Wehrdienst

Endlich ein Fortschritt!
Was mußte man sich doch früher quälen, um nicht vom Bund geholt zu werden. Manchem Langstreckenläufer halfen seine Knick-Senk-Spreizfüße, manchem Gewichtheber sein Scheuermann, um als Ersatzreserve 3 in Ruhe gelassen zu werden. Ein Landwirt nahm sogar seine Kuh zum Einberufungstermin mit, um zu demonstrieren, daß ihm der Wehrdienst an die Existenz geht. Wenn die Nachrichten stimmen, ist es damit vorbei. Heute muß der junge Mann nur noch ganz privat seine Hosen 'runterlassen. Entweder wird er schwul oder tut als Ehemann Dienst, damit ihn das Kreiswehrersatzamt nicht weiter straft.
WG-Mitglieder widmen ihre Miet-Zweckgemeinschaft flugs zur schwulen Lebensgemeinschaft um und andere Ledige finden vielleicht eine Dame aus dem Kongo, die auch noch gut zahlt, wenn sie geheiratet wird und dafür im gelobten Sozialstaat bleiben darf. Was für eine segensreiche Symbiose.

Daß die allgemeine Wehrpflicht nicht mehr lange zu halten sein wird, ahnte ich schon längere Zeit. Daß dieser unverschämte staatliche Eingriff in das Leben junger Menschen aber mit so sonderbaren Konstrukten das Zeitliche segnet, hätte ich nicht im Traum gedacht.

Wie seht Ihr das, liebe w-w-w-Gemeinde? Das war doch wohl das inoffizielle Ende der allgemeinen Wehrpflicht, oder?

Gruß
Wolfgang

Wie seht Ihr das, liebe w-w-w-Gemeinde? Das war doch wohl das
inoffizielle Ende der allgemeinen Wehrpflicht, oder?

Hoffentlich.

Dass aber gerade als Kriterium verheiratet/nicht verheiratet herangezogen wird, macht mich ratlos und wuetend. So ein grenzenloser Schwachsinn. Welches Vergehen haben sich Unverheiratete denn zu Schulden kommen lassen, so dass sie dafuer mit dem Wehrdienst bestraft werden?

Jan

Wie seht Ihr das, liebe w-w-w-Gemeinde? Das war doch wohl das
inoffizielle Ende der allgemeinen Wehrpflicht, oder?

Aber klar, Wolfgang,
Die allgemeine Wehrpflicht ist längst tot, sie weiß es nur noch nicht, und die Politiker versuchen die Leiche zu besprechen, um vielleicht doch noch eine Zuckung herauszuholen. So wie das Prinzip der Allgemeinen Wehrpflicht zur Zeit ad absurdum geführt wird, kann dadurch vielleicht doch noch eine offizielle Beerdigung herbeigeführt werden. Die Leiche riecht nämlich so langsam!
Gruß Eckard.

Dass aber gerade als Kriterium verheiratet/nicht verheiratet
herangezogen wird, macht mich ratlos und wuetend. So ein
grenzenloser Schwachsinn. Welches Vergehen haben sich
Unverheiratete denn zu Schulden kommen lassen, so dass sie
dafuer mit dem Wehrdienst bestraft werden?

Ganz einfach: die Verheirateten kosten zu viel!
Trennungsgeld, wöchentliche Heimreise…

Zum Thema Pflicht: als ich gemustert wurde, war ich auch Gegner der WP. Heute bin ich dafür. Nicht um als Kampfspezialist ausgebildet zu werden! Ich sehe es an vielen Jugendlichen:
was sind das für „Jüngelchen“ vor dem Bund und was für Männer danach! Ich weiß, es hört sich uralt an. Doch leider ist es so, dass die meisten die im Leben unbedingt nötige Selbstdisziplin und Ordnung nicht von selbst lernen.
Übrigens: ich war trotz der Traumnote 1 bei der Musterung nie beim Bund. Eigentlich schade (aus meiner heutigen Sicht)
Mein Wunsch wäre eine Pflichtzeit für Frauen und Männer von mindestens einem Jahr. Die Aufgaben müssten ja nicht unbedingt das Hantieren mit Waffen sein. Es gibt noch viele andere Wichtige tätigkeiten. Nur ein Vorschlag: Katastrophenschutz (wird immer wichtiger)…Auf alle Fälle: weg von Mammas Rockzipfel!
Grüße
Raimund

Mein Wunsch wäre eine Pflichtzeit für Frauen und Männer von
mindestens einem Jahr. Die Aufgaben müssten ja nicht unbedingt
das Hantieren mit Waffen sein. Es gibt noch viele andere
Wichtige tätigkeiten. Nur ein Vorschlag: Katastrophenschutz
(wird immer wichtiger)…Auf alle Fälle: weg von Mammas
Rockzipfel!

Hallo, Raimund,
Ich kann Dir nur zustimmen, diese Beobachtung habe ich auch immer wieder gemacht.
Allerdings muß man sich fragen, ob denn ausgerechnet die Bundeswehr die Aufgabe der „Schule der Nation“ übernehmen muß und den jungen Leuten all das vermitteln soll, was deren Eltern versäumt haben.
Wer soll’s bezahlen, am Ende, und welche Arbeitsplätze sollen dadurch wegfallen? (z.B. in Krankenhäusern, sozialen Einrichtungen und wo immer die Aspiranten eingesetzt werden - denn sie sollen ja eine sinnvolle Tätigkeit verrichten)
Und ein ganzer Sack voll Fragen, der sich aus diesem - an sich begrüßenswerten - Vorschlag ergibt.
Grüße
Eckard (Ex Z-12)

ausserdem darf man auch nicht vergessen, dass die bundeswehr (als zweit groesster arbeitgeber in deutschland) die meisten und besten (laut meinem ehemaligen kassernenkommandant) zeit- und berufssoldaten regrutiert. was ist das fuer eine armee wenn nur die zivilversager zum bund gehen?

zum raimunds statement:
dem kann ich nur zustimmen. ich komme grad von der bundeswehr (habe bis 30.6. gedient) und ich muss sagen, mir hat es sehr geholfen. wenn ich mich mit meinen ehemaligen klassenkameraden und freunden vergleiche, die zivildienst gemacht haben, muss ich sagen, dass ich in vielerlei hinsicht erwachsener bin. grad was ganz alltaegliche dinge wie behoerdengaenge, etc. betreffen. wenn man 10 bzw. wie bei mir 12 monate (ich habe um 2 monate verlaengert) ziemlich auf sich gestellt sich, lernt man doch viel…
gruesse
Raoul

P.S: auch die ausbildung hat mir ueberhaupt nicht geschadet, ganz im gegenteil…

Ungerecht!!!
Hi!

Dazu muß ich jetzt aber auch mal was sagen:

Der Wehrdienst nur für Männer, und dann auch nur für heterosexuelle Singles, ist schlichtweg eine Diskriminierung.

Entweder tun alle jungen Leute um die 18-20 Dienst am Staate oder keiner!

Die Mädels reden sich mit der asbach-uralt These heraus, sie würden ja schließlich auch Kinder bekommen (um dann im zweiten Atemzug anzumerken, daß sie eh keine Kinder wollen) und die Schwulen wollen Gewehre mit Watte-Griff.
Warum bitte können nicht die Leute, denen der Dienst an der Waffe nicht zuzumuten ist oder die ihn schlichtweg nicht wollen, anderweitig sozial aktiv werden?

Kurz mal heiraten oder schwul werden, das ist doch ein Witz!

Gruß,

Mathias

Dass aber gerade als Kriterium verheiratet/nicht verheiratet
herangezogen wird, macht mich ratlos und wuetend. So ein
grenzenloser Schwachsinn. Welches Vergehen haben sich
Unverheiratete denn zu Schulden kommen lassen, so dass sie
dafuer mit dem Wehrdienst bestraft werden?

Ganz einfach: die Verheirateten kosten zu viel!
Trennungsgeld, wöchentliche Heimreise…

Zum Thema Pflicht: als ich gemustert wurde, war ich auch
Gegner der WP. Heute bin ich dafür. Nicht um als
Kampfspezialist ausgebildet zu werden! Ich sehe es an vielen
Jugendlichen:
was sind das für „Jüngelchen“ vor dem Bund und was für Männer
danach! Ich weiß, es hört sich uralt an. Doch leider ist es
so, dass die meisten die im Leben unbedingt nötige
Selbstdisziplin und Ordnung nicht von selbst lernen.
Übrigens: ich war trotz der Traumnote 1 bei der Musterung nie
beim Bund. Eigentlich schade (aus meiner heutigen Sicht)
Mein Wunsch wäre eine Pflichtzeit für Frauen und Männer von
mindestens einem Jahr. Die Aufgaben müssten ja nicht unbedingt
das Hantieren mit Waffen sein. Es gibt noch viele andere
Wichtige tätigkeiten. Nur ein Vorschlag: Katastrophenschutz
(wird immer wichtiger)…Auf alle Fälle: weg von Mammas
Rockzipfel!
Grüße
Raimund

Wehrdienst und Versager
Hallo Du,

ausserdem darf man auch nicht vergessen, dass die bundeswehr
(als zweit groesster arbeitgeber in deutschland) die meisten
und besten (laut meinem ehemaligen kassernenkommandant) zeit-
und berufssoldaten regrutiert.

Dieser Aussage kann natürlich nur von einem überzeugten Bundeswehroffizier kommen. Es werden sicher jede Menge gute und fähige Leute rekrutiert, aber im Gegensatz auch dazu jede Menge der von Dir sogenannten Zivilversager, die, weil sie die 100m in 10 sek laufen, die beste Eignung für einen SaZ haben. Wenn ich gesehen (und die Vorgänge ja bearbeitet) habe, was für Blindpesen (sorry, aber ist ja so) zum UA oder OA gemacht wurden, dann wird mir heute noch übel…

was ist das fuer eine armee
wenn nur die zivilversager zum bund gehen?

Hm, ich habe Leute im SanZentrum wegen Beulen und Blasen heulen sehen, die in der „Freiheit“ die coolsten und härtesten Schnürstiefelträger waren. Stellt sich die Frage, wer die eigentlichen Zivilversager sind…

zum raimunds statement:
dem kann ich nur zustimmen. ich komme grad von der bundeswehr
(habe bis 30.6. gedient) und ich muss sagen, mir hat es sehr
geholfen. wenn ich mich mit meinen ehemaligen klassenkameraden
und freunden vergleiche, die zivildienst gemacht haben, muss
ich sagen, dass ich in vielerlei hinsicht erwachsener bin.
grad was ganz alltaegliche dinge wie behoerdengaenge, etc.
betreffen. wenn man 10 bzw. wie bei mir 12 monate (ich habe um
2 monate verlaengert) ziemlich auf sich gestellt sich, lernt
man doch viel…

Das stimmt. Die Zeit bei der Armee kann prägen, sie macht deutlich reifer und man lernt jede Menge an Erfahrungen, die auch für das spätere Leben wichtig sind, dazu.
Und das aus meiner Sicht wichtigste, für viele Leute, die es gebrauchen können: Nirgendwo wird Kameradschaft und Gemeinsamkeit derart gelebt und praktiziert wie während des Wehrdienstes. Vorausgesetzt, jeder einzelne ist in der Lage dazu…

CIAo

Früher oder später schon…
…auch der liebe Herr Scharping wird um die Abschaffung der Allgemeinen Wehrpflicht nicht herumkommen, dann hat sich das Thema eh von allein erledigt. Und soooo lange wird diese Entscheidung sicher nicht mehr dauern.

CIAo

Die 15 Monate, die ich bei der BW verbringen mußte, war reine verschenkte Zeit. 15 Monate gelangweilt, nichts produktives getan und nur die Tage bis zum Abgang gezählt.

Sollen die zum Bund gehen, die halt gerne singend über den Kasernenhof marschieren.

Macht es den Italienern nach: Abschaffung der Wehrpflicht und Einführung einer Berufsarmee.

Gruß
Jochen

was sind das für „Jüngelchen“ vor dem Bund und was für Männer
danach! Ich weiß, es hört sich uralt an. Doch leider ist es
so, dass die meisten die im Leben unbedingt nötige
Selbstdisziplin und Ordnung nicht von selbst lernen.

Ich denke mir, das Leben haelt genug Pruefungen bereit, um aus Jungen Maenner zu machen; da braucht es keine staatlich verordnete Wehrdienstzeit, die ja doch hauptsaechlich mit solchen „persoenlichkeitsbildenden“ Taetigkeiten wie Waffen putzen, Stube kehren, sich Langweilen, etc. gefuellt ist.

Jan

in den früheren Militärs (nicht nur im 3. Reich) wurden für Führungsaufgaben (Industrie wie Behörden) sehr gerne ehemalige Soldaten (vorzugsweise Offiziere, Feldwebel…) eingestellt. Die brauchten das Führen nicht mehr lernen!
Apropos Lernen: man lernt nicht nur Waffenreinigen und Gammeln: viele haben dort ihren zukünftigen Beruf erlernt! Kostenlos! Oder ein kostenloses Studium ohne nummerus clausus erhalten. Die Fluggesellschaften sind heilfroh, dass es die Luftwaffe gibt! Und so fort!
Was heißt hier kostenlos! Wohnen umsonst, Essen umsonst und Gehalt!
Ich hoffe, mein Sohn geht nach dem Abi für ein paar Jahre zum Bund und studiert da (was mir sehr hart ankommen wird!)!
Grüße
Raimund

Vorteile Wehrdienst

in den früheren Militärs (nicht nur im 3. Reich) wurden für
Führungsaufgaben (Industrie wie Behörden) sehr gerne ehemalige
Soldaten (vorzugsweise Offiziere, Feldwebel…) eingestellt.
Die brauchten das Führen nicht mehr lernen!

Naja, zumindest die meissten von ihnen…

Apropos Lernen: man lernt nicht nur Waffenreinigen und
Gammeln: viele haben dort ihren zukünftigen Beruf erlernt!
Kostenlos!

Der Weg der Berufsausbildung ist nur noch als Zivilangestellter möglich. Die Berufsausbildung im Rahmen des Wehrdienstes gibt es seit (ich glaub 95) nicht mehr, ebenso den angeblich kostenlosen Führerschein.

Ich hoffe, mein Sohn geht nach dem Abi für ein paar Jahre zum
Bund und studiert da (was mir sehr hart ankommen wird!)!

Wenn Du Deinem Sohn ernsthaft Chancen einräumen willst, so lass ihn gleich 20 Jahre machen, vorausgesetzt, seine körperliche Eignung lässt dass zu. Die restlichen 20 Berufsjahre dümpelt er dann in irgendeiner Büroetage herum…

CIAo

Der Weg der Berufsausbildung ist nur noch als
Zivilangestellter möglich. Die Berufsausbildung im Rahmen des
Wehrdienstes gibt es seit (ich glaub 95) nicht mehr, ebenso
den angeblich kostenlosen Führerschein.

kann nicht ganz stimmen: der Freund meines sohnes macht gerade auf Staatskosten seinen PKW und Lastwagenführerschein!

Ich hoffe, mein Sohn geht nach dem Abi für ein paar Jahre zum
Bund und studiert da (was mir sehr hart ankommen wird!)!

Wenn Du Deinem Sohn ernsthaft Chancen einräumen willst, so
lass ihn gleich 20 Jahre machen, vorausgesetzt, seine
körperliche Eignung lässt dass zu

Ist fast Leistungssportler und knochenharter Fußballer! Fit wie ein Turnschuh.
. Die restlichen 20

Berufsjahre dümpelt er dann in irgendeiner Büroetage
herum…

Auch hier musst Du einer Fehlinformation aufgessesn sein: wenn Du studieren willst, musst Du bei weiten nicht so lange beim Bund dienen!
Grüße
Raimund

kann nicht ganz stimmen: der Freund meines sohnes macht gerade
auf Staatskosten seinen PKW und Lastwagenführerschein!

Dann hat er zumindest schon einen Führerschein, den für Motorrad. Ohne einen Zivil-Führerschein machst Du beim Bund gar keinen weiteren mehr, ist so…

Auch hier musst Du einer Fehlinformation aufgessesn sein: wenn
Du studieren willst, musst Du bei weiten nicht so lange beim
Bund dienen!

Nee Du, wer per Bund studieren will, muss sich zum Offiziersanwärter verpflichten, d.h. mind. 8 Jahre.

CIAo

kann nicht ganz stimmen: der Freund meines sohnes macht gerade
auf Staatskosten seinen PKW und Lastwagenführerschein!

Dann hat er zumindest schon einen Führerschein, den für
Motorrad. Ohne einen Zivil-Führerschein machst Du beim Bund
gar keinen weiteren mehr, ist so…

hat er nicht! Nichts dergleichen!

Auch hier musst Du einer Fehlinformation aufgessesn sein: wenn
Du studieren willst, musst Du bei weiten nicht so lange beim
Bund dienen!

Nee Du, wer per Bund studieren will, muss sich zum
Offiziersanwärter verpflichten, d.h. mind. 8 Jahre.

richtig! 8 Jahre! Na, und? Wie lange dauert ein Studium? 5 Jahre? 6 Jahre? Anschließend noch 2-3 Jahre stoppelhopsen. Und wenn er aufhört eine schöne Übergangshilfe kassieren! Wo ist der Nachteil? Ich sehe nur Vorteile!
Grüße
Raimund