... weiter arimidex nehmen oder nicht...?

Hallo,

ich habe eine Frage.
Meine Mutter ist 82 Jahre alt. Sie soll zur Nachbehandlung einer Krebserkrankung 4 Jahre lang Arimidex nehmen. Nun hat sie aber Nebenwirkungen wie z.B. Hitzewallungen, Gelenkschmerzen, sie fühlt sich matt…

Das schränkt ihre Lebensqualität sehr ein, weil sie trotz ihrer 82 Jahre wirklich ein sehr aktiver Mensch ist.
Ihre Überlegung ist nun lebe ich überhaupt noch 4 Jahre, um die Behandlung mit dem Medikament zu Ende zu bringen?
Ist es nicht besser das Medikament ab zu setzen und die verbleibende Zeit einfach zu genießen, ohne die Nebenwirkungen?
Oder setze ich einfach mal ein viertel Jahr aus, um zu sehen, wie es mir dann geht?

Wie ist Ihre Meinung dazu?

Barbara

Hallo Barbara !

Auis eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Nebenwirkungen mit der Zeit nachlassen. Allerdings bin ich einige Jahre jünger und da kann es ja auch anders verlaufen. Ich würde an der Stelle deiner Mutter mit dem behandelnden Arzt sprechen, es gibt ja vielleicht Alternativen, die sie besser verträgt.

Es stellt sich aber auch die Frage, ob - außer den Hitzewallungen, die sind sicher dem Medikament zu verdanken - die Beschwerden überhaupt vom Arimidex kommen. Ich vermute mal, es handelt sich um Brustkrebs und gebe zu bedenken, dass die Behandlung dieser Krankheit auch Mattigkeit und Gelenkschmerzen verursacht ! (Chemo, Bestrahlungen, OPs usw. sind auch kein Pappenstiel)

Wichtig in Sachen Gelenkschmerzen scheint mir auch noch Folgendes : Es ist darauf zu achten, ob evtl. eine Osteoporose besteht oder von der Behandlung verursacht wurde. Dies wäre keine Seltenheit, wird aber häufig übersehen.

Die Überlegung „lebe ich lange genug…“ finde ich doch irritierend. Ist die Prognose so schlecht, oder bezieht sich das auf ihr Alter ? Wenn die Prognose gut ist und der Allgemeinzustand auch gibt es doch keinen Grund, so zu denken. Dann würde ich eher die Frage stellen : Was ist unangenehmer und behindert mich mehr in meiner Lebensqualität, die Hitzewallungen oder ein weiterer Tumor ?

Wurde eine Reha in Anspruch genommen ? Gute onkologische Nachsorgekliniken können sehr helfen in der Zeit der Nachbehandlung. Es gibt dort meist sehr engagierte Ärzte, die natürlich auch gut ansprechbar sind in Sachen Nebenwirkungen.

Ich wünsche viel Glück und gute Besserung !
Gruß
jg

PS : Das Medikament einfach mal so ab- oder aussetzen sollte man auf keinen Fall. Es wird sicher noch sehr viel unverträglicher, wenn sich der Körper mal darauf einstellen muss und mal nicht. (Abgesehen davon, dass die Behandlung ja dazu dienen soll, die Krebserkrankung im Griff zu behalten)