…wenn ein Mensch z.B.das linke bzw. das rechte Auge z.B. zum Lesen benutzt?Wirkt so eine Einseitigkeit auch auf Nutzung bzw. das Ausblenden von bestimmten Gehirnregionen?
Gruß und
danke für die Bemühungen
Matthias
…wenn ein Mensch z.B.das linke bzw. das rechte Auge z.B. zum Lesen benutzt?Wirkt so eine Einseitigkeit auch auf Nutzung bzw. das Ausblenden von bestimmten Gehirnregionen?
Gruß und
danke für die Bemühungen
Matthias
Also beim Klavierspielen trainiert man ja beide Gehirnhälften beim spielen, da man ja beide Hände parallel benutzt.
Müsste beim Lesen auch so sein. Ich glaub es ist eher schlecht nur eine Auge zu benutzen beim Lesen. Auf die Psyche hat das keine Auswirkung. Du trainierst auch dein Auge nicht dadurch.
Wenn du Sehschwäche hast dann würd ich zum Optiker gehen, denn für Augen gibt es kein Muskeltraining.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hallo Matthew,
beziehst Du Dich nur auf das Lesen mit einem Auge oder generell auf das Sehen? Für das Sehen mit einem Auge kann ich Dir zumindest eine Antwort geben.
In der Entwicklung vieler Säugetiere werden kritische Phasen angenommen, in denen die für die visuelle Wahrnehmung zuständigen Nervenzellen im Gehirn ihre Funktionen übernehmen. Wenn man z.B. bei Katzen nach der Geburt in der Zeit von vierten Woche bis zum vierten Monat nach der Geburt ein Auge für eine bestimmte Zeitspanne zunäht, dann reduziert sich die Wahrnehmungsfähigkeit über dieses Auge erheblich, was bis zur völligen Funktionslosigkeit des Auges gehen kann. Wenn die Katzen erwachsen sind, hat diese sogenannte Deprivation keinen Effekt auf die Wahrnehmung. Bei Menschen nimmt man ebenfalls eine kritische Phase an, weil man an Säuglingen und Kleinkindern, denen operationsbedingt ein Auge abgedeckt wurde oder deren Sehkraft durch starkes Schielen herabgesetzt war, auch eine Funktionsminderung des abgedeckten oder eingeschränkt sehtüchtigen Auges gefunden hat (z.B. eine Studie von Shinobu und Kollegen an 19 Patienten mit Amblyopie
. Es gibt auch Hinweise, daß bei blindgeborenen Menschen zumindest ein Teil der Nervenzellen im sekundären und tertiären visuellen Cortex andere Aufgaben (taktile und auditive Wahrnehmung) übernehmen, weil sie für die visuelle Wahrnehmung nicht gebraucht werden. Wenn ich an die Befunde denke, die zeigen, daß Areale im motorischen Cortex kleiner werden, nachdem Gliedmaße wie Finger abgetrennt wurden, so kann ich mir vorstellen, daß der langjährige Gebrauch nur eines Auges ebenfalls zu einer Verringerung einiger Funktionen des visuellen Wahrnehmungsapparates führen könnte. Allerdings zeigen die bereits oben zitierten Studien von Hubel und Wiesel an Katzen, daß eine Deprivation im Erwachsenenalter keinen Effekt hatte.
Grüße,
Oliver Walter
Hi!
Ein bischen weg vom Thema aber IMHO sehr wichtig ist, dass die Netzhaut im Auge in den ersten 6 Jahen eines Kindes wachsen und sich ausbilden kann. Danach kann sie sich nicht mehr verändern.
Ich selbst bin auf einem Auge fast blind, weil bei mir als Kind nie ein Sehtest gemacht wurde, ich aber von Geburt an eine starke Fehlsichtigkeit auf dem linken Auge habe. Darum konnte sich die Netzhaut nie vollständig ausbilden. Auch wenn ich heute eine Brille oder Kontaktlinsen mit der richtigen Dioptrienzahl verwende, sehe ich am linken Auge nur verschwommene und undeutliche Bilder.
Darum möchte ich ganz speziell drauf hinweisen, dass jungen Kindern bei Fehlsichtigkeit _unbedingt_ eine Sehhilfe verpasst wird. Ansonsten haben sie bleibende „Schäden“ in den Augen.
Wenn beide Augen betroffen sind fällt es meist schnell auf. Wenn aber nur ein Auge fehlsichtig ist, fällt es oft nicht auf. Eine Einäugigkeit im Erwachsenenalter ist prinzipiell auch nichts bedrohliches. Tennis aber ist sehr mühsam, weil die 3D-Wahrnehmung stark eingeschränkt ist. Und beim Benützen von Werkzeug ist auch Vorsicht geboten, denn wenn das einzig verbliegene gute Auge verletzt wird, sieht man gar nichts mehr.
Bye
Hansi