Hallo Dagmar,
zuerst drück ich dich mal ganz fest, du kommst ja vor lauter Sorge um deine Tochter selber nicht zum Trauern. Also nimm dir auch für dich Zeit, ich kann mit dir fühlen wie traurig es für dich sein muss einen wertvollen Menschen, der auf deiner Seite und zu deinen Kinder stand, nun vermissen zu müssen. Man kann mit hunderten unfairen und gleichgültigen Menschen leben…wenn es nur einige wenige mit Herz gibt…oder gegeben hat. Das nimmt einem keiner mehr, diese Menschen leben in unseren Herzen weiter und sie haben ein Pflänzchen gesetzt aus dem ein Baum werden kann!
Ein Verlust von einem lieben Menschen ist eine sehr persönliche Phase und jeder geht anders damit um, nur Kinder erleben auch durch die Erwachsenen.
Ich war 8 Jahr, als mein Vater verstorben ist…plötzlich und ohne Vorwahrnung. Ich spüre heute noch was mich wirklich verstört hat…es waren die Ausnahmen die uns Kinder verunsichert hatten, die besonderen Aufmerksamkeiten…eine „Überdrüberfürsorglichkeit“ und die gespürte und übertragene Angst der Erwachsenen…
Ich hatte ja noch nicht mal wirklich kapiert was TOD heißt, dass kam erst später, mir machten einfach die lebenden Erwachsenen Angst weil sie nicht Schritt für Schritt ihr Gefühl…oder Schritt für Schritt mein Gefühl - leben/kommen/fühlen/spüren/ einfach zugelassen haben.
Es war wirklich ALLES dubios für mich und ich habe erst sehr viel später mit meiner Mutter darüber geredet (da war ich schon Zwanzig+)…und das war sehr seltsam! Das, was meine Mutter glaubte richtig zu machen…war für mich damals falsch - Sie riss sich am Riemen und wollte für die Kinder möglichst wenig Trauer zeigen, dadurch zeigte sie den Kindern aber nicht wie schlechts ihr ging.
Dafür erhöhte sie die Zuwendungen uns gegenüber (und sie war immer schon eine Übermutter) - und dadurch verunsicherte sie uns Kinder noch mehr, einfach weil nix - einfach nicht mal das Einfachste NORMAL war. Es ist für ein Kind unnatürlich wenn es nicht auch die Knackpunkte hat
), also wenns immer Ärger gegeben hat wenn der Trotzkopf nicht, z.B. in die Badewanne will, dann wird es für ein Kind bedrohlich wenn es ohne Ärger nicht mehr in die Badewanne soll/muss!
Kinder brauchen einen Normalen Tagesablauf, das heißt wenn`s was anstellen oder wenn eben DIES passiert -> dann passiert eben -> DAS, dann ist es nicht so bedrohlich für ein Kind wenn sich ein wichtiges Umfeld (sorry, da meine ich den Opa) verändert.
Wenn jetzt ein Trauerfall eine Familie erschüttert, dann ist jedes einzele Familienmitglied betroffen und getroffen…und in dieser Zeit kann ein Kind sehr gut begreifen dass Jeder in seinem Umfeld seine Zeit der Trauer braucht und eben nicht funktioniert…aber->>aber->> nur wenn die Grundfestung nicht erschüttert wird!
Ich weiss ich schreib _leicht_ kurios heute, aber beim „normal normal mit Kindern“ kann ich nicht wirklich objektiv sein
;-o…und ich hoffe einfach du verstehst mich nicht falsch.
Im Grunde will ich ich dir eigentlich nur sagen…du bist Mutter, aber sicher keine „Heilige“…und wer will/braucht schon Heilige? Gefühl ist wichtig, auch wenns ein trauriges verzweifeltes Gefühl ist…so ist das Leben und das bleibt auch unsern Kindern nicht erspart und verhindern können wir`s auch nicht!
Muttergrüße und ein *knuddeln* (auch wenns billig ausschaut) ich mach es nicht mit, aber ich fühl mit dir
von Herzen herzlich
Kerbi