Wein oder Hopfen als Zaunbegrünung

Hallo,
wir haben neuerdings einen Garten der sich durch einen Holzzaun zum Nachbargarten abgrenzt. Da der Zaun nicht Blickdicht ist - wir es aber gerne hätten - wollen wir den zaun auf unserer Seite begrünen. Es reicht uns jedenfalls wenn in den wärmeren Moanten (also ca. Mai- September) dort ein Sichtschutz entsteht. Wir dachten dabei eigentlich an Wein oder Hopfen, weil man zumindest aus dem Wein ,(ggf. auch aus dem Hopfen) ja evtl .spaßeshalber versuchen könnte (wenn alles klappt) selbst Getränke herzustellen. Dies ist aber kein Muss, es wäre nur ein netter Nebeneffekt.
Wozu würdet ihre tendieren? Was wuchert im Frühjahr schneller? Wein oder Hopfen?

Ein kleines Problem gibt es dabei: Wir würden gerne nur unsere, also die Südseite begrünen und verhindern, dass Ranken zum Nachbarn durchschlagen, weil wir es ihm nicht zuumuten möchten, dass er wegen uns arbeit hat. Gibt es Matten oder ähnliches die man spannen könnte damit der Ranken nicht bis zu ihm durchschlagen?
Freue mich auf eure antworten,
Dank Im Voraus

Hallo.

Nach meiner Erfahrung legt Hopfen eindeutig früher im Jahr los, als Wein.

Beschneiden muss man natürlich beides.

Nutzen kann man den Hopfen höchstens als Tee, Bier wird aus Gerste(Weizen) gemacht. Der Hopfen dient nur der Konservierung und dem Geschmack. Bier ist ungleich komplizierter herzustellen als Wein.

In Baumärkten gibt es so grüne Kunststoffmatten die bieten an und für sich schon fast perfekten Sichtschutz. Ob die Ranken da durch wachsen, weiß ich nicht, eher wohl nicht.

mfg

Hallo,

ich kürze die Frage mal auf die wesentlichen Punkte …

Was wuchert im Frühjahr schneller?
Wein oder Hopfen?

Hopfen wuchert
Wein gar nicht, bzw. nur wenn Du auf Trauben verzichtest

Der wesentliche Unterschied ist der, dass Hopfen quasi wie eine Staude aus dem Rhizom, d.h. unterirdisch jedes Jahr neue Triebe schiebt - und im Winter nur noch die bis zu 10 Meter langen Stängel (um den zaun gewickelt) stehen bleiben.
Dafür treibt eine Hopfenpflanze jedes Jahr mehr Triebe
—> außerdem treibt jede Hopfenpflanze unterirdisch Ausläufer
Ich warne und mahne!!!
Wir haben vor Jahren einen kleinen Fechser Hopfen an die Rückwand eines Gartenhäuschens gesetzt.
Das wurde ab Jahr 2 völlig überwuchert
ab Jahr 3 eroberte der Hopfen die Hecke dahinter und mittlerweile liegt er auf Häuschen, Garage, den Kletterrosen in der Nachbarschaft und ich befürchte, im Rasen des Nachbargrundstücks hat er sich auch schon heimisch gemacht. Das sehen wir nur nicht, weil wir es dieses Jahr noch nicht geschafft haben, uns mit der Machete einen Weg zwischen Gartenhäuschen und Hecke durchzuhacken.

Wein ist dagegen quasi so etwas wie ein rankender Baum.
Du hast einen Stamm und einen Wurzelstock (Holz)
Aus dem Stamm und seinen „Zweigen“ treiben jedes Jahr weiche Ranken, die übers Jahr verholzen = quasi zu Zweigen werden. Die Blüten und später die Trauben sitzen an den neuen, d.h. noch grünen und weichen Ranken.
—> willst Du eine Ernte mit großen Trauben brauchst Du eine Esstraubensorte und Du musst die Menge der neuen Ranken begrenzen.
—> das bedeutet, Ernte geht vor blickdicht am Zaun

Dafür ist Wein von den Wurzeln her relativ friedlich. Ein Weinstock geht lieber in die Tiefe. Das kann allerdings mehrere Meter sein, je nach Boden.
Gießen, außer im Anwachsjahr, solltest Du ihn nicht.

Zum Thema „Matten spannen“
Das nennt sich Wurzelsperre, besteht aus festem Plastikgewebe und gehört je nach Pflanzenart tief genug eingegraben und zwar vor der Pflanzung des auswanderungswütigen Gewächses.
Lass Dich dazu im Baumarkt/Gartencenter beraten.
Vergiss aber nicht, dass Pflanzen, wenn sie unterirdisch nicht vorankommen, gerne mal den Weg oberirdisch versuchen. Auch mit Wurzelsperre gehört die Gartengrenze, der Zaun regelmäßig untersucht und gegebenenfalls mit Spaten, Hacke, Gartenkralle aufmüpfige Ranken entfernt.

viele Grüße
Geli

MOin,

sagen wir mal so: Wein kommt spät, dann aber u.U. gewaltig.
Ich habe im jetzt dritten Jahr zwei Reben, einen Muskat Bleu und einen Birstaler Muskat auf etwa 5m Länge stehen. Auch sie sollen Sichtschutz und optische Abgrenzung sein, die Sorten habe ich mir wegen des Klimas (Westl. Ruhrgebiet) und der hohen Pilz- und Mehltauresistenz ausgewählt.
Richtig Blätter gibt´s erst im späten Mai, vollbuschig laufs Juni.
Der Bleu ist etwas zögerlicher und langsamer, der Bisrtaler treibt als wenns Geld dafür gäbe. Wenn man da nicht schneidet schießt er über die 2m hohe Rankhilfe nochmal 2m raus und sucht dann neuen Halt. Das kann dann auch gern auf dem Nachbargrundstück sein (kann bei mir nicht passieren).
Beim Schnitt muß ich wohl auch noch ein wenig dazu lernen…

Hopfen gehört in die gleiche Gruppe wie Knöterich, Efeu und Bambus: Wer das in meine Garten setzen will, der muß an mir und meiner Mistgable vorbei! Das Zeug wuchert wie Gift und erwürgt alles andere.

Guten Rat gibt´s hier:
http://www.fassadengruen.de/fassadenbegruenung-rankh…
Vielleicht findest du ja was Passendes unter den Pflanzen.

LG

RoyalFlush