Welche Elemente der deutschen Gramm. sind fremd?

Immer noch > 99 % Hebräisch,
Liebe, liebe dataf0x,

würdest du die übergroße Güte haben,

einmal richtig zu lesen, was ich geschrieben habe? ICH habe NIE geschrieben, daß das „Alte Testament“ auf Aramäisch geschrieben ist.
ICH habe geschrieben, daß es zu mehr als 99 % auf Hebräisch und weniger als 1 % auf Aramäisch geschrieben ist. (Ich nehme doch an, du kannst die mathematischen Symbole > und einzelne Teile in Aramäisch geschrieben sind. (Für die genauen Verse siehe mein voriges Posting)

Toda raba!
Michael

PS
Um die Apokryphen kümmere ich mich gar nicht. Keine Ahnung, ob da irgendwas in Aramäisch ist. Ist mir auch egal, darum ging und geht’s nicht.

2 „Gefällt mir“

Nun, Michael!

herauszufinden, seit wann die Bücher

  • Daniel
  • Esra
    nicht mehr zum Tanach gehören.

Zumindest Teile dieser Bücher!

Gruß Fritz

1 „Gefällt mir“

Danke, Tychi, für Deine Mühe.

Ich behauptete nicht, daß die Grammatiken im Laufe der Zeit
komplexer werden.

Achso. Dann habe ich dich falsch verstanden (vielleicht zu schnell gelesen).

Wikinger? Etwa 800 n.Chr.? Wie war die Grammatik komplexer als
die des Deutschen und seiner anderen Nachbarsprachen?

Das heutige Islaendisch ist mit dem Altnorwegischen ziemlich identisch.
Islaendisch ist eine Sprache mit umfangreichen Deklinationen, die im modernen Norwegisch voellig fehlen. Auch die Konjugation der Verben ist im modernen Norwegisch verschwunden, im Islaendischen aber vorhanden.
Islaendisch gilt als schwer zu lernende Fremdsprache, Norwegisch hingegen ist relativ einfach (jeweils aus deutscher oder englischer Sicht).

Zur Sprache der Wikinger: Ich las soeben, daß das Isländische
seine alte Form am meisten bewahren konnte. Anderswo las ich
nach, was es so bietet: das Medium!
Ich suchte nach Auskunft zum Altnordischen.
http://www.ling.upenn.edu/~kurisuto/germanic/oi_nore…
las ich aber doch nicht durch.

Ich habe da mal ein bisschen rumgeklickt. Ist ein toller Linkk, danke. Nur habe auch ich keine Zeit mich naeher damit zu befassen.

Dass wir heute ueber mehr Dinge qualifiziert sprechen koennen als ::Steinzeitmenschen, bezweifele ich nicht. Aber das hat weniger mit der ::Grammatik als mit dem Wortschatz zu tun.

Dir stimme ich zu. Deine Bemerkung enthält – so scheint mir –
den Zweifel am Bedarf einer feineren Grammatik. Wenn das so
ist, dann hätten bei der Übertragung der religiösen und
philosophischen Gedanken in die Sprachen der West- und
Nordeuropäer grammatikalische Formen des Lateinischen nicht
weitergegeben werden müssen.

Das die Sprachen des klassischen Altertums Vorbildcharakter hatten, hat keine rationalen Gruende. Die Gelehrten empfanden sie als erhaben und ihre eigenen Muttersprachen (deutsche Dialekte) als primitiv und baeuerisch. Deshalb haben sie versucht, ihre Muttersprachen anzupassen.

Gruss, Tychi

herauszufinden, seit wann die Bücher

  • Bereschit (bei den Christen Genesis oder 1. Buch Mose)
  • Jirmejahu (bei den Christen Jeremia[s])
  • Daniel
  • Esra

nicht mehr zum Tanach gehören.

Warum setzen wir das nicht im passenden Brett fort? ich weiß was du meinst, Diese einzelnen Wörter rechtfertigen IMHO nicht, daß man sagt der Text wäre „auch in Aramäisch“. Das sind auch nicht 1%… Man nennt den Text „Hebräische Bibel“, hebrew bible, und das nicht umsonst. Teile von Daniel sind Apokryphen… Aber das gehört wirklich ins Religionsbrett, wo sich auch mehrere Experten tummeln.

Gruß
dataf0x

Das
schließt wohl eine aramäische Ausgabe des AT aus.

Die gab es natürlich, aber sie ist nicht grundlegend. Es gibt auch englische Ausgaben, deutsche… Wie maßgebend eine aramäische Bibel für das Christentum war ist eine Frage an das Konsortium in Religion und Ethik.

Welchen Wert haben dann Übersetzungen der Thora
in andere Sprachen? Wie ist jüdischer Glaube ohne Kunde der
»gültigen« Sprache seiner heiligen Schrift möglich?]

Glauben kann man alles, studieren eher nicht. :wink: Also ich würde schon behaupten, daß Kenntnisse der Originalsprachen Bedingung für eine Beschäftigung mit JEDEM Text ist.

Danke. Bist Du besorgt, daß ich das Wort mit I… vermeide?

Nun das hat leider zu oft hier Programm. Deswegen habe ich erwähnt, allerdings mit dem Zusatz „heute“. Wollte also nichts DIR unterstellen.

Gruß
dataf0x

Das die Sprachen des klassischen Altertums Vorbildcharakter hatten, hat keine rationalen Gruende.

Also das ist jetzt wieder so ein Satz!

Die Überlegenheit der Form, des Stils, der Schlüssigkeit und die unendliche Überlegenheit der Inhalte der in diesen Spachen verfassten Texte sollen keine rationalen Gründe sein?

Also bitte!

Die Gelehrten empfanden sie als erhaben und ihre eigenen Muttersprachen (deutsche Dialekte) als primitiv und baeuerisch. Deshalb haben sie versucht, ihre Muttersprachen anzupassen.

Und das zu Recht, mit allergrößtem Recht!

Fritz

Grammatik für Hochgeistiges · Annahme aus Vernunft
Lieber Fritz, danke für Deine schöne Antwort, die meinem Empfinden entspricht.

Ich habe den Eindruck, daß das Gespräch bei vernunftbeeinflußten Deutungen jenseits wissenschaftlicher abgesicherter Erkenntnis angekommen ist.
Dann kann ich ja wieder mitspielen. Zum anderen wollte ich nicht auf der zehnten Gesprächsebene weiter auf Kleinigkeit herumreiten. Nun will ich doch meine geistige Notdurft ablassen.

Ich hatte die Frage nach dem Zweck einer feineren Grammatik gestellt und mir Gedanken gemacht.

Das Grübeln über Philosophie und Religion benötigt
– Abstrakta,
– eine feine Grammatik und
– Regeln zur Neuschöpfung von Wörtern, die so wenig wie möglich erklärt einem anderen verständlich sind, weil er die gleichen Regeln beherrscht.

Neue Themen (besser Themata?) brauchen neue Wörter. Wenn ein Wort in einer Sprache nicht vorhanden ist (war), dann ist wahrscheinlich, daß sein Inhalt auch kein Thema ist (war). Vor der Kunde von der Guten Botschaft dachte der nordische Recke, der darauf wartete, von der Walstatt an Odins Tafel gerufen zu werden, wahrscheinlich weder an Nächstenliebe noch an Barmherzigkeit.

Bei dieser Gelegenheit beziehe ich mich auf einer frühere Antwort Fritzens: Er schrieb, daß wir über die Gedanken der früheren Barbaren in West- und Nordeuropa nur spekulieren können.
Gewiß, das ist richtig. Aber ich darf vermuten, daß wenn sie tatsächlich hochgeistige Überlegungen wie die alten Griechen erreichten, daß dann dieser Stand der Zivilisation auch dauerhaft sichtbar geworden wäre. Allgemein: Wenn ein Volk eine höhere Erkenntnis erlangt, dann setzt es dem auch ein Denkmal. Zum Beispiel wenn es Muster von Sternbewegungen begriff, dann baute es Pyramiden oder Stonehenges.
Ich meine, daß auch wenn wir nur über die Gedanken unserer Urväter spekulieren können, wir das aber gut tun können.

Dann können wir annehmen, über welchen Wortschatz sie verfügten und über welche Worte nicht.
Im nächsten Schritt können wir raten, welchen Stand einer Grammatik sie dafür brauchten. Dabei unterstelle ich grundsätzlich Faulheit an: Niemand macht sich eine Sache (zum Beispiel eine Grammatik) komplizierter als nötig. Ausnahme: Dichter und Minnesänger, die das Ergebnis als Kunst darstellen.

Außerdem: Wenn unsere Urväter über Philosophie und Religion grübelten, dann hätten ihre Sprache die Begriffe und Strukturen aufweisen müssen. Weniger Fremd- und Lehnwörter und weniger grammatikalische Formen hätten aus dem Latein und dem Griechischen übernommen werden müssen.

Ich vermute, daß die Gelehrten des Mittelalters beim Übersetzen bemerkten, daß der Inhalt Genauigkeit oder Kürze verliert, wenn sie die barbarische Zielsprache nicht erweitern. Meistens ist es einfacher, von einem funktionierenden Vorbild abzukupfern, als Neues zu ersinnen. Das ist ein rationaler Grund.

Das gibt es jetzt auch
als [FAQ:1981]
Fritz

1 „Gefällt mir“