weiß oder weiss?

Hallo,

ich habe eine Frage bezüglich der Schreibweise mit „ss“ und „ß“.

Bisher bin ich davon ausgegangen, dass nach einem Diphthong immer ein „ß“ folgt.
Das bedeutet aber, dass z.B. das Wort „weiß“ oder „weiss“ (sowohl als Verb als auch als Adjektiv) mit „ß“ geschrieben werden muss. Ist die Rechtschreibung des Namens dieses Forums nun falsch? Ebenso fällt mir auf, dass das Adkektiv „weiß“ bzw. „weiss“ auf Zahnpastatuben ebenfalls immer mit „ss“ geschrieben wird.

Kann mir irgendjemand weiterhelfen?

Lieber Gruß
Tini

Hallo,

Bisher bin ich davon ausgegangen, dass nach einem Diphthong
immer ein „ß“ folgt.

Das ist auch richtig so.

Das bedeutet aber, dass z.B. das Wort „weiß“ oder „weiss“
(sowohl als Verb als auch als Adjektiv) mit „ß“ geschrieben
werden muss. Ist die Rechtschreibung des Namens dieses Forums
nun falsch?

Nicht direkt falsch. Aber er stammt aus einer Zeit, da sich die Sonderzeichen in Domainnamen noch nicht etabliert hatten. Und man ist dabei geblieben (dazu gabs vor einigen Wochen eine Aussage vom Team dazu, im Bugs oder Zukunftsbrett).

Ebenso fällt mir auf, dass das Adkektiv „weiß“
bzw. „weiss“ auf Zahnpastatuben ebenfalls immer mit „ss“
geschrieben wird.

Das kann verschiedene Gründe haben. Zum einen sollte man den Menschen, die Packungsbeschriftungen machen, nicht trauen. Zum anderen wird dadurch keine neue Packung nötig, wenn man die Zahnpasta in die Schweiz schickt (dort benutzt man bekanntlich das ß gar nicht). Oder die Zahnpasta kommt gleich von dort. Es kann natürlich auch der bewusste (allerdings dämliche, IMHO) Versuch sein, das Schriftbild „internationaler“ erscheinen zu lassen.

Gruß
Elke

also korrekt ist natürlich weiß, weil auf einen diphthong immer ß folgt. ansonsten ist mir aber auch aufgefallen, dass viele deutsche seit der rechtschreibreform nicht mehr mit ss und ß umgehen können. viele denken, ß sei ganz ausgestorben. oft liest man auch strasse, was natürlich falsch ist, denn auf einen langen vokal folgt immer noch ß.
eigentlich traurig, dass diese reform soviel unwissen und verwirrung schafft, wo sie doch erklären und vereinfachen wollte…

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Hallo Paula!

also korrekt ist natürlich weiß, weil auf einen diphthong
immer ß folgt. ansonsten ist mir aber auch aufgefallen, dass
viele deutsche seit der rechtschreibreform nicht mehr mit ss
und ß umgehen können.

Ach, und du denkst, dass sie das vorher konnten? :smile:
Die einzig vernünftige Maßnahme, wäre gewesen, das „ß“ ganz abzuschaffen. Wir brauchen es nicht, es ist nichts als ein Schnörkel aus vergangenen Zeiten.
Wenn ich mich recht erinnere, gab es in Sütterlin sogar drei verschiedene Formen von „s“. Eins davon haben wir anscheinend wenigstens abgeschafft.
Sprache ist nur in Grenzen logisch, aber Rechtschreibung sollte es eigentlich sein.
Wer das nicht will,(was ich durchaus verstehen kann), braucht überhaupt keine Rechtschreibreform.
Für die Aussprache bringt die verschiedene Schreibweise sowieso nichts.

Im Übrigen erlaube ich mir weitgehend meine eigene Rechtschreibung und Zahnpaste ist für mich halt tatsächlich weiss, obwohl sie das nicht weiß und auch niemals wissen wird.

viele denken, ß sei ganz ausgestorben.

Wunschdenken! :smile:

oft liest man auch strasse, was natürlich falsch ist, denn auf
einen langen vokal folgt immer noch ß.

Hm, Strasse hab ich auch vor der Rechtschreibreform oft gelesen.
Manchmal denke ich, was hat das nachfolgende „s“ eigentlich mit dem Laut davor zu tun?
Wer einigermaßen logisch denkt, müsste eigentlich Strahse schreiben, oder, noch besser, Straase. :smile:

Teilweise lag die Verwirrung aber auch daran, dass mechanische und später elektronische Schreibgeräte weder „ß“ noch Umlaute kannten.
So noch z.B. der Amiga, seligen Angedenkens.
Manchmal machte mich das richtig boese.

eigentlich traurig, dass diese reform soviel unwissen und
verwirrung schafft, wo sie doch erklären und vereinfachen
wollte…

Warum schreibst du eigentlich alles klein?

Gruß, Nemo.

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Hi Nemo

Teilweise lag die Verwirrung aber auch daran, dass mechanische
und später elektronische Schreibgeräte weder „ß“ noch Umlaute
kannten.
So noch z.B. der Amiga, seligen Angedenkens.
Manchmal machte mich das richtig boese.

*g*
manche User (wie ich) sollen auch internationale Tastaturen haben, die gar kein ß beinhalten. (ja, das habe ich jetzt per copy/paste eingefügt)

eigentlich traurig, dass diese reform soviel unwissen und
verwirrung schafft, wo sie doch erklären und vereinfachen
wollte…

Warum schreibst du eigentlich alles klein?

*lol*
ja, wer im Glashaus sitzt …

Gruss
ExNicki

Hallo Paula,

oft liest man auch strasse, was natürlich falsch ist, denn auf
einen langen vokal folgt immer noch ß.

Wer sagt dir denn, dass das ein langer Vokal ist?

Es gibt doch durchaus unterschiedliche Strasse aus Glas in unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung und in unterschiedlichen Korngrößen! In der Schweiz gibt es sogar Strassen mit doppeltem s nach langem Vokal als Verkehrswege!

Gruß Gernot

alles klein
lieber nemo,
ich schreibe alles klein, weil das schneller geht. natürlich bin ich der deutschen sprache auch soweit mächtig, dass ich die groß- und kleinschreibung beherrsche.
p.s. in der deutschen schrift (wir schreiben ja jetzt lateinisch, also mit lateinischen buchstaben) gab es tatsächlich drei verschiedene s. außer dem normalen s, wie in tatsache und dem ß, wie eben in straße gab es noch ein „lang s“, man schrieb dieses s in wörtern wie absprung, um deutlich zu machen, dass das s zum p und somit zu sprung gehört. wörter wie wachstube waren so also unmissverständlich, d.h. man wusste ob es sich um eine tube voller wachs (normales s) oder eine stube, in der gewacht wird (lang s) handelt.
mfg

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Hallo Nemo,

Sprache ist nur in Grenzen logisch, aber Rechtschreibung
sollte es eigentlich sein.

Inwiefern wird denn die Rechtschreibung logischer, wenn man das „ß“ abschafft.

Für die Aussprache bringt die verschiedene Schreibweise
sowieso nichts.

Die des „ß“ aber doch eigentlich schon. Es folgt der Regel zur Folge ein stimmloser S-Laut nach einem „ß“

Im Übrigen erlaube ich mir weitgehend meine eigene
Rechtschreibung und Zahnpaste ist für mich halt tatsächlich
weiss, obwohl sie das nicht weiß und auch niemals wissen wird.

Das kannst du ja tun, nur bringt diese Antwort rein gar nichts in Bezug auf die von mir gestellte Frage.

Manchmal denke ich, was hat das nachfolgende „s“ eigentlich
mit dem Laut davor zu tun?
Wer einigermaßen logisch denkt, müsste eigentlich Strahse
schreiben, oder, noch besser, Straase. :smile:

Also meinem logischen Denken zur Folge würde ich diesen S-Laut aber stimmhaft aussprechen, was wahrscheinlich nicht der Hochdeutschen Aussprache entspricht.

Teilweise lag die Verwirrung aber auch daran, dass mechanische
und später elektronische Schreibgeräte weder „ß“ noch Umlaute
kannten.
So noch z.B. der Amiga, seligen Angedenkens.
Manchmal machte mich das richtig boese.

Das stimmt bestimmt und ich kann deine Gefühle gut verstehen.

Ich denke schon, dass die Regelung „ss“ und „ß“ der Rechtschreibreform logisch ist. Das bezieht sich aber nur auf die Regel an sich. Leider wird sie jedoch nicht logisch, bzw. richtig umgesetzt (in Bezug auf die festgelegte Rechtschreibung gewisser Worte).
Wenn man dagegen rebellieren möchte, dass die Rechtschreibreform unlogisch ist, sollte man das meines Erachtens nach nicht durch eine Verweigerung von „ß“ tun, sondern durch die grundsätzlich der Regel zur Folge richtige Schreibweise, denn vielleicht lässt sich dadurch eine Logik herstellen.
Beispielsweise müsste man Apfelmus (richtig nach Duden) mit „ß“ schreiben (falsch nach Duden), da ja ein stimmloser S-Laut auf einen langen Vokal folgt. Das gleiche gilt für das Wort „aus“. Das Wort Geheimnis müsste dagegen mit „ss“ geschrieben werden.
Das sind die Fehler der Rechtschreibreform, die ich viel schwerwiegender finde. Ich weiß aber nicht, was gegen die Idee eines „ß“ sprechen soll.

Gruß
Tini

Nein, mehr davon: ð, þ
Hallo,

lasst uns wieder das altgermanische Eth (ð) und Thorn (þ, im ísländischen „Thoddn“ gesprochen) einführen. Dann können wir nämlich alla in Zukunft in der Muttersprache das stimmhafte und stimmlose „th“ des englischen üben und hören uns nicht mehr so … (zensiert) … im englischsprachigen Umgang an.

*g*

Gruß

Stefan

Hallo Stefan,

ich verstehe den Bezug nicht. Was hat Lautverschiebung mit einem Rechtschreibproblem zu tun? Kannst du mir da weiterhelfen?

Gruß
Tini

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,

Sprache ist nur in Grenzen logisch, aber Rechtschreibung
sollte es eigentlich sein.

Na da wäre ich mal gespannt … ist natürlich eine tolle idee, die auch super klingt, aber die Durchführung… mal abgesehen davon, welchen Dialekt wir zugrunde legen (und davon hängt ja ab, wer welche schreibung als „logisch“ empfindet) … Schreibst du dann Baua und Schtraasnvakea ? und Pfehrt und Hunt? Meikefa (nein, ich will die Diskussion um e und ä nicht wieder aufwärmen)? Hast Du unterschiedliche Buchstaben für den i-Laut in Viertel und ich? Warum schreiben wir für den ersten Laut in Schule sch und haben keinen eigenen Buchstaben dafür? Das kyrillische Alphabet ist da vernünftiger, das hat da einen eigenen Buchstaben. Viele deutsche Dialekte unterscheiden zwischen stimmhaftem und stimmlosen s, was tun wir dann damit?

Die Franzi

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Großes ß ist nun internationale Norm
servus Nemo

viele denken, ß sei ganz ausgestorben.

ganz im Gegentum: Das ß als Großbuchstabe ist nun von der Internationalen Organisation für Normung (ISO) als internationale Norm veröffentlicht worden…http://www.heise.de/newsticker/Grosses-ss-ist-nun-in…

nur schade, dass ich dieses schöne Symbol nicht auf meiner (Arbeits-)Tastatur habe

es grüsst
ED

Hallo Franzi,

diese Antwort habe ich befürchtet, aber darauf wollte ich natürlich nicht hinaus.
Wenn wir das wollten, müssten wir Lautschrift verwenden.
Die Unlogik die ich meine ist die innerhalb unserer bestehenden Rechtschreibung.
Und die gab es vor der Rechtschreibreform, wie nachher.

Gruß Nemo.

Hallo Tini,

was spräche denn eigentlich dagegen, statt „ß“ grundsätzlich „ss“ zu verwenden?
Ist es irgendwie logisch, von „Wissen“ zu sprechen, wenn ich etwas „weiß“?

Gruß, Nemo.

Hi,

hab ich mir irgendwie gedacht, konnt aber nicht widerstehen :smile:

Klar ist die neue unlogisch, genauso wie die alte. Das einzige, was funktioniert, ist die Rgel mit ss und ß. Ansonsten sind die Begründungen auf linguistischer Ebene schon logisch, aber bitte wie viele Bundesbürger haben genug etymologische Kenntnisse, um zB zu wissen, dass wir jetzt Blütenstängel schreiben, weil das von Stange kommt? Vor allem Sprecher von Dialekten, die keinen Unterschied zwischen e und ä machen. Und wieso habe ich Recht, muss aber in gewissen Situationen ausrufen „So ist es recht“? Der Volksmund hatte es so schön organisiert - im Zweifelsfalle ist ess klein und zusammengeschrieben, denn das ist, was Wörtern geschieht, wenn sie ihre ursprüngliche Bedeutung verlieren.

Die Franzi

Moin, Franzi,

dass wir jetzt
Blütenstängel schreiben, weil das von Stange kommt?

selbst das ist eine kühne, dennoch falsche Behauptung. Aus keinem Stengel ist jemals eine Stange geworden, außer vielleicht beim Bambus, den aber bestimmt niemand kannte, als der Stengel in die (Schrift-)Sprache Einzug hielt.

Die Verkleinerungsform von Stange ist übrigens nicht Stängel, sondern Stangerl :smile:))

Gruß Ralf

Hi,

etymologisch, meine ich, nicht biologisch. Aber soviel zum Thema Logik.
bei mir wäre die Verkleinerungsform Sgänglein. Aber ich bin ja gebürtige Sächsin - mit i-Umlaut :wink:

Die Franzi (die bei den Eltern Fränzi heißt… für Bayern unbegreiflich :wink: …)

Hallo Nemo,

man kann eben damit argumentieren, dass das „ß“ zu einer richtigen hochdeutschen Aussprache von langen und kurzen Vokalen verhilft. Das scheint, wie hier richtig festgestellt wurde in Dialekten nicht zuzutreffen. Vielleicht ist es ein Vorteil für das Lernen von Deutsch als Fremdsprache, aber das kann ich zugegebenermaßen nicht beurteilen.
Auf einer anderen Ebene spricht natürlich dagegen grundsätzlich „ss“ zu verwenden, da es nicht der deutschen Rechtschreibung entspricht und somit in manchen Kontexten nicht gut ankommt.
Eine andere Frage wäre es natürlich die Rechtschreibreform zu ändern (wenn man dies könnte). Hätte mit Sicherheit den Vorteil einer vereinfachten Rechtschreibung. Da es sich bei der Rechtschreibreform um eine Vereinfachung handeln soll und eigentlich nicht um eine Lautangleichung ist deine Frage natürlich in diesem Zusammenhang sehr berechtigt.

Ist es irgendwie logisch, von „Wissen“ zu sprechen, wenn ich
etwas „weiß“?

Die Logik geht meines erachtens aus der in diesem Zusammenhang richtig eingehaltenen Regel der „ss“ und „ß“ Regel klar hervor. Wenn die Regel lautet, nach einem Diphtong ein ß zu schreiben, finde ich es logisch „weiß“ mit „ß“ zu schreiben.
Ob die Regel an sich logisch ist, ist wieder eine andere Frage.

Gruß
Tini