Hallo Ceecee,
mein Sohn (9 Jahre) wurde 2003 „getestet“. Der Hintergrund war unsere Unsicherheit, da er sich gerade in Mathematik besonders entwickelte. Die Unsicherheit wurde durch den Test bestätigt. Er ist „besonders“ begabt. Gott-sei-Dank hatten wir eine fähige, offene Lehrerin mit der ich sofort darüber reden konnte. Wir „beobachten“ ihn dann noch 4 Wochen und beschlossen gemeinsam (mein Sohn, Lehrer und ich), daß er es in der 3. Klasse mal versuchen sollte. Das war der richtige Schritt für uns. Knapp 4 Wochen später war er wieder an der Leistungsspitze und ich nervlich angeschlagen, weil ich nicht wusste wie es weitergehen sollte. Einfach deshalb, weil ich (jetzt im nachhinein) alles etwas zu eng gesehen habe. Ich habe mich auch direkt bei einer Schule erkundigt, die für besonders begabte Kinder geeignet ist. Doch dann habe ich mich selber auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und habe erstmal alles so laufen lassen wie es ist. Es war gut so !!
Jetzt zum Sommer wechselt er auch aufs Gymnasium. Für mich komisch (die Einschulung war irgendwie erst), für ihn eine ganz tolle und spannende Sache, wie er selber sagt. Dieses Gymnasium bietet natürlich viel mehr als eine Grundschule. Sprich, anspruchsvoller AG`s und Lernstoff. Er durfte bereits von der GS aus an einer Mathe-AG im Gymnasium teilnehmen.
Meiner Meinung nach, brauchen auch besonders begabte Kinder keine extra Schule. (Zumindest kann ich die Erfahrung von uns so weitergeben) Wenn ich nach der Psyche meines Kindes gehe sowieso nicht und das ist für mich der ausschlaggebende Punkt. Gerade zum Anfang in der GS kam es deutlich raus. Er kam sich manchmal wie ein Aussenseiter vor. Er hatte andere Interessen als die Gleichaltrigen und das grenzte ihn manchesmal aus. Dann der Sprung, es waren komischerweise nicht die Kinder die ihm merkwürdig gegenüber standen, sondern die Eltern der Kinder die Sprüche machten. (Auch wir wohnen in einem Dorf) Gott sei Dank hatte er nach kurzer Zeit Fuß gefasst in der Klasse und die Mitschuler schätzen und mochten ihn, gerade wegen seiner ruhigen Art, sehr gerne. Wenn ich dann noch angefangen hätte, daß ich ihn auf eine „besondere“ Schule anmelde … das wäre mit Sicherheit - für ihn - nicht das Richtige gewesen.
Jetzt nach Ende der Grundschulzeit, sagte er, daß er sich freut das endlich die Schule richtig losgeht. Er ist gespannt und ich auch. Was ich persönlich wieder ganz toll finde ist, daß 2 Mitschüler aus seiner Klasse auch auf das Gym wechseln, so daß er nicht wieder einen alleinigen Neustart hat. Wir wissen ja aus eigener Erfahrung wie blöd es ist, alleine irgendwo neu zu starten.
Bisher ist ihm alles zugeflogen. Ich glaube kaum, daß es sich ändern wird. Dennoch glaube ich, daß er erstmal seinen Rythmus dort finden muss und sich selber organisieren muss. Die Hausaufgabenzeit in der GS war nie länger als 15 Min. Das ist natürlich dann vorbei, weil es in mehr Fächern Hausis aufgeben wird. Da muss er sich erstmal neu strukturieren.
Ich bin mir sicher, daß die Lehrer mit dem Thema „Hochbegabung“ heute besser konfrontiert sind als früher und von daher glaube ich, daß Dein Sohn auf einer „normalen“ Schule auch super aufgehoben sein wird. Das mal ein Lehrer kein Verständnis dafür hat, wird auch passieren. (Auch mein Sohn wurde von einer älteren Lehrerin gemobbt - musste „weil er ja gott wie schlau ist“ sein Diktat selber verbessern!!) Aber zum grössten Teil sind die Lehrer doch alle toll geschult und letzendlich ist es wichtig, daß Du Deinen Sohn auffängst und unterstützt.
Oh je, nun habe ich soviel geschrieben und weiß gar nicht mehr ob ich wirklich beim Thema geblieben bin *lach*
Ganz herzliche Grüße
Blondschopf100