Liebe Experten,
zufällig (bei einer KT, die eigentlich anderen Zwecken diente) wurden bei mir beidseitig Leistenbrüche entdeckt. Der genaue Terminus, den meine Chirurgin dafür benutzte, war „weiche Leiste“. Auf der linken Seite sind es 2,4 cm, auf der rechten 1,8. Sie neigt nicht zur Panikmache, ebenso wenig wie mein Hausarzt, und beide sind der Meinung, man könne operieren, müsse aber nicht, das hinge einfach nur von meinem subjektiven Empfinden ab.
Jetzt habe ich also den Schwarzen Peter in der Hand und überlege, was ich tun soll. Ich bemerke relativ konstant ein leichtes Ziehen, besonders auf der linken Seite, beim Sport machen sich auch beide Seiten bemerkbar, vor allem bei Bauchmuskelübungen. Aber der Schmerz ist nun wirklich nicht „unerträglich“, eher so eine Art „Zipperlein“. Trotzdem: Lohnt sich eine Operation? Und sei es nur, damit sich die Situation nicht verschlimmert? Oder wird die Leiste auch hinterher sowieso immer wieder brechen? Gibt es Risiken, die den Eingriff nicht lohnend erscheinen lassen?
Ein wenig verwundert mich die Zurückhaltung meiner Ärzte schon, zumal ich Privatpatient bin und die Chirurgin den Eingriff ambulant in ihrer Praxis durchführen könnte. Normalerweise fühle ich mich von Ärzten eher vereinnahmt und überversorgt. Hier ist das nicht der Fall, was die Vermutung nahelegt, es sei wohl wirklich ein entbehrlicher Eingriff. Andererseits möchte ich die Sache nicht schleifen lassen…
Weiß jemand Rat?
Vielen Dank im Voraus
und beste Grüße! m.
mh
natürlich kann eine leistenbruch op die sache auch „verschlimmbessern“. es gibt z.b. das risiko durch nervenschädigung ein sog. ileoinguinalissyndrom zu bekommen, dass sind chronische leistenschmerzen. außerdem könnte man die gefäße verletzten, die den hoden mit blut versorgen und somit eine atrophie (schrumpfung) des hoden bekommen, und und und.
andererseits kann ein leistenbruch (aber ist es nun wirklich einer, diese frage stellt sich ja eigentlich noch bei dir) auch mal zu einer einklemmung von darm führen, dann muss man not operieren und da kann es auch mal zur entfernung von darmanteilen kommen.
eigentlich gibt es eine klare definition, nämlich, dass ein leistenbruch operiert gehört. sicher diagnostizieren könnte man dies indem man eine bauchspiegelung durchführt. von innen kann man sicher sagen, ob es sich um einen bruch handelt. der vorteil bei dieser methode ist außerdem, dass man dann wenn nötig gleich beide seiten operieren könnte (mit einer netz-plastik) —> wie alt bist du? (bei sehr jungen pat. möchte man manchmal kein netz nehmen).
diese methode wird jedoch in der regel nicht ambulant gemacht.
ich hoffe ich hab dich jetzt nicht noch mehr durcheinander gebracht.
lg
yve
Hallo Yve,
vielen Dank für die ausführliche Stellungnahme. Die Diagnose beruht auf einer Kernspintomographie, insofern denke ich, sie müsste schon zuverlässig sein. Die Chirurgin und meine Hausarzt haben zudem die Leisten abgetastet, nachdem der Kernspinbefund schon bekannt war. Schon bei der Kernspintomographie wurde auf die Möglichkeit eingeklemmter Darmteile hingewiesen, andererseits aber festgestellt, dass diese Gefahr akut nicht besteht, weil der Abstand zu den Bruchstellen doch noch recht groß ist.
Ich bin 51 Jahre alt und hatte diese Brüche selbst nicht bemerkt, allerdings durchaus in letzter Zeit ein Ziehen in der Leistengegend wahrgenommen. Niemand kann mir aber sagen, seit wann ich diese „weichen Leisten“ habe. Die Chirurgin wäre allerdings jederzeit zu einer Operation bereit, wenn ich sie denn wünschte, und geht zumindest davon aus, dass sie sie ambulant durchführen könnte.
Viele Grüße!
m.