Hallo A.G.,
(Ich dachte so an 60000 DM EK).
Am Eigenkapital (hier 20%) dürfte es normalerweise nicht
liegen.
Hinzu kommt noch das ich schon 60 Jahre alt bin.
Am Alter kann’s schon eher liegen. Bei einer z.B. 1%-igen
Tilgung hat man den Kredit nach ca. 30 Jahren abbezahlt. Das
Ende der Kreditzahlungen kann also in diesem Fall evtl. in den
Sternen stehen (Risiko für die Banken).
Seh ich auch so!!!
Es hängt also davon ab, die Tilgungszeit so kurz wie möglich
zu halten.
Meine Fragen:
Ich habe Angebote von Hypovereinsbank und von Wüstenrot. Beide
schlagen mir vor ca. 10 Jahre ohne Tilgung Zinsen (ca. 6%) zu
zahlen und gleichzeitig in einen Bausparvertrag einzuzahlen.
Welche Banken und Finanzierungsmöglichkeiten würden Sie mir
empfehlen?
Also, zunächst einmal lohnt sich eine Tilgungsaussetzung nur,
wenn man die Immobilie vermietet, denn nur in diesem Fall kann
man die Hypothekenzinsen von der Einkommenssteuer abziehen,
schön wäre es!!! Man kann Hypothekenzinsen vom Einkommen abziehen!
das gilt natürlich auch nur dann, wenn man noch nicht in Rente
ist.
das hat nichts mit Rente zu tun!
das gilt immer dann, wenn man ein zu versteuerndes Einkommen hat!
Bei dem Vier Familienhaus, muss natürlich auch der Rentner Einnahmen aus den drei vermieteten Wohnungen versteuern. Auch Pensionen und größere Kapitalerträge müssen unabhängig vom Alter versteuert werden.
Bei Eigennutzung gilt: tilgen, tilgen, tilgen und das so
schnell wie möglich und ohne Umwege !
seh ich auch so, wenn man mal glückliche Erben haben möchte.
Das mit dem Bausparvertrag ist mir schon klar, zumindest bei
der Wüstenrot auch offensichtlich: kein BSV, kein Umsatz !!!
Dass die Hypo gerne BSV verkauft liegt daran, dass sie mit der
Victoria Bausparkasse eng liiert ist und für die Vermittlung
des BSV viel Geld bekommt.
Zum Thema BSV selbst: man erkauft sich die niedrigen
Hypothekenzinsen, die man irgendwann einmal bekommt mit sehr
niedrigen Zinsen und vielen Gebühren in der Ansparphase. Die
Zuteilung des BSV ist ungewiss, da er von den Gesellschaften
nicht garantiert werden darf, die dadurch anfallende
Zwischenfinanzierung ist sehr teuer.
Bausparverträge (falls nicht bereits angespart!) zur Finanzierung zu verwenden, ist m.E. unlogisch:
Ich brauche Geld - man verlangt von mir einen Vertrag, mit dem ich Geld spare, wo ich doch eigentlich gar keins habe!
…und alles noch gegen Provisionen.
Als Alternative für Tilgungsersatz ist eine kapitalbildende
Lebensversicherung (KLV) anzusehen, wobei hier die Renditen
mangels Überschüssen auch schon sehr gesunken sind.
Ob eine KLV hier ne Möglichkeit ist, beurteile ich auch eher skeptisch. Sie hat ja einen Risikoanteil und in deinem Alter ist der wahrscheinlich so hoch, dass das Ganze nicht sinnvoll ist.
Ich würde mal bei einer Hypothekenbank z.B. Euro Hypo AG (Deutsche Bank steckt dahinter) ein Beratungsgespräch führen.
Keine Geschäftsbanken - nur Hypothekenbanken! Dabei immer im Hinterkopf haben: Die Bank würde gerne das Geschäft machen, wenn die Rückzahlung sicher ist. Vielleicht hast du weitere Sicherheiten? Andere Grundbücher?
Ich halte ein klassisches Annuitätendarlehen (von einer Hypothekenbank!) mit vielleicht etwas höherer Tilgung und langer Laufzeit (15 Jahre) am sinnvollsten. Und das Ganze muss auch funktionieren, selbst wenn mal eine Wohnung ein Jahr leer steht, und ein zweiter Mieter die Miete nicht zahlt.
Und bei Immobiliengeschäften muss man vielleicht auch mal sagen können: Das Ding geht nicht - ich bin vielleicht zu alt, mein Eigenkapital reicht vielleicht nicht, Risiko zu hoch.