Wein im eigenen Garten anpflanzen

Hallo,

ich möchte im Garten an einem Zaun entlang gerne Wein anpflanzen. Dabei denke ich weniger daran Wein daraus zu gewinnen, aber irgendwann gutschmeckende, dunkle Tafeltrauben zum abzupfen und essen. Es wäre eine Lage die pro Tag so 4h Sonne hat, reicht das aus? Welche Sorten sind denn geeignet und was müsste man als „Weinanpflanzungs Newbie“ dabei so alles beachten? Also Jahreszeit zum anpflanzen, Boden, Sonnenstunden pro Tag usw? Es ist eine Lage/Garten, die eben im Osten und Westen sozusagen zwischen zwei Häusern liegt, also damit meine ich, Sonne kriegt es nur aus Norden (eher weniger :smile: und eben aus Süden. Braucht man eine Art Gerüst als Kletterhilfe oder reicht ein Gartenzaun aus oder freistehend am Zaun entlang? Für Tips oder Erfahrungen wäre ich sehr sehr dankbar!

herzlich Jürgen

hallo juwe,
der link http://www.fassadengruen.de gibt dir zunächst einmal gute einsteiger-tipps.

Es wäre eine Lage die pro Tag so 4h Sonne hat, reicht das aus? Welche :Sorten sind denn geeignet

auf jeden fall müsstest du dich für sog. speisetrauben entscheiden und daraus „frühsorten“ wählen. dann könnte es klappen. gut schmecken auch müller/thurgau (manchmal riesling/silvaner genannt), perle von csaba, bouvier, gelber muskateller (alle frühsorten).

weiters solltest du auf mehltau-resistente pflanzen achten (werden extra für hobby-weinbauern gezüchtet) und dich trotzdem mit dem gedanken anfreunden können, bei ungünstiger witterung gegen alle möglichen krankheiten mit spritzmittel vorzugehen.

stecklinge brauchen etwa drei jahre bis zur ersten ernte, containerpflanzen meist ein-, manchmal auch zwei jahre.

Braucht man eine Art Gerüst als Kletterhilfe oder reicht ein Gartenzaun aus oder freistehend am Zaun entlang?

wenn der gartenzaun massiv genug ist und wenigstens ca. 1,60 hoch ist, reicht das. der winddruck bei voll entwickelter laubwand ist enorm. eventuell den zaun mit anker sichern.

was du noch bedenken müsstest, wären winterfröste. in gegenden mit mehr als 20 minusgraden kann ein weinstock nichtüberleben. dir muss auch klar sein, dass im herbst sehr viel laub fällt, welches du im falle einer pilzinfektion nicht privat kompostieren sollst (private kompostmieten werden nicht warm genug).

alles in allem: weinstöcke sind nicht ganz so einfach zu pflegen wie eine hecke.

noch mehr, neue fragen?

gruss, millia

Hi Juwe,

meine Nachbarin baut Wein in bester Südhanglage, zwei Sorten weiß und blau auf einer Pergola, schneidet immer fachgerecht und wundert sich jedes Jahr, dass die Beeren fad sind - nicht richtig süß, aber auch nicht anständig sauer, eben wässerig. Wenn ich dann schon mal auf die Lage hinweise - Ostallgäu - werde ich beschimpft. Das ist nicht fair!

Gruß Ralf

hi ralf,

deine nachbarin hat entweder spätreifende trauben oder zu viele am stock. sag ihr, dass sie unmittelbar nach der blüte - ganz egal, welchen schnitt sie durchführt - max. 5 weintrauben pro stock stehen lassen soll, und zwar diejenigen, die am nächsten zum weinstock stehen.

zuckerfördernd wäre auch noch das „ausblättern“ der lederblätter ende juli. das sind diejenigen, die im frühling als erste gewachsen sind und nun kaum noch assimilieren.

noch mehr zucker kann durch rechtzeitiges „entspitzen“ (mitte/ende juni)erzeugt werden: wenn sich die wipfel der jungen triebe leicht zu neigen beginnen, etwa 10 cm abschneiden. der stock treibt dann aus den blattachseln neue triebe. mehr blattfläche bedeutet bessere zuckerproduktion.

…dann wird’s auch noch im ostallgäu etwas mit süssen trauben, nur halt keine grosse menge. im tiroler inntal gibt es einen ganzen weingarten, der durchaus gute trauben bringt.

-)

millia

Danke, millia, ich werde das so weitergeben und in einem Jahr berichten :smile:

gruß Ralf