Weiterführung aus Plauderei

„Das hätt ich meiner Tochter gern erspart“

Hallole,
mach mir mal Luft bei euch.

Tja, ich muß meiner Tochter nachher beibringen, dass sie nun
keinen Opa mehr hat. Das für mich Schlimmste an der Sache ist,
dass sie ihren Opa sehr liebt und dass er der Einzige war, den
sie nach der Trennung von meinem Exmann noch besucht hat. Oma
und Papa wollte sie nie sehen. Ich weiß immer noch nicht, wie
ich ihr das beibringen soll. Und was mir Sorgen macht: Wie
verkraftet sie es und wie wird sich dann in Zukunft das
Verhältnis zwischen ihr und Papa/Oma gestalten.

Danke fürs Zuhören!
Gruß *wink* Daggi

So gings bis jetzt weiter
Tja, wie gesagt, die „Kleine“ ist jetzt 12, sehr in sich gekehrt und hängt sehr an ihrem Opa (Vater meines Exmannes). Außer zu ihrem Opa hatte Julia eigentlich keinen Kontakt zu meinem Ex. Die „Große“ ist 14, extrovertiert pflegt aber nur selten Kontakt zu Oma/Papa. Opa war auch für sie der Hauptgrund, mit den andern Familienmitgliedern Kontakt zu halten.

Nun:
Natürlich ist für die Mädels eine Welt zusammengebrochen. Beide sind nun bei den Eltern von Freunden, weil ihnen zu Hause sonst die Decke auf den Kopf gefallen wär.
Schön, wenn man Freunde hat. Ich danke den Familien sehr, dass sie jetzt für uns da sind.

Die Schulen hatten sofort Verständis dafür, dass die Kinder eventl d. W. nicht mehr zur Schule gehen (besondere Familiensituation).
Unseren Arzt konnte ich natürlich nicht mehr erreichen heute (kein Dienst). Zu nem andern wollen die Kids nicht. Aber ich bin immer noch am Überlegen, was ich tun soll, wenn heute Nacht die Große „Flenn“ kommt.

Die Links hab ich mir noch nicht angesehen. Hatte ehrlich auch noch nicht den Nerv dazu (mich hats auch umgehauen, der Mann lag mir sehr am Herzen).

Sodale, das wars vorerst.

Danke *wink* Daggi

Hallo Dagmar,

klingt platt, ist aber (leider) so

‚So ist das Leben‘

Und eine zwölfjährige wird sicher damit klarkommen.

Als meine Lieblingsoma starb, war ich etwas älter und mir wurde es am Telefon gesagt, was ich nicht so gut fand.

Also ich würde es wohl so machen, daß ich es ihr klar ohne Umschweife ssagen würde und wenn sie ausflippt, sie erst mal ausflippen lassen, Trrauer muß auch ausgedrückt werden.
Ich weiß jetzt nicht, wie Dein Verhältniss zu Deiner Tochter ist, ich geh mal davon aus, daß es ‚normal‘ ist.
Dann wird sie wohl irgendwann Deine Nähe suchen und die solltest Du auch zulassen. Gespräche über den Tot wo er jetzt ist etc. wird es dann sicher geben und da sollte m.E. nicht schöngefärbt werden, sondern Du solltest Deinen Glauben darlegen. Mit Zwölf hat sie sicher schon ihre eigenen Gedanken dazu. Darüber könnt ihr sprechen.

Sie wird es sicher als unglaublich ungerecht empfinden, das kannst Du sicher bestätigen, aber auch darauf hinweisen, daß alles Leben irgendwann zuende geht.

Weise sie auf die schönen Momente mit ih´m hin, laß sie diese Situationen noch mal in Erinnerung rufen, meist tröstet so was.

Was Du nicht machen solltes, ist sie jetzt in Watte packen, Kinder in diesem Alter wollen das nicht (mehr), sie wollen als vollwertige Person genommen werden und das ist auch OK.

Laß die Trauer zu, laß sie aber nicht übermächtig werden.

Gandalf

Zum Beispiel Bücher
Hallo Dagmar,

lesen Deine Töchter? Diese Bücher können weiterhelfen, erklären und Trost spenden. Vielleicht liest Du sie zusammen mit Deinen Töchtern:

Elfie Donnelly, Servus Opa, sagte ich leise. ISBN 3789107034 Buch anschauen

Barbara Davids, Eines Morgens war alles ganz anders. ISBN 3784112811 Buch anschauen

Hiltraud Olbrich, Abschied von Tante Sofia. ISBN 3780624613 Buch anschauen

Udo Weigelt, Christina Kadmon, Der alte Bär muss Abschied nehmen. ISBN 3314012497 Buch anschauen

Alles Gute!
Diana

Gleiches Thema
hatten wir vor sechs Monaten, wie Du weisst, Daggi.
Ich würde körperliche Aktivitäten anraten,
vielleicht gemeinsam ne Radtour machen?
Bücher - naja, da könnte man in’s Grübeln kommen.
Das empfiehlt Dir - digi

Hallo, Daggi,
ich hänge mich hier unter Gandalf, weil ich seinen Beitrag sehr konstruktiv finde. Ich sehe es genau so.

Weise sie auf die schönen Momente mit ihm hin, laß sie diese
Situationen noch mal in Erinnerung rufen, meist tröstet so
was.
Was Du nicht machen solltes, ist sie jetzt in Watte packen,
Kinder in diesem Alter wollen das nicht (mehr), sie wollen als
vollwertige Person genommen werden und das ist auch OK.

Kinder können mit solchen Schlägen meist besser zurechtkommen, als man meint. Klar, es wird Tränen geben und auch Du solltest Dich Deiner Tränen nicht schämen. Denkt gemeinsam an den guten Opa und seid froh und dankbar, dass es ihn gab - und weiter gibt, denn offenbar hat er Deinen Mädels so viel gegeben, dass die Erinnerung an ihn sie ihr Leben lang begleiten wird.

Liebe Grüße und sei herzlich gedrückt!
Eckard.

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schön
Hallo Diana,
ja, die Bücher werd ich mir mal ansehen, bevor ich sie meinen Kindern zeig. Allerdings befürchte ich zur Zeit, dass sie das noch tiefer reißen wird. Aber ich denk, in einigen Wochen wärs schon was.
Danke!
Gruß *wink* Daggi

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Hallo Digi,
ja, ich kann mich erinnern.
Du kennst natürlich meine Zwerge. Und ich denke, du schätzt die Kleine sehr gut ein. Ich denke auch, dass es im Moment besser ist, den Zwerg auf Touren zu bringen statt sie in Trauer fallen zu lassen.
Danke *wink* Daggi

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hi Eckard,
ja, das hab ich auch gemacht. Die Besuche auf der Burg, auf der Opa arbeitete, will sie weitermachen. Für seine „Hasenzucht“ sucht sie schon ein neues Heim (Oma und Papa wollen sich nicht weiter um die Tiere kümmern). Ansonsten scheint sie den Weg, den ich beim Tod meines Vaters ging, auch gehen zu wollen („The show must go on“). Mal sehen, wies ihr geht, wenn sie nachher nach Hause kommt (sie ist bei ihrem Freund, da gehts einigermaßen rund, da kommt sie nicht zu sehr ins grübeln. Vielleicht ist sie schon dabei, neue „Wohnungen“ für „ihre“ Hasen zu bauen).
Danke
Gruß *wink* Daggi

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Hallo,

Ich denke auch, dass es im Moment

besser ist, den Zwerg auf Touren zu bringen statt sie in
Trauer fallen zu lassen.

…halte ich für absolut daneben, denn die Trauer wird kommen,
späte Trauer ist meist schwieriger zu überwinden, als sie zum
gegebenen Zeitpunkt (also dann, wenn es etwas zu betrauern
gibt: nämlich jetzt) gemeinsam mit Euch zu durchleiden, als
jeder für sich allein zu einem Zeitpunkt, den ihr dann auch
noch auswählen wollt. Das klappt nicht.
Davon abgesehen trauern Kinder sowieso anders als Erwachsene.
Seid einfach nur für sie da, ohne sie „künstlich“ auf Touren
bringen zu wollen.

Ist meine Meinung aus Erfahrung.
Übrigens herzliches Beileid für Euch und
herzl. Grüße
d.

4 „Gefällt mir“

Ablenkungsmanöver
Hi Dilarah,

…halte ich für absolut daneben, denn die Trauer wird kommen, späte Trauer ist meist schwieriger zu überwinden, als sie zum gegebenen Zeitpunkt (also dann, wenn es etwas zu betrauern gibt: nämlich jetzt) gemeinsam mit Euch zu durchleiden

kann ich aus meiner Erfahrung absolut unterstreichen:

der einzige Trauerfall (es gab in meiner Kindheit mehrere), von dem mich meine Eltern unbedingt ablenken wollten, ist genau der einzige, der für mich heute noch nicht abgeschlossen, abschließend beantwortet ist.

Viele Grüße
Diana

kann euch eigentlich nur zustimmen, aber…
Hallo ihr beiden,
ja, ich hab auch noch daran zu knabbern, dass ich einmal nicht trauern durfte/konnte (nicht zu dem Zeitpunkt).
Hm, der Zwerg trauert, klar. Die Nacht war heftig. Sie wurde alle paar Minuten wach, war desorientiert, schrie oder weinte. Ich lag die ganze Nacht neben ihr. Heute gehts wieder ein wenig (Ablenkung). Aber es steht uns ja noch einiges bevor…

Danke fürs Mitgefühl!
Gruß *wink* Daggi

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Hallo Dagmar,

zuerst drück ich dich mal ganz fest, du kommst ja vor lauter Sorge um deine Tochter selber nicht zum Trauern. Also nimm dir auch für dich Zeit, ich kann mit dir fühlen wie traurig es für dich sein muss einen wertvollen Menschen, der auf deiner Seite und zu deinen Kinder stand, nun vermissen zu müssen. Man kann mit hunderten unfairen und gleichgültigen Menschen leben…wenn es nur einige wenige mit Herz gibt…oder gegeben hat. Das nimmt einem keiner mehr, diese Menschen leben in unseren Herzen weiter und sie haben ein Pflänzchen gesetzt aus dem ein Baum werden kann!

Ein Verlust von einem lieben Menschen ist eine sehr persönliche Phase und jeder geht anders damit um, nur Kinder erleben auch durch die Erwachsenen.

Ich war 8 Jahr, als mein Vater verstorben ist…plötzlich und ohne Vorwahrnung. Ich spüre heute noch was mich wirklich verstört hat…es waren die Ausnahmen die uns Kinder verunsichert hatten, die besonderen Aufmerksamkeiten…eine „Überdrüberfürsorglichkeit“ und die gespürte und übertragene Angst der Erwachsenen…

Ich hatte ja noch nicht mal wirklich kapiert was TOD heißt, dass kam erst später, mir machten einfach die lebenden Erwachsenen Angst weil sie nicht Schritt für Schritt ihr Gefühl…oder Schritt für Schritt mein Gefühl - leben/kommen/fühlen/spüren/ einfach zugelassen haben.
Es war wirklich ALLES dubios für mich und ich habe erst sehr viel später mit meiner Mutter darüber geredet (da war ich schon Zwanzig+)…und das war sehr seltsam! Das, was meine Mutter glaubte richtig zu machen…war für mich damals falsch - Sie riss sich am Riemen und wollte für die Kinder möglichst wenig Trauer zeigen, dadurch zeigte sie den Kindern aber nicht wie schlechts ihr ging.
Dafür erhöhte sie die Zuwendungen uns gegenüber (und sie war immer schon eine Übermutter) - und dadurch verunsicherte sie uns Kinder noch mehr, einfach weil nix - einfach nicht mal das Einfachste NORMAL war. Es ist für ein Kind unnatürlich wenn es nicht auch die Knackpunkte hat :wink:), also wenns immer Ärger gegeben hat wenn der Trotzkopf nicht, z.B. in die Badewanne will, dann wird es für ein Kind bedrohlich wenn es ohne Ärger nicht mehr in die Badewanne soll/muss!

Kinder brauchen einen Normalen Tagesablauf, das heißt wenn`s was anstellen oder wenn eben DIES passiert -> dann passiert eben -> DAS, dann ist es nicht so bedrohlich für ein Kind wenn sich ein wichtiges Umfeld (sorry, da meine ich den Opa) verändert.
Wenn jetzt ein Trauerfall eine Familie erschüttert, dann ist jedes einzele Familienmitglied betroffen und getroffen…und in dieser Zeit kann ein Kind sehr gut begreifen dass Jeder in seinem Umfeld seine Zeit der Trauer braucht und eben nicht funktioniert…aber->>aber->> nur wenn die Grundfestung nicht erschüttert wird!

Ich weiss ich schreib _leicht_ kurios heute, aber beim „normal normal mit Kindern“ kann ich nicht wirklich objektiv sein
;-o…und ich hoffe einfach du verstehst mich nicht falsch.

Im Grunde will ich ich dir eigentlich nur sagen…du bist Mutter, aber sicher keine „Heilige“…und wer will/braucht schon Heilige? Gefühl ist wichtig, auch wenns ein trauriges verzweifeltes Gefühl ist…so ist das Leben und das bleibt auch unsern Kindern nicht erspart und verhindern können wir`s auch nicht!

Muttergrüße und ein *knuddeln* (auch wenns billig ausschaut) ich mach es nicht mit, aber ich fühl mit dir
von Herzen herzlich
Kerbi

würd ich gern, hab ja auch eigene Wünsche
Hallo Kerbi,
ja, das Normalleben versuch ich weiter (werd meinen geplanten WE-Urlaub für Cebit nur um einige Stunden verschieben wegen Beerdigung).
Zum Glück sind die Eltern ihres Freundes tagsüber im Moment zu Hause, d. h. sie ist dort wo sie sich wohlfühlt, wos normals zugeht, nix Trauer).
Die Familie meines Ex wollte, dass Julia das WE bei ihnen verbringt, das werd ich aber auf keinen Fall zulassen.
Das einzige, was sich für Julia ändern wird, ist, dass sie nicht mit Opa auf die Burg gehen wird (er arbeitete dort im Museeum, Julia war in den Ferien immer mit ihm dort) sondern mit den Arbeitskollegen von ihm (sie will sich die Tage auf der Burg nicht nehmen lassen, genießt es, Familien das Museeum und die Burg zu zeigen).
Durch die Trauer muß sie durch, das kann ich ihr nicht abnehmen, ich kann ihr nur beistehen. Ich vermiss den Opa auch. Aber ich werd es nicht zulassen, dass die Trauer überhand nimmt. Nur das ist schwer und geht nicht so leicht/schnell, wie ich das gerne hätte, leider.
Ich versteh dich sehr gut. Ich krieg den Tod meines Vaters auch noch nicht auf die Reihe, obwohl ich damals erwachsen war. Tja, und dieses innige Verhältnis, das ich zu meinem Vater hatte ist wie das zwischen Julia/opa.
Ich wäre froh, wenn wir da bald durch sind.
Wovor ich mich fürchte: dass Papa/Oma sie nicht aus der Trauer rauslassen (normal leben).

DANKE
Gruß *wink* Daggi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

siehst du, das es dir und ihr besser geht? o.w.T.