Weitwinkel - Vor- und Nachteile?

Hallo,

hatte bisher eine Canon IXUS 50 und bin nun auf der Suche nach einer neueren, kompakten Digitalkamera (nutze die Kamera auf Reisen, erstelle viele Schnappschüsse aber brauche keine professionellen Aufnahmen).

Hätte zur Auswahl Canon IXUS 960 IS, Sony DSC-T2 und Panasonic Lumix DMC-TZ3.
Die Panasonic TZ3 würde mir auf Grund des 10fach Zooms und der guten Testergebnisse in diversen Magazinen sehr gefallen. Bin mir allerdings nicht ganz sicher was es mit dem „Weitwinkel-Objektiv“ auf sich hat.
Durch ein Weitwinkel-Objektiv kann ein größerer Bereich abgebildet werden, aber es sollen dann auch „Verzerrungen“ auftreten.

Kann mich mal jemand aufklären wann solche Verzerrungen auftreten und ob das immer der Fall ist?
Möchte nach einer Reise natürlich keine „verzerrten“ Fotos mit nach Hause nehmen :wink:

Viele Grüße,
Alex

Hallo,

bestimmte Verzerrungen hast Du bei WW-Aufnahmen immer, das ist sozusagen konstruktionsbedingt. Nahegelegene Parallelen auf einem Bild werden als „stürzende Linien“ abgebildet. Profis der Architekturfotografie helfen sich mit Spezialobjektiven. Wir Amateure können Dank Software die Verzerrung später am PC herausrechnen.

Weiterhin gibt es die tonnenförmigen Verzerrungen, die um so stärker werden, je weiter man sich vom Bildmittelpunkt entfernt und je weitwinkliger das Objektiv ist (je kürzer die Brennweite).

http://www.dffe.at/weitwinkel.html

Brennweitenvergleich
Lumix: 28-280
Ixus: 36-133
Sony: 38-114

Keines der Objektive hat ein extremes WW. Das wären Brennweiten unter 24 mm.

Meiner persönlichen Ansicht nach sind die Probleme der Bildqualität, welche möglicherweise bei der Lumix auftreten, sicher nicht vordergründig dem WW geschuldet. Vielmehr ist es so, dass durch den enormen Zoom einfach bauartbedingt das Objektiv am oberen und unteren Ende des Brennweitenbereiches schwächelt. Für den Hobbyknipser ist das kein großes Problem. Wichtiger finde ich das Problem des Rauschens, welches bei Kameras mit vielen Megapixeln und kleinem Sensor auftritt. Daher ist für mich eine 7MP-Cam bei gleicher Sensorgröße fast immer die bessere Wahl als eine mit 12.

Gruß,

Myriam

Hallo Myriam,

vielen Dank für die Infos!

Werde mich wohl für eine Kamera ohne Weitwinkel entscheiden.
Habe keine Lust die Fotos später mit Hilfe von Software zu korrigieren :wink:

Grüße,
Alex

Hallo,

offenbar sind meine Erklärungskünste mangelhaft :frowning:

Werde mich wohl für eine Kamera ohne Weitwinkel entscheiden.

  1. Jede Brennweite >50mm wird als Weitwinkel bezeichnet, Du wirst also kaum eine Kompaktcam ohne WW bekommen.

  2. 50mm nennt man Normalobjektiv, weil es ungefähr dem Bildausschnitt des menschlichen Auges entspricht. Alles darüber ist Teleobjektiv. Das hat wieder seine eigenen Verzeichnungen und Schwächen.

  3. Die stürzenden Linien treten bei jeder Brennweite auf, sobald man nicht im Winkel von 180° zum Gebäude (oder was auch immer das Motiv mit den Parallelen ist) steht. Stelle Dir vor, Du stehst vor einem Kirchturm und willst soviel wie möglich davon im Bild haben. Du hast nun die Wahl zwischen 2 Möglichkeiten: a) Du hältst die Kamera schräg nach oben -> heftig stürzende Linien. b) Du gehst so weit vom Kirchturm weg, dass Du die Kamera genau gerade halten kannst und trotzdem alles drauf ist -> das geht meist nicht, weil Kirchen selten auf einer großen Ebene ohne andere Gebäude stehen.

Habe keine Lust die Fotos später mit Hilfe von Software zu
korrigieren :wink:

Dann vergiss das ganze Geschwätz von Verzerrungen. Für den Hobbyknipser ohne Ambitionen ist das alles praktisch irrelevant, da er es eh nicht bemerken wird. Kaufe Dir eine Kamera deren Optik Deinen Motiven entgegenkommt. Wenn Du viel Landschaft oder Familienfotos knipst, nimm eine Cam mit 35-105. magst Du Tiere im Zoo oder in freier Natur, nimm eine mit Telezoom bis mindestens 200, eher mehr.

Gruß,

Myriam