Welche Baufinanzierung? Bausparvertrag ?

Hallo zusammen,

ich möchte ein 4-Familienhaus für ca. 300000 DM kaufen. Das Haus steht komplett leer und ich will in eine Wohnung einziehen und den Rest. Weil es keine besonders gute Lage ist habe ich das gefühl das die Banken bisschen zurückhaltend sind und bisschen mehr Eigenkapital forden als ich erwartet habe (Ich dachte so an 60000 DM EK). Hinzu kommt noch das ich schon 60 Jahre alt bin.
Meine Fragen:
Ich habe Angebote von Hypovereinsbank und von Wüstenrot. Beide schlagen mir vor ca. 10 Jahre ohne Tilgung Zinsen (ca. 6%) zu zahlen und gleichzeitig in einen Bausparvertrag einzuzahlen.
Welche Banken und Finanzierungsmöglichkeiten würden Sie mir empfehlen?
Ich bin für alle Tips und Anregungen dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
A. G.

Hallo A.G.,

(Ich dachte so an 60000 DM EK).

Am Eigenkapital (hier 20%) dürfte es normalerweise nicht liegen.

Hinzu kommt noch das ich schon 60 Jahre alt bin.

Am Alter kann’s schon eher liegen. Bei einer z.B. 1%-igen Tilgung hat man den Kredit nach ca. 30 Jahren abbezahlt. Das Ende der Kreditzahlungen kann also in diesem Fall evtl. in den Sternen stehen (Risiko für die Banken).

Es hängt also davon ab, die Tilgungszeit so kurz wie möglich zu halten.

Meine Fragen:
Ich habe Angebote von Hypovereinsbank und von Wüstenrot. Beide
schlagen mir vor ca. 10 Jahre ohne Tilgung Zinsen (ca. 6%) zu
zahlen und gleichzeitig in einen Bausparvertrag einzuzahlen.
Welche Banken und Finanzierungsmöglichkeiten würden Sie mir
empfehlen?

Also, zunächst einmal lohnt sich eine Tilgungsaussetzung nur, wenn man die Immobilie vermietet, denn nur in diesem Fall kann man die Hypothekenzinsen von der Einkommenssteuer abziehen, das gilt natürlich auch nur dann, wenn man noch nicht in Rente ist.
Bei Eigennutzung gilt: tilgen, tilgen, tilgen und das so schnell wie möglich und ohne Umwege !

Das mit dem Bausparvertrag ist mir schon klar, zumindest bei der Wüstenrot auch offensichtlich: kein BSV, kein Umsatz !!!

Dass die Hypo gerne BSV verkauft liegt daran, dass sie mit der Victoria Bausparkasse eng liiert ist und für die Vermittlung des BSV viel Geld bekommt.

Zum Thema BSV selbst: man erkauft sich die niedrigen Hypothekenzinsen, die man irgendwann einmal bekommt mit sehr niedrigen Zinsen und vielen Gebühren in der Ansparphase. Die Zuteilung des BSV ist ungewiss, da er von den Gesellschaften nicht garantiert werden darf, die dadurch anfallende Zwischenfinanzierung ist sehr teuer.

Als Alternative für Tilgungsersatz ist eine kapitalbildende Lebensversicherung (KLV) anzusehen, wobei hier die Renditen mangels Überschüssen auch schon sehr gesunken sind.

Mein ganz subjektiver Tipp für eine KLV sind die britischen KLV’s, die sich von den Deutschen (meiner Meinung nach) positiv abheben.

Wichtig ist, dass man sich die Kreditkosten inkl. aller Nebenkosten von Anfang bis Ende durchrechnen lässt und dann vergleicht. Die pure Angabe von %-Zahlen (womöglich lediglich die Nominalwerte der Zinsen) schafft keinen Vergleich. Man sollte unbedingt auch die persönliche Situation berücksichtigen (Einkommen, Veränderung des Einkommens in der Zukunft, Alter, Risikofreudigkeit usw.).

Zusammenfassung:
In Anbetracht vom Alter, der Eigennutzung und den Kenntnissen der Provisions-Struktur wäre ich bei den beiden Angeboten sehr skeptisch.

Grüsse und einen guten Rutsch.

Sven Rieper

Hallo A.G.,

(Ich dachte so an 60000 DM EK).

Am Eigenkapital (hier 20%) dürfte es normalerweise nicht
liegen.

Hinzu kommt noch das ich schon 60 Jahre alt bin.

Am Alter kann’s schon eher liegen. Bei einer z.B. 1%-igen
Tilgung hat man den Kredit nach ca. 30 Jahren abbezahlt. Das
Ende der Kreditzahlungen kann also in diesem Fall evtl. in den
Sternen stehen (Risiko für die Banken).

Seh ich auch so!!!

Es hängt also davon ab, die Tilgungszeit so kurz wie möglich
zu halten.

Meine Fragen:
Ich habe Angebote von Hypovereinsbank und von Wüstenrot. Beide
schlagen mir vor ca. 10 Jahre ohne Tilgung Zinsen (ca. 6%) zu
zahlen und gleichzeitig in einen Bausparvertrag einzuzahlen.
Welche Banken und Finanzierungsmöglichkeiten würden Sie mir
empfehlen?

Also, zunächst einmal lohnt sich eine Tilgungsaussetzung nur,
wenn man die Immobilie vermietet, denn nur in diesem Fall kann
man die Hypothekenzinsen von der Einkommenssteuer abziehen,

schön wäre es!!! Man kann Hypothekenzinsen vom Einkommen abziehen!

das gilt natürlich auch nur dann, wenn man noch nicht in Rente
ist.

das hat nichts mit Rente zu tun!
das gilt immer dann, wenn man ein zu versteuerndes Einkommen hat!
Bei dem Vier Familienhaus, muss natürlich auch der Rentner Einnahmen aus den drei vermieteten Wohnungen versteuern. Auch Pensionen und größere Kapitalerträge müssen unabhängig vom Alter versteuert werden.

Bei Eigennutzung gilt: tilgen, tilgen, tilgen und das so
schnell wie möglich und ohne Umwege !

seh ich auch so, wenn man mal glückliche Erben haben möchte.

Das mit dem Bausparvertrag ist mir schon klar, zumindest bei
der Wüstenrot auch offensichtlich: kein BSV, kein Umsatz !!!

Dass die Hypo gerne BSV verkauft liegt daran, dass sie mit der
Victoria Bausparkasse eng liiert ist und für die Vermittlung
des BSV viel Geld bekommt.

Zum Thema BSV selbst: man erkauft sich die niedrigen
Hypothekenzinsen, die man irgendwann einmal bekommt mit sehr
niedrigen Zinsen und vielen Gebühren in der Ansparphase. Die
Zuteilung des BSV ist ungewiss, da er von den Gesellschaften
nicht garantiert werden darf, die dadurch anfallende
Zwischenfinanzierung ist sehr teuer.

Bausparverträge (falls nicht bereits angespart!) zur Finanzierung zu verwenden, ist m.E. unlogisch:
Ich brauche Geld - man verlangt von mir einen Vertrag, mit dem ich Geld spare, wo ich doch eigentlich gar keins habe!
…und alles noch gegen Provisionen.

Als Alternative für Tilgungsersatz ist eine kapitalbildende
Lebensversicherung (KLV) anzusehen, wobei hier die Renditen
mangels Überschüssen auch schon sehr gesunken sind.

Ob eine KLV hier ne Möglichkeit ist, beurteile ich auch eher skeptisch. Sie hat ja einen Risikoanteil und in deinem Alter ist der wahrscheinlich so hoch, dass das Ganze nicht sinnvoll ist.

Ich würde mal bei einer Hypothekenbank z.B. Euro Hypo AG (Deutsche Bank steckt dahinter) ein Beratungsgespräch führen.
Keine Geschäftsbanken - nur Hypothekenbanken! Dabei immer im Hinterkopf haben: Die Bank würde gerne das Geschäft machen, wenn die Rückzahlung sicher ist. Vielleicht hast du weitere Sicherheiten? Andere Grundbücher?

Ich halte ein klassisches Annuitätendarlehen (von einer Hypothekenbank!) mit vielleicht etwas höherer Tilgung und langer Laufzeit (15 Jahre) am sinnvollsten. Und das Ganze muss auch funktionieren, selbst wenn mal eine Wohnung ein Jahr leer steht, und ein zweiter Mieter die Miete nicht zahlt.

Und bei Immobiliengeschäften muss man vielleicht auch mal sagen können: Das Ding geht nicht - ich bin vielleicht zu alt, mein Eigenkapital reicht vielleicht nicht, Risiko zu hoch.

Baufinanzierung
Hallo Ilker G,

ich möchte ein 4-Familienhaus für ca. 300000 DM kaufen. Das
Haus steht komplett leer und ich will in eine Wohnung
einziehen und den Rest. Weil es keine besonders gute Lage ist
habe ich das gefühl das die Banken bisschen zurückhaltend sind
und bisschen mehr Eigenkapital forden als ich erwartet habe
(Ich dachte so an 60000 DM EK). Hinzu kommt noch das ich schon
60 Jahre alt bin.

Bei Immobilienfinanzierung kann ich Dir nur raten, daß Du sämtliche Banken Deiner Gegend besuchst und um eine Angebot zur Finanzierung bittest.

Da Du 20% als Eigenkapital mitbringst, dürfte einer Finanzierung (= Zusage für einen Kredit), auch wegen Deines „Alters“, eigentlich nix im Wege stehen.

Um einen guten Vergleich zu haben würde ich mindestens 7 Angebote (Großbanken wie die Deutsche, Commerz, Dresdner etc und Kleinbanken wie die örtlichen Kreissparkassen, Volksbanken und ähnlichen) einholen.

Bei den kleineren Banken bekommst Du eher einen Nachlaß, da Du hier meist gleich mit der Person sprichst, die über Deinen Kredit entscheiden kann. Großbanken sind meist unbeweglicher; eine 300.000 DM Finanzierung ist und bleibt für die Deutsche Bank eben nur „Erdnußgröße“.

Die besten drei versuchst Du dann noch nach unten zu handeln, wobei Du bei Deiner Hausbank ja sagen kannst, daß die anderen besser sind und Du aber soooooooo gerne dort finanzieren möchtest. (Tipps hierzu unter meiner privaten e-mail)

Vor Krediten mit noch anzusparenden Bausparverischerungen und sonstigen tilgungsfreien Krediten würde ich abraten. Beide rentieren sich nur wenn Dir Dein Steuerberater an Hand Deiner zu zahlenden steuerlichen Belastung, Deiner „Einnahmen“ und Deines Gehalts wirklich einen Vorteil berechnen kann. (Klär das mal noch vorher ab)

Mit nur einem Angebot der Bausparkasse und der Hypovereinsbank eine Finanzierung anzugehen, halte ich für falsch, da Du hier höchstwahrscheinlich nur einseitig informiert worden bist.

Gruß Klaus

man sollte man nicht mitten in der Nacht antworten
Hallo,

sorry, war mal wieder etwas ungenau in der Wortwahl:

Also, zunächst einmal lohnt sich eine Tilgungsaussetzung nur,
wenn man die Immobilie vermietet, denn nur in diesem Fall kann
man die Hypothekenzinsen von der Einkommenssteuer abziehen,

schön wäre es!!! Man kann Hypothekenzinsen vom Einkommen
abziehen!

Du hast ja Recht: vom Einkommen (und zwar vom zu versteuernden !) kann man es abziehen.

das hat nichts mit Rente zu tun!
das gilt immer dann, wenn man ein zu versteuerndes Einkommen
hat!
Bei dem Vier Familienhaus, muss natürlich auch der Rentner
Einnahmen aus den drei vermieteten Wohnungen versteuern. Auch
Pensionen und größere Kapitalerträge müssen unabhängig vom
Alter versteuert werden.

Wobei im Allgemeinen die Rente geringer ist, als das Einkommen vorher, weshalb i.A. das zu versteuernde Einkommen und somit der Steuervorteil schrumpft, evtl. legt man dann drauf.
Aber natürlich gibt es auch Rentner, die im Rentenalter noch so viel versteuern müssen, dass es sich lohnt…

Bausparverträge (falls nicht bereits angespart!) zur
Finanzierung zu verwenden, ist m.E. unlogisch:
Ich brauche Geld - man verlangt von mir einen Vertrag, mit dem
ich Geld spare, wo ich doch eigentlich gar keins habe!
…und alles noch gegen Provisionen.

Das ist doch die optimale Lösung…
…zumindest für die Bank / Bausparkasse

Ob eine KLV hier ne Möglichkeit ist, beurteile ich auch eher
skeptisch. Sie hat ja einen Risikoanteil und in deinem Alter
ist der wahrscheinlich so hoch, dass das Ganze nicht sinnvoll
ist.

Hängt vom Einzelfall ab, lohnt sich aber eher, als einen neuen BSV abzuschliessen und dann den Kredit damit tilgungsfrei zu stellen. Lohnt natürlich nur dann, wenn man genügend zu versteuerndes Einkommen hat…

Ich halte ein klassisches Annuitätendarlehen (von einer
Hypothekenbank!) mit vielleicht etwas höherer Tilgung und
langer Laufzeit (15 Jahre) am sinnvollsten. Und das Ganze
muss auch funktionieren, selbst wenn mal eine Wohnung ein Jahr
leer steht, und ein zweiter Mieter die Miete nicht zahlt.

Oder man einen anderen Job annehmen muß, wo man nicht so toll bezahlt wird (z.B. bei einem Aussendienstler, der plötzlich nur noch Innendienst machen kann und somit seine Aussendienstprovisionen verliert…)

Und bei Immobiliengeschäften muss man vielleicht auch mal
sagen können: Das Ding geht nicht - ich bin vielleicht zu alt,
mein Eigenkapital reicht vielleicht nicht, Risiko zu hoch.

Machen nur leider die Wenigesten, da man im Volksmund immer noch von einer Traumrendite durch Immobilien träumt (merke es gerade mal wieder an meiner Mieterin, die nur meinte: "…soll sich nicht so aufregen, wenn ich ihm mal 1 Monat die Miete zu spät zahle, er hat’s ja als Vermieter sowieso wie Heu…)

Grüsse

Sven

www.baugeldvergleich.de günstigsten nehmen und fertig.

Zur Zeit ca 4,8 %

see-kay

Hallo,

Zur Zeit ca 4,8 %

Für max. 5-jährige Zinsbindung. Ich würde aber empfehlen, angesichts der aktuell niedrigen Kosten eine höhere Zinsbindung zu wählen, evtl. auch mehr als 10 Jahre (Bank muß sich an die gesamte Laufzeit halten, Verbraucher kann schon nach 10 Jahren aussteigen).

Online-/Direktbanken machen nur „Standard-Finanzierungen“. Evtl. kann es sein, dass man überall abgelehnt wird (ist mir z.B. passiert, da meine Wohnung