Wehrdienst verweigern

Moin,

ich habe ein paar Fragen zur Wehrdienstverweigerung. Ich hoffe ihr könnt mir diese beantworten.

Man hat doch theoretisch mit der Verweigerund Zeit bis zum Tag der Musterung oder nicht?

Muss man noch eine Bergündung für die Verweigerung angeben und ist diese für die Bewilligung des Antrags relevant? Man liest ständig etwas anderes zu dem Thema…

Wie Zeitig sollte man sich für eine Zivildienststellt „bewerben“? Kann man sich auch schon auf eine „Warteliste“ setzen lassen, wenn man noch gar keinen Termin für die Musterung/Beginn des Zivildienstes hat, bzw. noch nichtmal die Bewilligung des Antrags durch hat?

Danke

Gruß
AMD

Hi,

bei mir ist es über 10 Jahre her, aber im Prinzip hat sich am Verfahren - soweit ich weiß - nicht viel geändert.

Man hat doch theoretisch mit der Verweigerund Zeit bis zum Tag
der Musterung oder nicht?

Ja, sogar auch praktisch. Ich bin bei meiner Musterung im Kreiswehrersatzamt sogar bei Aufnahme meiner Daten oder so gleich zu Anfang gefragt worden, ob ich gerne „irgendwelche Anträge“ stellen würde. Da habe ich meine KDV abgegeben.

Muss man noch eine Bergündung für die Verweigerung angeben und
ist diese für die Bewilligung des Antrags relevant? Man liest
ständig etwas anderes zu dem Thema…

Soweit ich weiß, muss man die Begründung immer noch abgeben. Sie wird aber nicht allzu streng bewertet, Hauptsache, sie ist plausibel.

Wie Zeitig sollte man sich für eine Zivildienststellt
„bewerben“? Kann man sich auch schon auf eine „Warteliste“
setzen lassen, wenn man noch gar keinen Termin für die
Musterung/Beginn des Zivildienstes hat, bzw. noch nichtmal die
Bewilligung des Antrags durch hat?

Man kann sich schon bewerben, aber endgültig festmachen kann man die Zivildienststelle erst, wenn man den Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer erhalten hat. Das kann natürlich inzwischen anders sein…

Ich glaube, wenn man nach „Kriegsdienstverweigerung“ googelt, findet man sehr gute Infos im Netz.

Grüße,
Sebastian

Siehe
http://www.wehrpflicht-nein-danke.de/
http://www.zentralstelle-kdv.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Zentralstelle_f%C3%BCr_…
http://de.wikipedia.org/wiki/Kriegsdienstverweigerun…
[FAQ:1129]

Hallo,

Man hat doch theoretisch mit der Verweigerund Zeit bis zum Tag
der Musterung oder nicht?

Ja, sogar auch praktisch. Ich bin bei meiner Musterung im
Kreiswehrersatzamt sogar bei Aufnahme meiner Daten oder so
gleich zu Anfang gefragt worden, ob ich gerne „irgendwelche
Anträge“ stellen würde. Da habe ich meine KDV abgegeben.

Falsch. Die Frage wird gern gestellt, weil die sich dann auch die Arbeit leichter machen können, ist aber absolut Nullrelevant für die Verweigerung. Man kann auch noch im (Kriegs-)Dienst verweigern, hierfür gibt es keine Fristen - logisch ist es nur sinnfrei im letzten Dienstmonat zu verweigern, ich schätze das versteht sich von selbst…
Zudem macht eine Verweigerung VOR der Musterung auch irgendwie keinen Sinn.

Soweit ich weiß, muss man die Begründung immer noch abgeben.
Sie wird aber nicht allzu streng bewertet, Hauptsache, sie ist
plausibel.

Das kommt auf den Sachbearbeiter und den eigenen Fleiß an - ich kenne Leute die haben einen regen Schriftverkehr mit dem BAZ gehabt und würden dieser Äußerung aufs härteste widersprechen. So durfte einer auf meiner ehemaligen Zivistelle seine Gewissensentscheidung 4x darlegen, im letzten Brief auf 5 Seiten, die trotzdem abgelehnt wurde und erst durch einen netten Anwaltsbrief kam Bewegung in die Sache.

Man kann sich schon bewerben, aber endgültig festmachen kann
man die Zivildienststelle erst, wenn man den Anerkennung als
Kriegsdienstverweigerer erhalten hat. Das kann natürlich
inzwischen anders sein…

Nein, das ist immernoch so. Wenn man jemanden kennt oder jemanden kennt der jemanden kennt … kann man sich die Stelle natürlich auch reservieren lassen, in der Form, dass andere Bewerber abgewiesen werden - es kann jedoch theoretisch sein, dass bei zu langer Wartezeit auch das BAZ Zivis vermittelt, die sich nicht gekümmert haben und diese können dann nicht über Monate abgewiesen werden.
Man kann für die Musterung, mit der alles erst aufgegriffen wird, auch einen früheren Termin erbitten.

Zudem muss ich sagen, dass dazu wirklich alles ausführlich im Netz steht, also einfach mal die Mühe investieren und suchen.

Grüße

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Moin,

ich habe ein paar Fragen zur Wehrdienstverweigerung. Ich hoffe
ihr könnt mir diese beantworten.

Moin Moin,

verweigerst Du jetzt, machst Du mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit Ersatzdienst. Lässt Du alles einfach laufen, machst Du mit fünfzigprozentiger Wahrscheinlichkeit weder Wehr- noch Ersatzdienst.

Zumindest wenn man diesem Artikel glaubt:
http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,5027…

Grüße
Christian

Man hat doch theoretisch mit der Verweigerund Zeit bis zum Tag
der Musterung oder nicht?

Ja, sogar auch praktisch. Ich bin bei meiner Musterung im
Kreiswehrersatzamt sogar bei Aufnahme meiner Daten oder so
gleich zu Anfang gefragt worden, ob ich gerne „irgendwelche
Anträge“ stellen würde. Da habe ich meine KDV abgegeben.

Falsch. Die Frage wird gern gestellt, weil die sich dann auch
die Arbeit leichter machen können, ist aber absolut
Nullrelevant für die Verweigerung. Man kann auch noch im
(Kriegs-)Dienst verweigern, hierfür gibt es keine Fristen -
logisch ist es nur sinnfrei im letzten Dienstmonat zu
verweigern, ich schätze das versteht sich von selbst…

Also einerseits war meine Antwort, wie du selbst bestätigst, nicht falsch - man hat definitiv bis zur Musterung Zeit. Und sogar noch länger.

Zu beachten ist andererseits, dass eine nach einem gewissen Zeitpunkt abgegebene Verweigerung auf eine eventuell vor der Anerkennung erfolgende Einberufung keine aufschiebende Wirkung mehr hat. Dieser Zeitpunkt war der Musterungstag, wenn ich mich recht entsinne.

Und eine KDV nach der Einberufung bzw. im aktiven Dienst ist wesentlich schwieriger als vorher. Man muss mit einer mündlichen Anhörung rechnen.

Zudem macht eine Verweigerung VOR der Musterung auch irgendwie
keinen Sinn.

Wenn man sicher ist, dass man verweigern will, macht doch eher das Abwarten keinen Sinn. Es sei denn, eine Ausmusterung ist wahrscheinlich (was ja heute auch deutlich öfter vorkommt als zu meiner Zeit).

Wenn man vor oder bei der Musterung verweigert, spart man sich die Tests, mit denen die Bundeswehr entscheidet, wie sie einen einsetzen möchte.

Grüße,
Sebastian

Hallo,

Also einerseits war meine Antwort, wie du selbst bestätigst,
nicht falsch - man hat definitiv bis zur Musterung Zeit. Und
sogar noch länger.

OK, stimmt, das Problem ist, dass es so klang, als ob danach jeder Zug abgefahren ist.

Zu beachten ist andererseits, dass eine nach einem gewissen
Zeitpunkt abgegebene Verweigerung auf eine eventuell vor der
Anerkennung erfolgende Einberufung keine aufschiebende Wirkung
mehr hat. Dieser Zeitpunkt war der Musterungstag, wenn ich
mich recht entsinne.

Dazu kann ich nichts sagen, jedoch ist die Musterung eigentlich in all den mir bekannten Fällen zeitlich so gewesen, dass man wenn man es nicht „verpennt“ genügend Zeit hat und einen Aufschub theoretisch nicht benötigt.

Und eine KDV nach der Einberufung bzw. im aktiven Dienst ist
wesentlich schwieriger als vorher. Man muss mit einer
mündlichen Anhörung rechnen.

Wenn man im Grundwehrdienst verweigert werden m. W. keine mündlichen Anhörungen mehr vorgenommen - wozu auch? Die mündlichen Anhörungen werden so wie es uns erklärt wurde nur noch gemacht wenn Leute denken so schnell aus einer längeren Verpflichtung/Offiziersdienst etc. herauszukommen. In diesen Fällen wird das „Gewissen“ noch einmal ordentlich überprüft.

Wenn man sicher ist, dass man verweigern will, macht doch eher
das Abwarten keinen Sinn. Es sei denn, eine Ausmusterung ist
wahrscheinlich (was ja heute auch deutlich öfter vorkommt als
zu meiner Zeit).

Das ist schon ein Punkt, wenn du ins KWEA gehst, sagst dass du Zivi machen willst wirst du maximal ausgemustert wenn du komatös angeliefert wirst, für nen Zivi ist man eigentlich immer tauglich.
So kann man hin und sich die Mühe der Verweigerung erst einmal sparen. Wenn man zum KWEA kommt und sagt dass man Zivi machen will bekommt man einen Infozettel zur Verweigerung, Form, Inhalt etc. Dann tippen, unterschreiben und ab nach Köln damit, denn damit kann auf dem KWEA niemand was anfangen, dafür ist da auch niemand zuständig, das läuft dann alles über das BAZ.

Wenn man vor oder bei der Musterung verweigert, spart man sich
die Tests, mit denen die Bundeswehr entscheidet, wie sie einen
einsetzen möchte.

Da hat bei mir auch ein Anruf genügt, in dem ich gesagt hab, dass ich verweigern werde und darum zu dem Termin nicht antreten werden. Das hat die betreffende Dame zur Kenntnis genommen und damit war das gebongt.

Grüße