Weimarer Republik fehler im Geschichtsbuch?

Servas!
Im Geschichtsbuch „Geschichte für Gymnasien“ vom Oldenbourg-Verlag heisst es auf Seite 198 dass es den Deutschnationalen 1924 zum ersten mal gelang, Regierungsverantwortung zu übernehmen. Die Koalition 1924 bestand aber aus Zentrum, BVP, DVP, DDP wobei Wilhelm Marx nach Wahlen das Kabinett umbildete und die BVP wegfiel, also nur noch Zentrum, DVP, DDP. Welche dieser Parteien wird also noch als deutschnational bezeichnet. Die DNVP die man so nennt konnte nämlich 1925 erstmalig in der Regierung mitmachen, sie kann hier mit deutschnational nicht gemeint sein. Oder ist das ein Druckfehler?? Es erscheint zwar unwichtig, liest man diesen Abschnitt in dem Buch aber wird klar, dass das folgende wenn auch nicht stimmen kann, sollte die Info falsch sein. Vielen Dank für Antworten im Voraus.

Hi Servas!

Mit „deutschnational“ in Bezug auf politische Parteien in der WR kann m. E. nur die DNVP gemeint sein. Es gibt keine andere relevante Partei mit diesem Attribut, auch wenn es in anderen Parteien durchaus Flügel mit deutschnationaler Ideologie gab (z.B. DVP).

Deine Informationen (DNVP-Regierungsbeteiligung auf Reichsebene erst seit dem 05.01.1925, im 1. Kabinett Luther (Zentrum)) sind natürlich völlig zutreffend.

Lediglich auf Länderebene gab es schon früher Koalitionen mit DNVP-Beteiligung :

Thüringen seit 21.02.1924 unter MP Dr. Richard Leutheußer (DVP)

Württemberg seit 03.06.1924 unter MP Wilhelm Bazille [welch passender Name :wink:] (DNVP)

Anhalt seit 08.07.1924 unter MP Willi Knorr (DNVP)

Mecklenburg-Schwerin erstmals schon ab 20.07.1920 [!] unter MP Hermann Reincke-Bloch (DVP)
Mecklenburg-Strelitz erstmals schon ab 08.06.1920 [!] unter MP Kurt Artur Freiherr von Reibnitz (SPD [!])

Kurz nach der DNVP-Regierungsbeteiligung auf Reichsebene kamen dann noch
Bremen seit 30.01.1925 unter Bürgermeister Dr. Theodor Spitta (DDP) und
Schaumburg-Lippe seit 28.05.1925 unter MP E. Steinbrecher (SPD [!]) hinzu.

Weitere informative Details findest Du unter http://www.gonschior.de/weimar/index.htm.

Gruß, Hartmann.