Hallo,
Ich bin am ueberlegen welche Sprache ich lernen sollte. Ich bin Deutsch Muttersprachler und habe sehr gute Spanischkenntnisse sowie gute Englischkenntnisse.
Spaeter wuerde ich gerne Richtung Friedensfoerderung, Entwicklungshilfe gehen und besonders interessen mich dabei Suedamerika und Afrika.
In Suedamerika waere also Portugiesisch sehr interessant, aber eine nichteuropaeische sprache zu lernen hat auch ihren Reiz.
Franzoesisch kommt absolut nicht in Frage.
In Afrika fallen mir dann noch Suaheli und Afrikaans ein. Suaheli ist im Moment mein Favorit. Kann man das gut im Selbststudium lernen oder ist die Sprache sehr schwer? Oder wisst ihr vllt noch Alternativen fuer mich?
Liebe Gruesse,
Felix
Hallo,
Afrikaans fällt dann wohl eher weg, das wird nämlich fast ausschließlich von Weißen gesprochen. Ich denke, dass man bei Suaheli schon einen Lehrer braucht, da das Sprachsystem ein ganz anderes ist. Was für lateinamerikanische Gebiete nicht schlecht wäre, wäre sicher Quechua.
LG, Sarah
Hallo Felix,
sorry, wenn ich so schroff beginne. Aber ich finde „Armensprache“ vollkommen daneben als Bezeichnung einer nichteuropäischen Sprache. Da könnte man ja auch gleich Deutsch als „Nazisprache“, Russisch als „Kommunistensprache“ usw. bezeichnen.
Aber nun zum eigentlichen Inhalt meines Postings: Wenn Du in die Richtung Freidensforschung/Entwicklungshilfe gehen willst und Dich für die genannten Regionen interessierst, solltest Du Dich neben Englisch und Spanisch hauptsächlich auf Französisch und Portugiesisch konzentrieren, auch wenn Du genau die nicht lernen willst.
Der Punkt ist der: In diesen Berufen wird man in der Regel nur auf eine bestimmte Zeit in eine Region entsendet und später dann in eine andere. Sprich: Es wäre zwar durchaus von Vorteil, wenn Du für einen Aufenthalt in Kenia Suaheli könntest. Aber danach würdest Du z.B. nach Ghana geschickt, wo keiner diese Sprache beherrscht. Zudem ist das Problem bei Suaheli, dass es – ähnlich dem Englischen in Europa – hauptsächlich eine Verkehrssprache und meistens nicht Muttersprache der „normalen“ Menschen ist.
Ein Problem ist sicherlich auch das eigenständige Erlernen der Sprache. Suaheli beherrsche ich zwar nicht. Aber ich erinnere mich, dass ich ungefähr in Deinem Alter angefangen habe, alleine bzw. in einem schlechten VHS-Kurs Arabisch zu lernen. Das war extrem demotivierend damals, da ich keinerlei persönlichen Bezug zur Sprache hatte, sie so vollkommen fremd war, und auch der Lehrer nicht wirklich erklären konnte, warum denn diese oder jene Form genau so lautet und nicht anders. Viel motivierender war es, später die Sprache im Land zu lernen, wo man auch im Alltag mit ihr in Berührung kam und sich nicht alles auf den Klassenraum beschränkte.
Von Afrikaans würde ich übrigens komplett abraten, da die Sprache zum einen geographisch noch deutlich stärker gebunden ist als Suaheli, zum anderen aber auch die Sprache der (bei Schwarzafrikanern verhassten) Buren ist. Elke möge mich korrigieren, aber ich glaube, der Effekt, den Du erzielen würdest, wenn Du als (weißer) Europäer in einem Hilfsprojekt in Soweto auftauchst und die Anwesenden erstmal mit „Goeiemôre“ begrüßt, wäre nicht der beste… 
Fazit: Am besten sind sicherlich Englisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch geeignet für diese Gegenden. Je nachdem, für welchen Teil Afrikas Du Dich interessierst, wäre unter Umständen Arabisch noch eine Option.
Gruß,
Stefan
Das du so schroff bist ist kein Problem. Ich muss dir zustimmen, dass meine Wortwahl da wirklich unguenstig war. Natuerlich meinte ich das nicht beose, sondern als Bezeichnung fuer eine Sprache, die in aermeren Regionen dieser Erde gesprochen wird.
- Mit Afrikaans habt ihr vollkommen recht. Das faellt weg.
- Arabisch interessiert mich auch sehr, aber der Kulturraum leider nicht wirklich. Das koennte dabei das groesste Problem sein.
- Portugiesisch finde ich sehr interessant, v.a. fuer Brasilien.
Ist das denn einfach zu lernen wenn man bereits recht fliessend Spansich spricht? - Was macht eigentlich am meisten Eindruck im Lebenslauf? Europaeische Sprachen, ausgefallene Sprachen wie Suaheli oder grosse Sprachen wie Arabisch? Natuerlich soll das kein ausschlaggebendes Kriterium sein.
Vielen Dank schonmal fuer eure ganze Muehe, ich bin euch sehr dankbar!
Ueber weitere Anregungen und Ideen freue ich mich natuerlich sehr!
Liebe Gruesse,
Felix
Hallo nochmal,
hmmm… es könnte zwar sein, dass Du Deine Begeisterung für den arabischen Kulturraum noch entdeckst, während Du die Sprache lernst. Aber allgemein ist ein Nichtinteresse für die entsprechende Kultur ein schlechter Anfang für das Sprachenlernen.
Portugiesisch habe ich nicht gelernt. Aber es ist dem Spanischen sehr nahe, die brasilianische Variante sogar noch deutlicher als die europäische. Das heißt, die Sprache sollte nicht so schwer zu erlernen sein mit Spanisch als Grundlage. (Ich habe Italienisch und Spanisch gelernt, nachdem ich schon halbwegs Französisch konnte und das hat mir damals schon sehr geholfen.)
Was sich im Lebenslauf gut macht? Natürlich sehen Sprachen immer gut aus. Aber es sollte auch was dahinter stehen. Also wenn Du z.B. Suaheli reinschreibst und auf Nachfrage zugeben musst, dass Du Dir die Sprache nur ein paar Wochen mit einem Selbstlernbuch beigebracht hast, dürfte der gute Eindruck weg sein. Folglich wäre es da vermutlich besser, wenn Du „nur“ Englisch und Spanisch reinschreibst, die dann aber auch wirklich fließend beherrschst.
Letztendlich wäre das beste, dass Du Dich im Moment erst einmal auf die europäischen Sprachen beschränkst. Auf die „exotischeren“ Sprachen solltest Du Dich erst konzentrieren, wenn Du tatsächlich im Land bist. Denn da hast Du a) einen direkten Bezug zur Sprache (und damit auch größere Erfolgserlebnisse) und b) vermutlich auch die besseren Lehrmaterialien.* Und wenn Du in Deinem Alter schon zwei Fremdsprachen fließend sprichst, solltest Du ja auch eine gewisse Sprachbegabung haben, so dass Du in nicht allzu langer Zeit die Grundlagen einer neuen Sprache lernen kannst.
Gruß,
Stefan
* Und c) macht es sich vermutlich auch im Lebenslauf besser, wenn Du da einen längeren Aufenthalt in einem Land sowie das Beherrschen der lokalen Sprache aufführen kannst. Denn dann liest Dein Gegenüber vermutlich daraus, dass Du nicht nur Schulbuchsprache beherrschst, sondern auch im Alltag klarkommen würdest und darüber hinaus offen bist, Dich auf neue Kulturen einzulassen. 
Hmh also ich hab mich nochmal ueber Arabisch informiert und gemerkt, dass es ja noch in sehr vielen afrikanischen Laendern gesprochen wird. Haette ich nicht gedacht, dass das so viele sind.
Also im Grunde bin ich jetzt schon sehr interessiert an arabisch. Meine Begeisterung fuer Saudi-Arabien, Irak und die Region kann sich ja wirklich noch entwickeln.
Aber meinst du wirklich ich wuerde daran verzweifeln?
Wenn ich Arabisch anfange wuerde ich natuerlich wirklich einen VHS Kurs besuchen.
Hmh Portugiesisch und Arabisch sind im Moment meine Favoriten.
Indonesisch waere noch interessant.
Und nochmal hallo,
also das grundlegende Problem bei Arabisch ist folgendes: Es gibt zum einen Hocharabisch, zum anderen die lokalen Dialekte. Ersteres ist die Sprache des Korans, der Medien sowie die Sprache, die Du in einem Sprachkurs in Deutschland lernen wirst. Nur unterscheidet sich diese Sprache bisweilen deutlich von den lokalen Umgangssprachen. Ich vergleiche das immer gerne mit dem Unterschied zwischen dem Deutsch von Goethe und der heutigen Umgangssprache. Mir hat damals der VHS-Kurs insofern geholfen, als dass ich ein grundlegendes Bild der Grammatik bekommen habe. Aber im Endeffekt konnte ich mich mit diesen Kenntnissen nicht verständigen und musste erst vor Ort den palästinensischen Dialekt lernen. Das ging aber deutlich schneller und hat auch mehr Spaß gemacht als die etwas steife Hochsprache.
Ein wichtiger Punkt – unabhängig von der jeweiligen Sprache – sind immer auch der pädagogische Hintergrund des Lehrers sowie die verwendeten Materialien. Und die sind meinen Erfahrungen nach für Arabischkurse in Deutschland leider nicht immer die besten.
Gruß,
Stefan
Hallo Stefan,
Von Afrikaans würde ich übrigens komplett abraten, da die
Sprache zum einen geographisch noch deutlich stärker gebunden
ist als Suaheli, zum anderen aber auch die Sprache der (bei
Schwarzafrikanern verhassten) Buren ist. Elke möge mich
korrigieren, aber ich glaube, der Effekt, den Du erzielen
würdest, wenn Du als (weißer) Europäer in einem Hilfsprojekt
in Soweto auftauchst und die Anwesenden erstmal mit
„Goeiemôre“ begrüßt, wäre nicht der beste…
Da du mich direkt anspricht (baie dankie, meneer!) -
Afrikaans könnte in verschiedenen Gegenden Südafrikas und Namibias durchaus hilfreich sein. Zwar wird sie von vielen Schwarzafrikanern als Burensprache nicht gern gesehen (wobei das, seit der Demokratisierung der beiden Länder nicht mehr so krass ist), aber es ist auch für mehr als die Hälfte der über 4 Mio. (?) „Coloureds“ in Südafrika die Muttersprache, viele Schwarze sprechen Afrikaans, gerade die älteren bis alten auf dem Land können oft Afrikaans aber kein Englisch. In Soweto und Kayelitsha wäre es aber weniger angeraten. Die meisten Südafrikaner sind aber zwei- und mehrsprachig (Englisch/Afrikaans/mehrere Bantu-Sprachen). Dennoch spricht gegen Afrikaans, dass man es als einigermaßen sprachbegabter Deutscher in weniger als 3 Monaten lernen kann und man somit locker damit warten kann, bis man weiß, ob man es wirklich braucht.
Je
nachdem, für welchen Teil Afrikas Du Dich interessierst, wäre
unter Umständen Arabisch noch eine Option.
Das wäre für mich die beste Alternative, neben den arabischsprachigen Mittelmeeranrainern und den Staaten des mittleren Ostens, kommt man in vielen afrikanischen Ländern, aber auch z.B. in Indonesien mit Arabisch durchaus durch.
Gruß,
Elke
Mythen in Bezug auf Afrikaans
Hallo,
Afrikaans fällt dann wohl eher weg, das wird nämlich fast
ausschließlich von Weißen gesprochen.
Das ist falsch.
Wenn ich diese Bevölkerungszahlen zugrunde lege:
African 38 565 100 79.2%
White 4 499 200 9.2%
Coloured 4 379 000 9%
Indian/Asian 1 243 500 2.6%
Total 48 687 000 100%
http://www.mediaclubsouthafrica.com/index.php?option…
dann sieht man, dass es nur wenig mehr Weiße als Coloureds gibt.
Coloureds haben aber traditionell einen wesentlich höheren Afrikaans-Muttersprachleranteil als Weiße. Hinzukommen viele Schwarzafrikaner, vor allen Dingen ältere Semester auf dem Land, die Afrikaans weitaus besser sprechen als Englisch (durch das Apartheid-Schulsystem und die sozialen Gegebenheiten auf dem Land aufgezwungen, zugegebenermaßen, was aber nichts an der Sprachkompetenz ändert).
Bevor man Klischees wiederholt, sollte man sicher sein, dass sie mit den Fakten übereinstimmen.
Gruß
Elke
Hallo
Indonesisch waere noch interessant.
Jaaa! Eine seeehr einfache Sprache, ratzefatz gelernt. Auch da unterscheidet sich zwar die Hoch- von der Umgangssprache, aber nicht so krass wie bei Arabisch, das hat man vor Ort sicher schnell drauf.
Indonesische Grammatik ist ziemlich leicht (keine Tempi, keine Kasus, keine Konjugation, Deklination…), aber manchmal für Europäer zu leicht 
Viel Spaß bei der Suche weiterhin
Maria
leider gibt es an meiner VHS keinen Indonesisch Kurs, sonst wuerd ich das wohl lernen - oder am Suaheli wenn es das geben wuerde.
Ansonsten ja, Portugiesisch, Arabisch oder Chinesisch was?
Ich denke chinesisch faellt raus.
Portugiesisch und Arabisch, politisch wichtig sind wohl beide Sprachen und ich wuerde ja gerne eine politische Richtung einschlagen.
Die ganzen Dialekte beim Arabischen stoeren mich wirklich gewaltig…Das ist ja echt aetzend, wenn man mich dann nirgendwo versteht, aber ich lesen kann. Mir geht es eher um die Kommunikation, v.a. bin ich an afrikanischer Kultur interessiert.
Ich weiss echt nicht, wie ich mich da entscheiden soll. Fuer beide Sprachen gibt es eindeutig vor und nachteile.
BRacuht man eigentlich lange um Portugiesisch zu lernen? V.A. wegen meinen spanischen vorkenntnissen oder komm ich da vielleicht sogar sehr durcheinander?
Gruesse,
Felix
Hallo,
Dass Portugiesisch sinnvoll wäre, wurde ja schon erwähnt, und es scheint ja zu deinen Favoriten zu gehören. Wenn das so ist, und du schon Spanisch kannst, will sich mir nicht erschließen, was du gegen Französisch hast. Das lernt man recht einfach, wenn man Spanisch kann. Und du musst bedenken, dass die allermeisten der ärmsten Staaten Afrikas, d.h. die west- und zentralafrikanischen, französischsprachig sind (was übrigens z.T. mit der französischen Kolonialpolitik zu tun hat), und das ärmste Land Amerikas ist frankophon: Haiti. Arabisch ist zwar durchaus sinnvoll, wenn man Afrika im allgemeinen im Blick hat, aber es wird v.a. in den nördlichen Ländern gesprochen, die für afrikanische Verhältnisse reich sind (Stichworte: Tourismus, Erdöl). Also scheint mir Arabisch nicht besonders sinnvoll, wenn man eine Entwicklungshilfetätigkeit anstrebt.
Noch einmal die Frage: Was stört dich an Französisch? (bin nur neugierig)
Gruß
Marco
Franzoesisch finde ich ehrlich gesagt nicht besonders interessant.
Mich stoert zum einen die Aussprache und zum anderen stoert mich, dass es unter den Deutschen eine ziemliche Standardsprache ist. Also damit meine, dass doch fast jeder Franzoesisch lernt.
Ich habe ueberlegt, dass Chinesisch evtl auch noch ganz interessant sein koennte. Konflikte ziwschen USA und China wird es bestimmt viele geben und interessant waere das auch um deren Kultur jedenfalls mal ein bisschen zu verstehen.
Ist chinesisch lernen wirklich soooo schwierig oder machbar?
Eine ganz andere Frage noch: Kann man die Suaheli Grundlagen im Selbststudium gut lernen oder ist das zu schwierig?
Danke fuer eure ganze Hilfe!!!
Liebe Gruesse,
felix
Mich stoert zum einen die Aussprache
ich weiß. aber Portugiesisch ist da nicht viel besser. Die haben noch mehr Nasale als die Franzosen (was etliche Übung kostet, die auszusprechen), und sie schreiben auch etliche stumme Konsonanten (außer die Brasilianer), was zwar mit einer bereits beschlossenen Rechtschreibreform geändert werden soll, die aber in den afrikanischen lusophonen Ländern noch nicht umgesetzt ist. Brasilianisches Portugiesisch soll dem Französischen recht ähnlich klingen, wurde mir gesagt, und afrikanisches Portugiesisch ist wiederum dem brasilianischen sehr ähnlich. Also wenn du aus Aussprachegründen Französisch ablehnst, müsstest du aus denselben Gründen auch Portugiesisch ablehnen.
und zum anderen stoert
mich, dass es unter den Deutschen eine ziemliche
Standardsprache ist. Also damit meine, dass doch fast jeder
Franzoesisch lernt.
Was vielleicht daran liegen könnte, dass sie halt so wichtig ist. Englisch und Französisch sind die mit Abstand wichtigsten Verkehrssprachen in afrikanischen Entwicklungsländern, und wenn du wirklich Entwicklungshilfe in Afrika machen willst, wirst du kaum um beide Sprachen herumkommen. Anders ausgedrückt: Wenn du nicht Franz. lernen willst, kannst du m.E. Entwicklungshilfe in Afrika abhaken.
Außerdem müsstest du es mit dem gleichen Argument ablehnen, Englisch zu lernen, das lernt doch auch jeder, und zwar nicht nur fast, sondern wirklich jeder.
Ich will dich nicht überreden, Franz. zu lernen. Aber du hast keine durchdachten Argumente, nur ein diffuses ablehnendes Gefühl. Möchtest du dieses wirklich zur Grundlage einer Entscheidung machen, die vermutlich dein ganzes Leben maßgeblich beeinflussen wird?
Gruß
Marco