Welche Chancen als Verwaltungsfachangestellter?

Hallo,

ich bin ein fast drei Jahre lang arbeitssuchender Verwaltungsfachangestellter.

Ich habe meine Ausbildung mit „3“ bestanden.

Meine Stärken liegen im Finanzwesen, Ordnungsrecht, Personalwesen, Kommunalrecht. Darüber hinaus habe ich sehr gute EDV-Anwenderkenntnisse und auch im Internet und E-Mail-Verkehr.

Ich habe nach der Ausbildung für ein halbes Jahr bei der ausbildenden Behörde im Kassenwesen gearbeitet.

Anschließend war ich ein Jahr arbeitssuchend. Dann habe ich für ca. 1,5 Jahre in einer Zusatzversorgungskasse als Sachbearbeiter im Bereich Beitrag und Leistung gearbeitet. Des Weiteren war ich, aufgrund meiner guten EDV-Kenntnisse, im Bereich der optischen Archivierung tätig.

Ich habe in diesen drei Jahren mittlerweile über 600 Bewerbungen geschrieben bzw. bei AGs angerufen oder mich persönlich nach freien Stellen erkundigt.

Primär waren die Bewerbungen um Stellen als Verwaltungsfachangestellter verfasst. Ich habe mich aber auch um andere Stellen (z. B. Bürokraft allgemein, Datenerfasser, Sekretär, Registrator, Telefonist, Bürobote, …) beworben. Auch habe ich mich um einen neuen Ausbildungsplatz beworben (Sport- und Fitnesskaufmann und im Bereich der EDV - z. B. Systemadministrator). Das alles bundesweit!

Ich bekam, sofern ich eine Antwort erhielt, eine negative Antwort.

Ich bin ortsungebunden, flexibel, teamfähig, motiviert, lernfähig, … All das, was sich ein AG wünscht!

Sehr gerne würde ich wieder als Verwaltungsfachangestellter arbeiten. Am liebsten wieder im Bereich des Finanzwesens. Aber auch in allen anderen Bereichen. Z. B. auch sehr gerne im Bereich der optischen Archivierung. Selbst mit einem Job als Registrator, Bürobote, … bin ich zufrieden. Und das ist überhaupt nicht negativ gemeint, auch wenns sich so anhören sollte!

In die Personalvermittlungsstelle (PVS) kann ich leider nicht aufgenommen werden, da ich nicht für das Land Hessen gearbeitet habe.

Ich habe mittlerweile in Nebenbeschäftigungen als Datenerfasser, Hilfsarbeiter in einer Autowerkstatt, Briefzusteller, Pizzaauslieferungsfahrer, Warensortierer im Getränkehandel gearbeitet.

Zurzeit jobbe ich als Lagerarbeiter auf 400 €-Basis. Von den 400 € bleiben mir 160 €, da das liebe Amt 240 vom AlG II-Regelsatz einbehält. Da sind dann noch die Kosten fürs Benzin. Ca. 40 € im Monat. Bleiben also 120 € übrig. D. h., ich arbeite für weniger als 1 €/Stunde.

An was kann es liegen, dass ich mit angehenden 27 Jahren keinen Job in meinem gelernten Beruf finde oder selbst in anderen Bereichen nicht?
Ich weiß, dass der öffentliche Dienst generell Stellen abbaut und es teilweise Einstellungsstopps in den Ländern gibt. Aber es gibt regelmäßig Stellenangebote, auf die ich mich bewerbe. Natürlich sind der Großteil meiner Bewerbungen Initiativbewerbungen.

An meinen Bewerbungsunterlagen gibts nichts zu mäkeln. Diese wurden von mehreren Dozenten von Bildungsinstituten und von meinen Arbeitsvermittlern begutachtet. Meine Dienstzeugnisse habe ich von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht prüfen lassen. Die sind auch ok. Wird die Bewerbung als E-Mail-Bewerbung verlangt, konvertiere ich die Unterlagen ins PDF-Format.

Bin ich schon zu alt?

…???

Ich bin nicht erst seit Kurzem ziemlich ratlos und ich weiß nicht wirklich, wies beruflich weitergehen soll!

Schreibe ich Bewerbungen, bin ich motiviert und ich hoffe. Bekomme ich ein, zwei Wochen später eine Absage, bin ich schon gar nicht mehr deprimiert. Zu sehr wusste ich doch innerlich, dass ich Absagen erhalten werde!

Ich möchte gerne eure Meinung dazu hören.

Vielleicht gibts ja hier noch mehrere Verwaltungsfachangestellte!?

Schöne Grüße

Hallo Jerry,

ich bin staatlich geprüfte Masseurin und med. Bademeisterin, Kneipp-Bademeisterin, med. orth. Fußpflegerin, ärztlich geprüfte Sportphysiotherapeutin, examinierte Krankenschwester und Sozialversicherungsfachangestellte für allgemeine gesetzliche Krankenversicherung. Ich bin 35 Jahre alt.

Ich bin seit 30.06.2005 arbeitslos gemeldet und suche dringend einen festen Job in einer gesetzlichen Krankenkasse. Ich hab es mit Initiativbewerbungen versucht, mit privaten Arbeitsvermittlern und bei Zeitarbeitsfirmen. Vom AA hab ich so gut wie nichts an Vorschlägen bekommen.

Ich hab aufgehört meine Bewerbungen zu zählen, hatte viele Vorstellungsgespräche und bis jetzt nur Absagen.
Hast du auch mal Zeitarbeitsfirmen oder private Vermittler kontaktiert?
Die Schmach mit den Helferjobs hab ich auch hinter mir. Niemand stellt mich ein. Entweder bin ich überqualifiziert oder man hat Angst, ich könnte einen horrenden Gehaltswunsch stellen.

Ich weiß nicht, wie lange ich das noch aushalte. Die hochwertigen Ausbildungen und Abschlüsse bringen einem nichts mehr. Noch einen Beruf werde ich jedenfalls nicht mehr lernen.
Hartz 4 werde ich nicht beantragen. Ich würde auch nichts bekommen, da ich in einer eheähnlichen Beziehung lebe.

So weit ist es gekommen. Wo soll das noch hinführen?
Ich glaub, mit Deutschland geht es langsam den Bach runter. Viele wandern aus und versuchen ein neues Leben aufzubauen woanders im Ausland. Das sagt mir, dass diese Leute sich denken, schlimmer als hier kann es nirgendwo sein.

LG Makea

Vermittlungsvorschläge habe ich auch kaum erhalten.

Bei Zeitarbeitsfirmen werde ich im Bewerberpool geführt. Allerdings suchen und vermitteln die immer in erster Linie erfahrene Arbeiter, also keine fürs Büro.

Einen Anspruch auf einen Vermittlungsgutschein habe ich nicht, da ich AlG II-Empfänger bin. Und das Geld selbst für eine private Arbeitsvermittlung habe ich nicht. Selbst wenn, ich würde das Geld dann lieber behalten, da auch die privaten Arbeitsvermittler nicht besser vermitteln, als die Agentur für Arbeit. Wird immer angenommen und erzählt, aber dem ist nicht so!

An meinen Bewerbungsunterlagen gibts nichts zu mäkeln. Diese
wurden von mehreren Dozenten von Bildungsinstituten und von
meinen Arbeitsvermittlern begutachtet. Meine Dienstzeugnisse
habe ich von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht prüfen lassen.
Die sind auch ok. Wird die Bewerbung als E-Mail-Bewerbung
verlangt, konvertiere ich die Unterlagen ins PDF-Format.

Bin ich schon zu alt?

…???

Ich bin nicht erst seit Kurzem ziemlich ratlos und ich weiß
nicht wirklich, wies beruflich weitergehen soll!

Schreibe ich Bewerbungen, bin ich motiviert und ich hoffe.
Bekomme ich ein, zwei Wochen später eine Absage, bin ich schon
gar nicht mehr deprimiert. Zu sehr wusste ich doch innerlich,
dass ich Absagen erhalten werde!

Ich möchte gerne eure Meinung dazu hören.

Vielleicht gibts ja hier noch mehrere
Verwaltungsfachangestellte!?

Schöne Grüße

Hallo Jerry,

ich kann Dir auf solch eine pauschal formulierte Frage und Aufzeichnung Deiner Bewerbungsbemühungen keine befriedigende Antwort im Forum anbieten.

Was ich aber als Headhunter für Dich tun kann ist:

Sende mir Deine Bewerbungsunterlagen per Email zur Prüfung zu.
Sende mir ein Leistungsportfolio von Dir zu (Persönlichkeitsprofil).
Beschreibe mir in einer Mail, wie Du Deine Initiatievbewerbung bisher aufgebaut hast.
Benenne mir eventuelle Jobbörsen bei denen Du vorstellig warst.

Ich analysiere alle Unterlagen und zeige Dir daraufhin eine auf Deine Person fundierte Vorgehensweisen auf. (Selbstredent völlig kostenfrei und unter Wahrung des Datenschutz).

Grundsätzlich: Zu Alt…gibt`s nicht.

LG
Alfons

Hast du dich denn schon mal erkundigt, ob du nicht doch einen Vermittlungsgutschein bekommen kannst? Ich habe in einem anderen Forum gelesen, dass auch Hartz IV Empfänger einen bekommen haben.

LG Makea

Hallo auch!

Ich selbst bin auch bei einer Behörde (Stadtverwaltung) tätig und weiß, dass VFAs „draussen“, also außerhalb des öffentlichen Dienstes kaum Chancen haben. Es ist in meinen Augen absolut unverantwortlich, hier über Bedarf auszubilden!

Das hilft Dir leider nicht, ich weiß.

Noch schlimmer ist, dass gerade im Verwaltungsbereich enorm angebaut wurde/wird - bis zu den Grenzen der Belastbarkeit des noch vorhandenen Personals. Arbeit ist da - aber kein Geld!

Der einzige mir bekannte Aufgabenbereich, in dem immer noch Leute eingestellt werden, ist das Sozialamt.

Zu Deinem Posting stellen sich mir zwei Fragen:

Ich habe nach der Ausbildung für ein halbes Jahr bei der
ausbildenden Behörde im Kassenwesen gearbeitet.

Warum wurdest Du nicht unbefristet übernommen bzw. der Vertrag verlängert?

Anschließend war ich ein Jahr arbeitssuchend. Dann habe ich
für ca. 1,5 Jahre in einer Zusatzversorgungskasse als
Sachbearbeiter im Bereich Beitrag und Leistung gearbeitet.

Auch hier wieder: War der Vertrag befristet und wurde nicht verlängert (warum)?

Wenn mir noch etwas einfällt, melde ich mich.

Viel Glück,

Daisy

Beide Stellen waren befristet.

Bei der ersten handelt es sich um das obligatorische halbe Jahr nach der Ausbildung. Kleine Kommunalverwaltung mit keinem damaligen Bedarf.