Einen guten Abend,
heute in der Mittagspause tauchten die „weissen Schimmel“ auf. Jeder wusste noch ein anderes Beispiel, aber keiner kannte den Fachausdruck für diese sprachlichen Doppelungen.
Wer kann uns helfen?
Für alle Antworten dankt
Frank
Einen guten Abend,
heute in der Mittagspause tauchten die „weissen Schimmel“ auf. Jeder wusste noch ein anderes Beispiel, aber keiner kannte den Fachausdruck für diese sprachlichen Doppelungen.
Wer kann uns helfen?
Für alle Antworten dankt
Frank
Pleonasmus (mit Link, owT)
http://www.gottwein.de/Stilistik/Stil04.htm
Tautologie/Oxymoron
Mh, ich verwechsel immer die zwei, aber ich glaube, Tautologie ist diese Verdoppelung (weißer Schimmel) und Oxymoron ist z.B. schwarzer Schimmel, also was gar nicht geht.
Oder? 
Cess
Hallo zusammen,
Tautologie ist diese Verdoppelung (weißer Schimmel)
Oxymoron ist z.B. schwarzer Schimmel, also was gar nicht geht.
Oder?
so ist es fast. Das Standardbeispiel für das Oxymoron ist das „hölzerne Eisen“, in dem sich zwei Gegensätze treffen. Es besteht aber ein Unterschied zwischen Pleonasmus und Tautologie (und insofern war die vorige Antwort ein bisschen richtiger):
„Der Pleonasmus ist ein Verhältnis eines Bestimmungsworts zu seinem Subjekt nach der Seite seiner Bedeutung: Es wiederholt eine Bestimmung, welche bereits mit dem Subjekt notwendig ausgesagt ist, z.B. weißer Schimmel. - Dass ein Schimmel ein weißes Pferd ist, erklärt indes nicht, was ein Schimmel ist, sondern welcher Gegenstand damit benannt ist. Deshalb handelt es sich um einen Pleonasmus, nicht aber um eine Tautologie als das Verhältnis einer theoretischen Bestimmung zu ihrem Gegenstand, ihn durch sich selbst zu erklären.“ (Quelle: http://www.fhuisken.de/wiss2301.htm )
Herzliche Grüße
Thomas Miller
Pleonasmus
Interessant, danke - ich hatte das vorher noch nie gehört!
Cess
Pleonasmus, Tautologie, Hendiadyoin
Hallo,
so ist es fast.
Es
besteht aber ein Unterschied zwischen Pleonasmus und
Tautologie (und insofern war die vorige Antwort ein
bisschen richtiger):
Danke 
Ist nicht eine Tautologie streng genommen eine logisch wahre Aussage, also sowas wie „Frauen sind eben Frauen“?
http://culturitalia.uibk.ac.at/hispanoteca/Lexikon%2…
Ein weiterer Begriff in diesem Umfeld ist noch das Hendiadyoin. Auch das ist aber ein bisschen was anderes, nämlich die Verknüpfung zweier synonymer Begriffe zum Zweck der Verstärkung. z.B. „Hilfe und Beistand“, „schön und herrlich“ …
http://www.lateinservice.de/grammatik/inhalte/stil.htm
Wolfgang
Hallo Wolfgang,
Ist nicht eine Tautologie streng genommen eine logisch wahre
Aussage, also sowas wie „Frauen sind eben Frauen“?
http://culturitalia.uibk.ac.at/hispanoteca/Lexikon%2…
eine logisch wahre Aussage ist prinzipiell jeder echte Syllogismus. Die Aussage „Frauen sind eben Frauen“ beinhaltet aber neben dem beschreibenden Teil einen zusätzlichen performativen Sinn, nämlich den Hinweis darauf, dass man gegen die Natur von Frauen nichts machen könne. Die Grundform der Tautologie ist der Satz „A=A“ also die (logische) Identität.
Ein weiterer Begriff in diesem Umfeld ist noch das
Hendiadyoin. Auch das ist aber ein bisschen was
anderes, nämlich die Verknüpfung zweier synonymer Begriffe zum
Zweck der Verstärkung. z.B. „Hilfe und Beistand“, „schön und
herrlich“ …
Genau, ein Hendiadyoin ist wie der obige Satz über Frauen eine verdeckte performative Aussage, die aber durchaus nicht tautologisch sein muss, wie deine Beispiele selbst zeigen: „Hilfe“ und „Beistand“ sind nicht ganz identisch, ebensowenig „schön“ und „herrlich“. Das aber wäre für die echte Tautologie Voraussetzung.
Herzliche Grüße
Thomas Miller
Hallo ihrs,
ohne etwas Neues zu sagen, gebe ich nur mal an, was im großen Duden zu diesen Begriffen gesagt wird. Ich habe nachgeschaut, weil ich mich in meiner Begrifflichkeit vergewissern wollte.
_ Ple|o|nas|mus , der; -, …men [spätlat. pleonasmos Tau|to|lo|gie, die; -, -n [lat. tautologia Hen|di|a|dy|oin, das; -s, -, (seltener:smile: Hen|di|a|dys, das; -, - [mlat. hendiadyoin, hendiadys Oxy|mo|ron, das; -s, …ra [griech. oxýmoron, zu: morós = stumpf, träge; dumm, töricht] (Rhet., Stilk.): Zusammenstellung zweier sich widersprechender Begriffe in einem Kompositum od. in einer rhetorischen Figur (z. B. bittersüß; Eile mit Weile!).
© Duden - Deutsches Universalwörterbuch 2001_
Vielleicht hilft das.
Fritz
Wie wär’s mit ‚une jolie laide‘? Aber das gehört wohl eher ins Fremdsprachenbrett, sorry. Dies von einer fügsamen, friedvollen Xanthippe. 'n schönen Abend und geruhsame Nacht allerseits! Susette
Hallo Fritz,
lobenswert wie immer (*)!
Was mir auffällt:
Die Tautologie wird z. T. mit dem Hendiadyoin (nackt und bloß) gleichgesetzt und z. T. auch mit dem Pleonasmus (in b). Das finde ich merkwürdig. Vielleicht hängt das mit der Aufgabenstellung dieses Lexikons zusammen? Welche Aufgabe stellt sich das Universalwörterbuch denn im Vorwort?
Herzliche Grüße
Thomas
Hilfe!!!
Angesichts sovieler weiser Weisheit hoffe ich nun, eine Antwort zu finden auf die Frage, was ein „toter Leichnam“ sei.
Fand ich echt in einem historischen Buch, noilich.
(Hinweis: „Leichnam“ = `lihin hamo´ = des Körpers [bloße] Hülle.
Also erst ein „toter Leichnam“ ist ganz tot).
Meines humpelnden Wissens gibt es (auch) keine identischen Begriffe.
Also ist jede Zusammenstellung zweier Begriffe immer sowohl Überschneidung als auch Ergänzung.
Hat mathematisch nichtleeren Durchschnitt. Und Vereinigung, die nicht Summe ist.
Also: gibt es „pleonaß“, „pleonasser“, pleo ganz naß?
Sowohl Öko- als auch Ergonomie empfehlen allerdings möglichst undurchschnittliche Präsentation.
Mir ist aber eher narratief…
Dies ist wiedermal ein sehr ernsthaft gemeinter Beitrag.
Aber (auch wieder) mit Gelegenheit zur Ausrede: „der will ja gar nicht verstanden werden!“
Brauch schaman auch nicht.
Das Leben und die „Wahrheit“ brauchen keinen Beifall.
Dennoch herzvollen Grußes,
Moinmoin, Manni
Das Vorwort des Universal-Dudens sagt:
Vorwort
Seit seiner ersten Auflage im Jahre 1983 ist das Deutsche Universalwörterbuchvon langjährigen Benutzern auch Universal-Duden genanntzu einem Standardwerk geworden, das im deutschen Sprachraum und darüber hinaus weltweit als verlässliches Nachschlagewerk für die deutsche Sprache geschätzt und genutzt wird.
Seither haben sich die Entwicklungen im politischen und gesellschaftlichen Leben, nicht zuletzt durch die Vereinigung der beiden über 40 Jahre getrennten deutschen Staaten, auch in der deutschen Sprache niedergeschlagen und sie in Form von Neuschöpfungen und Neubedeutungen bereichert. Dies gilt zum Beispiel für Bereiche wie Umwelt, Technologie, Medien und Kultur.
An der Schwelle einer neuen Ordnung in Europa, die weniger durch die Zufälligkeit der Jahreszahl 2000 als vielmehr von der Einführung einer gemeinsamen europäischen Währung und den damit verbundenen neuen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Strukturen bestimmt sein wird, wird die Frage nach dem Stellenwert der deutschen Sprache im gesamteuropäischen Kontext neu zu stellen und zu beantworten sein.
In dieser Situation ist die aktuelle, umfassende, objektive und zuverlässige Darstellung der deutschen Sprache an der Jahrtausendwende ein wesentlicher Beitrag zum Selbstverständnis des Deutschen in einer sich zunehmend globalisierenden sprachlichen Umwelt.
So gesehen erhebt die Neubearbeitung des Deutschen Universalwörterbuchs den Anspruch, sowohl Bestandsaufnahme als auch Wegweiser zu sein. Sie will dazu beitragen, dass die deutsche Standardsprache weiterhin als Trägerin der politischen, kulturellen und wissenschaftlichen Entwicklung verlässlich bleibt.
Mannheim, im Januar 2001
Die Dudenredaktion
© Duden - Deutsches Universalwörterbuch 2001
Gruß Fritz
Hallo, Thomas!
Was mir auffällt:
Die Tautologie wird z. T. mit dem Hendiadyoin (nackt und bloß)
gleichgesetzt und z. T. auch mit dem Pleonasmus (in b).
Ich kann nicht sagen, dass ich es nicht bisweilen ebenso sehe. Für mich sind Pleonasmus und Tautologie meist oder doch oft unnötig, der Hendiadyoin ein Stilmittel, das in manchen Fällen besser wirkt als die einfache Aussage.
Das finde ich merkwürdig.
Geht mir oft auch so. Warum stört uns die Wortfülle in einem Fall, und im anderen gustieren wir sie?
Hängt wohl von dem Zusammenhang und der Gattung ab.
Und ist wohl auch ein subjektiver Faktor dabei, sowohl beim Schreiber/Redner, als auch beim Leser/Hörer.
Herzliche Grüße
Fritz
Ich kenne diese Begriffe als Teekesselchen,
Fremdwort dazu: Ambiguit. Worte mit zwei Bedeutungen.
Viele Grüße
Utemaus
Teekesselchen
Hallo Utemaus.
Ich kenne diese Begriffe als Teekesselchen,
Fremdwort dazu: Ambiguit. Worte mit zwei Bedeutungen.
Das ist jetzt aber gerade das umgekehrte des gefragten.
Teekesselchen (anderes Fremdwort: Homonyme) sind, wie du richtig schreibst, Worte die bei gleicher Schreibweise verschiedene Bedeutungen haben können.
z.B. „Bauer“ = 1. Landwirt, 2. Vogelkäfig
http://www.zzzebra.de/index.asp?themaid=343&titelid=…
Grüße
Wolfgang