Welche Art der Finanzierung?

Bauvorhaben: Eigenheim (Ort: Warschau, Polen)

Fakten:

Grundstück bereits gekauft (Barkauf): Wert 150.000 Euro
Wohnen momentan in Eigentumswohnung (abbezahlt): Wert ca. 160.000 Euro.
Eigenkapital wollen wir nach Möglichkeit nicht einbringen, bzw. nach und nach in
den Hausbau einfließen lassen.

Der Hausbau wird voraussichtlich 15-18 Monate dauern. In dieser Zeit wollen wir
in der Eigentumswohnung bleiben und dann nach der Fertigstellung umziehen (und
dann die Wohnung verkaufen). Das Haus soll dann bewohnbar sein, d.h. nicht alle
Räume müssen sofort perfekt sein und die Außenanlagen sollen auch erst später
fertiggestellt werden. Der Finanzierungsbedarf liegt bis dahin im Rahmen von 150
bis 175.000 Euro, entspricht demnach ungefähr dem Wert der Eigentumswohnung plus
einem kleinen Zuschuss unsererseits. Logischerweise will ich möglichst wenig
Zinsen zahlen und den etwaigen Schuldenberg schnell abtragen.

Jetzt stellt sich die Frage nach der Finanzierung.

Möglichkeiten (in Finanzdingen bin ich kein Laie, aber wirkliches Fachwissen
besitze ich auch nicht):

Vollfinanzierung mit wenig oder gar keinem Eigenkapital bei hoher Tilgung
und/oder hohen Sonderzahlungen. Gibt es sowas, bzw. macht es Sinn? (Zinsen
werden wohl recht hoch liegen!)
eine Art der Vorfinanzierung, z.B. so etwas wie Kontokorrentkredit für sagen wir
mal 20 Monate. Ich habe so etwas mal beim Kauf unserer Eigentumswohnung in
Deutschland gemacht. Die Landesbodenanstalt hat den bewilligten vergünstigten
Kredit verspätet ausgezahlt und die Hausbank hat den „fehlenden“ Betrag drei
Monate lang bei 6,9 Prozent per annum vorfinanziert.
Finanziell am attraktivsten wäre es wohl die Wohnung zu verkaufen, eine Wohnung
zu mieten und dort so lange zu wohnen, bis das in der Zwischenzeit gebaute Haus
bezugsfertig ist. Ehrlich gesagt kann ich mich mit dem Gedanken nicht wirklich
anfreunden aber sinnvoll wäre es wohl.

Wahrscheinlich habe ich die Frage mit Möglichkeit 3 schon selbst beantwortet
aber vielleicht übersehe ich auch etwas.

Haben Sie noch andere Ideen, bzw. Beispiele zu ähnlich gelagerten Vorhaben?

Schon mal vielen Dank

Dominik

Es gibt Vollfinanzierungen mit hoher Tilgung und Sonderzahlungsmöglichkeit, aber ja die sind immer teuerer als z.B. eine 80%ige Finanzierung. Hohen Tilgungssatz und Sondertilgungen rechnen sich vor allem beim niedrigeren Zinsniveau! Je nach dem wie hoch die Sonderzahlungen und die Tilgung sind kann man zu dem höheren Zins gegenüber berechnen, was am ende mehr kostet.

Es gibt auch sowas wie Zwischenfinanzierungen, die Kosten hierfür sind höher als bei üblichen Baufi aber verkraftbar. Und um das Zinssteigerungsrisiko bei der Endfinanzierung zu vermeiden empfiehlt es sich, die Endfinanzierung sofort unter Dach und Fach zu bringen.

Wenn die Wohnung erst mal nicht verkauft werden soll, dann ist das Modell der Zwischenfinanzierung der Banken geeignet. KK-Kredit wäre die teuere Variante. Das muss nicht sein.

Schöne Grüße

Bauvorhaben: Eigenheim (Ort: Warschau, Polen)

Die speziellen Belange in Polen kenne ich natürlich nicht. Ich antworte auf der Basis meiner Erfahrungen in Deutschland.

Vollfinanzierung mit wenig oder gar keinem Eigenkapital bei
hoher Tilgung

Es handelt sich nicht um eine Vollfinanzierung, da da Grundstück vorhanden und bezahlt ist. Euer Beleihungsauslauf wäre maximal 54 % (was sehr gut ist).

Sinn? (Zinsen werden wohl recht hoch liegen!)

Im Gegenteil, bei dem beleihungsauslauf solltet Ihr verhandeln können.

eine Art der Vorfinanzierung, z.B. so etwas wie Kontokorrentkredit

Des Zinssatzes wegen würde ich ein 10-jähriges Darlehen aufnehmen mit Sondertilgungsoption.

Finanziell am attraktivsten wäre es wohl die Wohnung zu
verkaufen, eine Wohnung zu mieten und dort so lange zu wohnen, bis

Es ist die Frage was billiger ist, die Zinsen oder die Miete. Außerdem müßt Ihr zweimal umziehen und zweimal die Wohnung herrichten.

Hallo,

Vollfinanzierung mit wenig oder gar keinem Eigenkapital bei
hoher Tilgung

Es handelt sich nicht um eine Vollfinanzierung, da da
Grundstück vorhanden und bezahlt ist. Euer Beleihungsauslauf
wäre maximal 54 % (was sehr gut ist).

Insbesondere, da ihr ja quasi schon das Geld für das Haus zusammen habt (in Form einer Wohnung)

eine Art der Vorfinanzierung, z.B. so etwas wie Kontokorrentkredit

Des Zinssatzes wegen würde ich ein 10-jähriges Darlehen
aufnehmen mit Sondertilgungsoption.

Finanziell am attraktivsten wäre es wohl die Wohnung zu
verkaufen, eine Wohnung zu mieten und dort so lange zu wohnen, bis

Es ist die Frage was billiger ist, die Zinsen oder die Miete.
Außerdem müßt Ihr zweimal umziehen und zweimal die Wohnung
herrichten.

Eine weiter Variante wäre es, die Wohnung zu vermieten, ein 5 oder 10 jähriges Darlehen darauf aufnehmen. Hier wäre der Vorteil, das die Kosten für die Vermietung Steuerlich geltend gemacht werden können und somit der „Zinssatz“ sich reduziert.

oder 10 jähriges Darlehen darauf aufnehmen. Hier wäre der
Vorteil, das die Kosten für die Vermietung Steuerlich geltend

Das funktioniert nur, wenn Du dem FA glaubhaft machen kannst, dass der Kredit in die vermietete Wohnung geflossen ist.

oder 10 jähriges Darlehen darauf aufnehmen. Hier wäre der
Vorteil, das die Kosten für die Vermietung Steuerlich geltend

Das funktioniert nur, wenn Du dem FA glaubhaft machen kannst,
dass der Kredit in die vermietete Wohnung geflossen ist.

Guter Hinweis. Bisher hat mich das Finanzamt nicht gefragt, wohin meine Kredite geflossen sind. Selbst bei den privaten Darlehen, die ich für mein Hauskauf benötigte und entsprechend steuerlich geltend gemacht habe, aber ich brauche da auchnichts zu befürchten, ich habe Rechnungen genug am Hals, die die Ausgaben belegen.

Aber ich denke, wenn in einer Steuererklärung Vermietungseinkünfte stehen und ein bestehendes Darlehen (dessen Absicherung nun einmal das Vermietungsobjekt darstellt) mit Zinsen als Ausgabe benannt wird, warum sollte das FA danach fragen?
Bleibt für mich die Frage: Wäre ein solches vorgehen denn schon ein Gestalltungsmißbrauch? Denn mir steht es doch eigentlich frei mein selbstbewohntes Objekt mit einem Darlehen zu belasten. Das ist dann ja nun einmal da, dieses Darlehen. Wenn ich also später dann aus diesem selbstbewohntem Objekt ausziehe, weil ich woanders wohnen möchte, dann ist das Darlehen nun einmal da. Und wenn ich diese Objekt vermiete, dann hängen doch nun einmal an diesem Objekt die Schulden (Zinsen).

Wo ist denn da der Unterschied zu jemanden, der sein Eigenheim mit seinen Mieteinahmen (die mit tilgungsfreien Darlehen finanziert wurden) schnellstmöglich schuldenfrei macht. Da ist doch „nur“ die zeitliche Reihenfolge unterschiedliche.

Nur zur Info ich bin auf dem Sektor Laie.