Hallo,
meine Erfahrungen in der Hotellerie sind zwar aus Deutschland (Frankfurt, Leipzig, Berlin) aber dafür besonders stark von Anglizismen geprägt, da ich in amerikanischen Kettenhotels tätig war.
In Schweizer Hotels heisst die Hotelhalle oft ‚die Hall‘
(hool), auch die ‚Lounge‘
(laundsch) und allenfalls die ‚Mall‘ (mool).
Ich kenne das als „Lobby“. „Mall“ ist etwas völlig anderes (Einkaufszentrum) und auch als Anglizismus nicht in D vorhanden, soweit ich weiß. „Lounge“ ist verbreitet, meint aber nicht die Hotelhalle, sondern eher eine Variante der Bar.
Der ‚Wellness- und Fitnessbereich‘ hat meines Wissens im
ganzen deutschen
Sprachraum Einzug gehalten
Wobei „Wellness“ so ein bißchen in die Kategorie „Handy“ gehört, d.h. das Wort ist im englischen Sprachraum unüblich.
auch der ‚Room Service‘
Korrekt. Weiterhin: Bar, Lounge, Cocktail, King/Queensize-Bett, Twin-Bett, Sales Manager, Front Office, Back Office, Catering, Stewarding, Chafing Dish, Controller, General Manager, F&B, Service, PBX, Check-in/out, Folio, Cashdrop, Night Audit, Auditor, CRS, GDS, Housekeeping, Supervisor, Turndown …
Wörter wie „Reservierung“ für Zimmerbuchung und „Zimmerrate“ für „Übernachtungspreis“ zeigen ebenfalls den Einfluss des Englischen, da es sich um schräge Übersetzungen von „reservation“ und „room rate“ handelt.
Haben die Anglizismen die Gallizismen bereits abgelöst?
Teilweise, insbesondere in den Bereichen Empfang, Verkauf/Marketing, Buchhaltung.
Es gibt aber einige, die immer noch die Stellung halten, vor allem im Bereich F&B (argh, wieder ein Anglizismus) und Service: mis-en-place, die Küchenposten (Saucier, Gardemanger, Patissier, usw.) und die Titel der Köche (Chef de Partie usw.) und der Kellner (Commis de rang, Chef de rang, Sommelier …).
Gruß,
Myriam