Weiter arbeiten, Schule oder beides? Was tun?

Hallo liebe WWWler,

stehe vor einem Problem.

Arbeite im Handel (Unterhaltungselektronik), 21 Jahre alt, seit 5 Jahren im Betrieb - 1 Jahr Praktikum, 2 1/2 Jahre Ausbildung Kfm. Einzelhandel. Nach der Ausbildng wurde ich übernommen und arbeite 40 Std. Woche. Ich habe meine eigene Abteilung (foto/camcorder). Das Geschäft läuft gut.

Ich habe 3 Möglichkeiten:

  1. Weiter arbeiten
    Vorteil: finanziell unabhängig, Geld aufstocken, Berufserfahrung etc.

  2. Zur Schule gehen (1 Jahr FOS 12 Wirtschaft) und BaFög bekommen
    Vorteil: Massig Zeit, besserer Abschluss, Studium möglich, Chancen in einen besseren Job einzusteigen

  3. Weiter arbeiten und eine Abendschule in HH besuchen in der ich die Hochschlzugangsberechtigung bekomme
    Vorteil: finanziell unabhängig, Geld wird noch relativ gut aufgestockt (Fahrtkosten für die Zugverbindung ca. 200€/Monat), Berufserfahrung, Studium möglich, macht sich in der Bewerbung gut (es sind 4 Tage/Woche Schule - Belastbarkeit)

Am liebsten wäre mir Punkt 3. Ich weiß allerdings nicht, ob mein Arbeitgeber mit spielt. Der Job ist gut, ich habe aber Angst, dass ich immer nur auf der selben Stelle trample, wenn ich jetzt nicht noch was mache. Wenn ich einfach (nur) weiter arbeite, stelle ich mir diese Fragen das kommende Jahr wieder. Ich bin ein Mensch der (inzwischen) gerne lernt. Ich besuche neben der Arbeit einen Geschichts-, und Französichkurs. Dazu leite ich einen Handykurs an 3 verschiedenen Volkshochschulen. Ich bin überzeugt, dass ich die FOS meistern würde und einen Abschluss bringen würde, der mich nach vorn bringt. Zudem bin ich in einer politischen Jugendorganisation (Julis).

Was soll ich bloß tun?
Ein paar Leute meinen, dass ich bescheuert wäre den Job in dem ich 5 Jahre arbeite einfach zu kündigen (wenn ich Option Nr.2 wähle und zur Schule gehe).
Eine andere Meinung hat die Mutter meiner Freundin. Sie sagte mir letztes Jahr schon, dass ich unbedingt Schule machen sollte, da ich in meinem Betrieb ohnehin nicht soweit hinaus komme (stimmt übringens).

Also was soll ein lernhungriger, junger Mensch (der auch einen guten Job macht) tun?

Ich bin für alle Ideen, Anmerkungen und Ratschläge offen und dankbar.

Euer
Giovanni

Hallo Givoanni,

stehe vor einem Problem.

ich stand vor drei Jahren vor dem gleichen Problem wie du. Hatte meine Ausbild zur Versicherunsgkauffrau fertig und hätte einen festen Job bei der Allianz gehabt. Andererseits wollte ich noch die Möglichkeit zum Studieren haben. Ohne Abi oder Fachhochschulreife wäre das jedoch nicht möglich gewesen. Nun bin ich 22 Jahre alt, habe eine abgeschlossene Ausbildung, drei Jahre Berufserfahrung und schreibe in 3 Wochen mein Abi. Im Oktober werde ich anfangen zu studieren.

Ich habe eine Teilzeitstelle bei der Allianz bekommen. Morgens Schule in Buxtehude und dann bin ich nach HH zur Allianz gefahren und habe von 16 - 20 Uhr gearbeitet. So habe ich „drei Wünsche auf einmal“: Geld, Berufserfahrung und das Abi.
Vielleicht ist soetwas auch in deinem Betrieb möglich?!

Arbeite im Handel (Unterhaltungselektronik), 21 Jahre alt,
seit 5 Jahren im Betrieb - 1 Jahr Praktikum, 2 1/2 Jahre
Ausbildung Kfm. Einzelhandel. Nach der Ausbildng wurde ich
übernommen und arbeite 40 Std. Woche. Ich habe meine eigene
Abteilung (foto/camcorder). Das Geschäft läuft gut.

Das sollte man bei der heutigen Situation des Arbeitsmarktes nicht leichtfertig aufgeben. Anderserseits bist noch jung und hast noch ca. 45 Arbeitsjahre vor dir. Und wenn du jetzt schon den Drang verspürst, dich weiterbilden zu können, dann wird es im Laufe der Zeit bestimmt nicht besser. Außerdem solltest du deinen Wunsch in die Tat umsetzen, bevor du eine eigene Familie hast und es dir nicht mehr leisten kannst…

Ich habe 3 Möglichkeiten:

  1. Weiter arbeiten
    Vorteil: finanziell unabhängig, Geld aufstocken,
    Berufserfahrung etc.

Es ist zwar gut, wenn man welches hat - doch Geld ist nicht alles. Was nützt dir viel Geld, wenn du in einigen Jahren unzufrieden bist und es bereust, dass du nicht weiter zur Schule gegangen bist?!

  1. Zur Schule gehen (1 Jahr FOS 12 Wirtschaft) und BaFög
    bekommen
    Vorteil: Massig Zeit, besserer Abschluss, Studium möglich,
    Chancen in einen besseren Job einzusteigen

Du hast etwas vergessen: Du wirst eine Menge neue Leute kennenlernen…
Ich denke, dass du an die Zukunft denken solltest. Es mag sein, dass du JETZT einen guten Job hast. Doch wer kann dir sagen, was in 5 Jahren ist?! Ich denke, dass man es heutzutage mit einem Studium auf dem Arbeitsmarkt leichter hat.

  1. Weiter arbeiten und eine Abendschule in HH besuchen in der
    ich die Hochschlzugangsberechtigung bekomme
    Vorteil: finanziell unabhängig, Geld wird noch relativ gut
    aufgestockt (Fahrtkosten für die Zugverbindung ca.
    200€/Monat), Berufserfahrung, Studium möglich, macht sich in
    der Bewerbung gut (es sind 4 Tage/Woche Schule -
    Belastbarkeit)

Hört sich gut an. Stell dir das aber nicht zu leicht vor. Es wird nicht dabei bleiben, dass du du 4 mal in der Woche zur Abendschule gehst. Du musst den ganzen Stoff dann irgendwann auch noch lernen. Und da bleibt dann nur das Wochenende, oder ganz viele Nachtschichten. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Nachtschichten irgendwann nicht mehr zu machen sind: Augenringe bis zu den Kniekehlen, nur noch müde und in der Schule unkonzentriert…

Nehmen wir mal an, du gehst zur Abendschule. Dann machst du dort deien Fachhochschulreife und möchtest studieren. Was machst du mit deinem Job? Den musst du spätest dann aufgeben. Und auf dieses eine Jahr kommt es dann doch auch nicht mehr an, oder? Geld (außer vielleicht Bafög) hast du während des Studiums nicht…

Am liebsten wäre mir Punkt 3. Ich weiß allerdings nicht, ob
mein Arbeitgeber mit spielt. Der Job ist gut, ich habe aber
Angst, dass ich immer nur auf der selben Stelle trample, wenn
ich jetzt nicht noch was mache. Wenn ich einfach (nur) weiter
arbeite, stelle ich mir diese Fragen das kommende Jahr wieder.
Ich bin ein Mensch der (inzwischen) gerne lernt. Ich besuche
neben der Arbeit einen Geschichts-, und Französichkurs. Dazu
leite ich einen Handykurs an 3 verschiedenen Volkshochschulen.
Ich bin überzeugt, dass ich die FOS meistern würde und einen
Abschluss bringen würde, der mich nach vorn bringt. Zudem bin
ich in einer politischen Jugendorganisation (Julis).

Du beschreibst dich selbst als „lernhungrig“! Auch wenn ich dich nicht kenne, würde ich dir die Garantie geben, dass du in einigen Jahren unzufrieden mit dir selbst sein wirst. Du wirst es bereuen, dass du nicht die Chance genutzt hast.

Was soll ich bloß tun?
Ein paar Leute meinen, dass ich bescheuert wäre den Job in dem
ich 5 Jahre arbeite einfach zu kündigen (wenn ich Option Nr.2
wähle und zur Schule gehe).

Was interessiert dich das Gerede anderer Leute? Es ist dein Leben und DU musst damit zufrieden sein, nicht die aneren!!!

Eine andere Meinung hat die Mutter meiner Freundin. Sie sagte
mir letztes Jahr schon, dass ich unbedingt Schule machen
sollte, da ich in meinem Betrieb ohnehin nicht soweit hinaus
komme (stimmt übringens).

Also was soll ein lernhungriger, junger Mensch (der auch einen
guten Job macht) tun?

Ich kann dich sehr gut verstehen. Genau das gleich habe ich auch gedacht. Und heute bin ich froh, dass ich den Schritt gewagt habe, nocheinmal die Schulbank zu drücken. Ich kann mir vorstellen, dass du dich und deine Interessen noch verändern wirst. Nur die wenigsten Menschen arbeiten später in dem Beruf, den sie gelernt haben. Wenn das bei dir auch so sein sollte, dann wäre es doch gut, wenn du die Option zu einem Studium offen hast. Ich habe die Schulzeit genossen. Ich habe viele viele neue, nette Leute kennengelernt und neue Wünsche und Interessen an mir kennengelernt. Ich hatte vor 3 Jahren nie das Bedürfnis ins Ausland zu gehen. Nun werde ich im Juni - zwischen Abi und Studium - für 3 Monate nach Spanien fahren und meine Sprachkenntnisse aufbessern.
Außerdem weiß man die Ferien erst so richtig zu schätzen, wenn man gearbeitet hat und max 6 Wochen Urlaub im Jahr hatte. (das sind jetzt meine Sommerferien)

Ich bin für alle Ideen, Anmerkungen und Ratschläge offen und
dankbar.

Fazit: Ich würde an deiner Stelle die FOS besuchen und versuchen einen Teilzeitjob zu bekommen…

Euer
Giovanni

Fernuni HH
Hi,

der Beitrag von Christina solltest du beherzigen, aber es gibt auch die Möglichkeit auch ohne Fachabitur o.ä. eine qualifizierte Weiterbildungen mit anerkanntem Bildungsabschluß bei der IHK - Nebenberuflich - oder an der Fernuni Hagen zu machen. D.H. natürlich wenn du nicht als Kaufmann nun Ingeneurwesen studieren, sondern Grundsätzlich im kaufmännischne Bereich bleiben möchtetst.

Nutze deinen Punkt 3.

Hier noch ein Auszug von der Internetseit:
"Das gesamte Kursangebot und spezielle zusätzliche Weiterbildungsangebote stehen Weiterbildungsinteressierten offen.

Ausführliche Informationen zum Studienangebot an der FernUniversität Hagen finden Sie auf der Internetseite http://www.fernuni-hagen.de."

Wünsch dir viel Glück.

Gruß Sadi

VWA
Hallo,

zusätzlich sollte man noch erwähnen, dass auch die VWAs (Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien), die es in jeder größeren Stadt gibt, auch gute und sehr anerkannte Weiterbildungen anbieten.

Grüsse

Sven

Hallo Giovanni,

um den für dich richtigen Weg zu finden, musst du dir vielleicht auch Gedanken machen, was du für ein Lerntyp bist.
Ich selbst habe das Abi in der Abendschule nach nach 1 1/2 Jahren abgebrochen, weil ich (nach mehreren Jahren im Beruf und zu dem Zeitpunkt schon in verantwortlicher Stellung) die Art des Unterrichts einfach nicht ertragen konnte. Steht doch da so’n Leher und will mir erklären, was ich zu tun und zu lassen habe! Grrrrrr!
Ich bin eher jemand, der selbstbestimmt lernt und nicht, wenn gerade Unterricht ist. Ich habe dann über besondere Eignung (Beruf + Berufspraxis) zwei Fernstudiengänge abgeschlossen. Knüppelharte Jahre, weil ich dazu ja noch Vollzeit - was in unserer Branche eher 60 Stunden pro Woche als 40 bedeutet - arbeiten musste. Hobby, Freunde, Partnerschaft - sorry - keine Zeit, alles im Eimer! Für mich persönlich war das trotzdem der richtige Weg (kann lernen, wann und wieviel ich möchte), habe aber auch viele scheitern sehen. Es gibt nun mal Menschen, die sich leichter tun, strukturiert zu lernen (also zu bestimmten Zeiten, mit einem gewissen von außen kommenden Korsett) und denen es schwerfällt, sich wirklich auf den Hosenboden zu setzen, auch wenn nicht gerade Termindruck kurz vor der Prüfung ist. Die sind davon nicht besser und nicht schlechter als andere - die lernen halt eben anders und sind in einer Abendschule oder im Direktstudium besser aufgehoben. Wie gesagt - ein Frage des Lerntyps eben…
Im übrigen gibt es - zumindest in bestimmten Branchen - sogenannte Berufsakademien. Da kannst du deinen Diplom-Betriebswirt (BA) machen, ist voll anerkannt und das läuft in der Regel so ab, dass du ein Vierteljahr an der Schule bist und ein Vierteljahr in der Praxis. Du bekommst von der Firma, die dich entsendet und wo du dann im vierteljährlichen Turnus arbeitest, auch ein bisschen Geld (ich weiß nicht, ob das das selbe ist, was früher Werksstudent hieß?). Zugangsvoraussetzung ist aber Abi oder eben die besondere Eignung (sprich Berufsausbildung plus Praxis, Berufsausbildung natürlich in einem artverwandten Beruf. Für Diplom-Betriebswirt Fachrichtung Tourismus solltest du also nicht Kfz-Mechaniker sein, sondern eher Reiseverkehrskaufmann oder so was.) Vielleicht gibt es hier für dich einen Weg?

Viel Erfolg

KittCatt