Hallo,
ein wesentlicher Punkt, warum PVC altert ist, dass die Weichmacher, die nur über zwischenmolekulare Bindungen im PVC gehalten werden, nach außen diffundieren und sich verflüchtigen.
Was hindert daran, die PVC-Ketten mit einem Weichmacher auszustatten, dass dieser kovalent gebunden ist und nicht mehr so leicht ausdiffundiert?
Eine kovalente Bindung pro Weichmachermolekül, nur, dass es etwas fester gebunden ist, aber immer noch keine kovalente Vernetzung herstellt. Das Gitter wäre immer noch gestört und dadurch das PVC etwas weicher und flexibler.
Warum geht das nicht?
PVC ist ein billig zu produzierender Massenkunststoff.
Anschließend wird der einheitlich hergestellte Rohstoff (= reines PVC) in Extrudern zum Produkt umgewandelt, das der Kunde haben will. Und von diesen Mischungen gibt es hunderte, wenn nicht gar tausende, alle maßgeschneidert auf die Wünsche des Kunden.
Da werden manchmal hunderte von Tonnen angemischt, oder mal nur wenige kg.
Selbst wenn es theoretisch möglich wäre, Weichmacher schon bei der Polymerisation einzubauen (in vielen Fällen würde aber schon die Reaktionskinetik einen Strich durch die Rechnung machen) wäre es vom Preis her nicht tragbar.
Bei sog. Polymeranalogen Reaktionen, also wenn das fertige PVC mit irgendwas zur Reaktion gebracht würde, sähe es wohl ähnlich aus. Nur wenige (teure und reaktive (=giftige)) Verbindungen täten das, was sie sollten und wenn Reste dieser Sachen im Endprodukt blieben, was nahezu unvermeidlich ist, hätte man sowieso nichts gewonnen.
Würde mir mal die Frage stellen, ob die weichmachende Wirkung nicht gerade darauf beruht, dass die Weichmacher NICHT kovalent gebunden sind, sozusagen als Schmiermittel oder Verschiebemasse.
Würde mir mal die Frage stellen, ob die weichmachende Wirkung
nicht gerade darauf beruht, dass die Weichmacher NICHT
kovalent gebunden sind, sozusagen als Schmiermittel oder
Verschiebemasse.
das ist Pott wie Deckel.
Bei Acryl-Co-Polymeren wird das mit internen Weichmachern gemacht, sogar mit analogen Estern wie die Dioctylphtahalten, nämlich 2-Ethyl-hexylacrylat.
Bei Polyurethanen ist das ähnlich, da kann man mit der Diol-Komponente schön spielen und die Eigenschaften einstellen.
Aber die Sachen sind weit teurer als PVC und werden auch anders hergestellt.
Also wirklich nur eine Preisfrage?
Hallo,
also kann man sagen, dass man in einigen Vinylchloridmolekülen schon ein Chloratom durch einen Substituenten ersetzen kann, der das PVC dann weicher macht, allerdings wäre das im Vergleich zur konventionellen Herstellung zu teuer.
Aber was ist mit Rohren oder Dachisolierungen? Wenn die Weichmacher kovalent gebunden wären, würde die Lebensdauer doch erheblich steigen und wenn man man bedenkt, welcher Aufwand betrieben werden muss, wenn ein Rohrbruch ist, würde man, so denke ich, doch gerne einen erhöhten Preis zahlen oder nimmt man in diesen Fällen dann ein anderes Material, wo man sich auf höhere Qualität eingestellt hat und deshalb ein besserer Markt existiert.
Wenigstens bei PET?
Und warum verwendet man nicht diese beschriebenen in einer Copolymerisation verwendeten Weichmacher wie EVA oder sowas, um auszuschließen, dass gesundheitsschädigende Weichmacher ins Mineralwasser diffundieren?
Ich meine, weil ich hier(http://de.wikipedia.org/wiki/PET-Flasche) gelesen hab, dass die Weichmacher im Wasser landen.
Wenigstens hier dürfte man doch die Weichmacher kovalent über ein Copolymerisation binden.
Macht man das mittlerweile?
Und warum verwendet man nicht diese beschriebenen in einer
Copolymerisation verwendeten Weichmacher wie EVA oder sowas,
um auszuschließen, dass gesundheitsschädigende Weichmacher ins
Mineralwasser diffundieren?
Wenigstens hier dürfte man doch die Weichmacher kovalent über
ein Copolymerisation binden.
Macht man das mittlerweile?
PET benötigt und enthält keine Weichmacher. Noch nie!
Die sehr geringe Menge von Fremdstoffen die z.B. ins Wasser abgegeben werden, unterschreiten bei weitem irgendwelche Grenzwert.
MfG
Die sehr geringe Menge von Fremdstoffen die z.B. ins Wasser
abgegeben werden, unterschreiten bei weitem irgendwelche
Grenzwert.
Also kommen die Fremdstoffe durch Zersetzung des PETs hinein und es sind keine Weichmacher drin.
Interessant finde ich auch, dass die im letzen Abschnitt unter Nachteile (Forscher der Universität Frankfurt…) erwähnten östrogenartigen Substanzen nicht nur in PET-Flaschen, sondern auch in Glasflaschen gefunden wurden, allerdings nicht so viel.
Woher könnten diese Substanzen kommen und warum sind sie in PET-Flaschen in größerer Menge vorhanden?
Wo wird bei der Abfüllung des Wassers oder sonst irgendwo eine östrogenartige Substanz bei Glas- und PET-Flaschen verwendet?
Einfache Antwort: Keine Ahnung.
Das ist dann aber auch eine ganz andere Frage, die Du separat stellen kannst.
Bei der Herstellung von Kunststoffen werden ja auch Katalysatoren und Behälter, Rührmixer, Inhibitoren, Initiatoren und so weiter verwendet.
Warum ausgerechnet Östrogene ins Mineralwasser kommen, finde ich absolut unlogisch.
MfG