem man etwas vortäuscht,was
man aber gar nicht hat,bzw ist?Etwas was die Ärzte bei der
Musterung nicht nachvollziehen können?
Das kannst Du durchaus machen, aber Versicherungen können die G-Karte spâter anfordern und dann hast du bei Rente etc. sehr schlechte Karten.
Das kannst Du durchaus machen, aber Versicherungen können die
G-Karte spâter anfordern und dann hast du bei Rente etc. sehr
schlechte Karten.
Ich befürchte Du hast Mario evt. Konsequenzen nicht deutlich genug gemacht:
die berufliche Zukunfts-Planung ist ruiniert, da die Polizei den Bruder wegen der angeblichen T5-Geschichte nicht haben will
dummerweise erkrankt der Bruder später an einer Krankheit, die ähnliche oder sogar die selben Symptome wie die T5-Sache aufweist. Natürlich hat man die Ausmusterung bei Abschluss der verschiedenen Versicherungsverträge nicht erwähnt. Als Folge verweigert die Erwerbs- oder die Berufsunfähigkeitsversicherung (die viele Jahre Geld gekostet hat) jegliche Zahlung die man nun dringend bräuchte. Aus genau dem selben Grund zahlt die Kreditausfallversicherung keine Cent vom Kredit für das neue Haus ab. Oder die Krankheit hätte als Berufskrankheit (mit entsprechend positiver Auswirkung auf eine Rente bzw. Frührente) anerkannt werden können. Da hier aber eine vermeintliche Vorerkrankung vorliegt, wird das aber nichts.
Wenn Mario nun meint, dass wäre alles Panikmache, dann würde ich ihm erst einmal die Fakten um die Ohren hauen: Jeder Fünfte Deutsche muss wegen Krankheit seinen Job vorzeitig beenden! Das ganze bei stetig steigender Tendenz. Wegen ein paar Monaten Drill oder hilfreichen Sozialdienstes sich unter Umständen einen großen Teil seiner finanziellen Zukunftssicherung versauen ist doch ein sehr mutiges Spiel.
Erst vor ein paar Tagen war zu der Thematik ein sehr interessanter Artikel bei Spiegel-Online. Leider ist dieser inzwischen mit 50 Cent kostenpflichtig. Falls Dir aber etwas an Deinem Bruder liegt und meine Ausführungen Dich noch nicht endgültig überzeugt haben, dann investiere mal diese ungeheure Summe hier: http://service.spiegel.de/digas/servlet/find/DID=508…
also früher mal war das so, dass Untauglichkeit beim Bund automatisch auch Untauglichkeit zum Polizisten bedeutet hat - was ja auch Sinn macht. Inweiweit allerdings diese beiden miteinander reden, weiss ich nicht, ich erinnere mich aber auf eine entsprechende Frage bei einem frühen Einstellungstestbogen. Und dabei schummeln würde ich für meinen Teil nicht riskieren wollen.
Hallo Mario,
jemand, der sich demnächst bei der Polizei bewerben wird, hat also eine gewisse Zeit zu überbrücken, in der er nicht gemustert werden sollte. Dieser Jemand muss also Zeit schinden. Er könnte also an das KWA schreiben, dass er den Termin zur Musterung leider nicht wahrnehmen kann (z.B. weil er da in Urlaub ist) und nett um einen neuen Termin bitten. Das kann je nach KWA bis zu dreimal funktionieren und jemand hätte schon mal ein paar Wochen gewonnen.
Dann grübelt jemand mal scharf nach und vielleicht fällt ihm ein, dass er ja einen Freund oder eine Tante, die in der Zuständigkeit eines anderen KWA lebt, für länger besuchen möchte und meldet sich dort auch an. Die Zuständigkeit des KWA wechselt, die Akte wird verschickt und irgendwann bekommt man dort eine Aufforderung, zur Musterung zu erscheinen. Den Termin kann jemand aber leider nicht wahrnehmen, weil er zu diesem Zeitpunkt bereits wieder an seinen ursprünglichen Wohnort zurückgekehrt sein wird. Dies teilt jemand natürlich dem KWA schriftlich mit.
Wichtig ist: IMMER auf Anschreiben schriftlich reagieren.
Versuchen, sich so lange wie möglich nicht mustern zu lassen und hoffen, dass es bei der Polizei klappt.
Wenn die Musterung unausweichlich wird und es bei der Polizei nicht klappt, ist ja das THW vielleicht die Alternative.
Im Gegenteil!
Hallo Mario,
Dein Bruder sollte es so betrachten: Militaer und Polizei haben gewisse Aehnlichkeiten. Es gibt sogar eine Mischform, naemlich die Militaerpolizei. Die Zeit bei der Armee ist daher ueberhaupt keine verschwendete Zeit. Denn zum einen hat dein Bruder nach erfolgreich absolviertem Wehrdienst einen Ehrenbonus (Er hat „gedient“. Er hat sich als treuer Beamter/Soldat erwiesen und nicht als fauler Drueckeberger, der sich mit allerlei Tricks um seine staatsbuergerlichen Pflichten herumwindet.). Zum anderen hat er schon wichtige Erfahrungen gesammelt (Sozialverhalten, Gehorsam, Durchhaltevermoegen, koerperliche Fitness, Umgang mit der Waffe etc.), die ihm bei der Polizei sehr nuetzlich sein werden. Weiterer Vorteil ist, dass dein Bruder bei der Musterung und dem Eignungstest zum Militaer schonmal unverbindlich testen kann was er drauf hat.
Gruss
Christoph
Gibt esMöglichkeiten,das man T5 wird,indem man etwas vortäuscht,was
man aber gar nicht hat,bzw ist?Etwas was die Ärzte bei der
Musterung nicht nachvollziehen können?
Bei der Polizei ist er bei untauglichkeit gleich raus.
Mal ganz ehrlich: Wo ist das Problem beim Wehrdienst? Die ganze Geschichte macht im Normalfall enorm viel Spaß und ist eine Erfahrung fürs Leben - ganz abgesehen davon, dass es sich um eine WehrPFLICHT handelt!
Ich habe das Gefühl, dass der junge Herr einfach einen völlig falschen Eindruck von der Bundeswehr hat.
Könntest du mir aus reiner Neugier mal erläutern wo das Problem ist?
Danke,das klingt alles sehr plausibel.Daran,das man bei T5 wohl auch die Polizeikarriere vergessen kann, habe ich gar nicht gedacht.Und es dürfte sich bei einer Bewerbung bei der Polizei wohl auch nicht negativ auswirken wenn man „gedient“ hat.
Zu dem Thema,was das Problem sei zur Bundeswehr zu gehen.Eigentlich liegt es an meiner Einstellung zur Bundeswehr,da ich ihm seit Jahren abrate zur Bundeswehr zu gehen.Ich habe es damals gehasst.Wahrscheinlich hatte ich einfach nur großes Pech mit meiner Batterie,die in meiner Kaserne nur „Mondscheinbatterie“ genannt wurde.Da ging es meistens nachts um 4 Uhr raus und abends um 21 Uhr war man endlich wieder auf seiner Stube.Von diesen 10 Monaten kamen mir 7 Monate vor wie Grundausbildung.Es war wirklich knallhart.Obwohl ich sehr sportlich und diszipliniert bin geriet ich oft an meine psychischen und physischen Grenzen.Und ich sage ganz ehrlich,ich bin eigentlich kein Weichei So,genug zu diesem Thema.Ich war erschrocken welche Folgen eine manipulierte Musterung haben kann.Soll er halt zur Bundeswehr gehen oder seinen Zivildienst machen.Andere machens ja auch.Ich dachte nur ich könnte ihm helfen,da er erst seine Ausbildung fertig gemacht hat und endlich ordentlich Geld verdient.Aber Geld kann er noch genug verdienen.Auf jeden Fall werde ich ihm keinen falschen Rat mehr geben.Vielen Dank für die tolle Hilfe.
Nimm es mir nicht übel, aber ich denke nicht, dass du ihm hilfst indem du versuchst zu verhindern, dass er eigene Erfahrungen macht. Sicherlich - wenn du selbst schlechte Erfahrungen bei der Bundeswehr gemacht hast ist das natürlich prägend, aber ich denke du solltest deinem Bruder schon in seinem eigenen Interesse die Chance geben eigene Erfahrungen zu machen. Und insbesondere die - so oder so - prägenden Erfahrungen bei Wehr- oder Zivildienst können einem in einigen Situationen des Lebens weiterhelfen. Auch wenn du schlechte Erfahrungen bei der Bundeswehr gemacht hast wirst du mir diesbezüglich - wenn vielleicht auch nur eingeschränkt - höchstwahrscheinlich recht geben.
Wie sagt man so schön? Nichts und niemand ist unnütz…im Zweifelsfall kann es/er immernoch als schlechtes Beispiel dienen. ;o)
In diesem Sinne - ich würde dir raten ihn seine eigenen Erfahrungen machen zu lassen - vielleicht bekommst du ja über deinen Bruder 8sollte er Wehrdienst leisten) noch einmal ein völlig anderes Bild von der Bundeswehr (oder du wirst bestätigt und kannst sagen: „Hättest du mal auf mich gehört!“ - was ich nicht glaube ;o) ).
Du hast Recht.Mit mir geht oft der Beschützerinstinkt durch wenn es um meinen „kleinen“ Bruder geht Obwohl der das gar nicht mag.Ich werde ihm da gar nicht reinreden.Schließlich mußte auch ich meine Erfahrungen sammeln und geschadet hat mir das im Endeffekt auch nicht.
Hi Mario,
habe gerade mal so gelesen.
BW hat später Vorteile bei der Polizei. Nicht nur durch Zusatzausbildung, sondern auch durch bessere Selbsteinschätzung.
Die Chance, heute um beide Dienste herum zu kommen, ist sehr hoch. Es wird ja nur noch ein ganz kleiner Teil verpflichtet.
Meine Zeit ist länger vorbei. Damals haben sie jeden genommen, der es gerade noch in die Kaserene schaffte… und trotzdem wurde ich 3 Jahre lang immer nur auf T4 gemustert und durfte dann im Folgejahr jeweils wiederkommen zur Musterung.
War schon blöde mit zu niedrigem Blutdruck und Rückenproblemen.
Wenn du dann eeendlich gemustert bist, kommt laaange zeit später der Eignungstest… ein Witz wie ich meine…
Die Hauptorientierung liegt auf dem schon erlernten Beruf.
Und dann… irgendwann … kommt dann die „Bitte“, doch mal vorbei zu schauen *g*
Bis diese Bitte kommt vergeht doch noch sooo klange, dass er längst bei der Polizei genommen wurde und dann das einfach formlos mitteilen kann.
Und wenn er nicht genommen wird: Irgendwann holen sie ihn doch (bis vollendetes 27. Lebensjahr ?) Dann lieber so früh wie möglich… meine ich.
Damals wurde Berlin von „Drückebergern“ bevölkert, weil es die einfachste Art war, um die BW herum zu kommen.
Heutzutage nutzt umziehen nichts mehr.
Ich habe es nach meiner BW-Zeit erleben dürfen, dass dieser Verein bei Nachforschungen viel kürzere Wege und Instanzen hat als zivile Behörden. Manchen teilnehmenden Diensten stehen auch keine Datenschutzklauseln im Weg. Sie haben Sonderrechte und nutzen diese auch.
Der Zeitvorteil betrug bei meiner Erfahrung 12 Tage. Soviel war die BW schneller als die Stadt. Und das bei einer Lappalie wie „Ummelden in der gleichen Stadt vergessen“ *g*
Übrigens: Man erhält auch mit den ersten Schreiben alle Pflichten mit §§ mitgeteilt. Kopf in den Sand stecken und rufen „sucht mich doch“ gehört nicht zu den Pflichten *g*
Hallo Kate,
das hört sich alles sehr wissend an. Bei mir gibt es auch einen Termin zur Musterung, den ich verschieben will, weil ich gerade auf der Suche nach neuer, erster Berufsausbildung bin (hab die erste abbrechen müssen) und will erst hin, wenn ich neuen Vertrag vorweisen kann und dann gleich zurückgestellt bin.
Aus diesem Grunde will ich auch erst kurz vor dem Termin, die Entschuldigung per FAX hinsenden, damit ein neuer Termin nicht so kurz danach kommt.
Doch in welchen Abständen kommt ein neuer Termin? Hab ich einen Monat Zeit oder ist es kürzer?
Ich habe erst in 3 Wochen die ärztlichen Untersuchungen für die Ausbildung und erst danach komm ich evt. weiter zum Vertrag.
Freue mich auf eine Antwort.
Viele Grüße
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