Als Journalistin hätte ich gern gewusst, welche wirtschaftlichen / ökonomischen Folgen ein richtig harter, langer Winter hätte. Ein Winter, in dem über Monate hinweg der Gefrierpunkt nicht überschritten wird.
Vielen Dank im Voraus!
Beantwortet nicht ein Journalist diese Fragen? Gehört diese journalistischen Recherche nicht zu den Grundaufgaben einer Journalistin? Sollten hier nicht vorrangig Primäre Quellen angezapft werden, danach die Sekundärliteratur zu Rate gezogen werden und dann an 20. Stelle vielleicht anonym hilfesuchend irgendwelche Foren?
Gruß
Falke
Es geht darum, ein Zukunftsszenario zu entwerfen, nicht darum, eine ultimative Antwort zu finden. Mich interessieren einfach die Faktoren, die ich dabei berücksichtigen muss und da ich mich in der Anfangsphase der Recherche befinde, suche ich ein paar Anhaltspunkte. Dabei spielt es doch keine Rolle, ob ich das anonym anfrage oder nicht.
Mir ist dabei klar, dass die Vorräte knapp werden würden und damit die Preise steigen. Aber was würde noch geschehen?
Hallo,
Mir ist dabei klar, dass die Vorräte knapp werden würden und
damit die Preise steigen.
Welche Vorräte meinst Du?
Wenn irgendein exotisches Gemüse mal zwei Wochen lang nicht verfügbar ist, geht die Welt nicht unter.
Interessant wird es doch erst, wenn die beispielsweise die Energieversorgung (nicht nur lokal) zusammen bricht. Ein Winter allein wird das nicht schaffen.
Vor Jahren hatte ich mal mit der Ernährungssicherungsbehörde zu tun. Die Leute dort waren der Meinung, daß selbst ein totaler Ernteausfall in Europa ohne Hungersnot bei uns zu verkraften wäre, so lange beispielsweise aus Nord- und Südamerika geliefert werden kann. Gut, die Preise würden steigen.
Aber was würde noch geschehen?
Kurzfristig oder langfristig?
Kurzfristig wird es Einschränkungen geben.
Langfristig wird es wahrscheinlich keine Auswirkungen haben, bis zum nächsten Hochsommer ist das Meiste vergessen.
Gruß
Jörg Zabel
PS: Wenn Du bei Null anfangen willst, dann solltest Du alle Behauptungen erstmal hinterfragen.
Diese Szenarien wurden schon häufiger von Ihren Kolleginnen und Kollegen entworfen; eigentlich jedes Jahr um diese Uhrzeit. Genauso wie heiße Sommer immer wieder Thema sind. Als Journalistin sollten Sie doch diese Quellen anzapfen können.
Mir kommt es so vor, als seien Sie einfach „nur faul zum Suchen“. Schön wären ein paar Denkanstöße Ihrerseits. So macht es den Eindruck, dass wir uns Gedanken machen, mit denen Sie sich dann brüsten.
Schade, dass Sie das so sehen. Wenn ich nur abschreiben wollte, was Kollegen sagen o.ä. wäre es ein Leichtes. Ich bin allerdings auf der Suche nach etwas anderem. Es geht mir nicht darum, Ratschläge für den nächsten Winter zu erteilen, sondern um eine fiktive Geschichte, die vom Extremfall ausgeht.
Meine Gedanken waren bisher soweit gediehen, dass ich überlege, dass die Leute Vorräte hamstern würden, vor allem Grundnahrungsmittel, existenzielle Lebensmittel. Die Nachlieferung würde (auch durch wetterbedingte Transportschwierigkeiten) verzögert werden, das Warenangebot würde knapper werden, die Preise höher. Das schadet natürlich zuerst denen, die kaum Geld haben und die würden (ich gehe vom Extremfall aus) in existenzielle Schwierigkeiten kommen. Nur nehme ich mal an, dass es, wie immer, eine Spirale gibt, wodurch auch andere Gesellschaftsschichten oder -gruppen die Auswirkungen zu spüren bekämen. Diese Mechanismen interessieren mich.
Vielleicht ist das so etwas klarer formuliert.
Vielen Dank, da ist schon mal ein wichtiger Aspekt für mich dabei! Wie bereits oben geantwortet: Ich gehe vom absoluten Extrem aus und entwerfe ein fiktives Szenario, in dem zum Beispiel die Versorgung aus Nord- und Südamerika nicht mehr gewehrleistet wird, die Leute hamstern und die Grundnahrungsmittel knapp werden.
Hallo,
gut, ich spiele noch eine Runde mit.
Vielen Dank, da ist schon mal ein wichtiger Aspekt für mich
dabei! Wie bereits oben geantwortet: Ich gehe vom absoluten
Extrem aus und entwerfe ein fiktives Szenario, in dem zum
Beispiel die Versorgung aus Nord- und Südamerika nicht mehr
gewehrleistet wird,
Das bedeutet, dass die Nordsee soweit zufriert, dass sie für die Schifffahrt unpassierbar wird. Diese Vereisung muss deutlich stärker sein als die sommerliche Vereisung in der Nordwestpassage, welche (mit Eisbrecherhilfe) passierbar ist. Dazu käme die Unterbrechung der Verbindungen zu den Mittelmeerhäfen auf Dauer, nicht nur für wenige Tage.
Ist ein solches Szenario für nur einen Winter zu entwerfen?
die Leute hamstern und die
Grundnahrungsmittel knapp werden.
Das Letzte, was in die Nähe von Hamsterkäufen kam, war bei Ausbruch des ersten Golfkrieges. Da waren die Regale aber - wenn überhaupt - nicht lange leer.
Sollte es wirklich soweit kommen, gäbe es noch die Ausschaltung des „Freien Marktes“ durch Lebensmittelbewirtschaftung.
http://de.wikipedia.org/wiki/Lebensmittelkarte
In wie weit es noch bei uns für den Fall des Falles die Ernährungsämter als „potentielle Einrichtung“ wie zur Zeit des kalten Krieges gibt, kann ich nicht sagen. Dein zuständiges Landratsamt oder auch das Landwirtschaftsamt dürften hier Ansprechpartner sein.
Gruß
Jörg Zabel
Super! Herzlichen Dank. Damit kann ich schon mal arbeiten. =)