Weidezaun leitet teilweise keinen Strom

Hallo zusammen,

ich habe seit ein paar Tagen ein kleines Problem mit unserem Elektroweidezaun, das ich mir mit meinen begrenzten Elektronikkenntnissen nicht erklären kann.

Folgendes Szenario: Ich habe unsere Pferdeweide in mehrere kleinere “Sektoren” unterteilt (der Einfachheit halber nenne ich sie mal A,B,C und D) und entsprechend mit Weidezaunlitze eingezäunt. Je nachdem auf welchem Abschnitt die Pferde laufen wird dann der Zaun des jeweiligen Sektors geschaltet. Ausnahme davon stellt der Sektor A dar, dessen Zaun steht immer unter Strom, da an diesem das Weidezaungerät angeschlossen ist. Die anderen Sektoren grenzen alle an Sektor A, so dass ich deren Zäune bei Bedarf mit den Zaun von Sektor A verbinde und somit diese Zäune ebenfalls unter Strom setze.

Bisher funktionierte alles wunderbar, ich konnte alle anderen anderen Sektoren “schalten” wie ich wollte. Sowohl alle Sektoren gleichzeitig als auch nur einzelne Sektoren (neben A) waren möglich.

Seit ein paar Tagen habe ich nun aber das Problem, dass in allen Sektoren fast keine Spannung mehr anliegt (Messgerät zeigt 2-3kV) sobald ich Sektor B in Betrieb nehme/mit A verbinde. Ich bin den Zaun von Sektor B schon abgelaufen und konnte dort keine offensichtlichen Kurzschlüsse (z.B. Äste auf dem Zaun oder kaputte Isolatoren) entdecken. Allerdings gibt es an diesem Zaun an zwei Stellen einen Kabelbruch, was man u.A. durch lautes Knacken bemerkt.

Kann das schon die Ursache für das Problem sein? Nach meinem Veständnis dürfte dies doch eigentlich nicht daran liegen, denn ein gebrochenes Kabel dürfte doch eigentlich nur dazu führen dass dahinter (also vom Weidezaungerät aus gesehen) keine Spannung mehr anliegt. Wenn ich vor dem Kabelbruch (also z.B. in Sektor A mit dem Messgerät messe müsste das doch eigentlich trotzdem aussschlagen, da der Strom dann ja ungehindert fliesen kann (Weidezaungerät → Messgerät → Erde → Weidezaungerät)?

Falls es nicht daran liegt, hat jemand evtl. eine Idee woran es sonst liegen könnte?

Vielen Dank,
Christoph

Hallo Christoph

Ja ein Kabelbruch reicht absolut als Grund dafür aus, dass auf dem gesamten Zaun weniger bzw nichts mehr ankommt, Schlagstarke Zäune knacken deswegen nicht. An jeder knackenden Stelle verliert er Leistung, weswegen auch jeder Knoten in der Litze schon 100V weniger ausmachen ausmachen kann.

Gruß h

2 „Gefällt mir“

Hallo!

Ich muss @Hexerl hier widersprechen.

Ein E-Weidezaun erzeugt kurze Hochspannungspulse zwischen dem leitfähigen Band und dem Boden. Strom fließt da praktisch keiner - zumindest, solange er nicht irgendwo vom Band in den Boden gelangen könnte.

Das Knacken, das man hört, sind kleine Funkenüberschläge an Stellen, an denen das Metallgeflecht unterbrochen und Bruchteile von Millimetern voneinander entfernt liegt. Dieses Knacken bedeutet aber auch, dass da Strom fließt. Heißt auch: Wenn da sonst alles OK ist, dann knackt das kaum bis gar nicht. (Da ist immernoch Elektrostatik und der ein oder andere unbedeutende Grashalm)

Wenn der Zaun bis auf so einen Kabelbruch völlig in Ordnung ist, und ein Tier den Zaun dahinter berührt, dann wirkt der Kabelbruch auch als elektrischer Widerstand, der die Spannung am Tier und damit die Abwehrwirkung, stark reduziert. Vor dem Bruch wäre aber alles wie immer.

Andererseits spricht dauerhaftes, deutliches Knacken eben dafür, dass da deutlich Strom fließt, also irgendwo eine Verbindung zum Boden existiert. Das kann schon an zu viel nassem Gras liegen, das den Zaun berührt.

Sieh es mal so: Wenn es eine kleine Unterbrechung igendwo in B gibt, wie soll die die Spannung in A runter ziehen? Wenn du das Band in B durchschneidest (oder B einfach komplett von A trennst), müsste dieser Logik zufolge die Spannung an A komplett einbrechen.

Du hast definitiv einen Kurzschluss zum Boden in B, denn deutlich knackende fehlerhafte Stellen weisen dich darauf hin, dass der Strom dahin abfließt! Hochspannung ist da ziemlich fies und nimmt Wege, die man für ausgeschlossen hält.