Welche Art von Therapie?

Habe einige Probleme die ich mit einer Verhaltenstherapie in den Griff bekommen wollte.
Das was mich mit am meisten belastet ist das ich keinerlei Sexuelle Empfindungen habe und auch noch nie hatte und das mit 30 :frowning:
Ich habe mich gefragt ob dieses Problem verantwortlich für alle anderen ist oder umgekehrt.
Sollte ich eine Verhaltenstherapie oder eine spezielle bei Sexuellen Störungen machen?
Was genau spielt sich bei einer solchen ab?
Ich möchte eine Therapie gerne in Form einer Kur machen.
Weiss jemand sehr gute Adressen?
Fragen über fragen,ich hoffe Ihr könnt mir weiterhelfen

VG

Hallo,

habe ich Dein Posting richtig verstanden, daß in Deinem Fall noch keine Diagnose o.ä. vorliegt?

In diesem Fall kann man Deine Frage leider nicht mit „Mach Therapie X“ beantworten. Probleme im sexuellen Bereich können entweder die Ursachen oder die Folgen anderer Probleme sein - wie Du schon richtig bemerkt hast. Welche Zusammenhänge in Deinem Fall konkret bestehen, das wird in einer medizinisch-psychologischen Diagnostik geklärt. Auf Basis der dabei gewonnenen Erkenntnisse läßt sich dann in gewissem Maß die Therapieform festlegen, die ganz konkret für Dich geeignet ist. Dabei versteht sich von selbst, daß der Erfolg der Therapie in jedem konkreten Fall von vielen Faktoren abhängen wird, u.a. von der Kompetenz des Diagnostikers und der des Therapeuten.

Falls Du Deine Situation noch nicht hast untersuchen lassen, würde ich Dir empfehlen, zuerst eine solche Untersuchung in Angriff zu nehmen und DANN anschließend zusammend mit dem Psychiater/Psychotherapeuten zu überlegen, welche Therapie für Dich geeignet wäre. Was Du machen kannst, ist, in die Ambulanz eines psychiatrischen Krankenhauses zu gehen und dort Deine Probleme einmal zu schildern. Das, was der Arzt sagt, kannst Du als erste Einschätzung (mehr nicht) Deiner Situation durch einen außenstehenden Experten ansehen und Dir dann weitere Schritte überlegen.

Einen schönen Sonntag wünscht Dir

Oliver Walter

verhaltenstherapie befaßt sich allgemein mit der veränderung von verhalten, auch sexuellem verhalten.

telefoniere doch mal mit einem therapeuten. falls du dir keinen x-beliebigen aus dem telefonbuch greifen willst, dann lasse dich von deinem hausarzt überweisen. eine möglichkeit wäre auch, zum nächsten frauenzentrum zu gehen (falls du eine frau bist): dort werden frauen auch zum thema sexualität beraten und eventuell könnte man dort einen therapeuten empfehlen.

ansonsten schließe ich mich meinem vorredner an: was getan wird, entscheidest du gemeinsam mit dem therapeuten. therapie muß sich an die betroffenen anpassen und läuft nicht bei jedem gleich ab.

Das ist richtig bei mir liegt noch keine Diagnose vor,war zwar bei zwei Gesprächen mit einer Psychoanalytikerin aber da musste ich abbrechen weil die Chemie von Anfang an nicht stimmte.Ich habe absolut keine lust als Patientin auf „Rundreise“ zu gehen und mich "kautt"therapieren zu lassen.
Es gibt ja genug unfähige,weiss jetzt nicht ob es vielleicht ein fehler war mir vorher schon eine Flut an Infos über Therapien einzuholen.Ich bin jetzt natürlich dementsprechend skeptisch.

In eine Psychatrie würde ich niemals gehen,was soll ich da?
Solche massiven Probleme hab ich nun wirklich nicht.Mein „Hauptproblem“ besteht glaub ich darin das ich absolut nicht losslassen und mich selber auch nicht fallen lassen kann.

Ich bin ein absoluter Kontrollmensch und das macht mir auch zu schaffen.
Im Bett,wenn ich das hier jetzt mal so ansprechen darf,kann ich geben aber nicht nehmen.Mein Kopf ist permanent am arbeiten.Wie wirk ich jetzt,wie seh ich aus,hoffentlich riech ich noch nach Duschgel usw.
Mein Partner sagte schon das wäre zwar schön das ich gebe aber er findet es nicht gut das ich selber nicht nehmen will.

Ich bin ständig um meine Wirkung bemühmt auch im Alltag und das kann ich einfach nicht abschalten.Je mehr ich das versuche desto Kotrollierter bin ich.

Kontrolle abgeben
Hi Flocke

Das wichtigste ist dir ja bereits geantwortet worden.

Du fragtest nach Vorschlägen für Adressen. Aber wenn du kein Signal gibts, wo du lebst und wie weit du ggf. zu fahren bereit bist, dürfte das schwierig sein?

Nun zu dem, was du schreibst:

… war zwar bei zwei Gesprächen mit einer Psychoanalytikerin aber da musste ich abbrechen weil die Chemie von Anfang an nicht stimmte.

Hattest du dir mit Absicht eine weibliche Person für eine Therapie ausgesucht? Nach dem, was du über dich selbst schreibst, könnte es sein, daß eine männliche Person dafür nicht ungünstig ist. Du bist dann möglicherweise nicht allzuschnell mit dem Kern deiner Problemlage konfrontiert.

Daß bei Vorgesprächen bzw. „probatorischen Sitzungen“, die ja auch dazu da sind, deine Problematik transparenter zu machen, der Eindruck für dich bestehen wird, daß die Chemie nicht stimmt, das dürfte dir gemäß deiner Selbstbeschreibung noch oft passieren. Natürlich ist die Stimmigkeit der „Chemie“ wichtig, aber eventuell würde es dir nützlich sein, deren Überprüfung nicht ausschließlich von deinem Kontrollbedürfnis kontrollieren zu lassen. Vertrauen mußt du gegeben - und du kannst doch geben, wie du von dir weißt. „Stimmung“, „Übereinstimmung“ heißt aber tatsächlich, die Kontrolle (hier über den Gesprächsverlauf) ein ganz klein wenig abzugeben. Ohne das geht gar nichts zwischenmenschlich Interaktives.

Somit dürfte das Finden und das darauffolgende Bleiben bei einem Therapeuten bereits eine wichtige Etappe bei deiner beabsichtigten Problemlösung sein.

Ich habe absolut keine lust als Patientin auf „Rundreise“ zu gehen und mich "kaputt"therapieren zu lassen.

Damit sagts du ja unter anderem, daß du bereits ebenfalls ahnst (und das bei einer einzigen therapuetischen Begegnung), was ich oben schrieb. Und du kannst gewiß sein, daß es keineswegs auf ein "kaputt"gehen hinauslaufen wird, wenn du die Kontrolle über den Gesprächsverlauf für den Anfang ein ganz klein wenig locker läßt, allein um überhaupt erstmal in Gespräch zu kommen, das dein Problem für den Therapeuten transparenter werden läßt. Und ein solches Gespräch suchst du ja doch …

Ein therapeutisches Verfahren, das sich vollständig auf deine Kontrolle einläßt und daher um die Problematik herumläuft wie um den heißen Brei, wird dich sicher lustlos und unbefriedigt lassen.

Es gibt ja genug unfähige,weiss jetzt nicht ob es vielleicht ein fehler war mir :vorher schon eine Flut an Infos über Therapien einzuholen.Ich bin jetzt
natürlich dementsprechend skeptisch.

Natürlich hast du dir diese Infos - und sicher mit großer Treffsicherheit skeptischmachende - eingeholt, das entspricht deinem Kontrollbedürfnis. Aber wie willst du trotz der Flut an Infos nach zwei Vorgesprächen wirklich auf Unfähigkeit dieses bestimmten vor dir sitzenden Gesprächspartners schließen können. Gib ihm eine Chance, dich näher kennenzulernen. Um zu sehen, ob er dich nicht weiterbringt, dazu bedarf es vieler vieler Gespräche, und eine Chance, irgendwann dein Bedürfnis zu befriedigen, liegt immer darin. Von heut auf morgen geht es nicht.

Daß du in der Lage bist, dich zu öffnen, hast du ja bereits in sehr schöner Weise in deiner Selbstbeschreibung gezeigt.

Wünsche dir viel Erfolg

Metapher

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Hallo,

Das ist richtig bei mir liegt noch keine Diagnose vor,war zwar
bei zwei Gesprächen mit einer Psychoanalytikerin aber da
musste ich abbrechen weil die Chemie von Anfang an nicht
stimmte.

Das ist o.k. (nicht nur, weil es sich um eine Psychoanalytikerin handelte *ggg* - ist ein brettinterner Streitpunkt und hat nichts mit Dir zu tun).

Ich habe absolut keine lust als Patientin auf
„Rundreise“ zu gehen und mich "kautt"therapieren zu lassen.

Dazu hätte ich wirklich auch keine Lust. Leider, leider besteht eine gewisse Gefahr bei der *hüstel* Qualität unseres psychotherapeutischen Versorgungssystems.

Es gibt ja genug unfähige,weiss jetzt nicht ob es vielleicht
ein fehler war mir vorher schon eine Flut an Infos über
Therapien einzuholen.Ich bin jetzt natürlich dementsprechend
skeptisch.

Information hat noch nie geschadet, FALLS man sie richtig einordnen kann. Generelle Abneigung ist nicht angebracht.

In eine Psychatrie würde ich niemals gehen,was soll ich da?

Mit dem Vorschlag, in eine Ambulanz eines psychiatrischen Krankenhauses zu gehen, meinte ich nicht, daß Du dort eine Therapie in der geschlossenen antreten sollst, sondern:

In psychiatrischen Krankenhäusern gibt es so etwas wie eine Sprechstunde, wo man ´mal hingehen (und auch schnell wieder weggehen) kann, um einem Psychiater ´mal sein Problem zu schildern. Irgend etwas wird der schon dazu sagen und kosten tut´s, soweit ich weiß, nichts, sich einmal eine erste Einschätzung durch einen Fachmann einzuholen. Man muß ja nicht das machen, was der Arzt sagt, oder?

Was das Kontrollieren von Situationen angeht, so sagst Du, daß es sich nicht nur auf Dein Sexualleben beschränkt, sondern auf Dein ganzes Leben. Habe ich das richtig verstanden? Vielleicht wäre eine VT nicht schlecht, weil Du mit geeigneten Verfahren lernen könntest, „loszulassen“. Ich bin kein Therapeut und kenne mich bei solchen Probleme wie in Deinem Fall nicht besonders aus, so daß ich dazu nichts als ein paar Gedanken äußern könnte, wie man vorgehen könnte. Deshalb möchte ich dazu nichts weiter sagen, als was ich schon im ersten Posting schrieb: Es wäre empfehlenswert, daß Du einen Experten aufsuchst, dem Du Deine Probleme einmal schilderst. Eine Liste von Psychiatern / Psychotherapeuten in Deiner Nähe kannst Du von Deiner Krankenkasse bekommen. Wichtig: Auch nach psychologischen Psychotherapeuten fragen, oft rücken sie sonst nur die Liste der Mediziner raus!

Gruß,

Oliver Walter

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Hallo Flocke,

die Meinungen, ob ne Verhaltenstherapie oder ne Analyse besser wäre, gehen bestimmt auseinander - das sollte ein Therapeut mit dir besprechen. Deine Vorstellungen,w as dabei rauskommen soll und die Erfolgschancen, die der Therapeut mit den einzelnen Therapieformen sieht müsst ihr dann halt besprechen und ne Richtung finden, mit der beide Teile zufrieden sind.

Allerdings frage ich mich:

Ich möchte eine Therapie gerne in Form einer Kur machen.

ob das wohl realistisch ist? Denkst du an so ne Art Crash-Schnellverahren-Therapie??

Gruß
Gerry

Hallo Flocke,

Mein „Hauptproblem“ besteht glaub ich darin das ich absolut nicht losslassen und mich selber auch nicht fallen lassen kann.

Genau, und wenn du dieses Problem mit Hilfe anderer (z. B. Pychologen/in) lösen kannst, hast du auch kein Problem mehr mit der Sexualität. Denn dieses Problem ist nur eine kleine Nebenwirkung deines Hauptproblems.

Ich bin ein absoluter Kontrollmensch und das macht mir auch zu schaffen. Im Bett,wenn ich das hier jetzt mal so ansprechen darf,kann ich geben aber nicht nehmen.Mein Kopf ist permanent am arbeiten.Wie wirk ich jetzt,wie seh ich aus,hoffentlich riech ich noch nach Duschgel usw.

Du müßtest mit Hilfe eines Fachmannes bzw. Fachfrau herausfinden wo, bzw. wer der Ursprung dieses „immer perfekt zu sein, keinen Fehler zu machen“ ist.

Mein Partner sagte schon das wäre zwar schön das ich gebe aber er findet es nicht gut das ich selber nicht nehmen will.

Ich kann ihn verstehen. Zu einer guten Partnerschaft gehört immer ein gegenseitiges Geben + Nehmen.

Ich bin ständig um meine Wirkung bemühmt auch im Alltag und das kann ich einfach nicht abschalten.Je mehr ich das versuche desto Kotrollierter bin ich.

Den Ursprung finden und die Wunde heilen, aber dazu mußt du bereit sein, die Kontrolle nach und nach aufzuheben und dir anzuschauen, was hinter der Kontrolle ist.

Grüße
Monika

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Hallo!
Nein,ich denke dabei sicherlich nicht an ein Crash Kurs schnellverfahren sondern denke das es für mich besser wäre „rauszukommen“ weil ich es so immer vor mich hinschiebe.
Wenn ich allerdings einen Termin an dem Ort x hätte und meine Koffer packen müsste dann würd ich das ganze eher in Angriff nehmen.Ausserdem find ich das gar nicht schlecht wenn man zumindest für die Therapie weg vom Alltag ist ohne jetzt hier von „Flucht“ zu sprechen.

LG

Hallo Flocke,

wenn Du rauskommen möchtest, würde ich vielleicht eher mal ne Woche Urlaub machen oder wenn’s dir auch um therapeutischen Hintergrund geht, vielleicht mal ne psychosomatische Kur in Betracht ziehen (keine Ahnung, ob man die so einfach bekommt). Aber ne echte Therapie, die ja nun auch etwas mehr Zeit als die normalerweise max. ein paar Wochen dauernden Kuren beansprucht, würd ich persönlich so nicht planen. Entweder entscheidest Du Dich zu einer, dann kannst du aber nicht erwarten, dass nach ein paar Wochen alles tutti ist oder Du lässt es. Ich denke, wichtiger als der „rauskomm-Aspekt“, den Du da erwähnst, ist die Art der Therapie und der Therapeut (wobei wir wieder am Anfang wären…).

Gruß
Gerry

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