Weißheitszahntransplantation

Hi, ich habe mir gerade überlegt, ob ich meinen Weißheitszahn transplantieren lassen kann. In meinem Unterkiefer ist der Zahn total schief rausgekommen und muss 100% raus. Aber der Im Oberkiefer, auf der gleichen Seite, soll wegen Symmetriegründen raus. Hab ich nicht verstanden. Kann mir jemand erklären, warum immer beide Weißheitszähne auf einer Seite gleichzeitig gezogen werden, wenn nur einer schief ist und keinen Platz hat, aber er andere gut rausgekommen ist?
Der Obere hat auch kein Karies und ich hab ja schon mein Gebiss voll mit Amalgam. Also wollte ich fragen, ob es sich lohnt (ich bin 22) den Weißheitszahn zum transplantieren zu behalten? Und auf jeden fall: Wieviel würde das denn kosten so eine Transplantation und geht das auch wenn ich 30 bin, oder ist jetzt schon langsam die Schlussphase, weil ich sonst zu alt werde und es nciht mehr richtig anwächst?

Wenn es jemandem Hilft, hab ich hier gerade ein Röntgenbild von meinem Gebiss^^

Danke schonmal für Antworten
Liebe Grüße

Hallo Steffenkus!
Ein extrahierter Zahn kann nicht an anderer Stelle im Mund implantiert werden.Es macht also keinen Sinn, einen Endständigen Weißheitszahn als Ersatzteil für einen anderen,zukünftig kaputten,im Munde quasi ´aufzuheben´.
Zum anderen braucht jeder Zahn regelmäßigen Kaudruck um an Ort und Stelle zu bleiben, d.h. wenn er keinen Gegenzahn (Antagonisten)mehr hat,wird er nach und nach aus dem Knochen herauswachsen und irgendwann ausfallen.So gesehen erfüllte das Verbleiben eines funktionslos gewordenen Weißheitszahnes lediglich den fragwürdigen Nutzen,daß der sich vielleicht irgendwann entzündet und so für Probleme sorgt.
Gruß,Ztug

Guten Morgen,

http://www.zm-online.de/m5a.htm?/zm/7_02/pages2/zmed…

Gruß

Guten Morgen,

http://www.zm-online.de/m5a.htm?/zm/7_02/pages2/zmed…

Gruß

Servus Jana,

die Tücke liegt in diesem Satz des von Dir verlinkten Artikels:

„Die für eine Reanastomosierung der Pulpa notwendige Bedingung stellt ein weites Foramen apikale dar“

Das bedeutet:

Will man eine Zahn transplantieren, sollte sein Wurzelwachstum noch nicht abgeschlossen sein. Dann kann das Organ, das wir - unvollständig - als Nerv bezeichnen, mit seinen Blutgefäßen Anschluß an die Wurzelumgebung finden (Reanastomosierung). Kommt es nach der Transplantation nicht zur Ausbildung eines funktionierenden Kleinkreislaufes, stirbt das Transplantat ab.

Gruß

Kai Müller

Guten Morgen Herr Müller,

Wäre da in dem Fall keine Wurzelbehandlung möglich?
Ich meine so wie bei einer unfallbedingten Reimplantation?

Grüße

Servus Lucia,

die besten Chancen (selber oft genug probiert) haben Zähne, die noch nicht ‚ganz fertig‘ sind. Ich erinnere mich an einen Fall, wo mir eine Touristin einen 10jährigen mit blutender Lippe und fehlendem Schneidezahn in die Praxis brachte. Sie hatte ihn auf der Straße ‚gefunden‘. Nachdem sie zwar den Patienten, aber nicht den Zahn gebracht hatte, bat ich sie an der 2 KM entfernten Unfallstelle danach zu suchen. Sie fuhr, fand den Zahn im Straßendreck, der Zahn wurde mit reichlich Kochsalzlösung abgespült und replantiert. Das letzte Wurzelviertel war noch gar nicht augebildet. Man möcht’s nicht glauben - mit 21 war der Zahn noch drin.

Wenn man eine Wurzelbehandlung machen muß, ist das Hauptproblem die Austrocknung der Wurzelhaut während der Zeit, in der der Zahn extrakorporal bleibt. Es gibt höchst kunstvolle Vorrichtungen, die den Zahn mit Metalllspitzen festhalten, während man die Vitalexstirpation und die Aufbereitung und Füllung vornimmt, während die Wurzel mit NaCl-Lösung beträufelt wird. Die Statistiken sind allerdings nicht sehr ermutigend, meistens wird die Wurzel doch resorbiert. Warum in meinem geschilderten Fall die Dr. Eisenbarth-Methode nicht schiefgegangen ist, kann ich nicht sagen. In einem anderen Fall hat ein Mädchen denselben Zahn durch zwei verschiedene Ereignisse zweimal verloren (es war ein oberer seitlicher Scheidezahn). Ich habe ihn halt zweimal replantiert. Soviel ich weiss, ist da heute aber ein Camlog-Implantat drin.

Wenn wir schon dabei sind:

für die Laien-mitleser - vor allem Schullehrer/innen, Schulhausmeister, Trainer, Eltern:

wenn ein Zahn durch Gewalteinwirkung im ganzen herausgebrochen wird, nimmt man ein Gefäß (Tablettenröhrchen, Yoghourtbecher, wurscht was, füllt es mit Milch (nix abkochen, sondern verwenden wie sie ist), gibt den Zahn, den man nur am SCHMELZ anfasst in das Gefäß und bringt Kind und Zahn schnellstens zum nächsten Zahnarzt. Ärzte sind zweite Wahl, weil die oft nicht ganz genau wissen, wie herum ein Zahn gehört :wink:). Wenn man den Zahnarzt dann schnell arbeiten lassen will, bleibt man am besten im Wartezimmer, weil der Kollege sich dann nicht um ohnmächtige Begleitpersonen kümmern muss.

Gruß

Kai Müller

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Servus Ztug,

verzeih mir, aber das stimmt so nicht. Weisheitszähne, deren Wurzelwachstum noch nicht abgeschlossen ist (am besten, wenn die Furkation schon ausgebildet ist, der Rest der Wurzel aber noch fehlt) lassen sich durchaus erfolgreich transplantieren. Es ist leider nicht selten, dass ein gummibärle- und apfelschorle-geschädigter erster Molar (kommt im 6ten Lebensjahr) schon so durch Karies zerstört ist, daß nur noch eine Wurzelbehandlung in Frage kommt. Wenn dann (und das ist nicht selten) ein Weis (NICHT ‚Weiß-‘) heitszahn im Röntgenbild deutlich macht, dass er niemals (weil schief im Knochen) ordentlich im Mund stehen wird, kann man, statt der Wurzelbehandlung, den Zahn, der in 4-5 Jahren sowieso gezogen wird, weil er immer wieder Entzündungen verursacht, schonend herausnehmen, den Molaren teilen und die Wurzeln extrahieren. Mit eventuellen Korrekturen an der aufnehmenden Stelle reicht oft eine Ligatur, oder eine adhäsive Schienung, um das Transplantat zu stabilisieren. Im Mund klappt viel, was ein Chirurg nicht glauben würde.

Das mit dem Herauswachsen und -fallen eines Zahnes, der kein Gegenüber hat, ist BTW ein Gerücht. Bei der geschilderten Vorgehensweise wäre das Transplantat ohnehin nicht antagonistenlos. Richtig ist, dass das ‚Zeitfenster‘ zugeht, wenn das Wurzelwachstum beendet ist.

Gruß

Kai müller

Guten Morgen Herr Müller,

Wäre da in dem Fall keine Wurzelbehandlung möglich?
Ich meine so wie bei einer unfallbedingten Reimplantation?

Grüße

Servus Lucia,

Nochmals guten Morgen Herr Müller,

die besten Chancen (selber oft genug probiert) haben Zähne,
die noch nicht ‚ganz fertig‘ sind. Ich erinnere mich an einen
Fall, wo mir eine Touristin einen 10jährigen mit blutender
Lippe und fehlendem Schneidezahn in die Praxis brachte. Sie
hatte ihn auf der Straße ‚gefunden‘. Nachdem sie zwar den
Patienten, aber nicht den Zahn gebracht hatte, bat ich sie an
der 2 KM entfernten Unfallstelle danach zu suchen. Sie fuhr,
fand den Zahn im Straßendreck, der Zahn wurde mit reichlich
Kochsalzlösung abgespült und replantiert. Das letzte
Wurzelviertel war noch gar nicht augebildet. Man möcht’s nicht
glauben - mit 21 war der Zahn noch drin.

Ich selber hatte bis jetzt nur einen einzigen Unfallbedingten Fall mitbekommen, deshalb meine Frage, das war nicht bei uns in der Praxis sondern dies ist meiner Cousine passiert.
Sie war damals 21 Jahre jung *G*, blöder Unfall beim Inliner fahren, auch noch Sonntags. Der Zahn wurde im Notdienst wieder eingesetzt, durfte damals zuschauen, der Arzt benütze damals Chlorhexamed zum spühlen und setzte ihn wieder ein, fixierte den Zahn mit einfachem Comosite (Tetric Flow) und Röngte im Anschluss.
Meine Cousine schaffte es erst zwei Wochen später zu uns in die Praxis, der Zahn wurde Wurzelbehandlet, 6 Monate lang alle 4 Wochen fand eine Röntgenkontrolle statt und dan wurde das Tetric enfehrnt *G*

Nun ist meine Cousine 29 Jahre alt und der Zahn hält immer noch, einmal jährlich gibts ne Röntgenkontrolle und toi toi toi, bis dato alles o.B. :smile:

Wenn man eine Wurzelbehandlung machen muß, ist das
Hauptproblem die Austrocknung der Wurzelhaut während der Zeit,
in der der Zahn extrakorporal bleibt. Es gibt höchst
kunstvolle Vorrichtungen, die den Zahn mit Metalllspitzen
festhalten, während man die Vitalexstirpation und die
Aufbereitung und Füllung vornimmt, während die Wurzel mit
NaCl-Lösung beträufelt wird. Die Statistiken sind allerdings
nicht sehr ermutigend, meistens wird die Wurzel doch
resorbiert. Warum in meinem geschilderten Fall die Dr.
Eisenbarth-Methode nicht schiefgegangen ist, kann ich nicht
sagen. In einem anderen Fall hat ein Mädchen denselben Zahn
durch zwei verschiedene Ereignisse zweimal verloren (es war
ein oberer seitlicher Scheidezahn). Ich habe ihn halt zweimal
replantiert. Soviel ich weiss, ist da heute aber ein
Camlog-Implantat drin.

Mhh dan hatte meine Cousine also Glück? =)

Wenn wir schon dabei sind:

für die Laien-mitleser - vor allem Schullehrer/innen,
Schulhausmeister, Trainer, Eltern:

wenn ein Zahn durch Gewalteinwirkung im ganzen herausgebrochen
wird, nimmt man ein Gefäß (Tablettenröhrchen, Yoghourtbecher,
wurscht was, füllt es mit Milch (nix abkochen, sondern
verwenden wie sie ist), gibt den Zahn, den man nur am SCHMELZ
anfasst in das Gefäß und bringt Kind und Zahn schnellstens zum
nächsten Zahnarzt. Ärzte sind zweite Wahl, weil die oft nicht
ganz genau wissen, wie herum ein Zahn gehört :wink:). Wenn man
den Zahnarzt dann schnell arbeiten lassen will, bleibt man am
besten im Wartezimmer, weil der Kollege sich dann nicht um
ohnmächtige Begleitpersonen kümmern muss.

Oder wenn der Verunfallte alt genug ist, einfach den Zahn in den Mund nehmen und in der Backe halten bis man beim Zahnarzt ist.

Gruß

Kai Müller

Grüße

hallo,

es macht schon sinn sich beide weisheitszähne auf einer seite beim zahnarzt entfernen zu lassen. meist ist die reinigung so schwierig, dass es langfristig immer probleme mit zahnfleischtaschen und karies geben kann.
tranplantationen werden äußerst selten durchgeführt und sind wenig erfolgsversprechend.

mfg dr.frank seidel

http://www.zahn-implantate-berlin.de