Hallo,
es gab Dutzende von Kalendersystemen, je nachdem welche Menschen und wo. Einige, wie der schon angesprochene jüdische Kalender sind ja bis heute in Benutzung. Andere kamen später auch noch hinzu (z.B. die Rechnung ab der Hedschra).
Gängig waren zur Zeit Christus (aber teilweise in anderen Gegenden) der ägyptische Kalender (also Sirius Jahre), der tibetanische Kalender, die römische Zeitrechnung nach Kaisern und Konsuln (wobei die Kaiser meist auch Konsuln waren), die Kalendersysteme der Mayas, Olmeken, Tolteken und Atzteken (in Mittel bzw. Südamerika), der alte Khmer-Kalender (z.B. inm heutigen Vietnam bis hinüber nach Burma).
Die Problematik all dieser Kalender aus geschichtswissenschaftlicher wie auch theologischer Sicht ist weniger ihre Mathematik als die unsicheren Datierungen bestimmter Ereignisse in diesen Kalendersystemen und ihre Korrelation zu anderen Kalendern.
Um das mal an einem Beispiel zu zeigen:
Wir wissen, dass Kaiser Karl d. Gr. wahrscheinlich im Jahre 747 n.C. geboren wurde (im christlichen Kalender).
Wir wissen, dass z.B. Kuculcan zu einer Zeit in Mittelamerika auftaucht, die mit so und so viel Katun bezeichnet wird (ich bin zu faul, dass jetzt umzurechnen, wichtig ist nur das wir hier ein Datum in einem völlig fremdartigen Format vor uns haben).
Was wir erst ausknobeln müssen ist, welchem Jahr das in unserem Kalender entspricht um zu wissen, ob Kuculcan und Karl wohlmöglich Zeitgenossen waren oder wer früher lebte.
Und für die, die jetzt aufheulen, ich weiß auch, dass sie keine Zeitgenossen waren. Es geht mir nur ums Beispiel für das Problem.
Das ist übrigens ein durchaus religiöses Problem. Wir wissen z.B. immer noch nicht mit Sicherheit, welcher Pharaoh eigentlich zu Zeiten Moses in Ägypten herrschte, was wichtig wäre um den Kontext des Exodus näher zu erforschen. Deswegen auch alle diese Handstände auf anderen Wegen zu einer Korrelation zu kommen.
Gruß
Peter B.
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