Welche Arbeit wird wirklich gebraucht?

Hallo und Guten Tag,

immer wieder liest und hört man über die Empörung, dass Unternehmen Arbeitsplätze abbauen, obwohl sie Gewinne machen. Daraus muss man dann ja im Umkehrschluss ableiten, dass von den Unternehmen verlangt wird, Arbeitsplätze aus „Kulanz“ bzw. aus „sozialem Gewissen“ zu erhalten, die sie eigentlich gar nicht brauchen. Dass heisst ja, dass viele Arbeitsplätze eigentlich „Scheinarbeitsplätze“ sind, die nur aus „sozialen Gründen“ bestehen.

Was ich gerne wissen würde: Wieviele Arbeitsplätze in Deutschland sind denn besetzt, weil sie tatsächlich gebraucht werden. Bzw. wenn wirklich es in Deutschland nur und ausschließlich die Arbeitsplätze gäbe, die von den Unternehmen unverzichtbar gebraucht werden, wieviele Arbeitsplätze blieben dann tatsächlich noch übrig?

Vielen Dank im Voraus für Antworten und Meinungsäußerungen,

Jasper.

Hallo,

Was ich gerne wissen würde: Wieviele Arbeitsplätze in
Deutschland sind denn besetzt, weil sie tatsächlich
gebraucht
werden. Bzw. wenn wirklich es in
Deutschland nur und ausschließlich die Arbeitsplätze gäbe, die
von den Unternehmen unverzichtbar gebraucht
werden, wieviele Arbeitsplätze blieben dann tatsächlich noch
übrig?

für dieses Wissen würden Dir die Unternehmen Milliarden an Beraterhonoraren zahlen. Mit anderen Worten: das kann man nur schätzen bzw. mutmaßen.

Gruß
Christian

Hallo und Guten Tag,

Hallo,

immer wieder liest und hört man über die Empörung, dass
Unternehmen Arbeitsplätze abbauen, obwohl sie Gewinne machen.
Daraus muss man dann ja im Umkehrschluss ableiten, dass von
den Unternehmen verlangt wird, Arbeitsplätze aus „Kulanz“ bzw.
aus „sozialem Gewissen“ zu erhalten, die sie eigentlich gar
nicht brauchen. Dass heisst ja, dass viele Arbeitsplätze
eigentlich „Scheinarbeitsplätze“ sind, die nur aus „sozialen
Gründen“ bestehen.

—Off-Topic—
damit sprichst Du einen guten Punkt an, nämlich die Frage, ob Menschen als betriebliche Ressource verstanden werden können oder ob Arbeit eine soziale Ressource für Menschen ist. Die Macht der Marktwirtschaft ist so stark, dass sie diese Marktwirtschaft auch unter die Menschen treibt und damit wirtschaftlich nützliche Menschen unbarmherzig von wirtschaftlich weniger nützlichen trennt und diese als Problem des Staates und der Gemeinschaft abschiebt. Damit trennt man Aufgaben der Gemeinschaft und Aufgaben von Unternehmen, wobei letztere dann offenbar nicht mehr zur Gemeinschaft zählen müssen.
Eine spannende Frage, die ich mal kurz anreißen wollte.

Was ich gerne wissen würde: Wieviele Arbeitsplätze in
Deutschland sind denn besetzt, weil sie tatsächlich
gebraucht
werden. Bzw. wenn wirklich es in
Deutschland nur und ausschließlich die Arbeitsplätze gäbe, die
von den Unternehmen unverzichtbar gebraucht
werden, wieviele Arbeitsplätze blieben dann tatsächlich noch
übrig?

Welche Arbeitsplätze ein Unternehmen wirklich benötigt, ist sehr individuell und von dessen individueller Marktlage abhängig. Du könntest nach empirischen Erhebungen suchen.

Neben der induktiven Annäherung, kann man sich auch deduktiv Deiner Frage annähern. Das ist eine wichtige Frage für den Staat bezüglich Einnahmen und Ausgaben. Die Fachserie 18 des Statistischen Bundesamtes erstellt Angaben über die Anzahl von Arbeitskräften in der deutschen Gesellschaft.
Allerdings Zitat: „Als betriebsnotwendige Arbeitskräfte werden die in den Testbetrieben vorhandenen Arbeitskräfte unterstellt.“
Also gibt es auch dort keine direkte Angabe auf Deine Frage, aber eine Zahl von Erwerbstätigen: „Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hatten im vierten Quartal 2007 rund 40,3 Millionen Erwerbstätige ihren Arbeitsort in Deutschland“. Bei 82 Millionen Deutschen arbeitet also „nur“ die Hälfte.
Jetzt könnte man weiter forschen und nach Arbeitskräften fragen, die im sog. 2. Arbeitsmarkt (staatlich subventioniert) stecken. Dann könnte man weiter die Selbständigen und dann teilweise diejenigen in sog. prekären Beschäftigungsverhältnissen abziehen. Im Rest hat man noch diejenigen, die zur sog. versteckten Arbeitslosigkeit zählen. Um diesen Rest herauszufiltern, müsste man auf empirische Umfragen in den Betrieben zurückgreifen, also ob die Unternehmer angegeben haben, in Zukunft Arbeitsplätze abzubauen oder aufzubauen.

Die Arbeit musst Du Dir leider selbst machen :wink: aber ich hoffe, ich konnte Dich etwas an das Problem zur Beantwortung Deiner Frage heranführen und wenn Du suchst, wirst Du eine ungefähre Zahl erhalten.

Versteckte Arbeitslosigkeit/ Unterbeschäftigung in Betrieben halte ich in Deutschland für sehr gering, da die Unternehmen regelmäßig mit Entlassungen reagieren können. Vielmehr erscheint mir eine versteckte Überbeschäftigung zu herrschen, die sich durch Überstundenarbeit und Arbeitsverdichtung/ -intensivierung zeigt.

Viele Grüße,
Ingo

Hallo,

damit sprichst Du einen guten Punkt an, nämlich die Frage, ob
Menschen als betriebliche Ressource verstanden werden können
oder ob Arbeit eine soziale Ressource für Menschen ist. Die
Macht der Marktwirtschaft ist so stark, dass sie diese
Marktwirtschaft auch unter die Menschen treibt und damit
wirtschaftlich nützliche Menschen unbarmherzig von
wirtschaftlich weniger nützlichen trennt und diese als Problem
des Staates und der Gemeinschaft abschiebt. Damit trennt man
Aufgaben der Gemeinschaft und Aufgaben von Unternehmen, wobei
letztere dann offenbar nicht mehr zur Gemeinschaft zählen
müssen.

Arbeit ist kein Selbstzweck sondern dient zum Erwerb des Lebensunterhaltes und des Luxus` (falls es dazu reicht). Das ist keine Erfindung der Marktwirtschaft, sondern das war schon in der Steinzeit Usus. Damals gabs nur keine monatliche Überweisung, sondern ein Mammutfilet, wenn man mal jemandem geholfen hat, die Höhle zu klinkern.

Interessanterweise funktionieren Unternehmen genauso wie Menschen, d.h. sie sind auf Einkommens- bzw. Gewinnerzielung ausgerichtet. Aus diesem Grunde ist jede Rumnölerei über Arbeitsplatzabbau ziemlich daneben. Wenn der Geschäftsbetrieb eines Unternehmens auch ohne die freigestellten Mitarbeiter nicht zusammenbricht, waren diese Mitarbeiter offensichtlich entbehrlich. Wenn sie nicht entbehrlich waren, bekommt das Unternehmen in irgendeiner Hinsicht ein Problem (Lieferbereitschaft, Qualität, Marktgängigkeit der Produkte).

Gruß
Christian

OT
Hallo,

Arbeit ist kein Selbstzweck sondern dient zum Erwerb des
Lebensunterhaltes und des Luxus` (falls es dazu reicht).

Ja. Ich möchte hinzufügen, ihre Tätigkeit definiert auch den Menschen und der Mensch definiert sich über seine Tätigkeit. Arbeit hat daher neben dem Überlebenszweck auch einen sozialen Aspekt.

Das
ist keine Erfindung der Marktwirtschaft, sondern das war schon
in der Steinzeit Usus. Damals gabs nur keine monatliche
Überweisung, sondern ein Mammutfilet, wenn man mal jemandem
geholfen hat, die Höhle zu klinkern.

(-:
Arbeit ist keine Erfindung der Marktwirtschaft, sicher nicht. Ich hatte die Behauptung aufgestellt, dass die Marktwirtschaft unter die Menschen tritt und sich dort erbarmunslos zeigen würde, wenn sie nicht sozial abgefedert werden würde, z.B. durch Kündigungsschutz, Mutterschutz, Elterngeld, Ausbildungsregelungen.

Interessanterweise funktionieren Unternehmen genauso wie
Menschen, d.h. sie sind auf Einkommens- bzw. Gewinnerzielung
ausgerichtet.

Der homo oecomicus ist eine überholte Vorstellung. Der Mensch ist ein emotionales Wesen, welches Entscheidungen nur subjektiv rational trifft. In der Psychologie wird auch von einem Verrationalisieren gesprochen. Der Mensch trifft Entscheidungen, wenn nicht nur, so doch zumindest häufigst nach emotionalen Erwägungen. Dabei sind die Entscheidungen auch noch von Mensch zu Mensch unterschiedlich, also von seinem Charakter abhängig. Genau das macht sich das Marketing zu nutze, z.B. versucht es Meinungsführer ausfindig zu machen oder Produkte emotional aufzuladen.
Unternehmen sind vielfältig begreifbar. „Unternehmen sind ökonomische, produzierende, soziale, geistig-kulturelle, ökologische, informationsverarbeitende und kommunizierende Gebilde sowie Gebilde im Raum“. Dieses immer wieder verwendete Zitat stammt ursprünglich von Gareth Morgan. In seinem Buch „Images of organization“ stellt er diese vor. Das Buch ist inzwischen ein Klassiker und seine Zusammenfassungen dürften in fast jeder Einführung zur BWL auftauchen.
Ein Unternehmen agiert als Ganzes selten emotional. Wie sollte es auch? Dafür sind zu viele konträre Meinungen integriert. Auf kleine patriarchalische UN kann dies wiederum zutreffen, aber da ist es ein Mensch der so reagiert.

Aus diesem Grunde ist jede Rumnölerei über
Arbeitsplatzabbau ziemlich daneben.

Ich weiß nicht ganz, was Du meinst, aber ich vermute, dass Du auch ziemlich „rumölen“ würdest, wenn es Dich als 50 Jährigen erwischen würde und Du nach einem Jahr Arbeitslosigkeit Dich nicht nur nach einer günstigeren Wohnung umsehen müsstest. Aber wer genug hat, kann auch noch genug abgeben. Dann braucht in der Tat niemand über Arbeitsplatzverluste „herumzuölen“. Aber vielleicht verstehe ich Dich hier auch falsch.

Wenn der Geschäftsbetrieb
eines Unternehmens auch ohne die freigestellten Mitarbeiter
nicht zusammenbricht, waren diese Mitarbeiter offensichtlich
entbehrlich.

In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit werden AN eine ganze Menge leisten und selbst gesundheitliche Beschwerden in Kauf nehmen, bevor sie kündigen. Eine ursächliche Rückführung auf Mitarbeiterentlassungen dürfte nur in Ausnahmefällen möglich sein.
Toyota hat mal mit eine extreme Verschlankung durchgeführt und dabei jede Stelle auf ihren Gewinnanteil durchforstet, kanban genannt. Nun, wir kennen die unterschiedliche Arbeitnehmerkultur hier und in China. Ich hoffe, jeder weiß, was das an Freizeit bedeutet und dann sollte niemand rumölen, wenn überflüssige Mitarbeiter entlassen werden und die Arbeitsintensivierung ansteigt.

Wenn sie nicht entbehrlich waren, bekommt das
Unternehmen in irgendeiner Hinsicht ein Problem
(Lieferbereitschaft, Qualität, Marktgängigkeit der Produkte).

Das wird lange durch Überstunden ausgeglichen werden. Wenn Mitarbeiter nicht mehr können und öfter fehlen, krank werden, ausscheiden, kommen neue nach.
Die Mitarbeiterfluktuation steigt.
Die „Entbehrlichkeit“ von Mitarbeitern bedeutet in der Realität Arbeitsverdichtung und erhöhte Fluktuation in den Qualifikationsbereichen, die auf dem Arbeitsmarkt leicht zu bekommen sind.
In der Theorie hast Du sicherlich Recht, aber die Praxis lässt ein Unternehmen nicht einfach so abschmieren, weil es ein falsche Mitarbeiter entlassen hat, geschweige denn, dass sich einfach feststellen ließe, welche denn nun die falschen waren. Andere Mitarbeiter übernehmen Aufgaben, andere Aufgaben werden stillgelegt und Probleme können durch mehrere Methoden beseitigt werden.

Gruß
Christian

Ich gebe zu. Da habe ich viel zu viel geschrieben :frowning:
Gruß zurück von mir :smile:

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Hallöchen.

Arbeit ist kein Selbstzweck sondern dient zum Erwerb des
Lebensunterhaltes und des Luxus` (falls es dazu reicht).

Ja. Ich möchte hinzufügen, ihre Tätigkeit definiert auch den
Menschen und der Mensch definiert sich über seine Tätigkeit.
Arbeit hat daher neben dem Überlebenszweck auch einen sozialen
Aspekt.

Ja und? Sollen Arbeitgeber deswegen überflüssige Stellen nicht streichen, weil es den Mitarbeiter dann schlechter geht?

Das
ist keine Erfindung der Marktwirtschaft, sondern das war schon
in der Steinzeit Usus. Damals gabs nur keine monatliche
Überweisung, sondern ein Mammutfilet, wenn man mal jemandem
geholfen hat, die Höhle zu klinkern.

(-:
Arbeit ist keine Erfindung der Marktwirtschaft, sicher nicht.
Ich hatte die Behauptung aufgestellt, dass die Marktwirtschaft
unter die Menschen tritt und sich dort erbarmunslos zeigen
würde, wenn sie nicht sozial abgefedert werden würde, z.B.
durch Kündigungsschutz, Mutterschutz, Elterngeld,
Ausbildungsregelungen.

Mal abgesehen davon, daß sich darüber streiten ließe, ob solche Instrumente den Arbeitnehmern insgesamt wirklich helfen, gibt es sie ja.

Interessanterweise funktionieren Unternehmen genauso wie
Menschen, d.h. sie sind auf Einkommens- bzw. Gewinnerzielung
ausgerichtet.

Der homo oecomicus ist eine überholte Vorstellung. Der Mensch
ist ein emotionales Wesen, welches Entscheidungen nur
subjektiv rational trifft. In der Psychologie wird auch von
einem Verrationalisieren gesprochen. Der Mensch trifft
Entscheidungen, wenn nicht nur, so doch zumindest häufigst
nach emotionalen Erwägungen.

Was nichts daran ändert, daß die wenigsten Menschen arbeiten gehen würden, wenn sie das gleiche Geld fürs Nichtstun bekämen.

„Images of organization“ stellt er diese vor. Das Buch ist
inzwischen ein Klassiker und seine Zusammenfassungen dürften
in fast jeder Einführung zur BWL auftauchen.
Ein Unternehmen agiert als Ganzes selten emotional. Wie sollte
es auch? Dafür sind zu viele konträre Meinungen integriert.
Auf kleine patriarchalische UN kann dies wiederum zutreffen,
aber da ist es ein Mensch der so reagiert.

Das sehe ich anders. Sowohl das Verhalten einzelner als auch die Unternehmenskultur führen dazu, daß Unternehmen nicht nur nicht rational handeln, sondern oft sogar emotional.

Aus diesem Grunde ist jede Rumnölerei über
Arbeitsplatzabbau ziemlich daneben.

Ich weiß nicht ganz, was Du meinst, aber ich vermute, dass Du
auch ziemlich „rumölen“ würdest, wenn es Dich als 50 Jährigen
erwischen würde und Du nach einem Jahr Arbeitslosigkeit Dich
nicht nur nach einer günstigeren Wohnung umsehen müsstest.
Aber wer genug hat, kann auch noch genug abgeben. Dann braucht
in der Tat niemand über Arbeitsplatzverluste „herumzuölen“.
Aber vielleicht verstehe ich Dich hier auch falsch.

Daß sich jeder einzelne Betroffene durchaus aufregen kann, nur ist der öffentliche Unmut unangebracht. Wenn Arbeitskräfte eingespart werden können, ohne daß der Geschäftsbetrieb leidet, hat die Geschäftsleitung das Recht und bei weiter Auslegung der Rechtslage und je nach Rechtsform sogar die Pflicht, diese Arbeitsplätze einzusparen.

Waren diese Arbeitsplätze nicht nicht überflüssig, dann schießt sich das Unternehmen selbst ins Knie. Dann wäre aber weniger kollektive Wut als vielmehr Häme angesagt.

Wenn der Geschäftsbetrieb
eines Unternehmens auch ohne die freigestellten Mitarbeiter
nicht zusammenbricht, waren diese Mitarbeiter offensichtlich
entbehrlich.

In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit werden AN eine ganze Menge
leisten und selbst gesundheitliche Beschwerden in Kauf nehmen,
bevor sie kündigen. Eine ursächliche Rückführung auf
Mitarbeiterentlassungen dürfte nur in Ausnahmefällen möglich
sein.

Ich habe auch schon die ein oder andere Verschlankung miterlebt und komischerweise brach danach niemand zusammen.

Toyota hat mal mit eine extreme Verschlankung durchgeführt und
dabei jede Stelle auf ihren Gewinnanteil durchforstet, kanban
genannt. Nun, wir kennen die unterschiedliche
Arbeitnehmerkultur hier und in China. Ich hoffe, jeder weiß,
was das an Freizeit bedeutet und dann sollte niemand rumölen,
wenn überflüssige Mitarbeiter entlassen werden und die
Arbeitsintensivierung ansteigt.

Tja, eventuell kommt es irgendwann mal so weit, daß fast alle Arbeitnehmer 100% der Arbeitszeit für 100% Gehalt arbeiten müssen. Seiten wie wer-weiss-was, ebay, amazon, yahoo müßten natürlich schnell mangels Besucher schließen - aber gut: der Schaden wäre zu verkraften.

Wenn sie nicht entbehrlich waren, bekommt das
Unternehmen in irgendeiner Hinsicht ein Problem
(Lieferbereitschaft, Qualität, Marktgängigkeit der Produkte).

Das wird lange durch Überstunden ausgeglichen werden. Wenn
Mitarbeiter nicht mehr können und öfter fehlen, krank werden,
ausscheiden, kommen neue nach.
Die Mitarbeiterfluktuation steigt.
Die „Entbehrlichkeit“ von Mitarbeitern bedeutet in der
Realität Arbeitsverdichtung und erhöhte Fluktuation in den
Qualifikationsbereichen, die auf dem Arbeitsmarkt leicht zu
bekommen sind.
In der Theorie hast Du sicherlich Recht, aber die Praxis lässt
ein Unternehmen nicht einfach so abschmieren, weil es ein
falsche Mitarbeiter entlassen hat, geschweige denn, dass sich
einfach feststellen ließe, welche denn nun die falschen waren.
Andere Mitarbeiter übernehmen Aufgaben, andere Aufgaben werden
stillgelegt und Probleme können durch mehrere Methoden
beseitigt werden.

Was Du schilderst, ist das, was ich sagte: Entweder es geht ohne die betreffenden Mitarbeiter (dann war die Entscheidung richtig) oder es geht schief (dann war die Entscheidung falsch), dann schlägt es sich in irgendeiner Form auf die Erträge nieder.

Gruß
Christian

Hallo Christian,

In der Theorie hast Du sicherlich Recht, aber die Praxis lässt
ein Unternehmen nicht einfach so abschmieren, weil es ein
falsche Mitarbeiter entlassen hat, geschweige denn, dass sich
einfach feststellen ließe, welche denn nun die falschen waren.
Andere Mitarbeiter übernehmen Aufgaben, andere Aufgaben werden
stillgelegt und Probleme können durch mehrere Methoden
beseitigt werden.

Was Du schilderst, ist das, was ich sagte: Entweder es geht
ohne die betreffenden Mitarbeiter (dann war die Entscheidung
richtig) oder es geht schief (dann war die Entscheidung
falsch), dann schlägt es sich in irgendeiner Form auf die
Erträge nieder.

Nach meiner persönlichen Erfahrung werden für die daraus entstehenden Ertragsprobleme dann allerdings ganz andere Ursachen ausgemacht als fehlendes Personal. Das Mitarbeiter fehlen will dann niemand hören. Besonders diejenigen, die zuvor den Stellenabbau entschieden haben.

Viele Grüße

Stefan

Hallo,
man kann auch Arbeitsplätze einsparen, indem man sich für kurzfristige Einsparungen entscheidet. Dabei verzichtet man einfach auf Neuentwicklungen und Teile des Qualitätsmanagments -> bis dies dem Kunden auffällt steigt der Aktienkurs… Oder man entscheidet sich Arbeitsplätze in einem Land mit hohen Lohnkosten zu streichen, weil man zwar die Arbeitskraft benötigt, jedoch lieber zu einem günstigeren Preis.
So :
Schön wäre auch statt einer 40 Stunden Woche, die 60 Stunden Woche -> jeder dritte könnte dann Zuhause bleiben.
Den Urlaub sollte man von 30 Tagen auf 5 Tage kürzen -> Urlaub ist für Firmen so gut wie unnötig (unproduktiv).
Eine Krankenkasse und Rentenbeiträge braucht man eigentlich als Firma nicht, warum soll man diese unterstützen. Falls einer doch mal krank wird, läßt sich diese Person auch durch eine andere ersetzen.
Als Entlohnung genügt essen und eine Schlafgelegenheit, sowie eine Kleiderkostenpauschale…(aber nur für die Arbeitswilligen, der Rest naja).
Du siehst wir haben da noch einiges an Potenzial um Arbeitsplätze abzubauen, vielleicht brauchen wir das aber auch nicht, da wir mit diesen Maßnahmen sehr Kosteneffizient und damit lukrativ sind. Wir müssen nur Abnehmer für die von uns erstellten Produkte finden, die sich diese auch leisten können.
Ach ja Problem derzeitige Rentner, diese sind in China und Indien im Schnitt viel viel günstiger -> die sollten wir schnell auslagern…

Gruss Peter

Hallo Jasper,

die Antwort ist in der Regel für wertschöpfungsnahe Bereiche sehr leicht zu beantworten, je weiter Du von der eigentlichen Wertschöpfung weg bist, desto schwieriger wird es.

D.h. in einem Produktionswerk ist es sehr einfach, die notwendige Anzahl von direkten Mitarbeitern zu bestimmen. Du hast eine Vorgabezeit pro Stück und Arbeitsplatz und erhälst als Summe über die Stückzahl und die Arbeitsplätze und das Arbeitszeitmodell die notwendige MA-Kapazität. Gehen die Stückzahlen runter oder werden Vorgabezeiten durch Rationalisierung reduziert, geht der MA-Bedarf nahezu linear runter.
Beim Fertigungsmanagement wird es schon schwieriger. Brauchen 50 MA einen Meister oder 100? Brauchen 3 Meister einen Abteilungsleiter oder 5? Hier zählt die Firmenkultur sehr stark mit (flache oder steile Hierarchie …)
Bei Dienstleistungsabteilungen wird es noch schwieriger. Wieviele Einkäufer brauchst Du tatsächlich? Wie viele Vertriebler? Noch interessanter: Wie viele Controller?

Und genau deswegen werden Stellen zunächst einmal dort abgebaut, wo direkt rationalisiert werden kann (im Werk) und der betriebswirtschaftlich notwendige Rest per Rasenmäher in der Gesamtorganisation.
Und Du kannst sicher sein: Während die Werke aufgrund der Transparenz das quietschen anfangen, beschäftigen sich die Dienstleister noch langer mehr mit sich selber als mit dem Betriebsergebnis:wink:

Grüße
Jürgen (aktuell im Werk, vorher Dienstleister:wink:)