Welche Kamera ist sinnvoll?

Hallo,

da mein alter Fotoapparat nun langsam in Rente geht, suche ich einen Nachfolger für ihn.

Bis jetzt war ich mit einem Fotoapparat, der nicht viel kann, aber das alles von alleine gemacht hat, glücklich. Vor vielen Jahren hab ich im Aldi dafür mal 80-100 DM gezahlt. Einziger Nachteil des Gerätes (für meine Ansprüche): selbst wenn ich Dinge in quasi unmittelbarer Nähe fotographiert habe, schienen sie extrem weit entfernt. Durch den Sucher war das nicht erkennbar, erst später auf dem entwickelten Foto. Das ist natürlich in vielen Fällen sehr ärgernlich gewesen.

DAS soll mir bei ner neuen Kamera bitte nicht mehr passieren! Außerdem will ich nicht erst zig Einstellungen vornehmen müssen, ehe ich was fotografieren kann.

Im Moment liebäugele ich sowohl mit einer herkömmlichen Kamera (halt sowas mit nem Kleinbild-Film) als auch mit einer Digital-Kamera. Wenn es denn eine solche werden sollte, will ich aber auf jeden Fall die Speicherkarten (Compact-Flash-Karten?) austauschen können (aber bitte keine Disketten!), damit ich z.B. in einem Urlaub nicht eingeschränkt in der Anzahl der Bilder bin, nur weil ich nicht auch noch das Laptop überall mit hinschleppe. Lieber will ich eine Auswahl von Bildern dann online zum Abzug auf Photo-Papier geben. Das dürfte kostenmäßig meines Wissens ja nicht wesentlich teurer als beim herkömmlichen Entwickeln sein, oder?

Ein automatischer Zoom (das geht mit dem alten Fotoapparat nicht) und Blitz wäre vielleicht auch nicht verkehrt.

Fotographie ist ein Gebiet, von dem ich absolut keinen blassen Schimmer habe! Ich bin maximal in der Lage, ein Objektiv zu entriegeln und auf den Auslöser zu drücken :wink:.

Was sollte ich bei meinen Überlegungen bedenken? Falls digital - Speicher, Zoom, Auflösung,…?

Vielleicht hat jemand von euch ja auch einen Vorschlag, welches konkrete Modell für mich in Frage kommen könnte. Es sollte aber bitte nicht zu teuer sein, denn dafür nutze ich einen Fotoapparat viel zu selten, als dass mir das größere Investitionen wert wäre.

Im Voraus schon einmal vielen Dank für eure Hinweise!!!

Viele Grüße
Merlinchen

hallo merlinchen ! …
… alles ist teurer geworden - was darf sie denn kosten ?
und wie groß darf sie sein ? darfs auch etwas mehr sein ?
wenn das zu viele fragen sind - gehste mit mir einkaufen ?

ich weis wos den besten espresso gibt

friedrich

Hallo Friedrich,

na, mein Bedarf an Espresso ist noch gedeckt und selbst Kaffee hab ich noch genügend im Haus. Was soll ich denn mit dir einkaufen gehen?

Wie groß und wie teuer? Klein und handlich soll die Kamera sein - so ein „Totschläger“ wie die Marvica (schreibt man das so?) von Sony will ich net. Den Preis mach ich davon abhängig, was überhaupt brauchbar ist. Und was ich mir in 4 Wochen noch net leisten kann, kommt dann vielleicht in nem halben Jahr oder Jahr in Frage…

Viele Grüße
Merlinchen

Hallo Merlinchen,

du stehst also vor der Entscheidung digital oder analog. Darf ich dir hierbei ein paar Hilfen geben?

Digital mag zwar von vielen als „in“ gesehen werden, du solltest aber eines nicht vergessen. Den ganz persönlichen Nutzwert für dich und nicht für den Verkäufer oder Bekannten.

Ich z. B. betrachte meine Fotos fast ausschließlich auf dem Monitor und will die Fotos sofort nach dem Drücken des Auslösers haben. Ausdrucke auf Papier mache ich nur in Ausnahmefällen. Diese können dann aber je nach Qualität 1 Euro/Stück oder mehr kosten.

Ich vermute aber in deinem Fall, dass du einfach nur ohne viel Umstände gute Fotos machen willst um diese dann auch bei Bedarf für Freunde/Bekannte vervielfältigen zu können. Die Kamera sollte dazu stets einsatzbereit und nicht zu umständlich zu bedienen sein. Auch das Preis-Leistungsverhältnis sollte hierfür passen. Ich hoffe du verzeihst mir den Ausdruck - aber ich würde dich mal zur Kategorie „Gelegenheits-Knipser“ zählen :wink: - ist nicht böse gemeint.

Dann muss ich dir von einer Digitalkamera abraten. Abzüge sind im Vergleich zu den Angeboten für Kleinbild immer noch bei etwa gleichen Format mindestens doppelt so teuer - verbunden mit starken Qualtätsschwankungen bei den Fotoläden. Nein, hierzu ist die digitale Fotografie nicht gedacht. Auch die Einsatzbereitschaft ist hier nicht in dem Umfang wie bei analogen KB-Kameras gegeben. Digitalkameras benötigen immer noch viel Strom und eine neue Speicherkarte bekommst du bei keinen Souvenir-Shop im Urlaub.
Damit sich der Aufpreis auf eine digitale lohnt, musst du viele Fotos für die Bildschirmbetrachtung machen…

Also, sind wir bei den analogen Kompaktkameras angelangt. Hier musst du wieder eine Entscheidung treffen: Kleinbild (KB) oder AdvancedPhotoSystem (APS). Mein Rat: nimm KB - vergiss APS, auch wenn dir der MediaM***t Verkäufer unbedingt eine APS-Kamera aufschwafeln will. Den minimalen Bedienvorteil erkaufst du dir mit einer schlechteren Auflösung, teuren Filmen und ebenfalls teurer Entwicklung. Noch dazu passen die APS-Formate in kein normales Fotoalbum.
APS ist übrigens wieder am Verschwinden, verschiedene Kamerahersteller haben aufgrund mangelnder Nachfrage bereits die Produktion von APS-Kameras eingestellt.

So, es soll also eine analoge KB-Kompaktkamera sein? Nun gut, da ist die Modellspanne ja immens. Hier kommst du aber leider nicht ohne Grundlagenwissen weiter. Zentraler Kritikpunkt ist das Objektiv einer Kamera - es ist in erster Linie für die Bildqualität verantwortlich und nicht der schwarze Kasten drumherum.
Bekannt sind ja die „Super-Suuuum“-Kameras (da, wo das Objektiv einen halben Meter aus der Kamera herausfährt…), da musst du aber wissen, dass je größer die Zoom-Spanne ist (also z. B. 38mm-140mm) erfahrungsgemäß die Qualtät dieses Objektivs umso schlechter wird. Auch sollte es so viel Licht wie möglich zum Film durchlassen - wird Blende genannt. Je kleiner der Blendenwert, desto mehr Licht fällt auf den Film und umso besser kommt die Kamera mit „schummrigen“ Umgebungen wie z. B. Partys klar.

Leider kenne ich mich mehr in der digitalen Fotowelt aus, deshalb kenne ich die analogen Kompakten nicht - evtl. findet sich ja hier noch ein Leser, der einen guten Tipp für dich hat. Ich habe mich dennoch mal umgesehen und mir sind da folgende Kameras positiv aufgefallen:
http://www.konica-europe.de/produkte/kamera/lexio.htm
Die Beste hierbei ist die kleinere, die Lexio 70 mit Blende F 3,4
Wenn du etwas näher an dein Bildmotiv ran willst kannst du dir auch die Lexio 115 ansehen - ist aber etwas lichtschwächer.
Eine Benutzerbewertung gibt’s hier (Lexio 70):
http://www.dooyoo.de/review/720521.html

Ein abschliessender Tipp: Bevor du irgendeine Kamera kaufen willst, gehe in einen Fotoladen, nimm die Kamera in die Hand und versuche mal mit ihr probeweise zu fotografieren. Findest du dich auf Anhieb zurecht ist alles klar, hat das Ding aber eine absolut verworrene Bedienung und schlechte Handhabung - Finger weg, der fehlerfreie Umgang damit stellt sich auch nach längeren Gebrauch oftmals nicht ein, du kaufst dir damit nur Ärger.

Hoffe, dich damit nicht noch mehr verwirrt zu haben…

Gruß

Martin

wegen der Entfernung zum Objekt auf dem Foto:

Das ist die Brennweite und wird in mm angegeben. Einfache Faustregel (bei KB):
50 mm ist der Bildausschnitt den man auch mit dem menschlichen Auge sieht

unter 50 mm:
Weitwinkelbereich genannt, wirkt als ob der Fotograf zurückgegangen ist, man bekommt mehr auf das Foto.

über 50 mm:
Telebereich gennant, vergößert. Je höher der Wert, desto höher die Vergößerung.

1 „Gefällt mir“

prima Infos, aber… :wink:
Hallo Martin,

vielen Dank für die wertvollen Tipps!
Mit dem „Gelegenheitsknipser“ hast du voll ins Schwarze getroffen :wink:

Deine Argumente für ne KB-Kamera sind schon gut… aber gerade weil ich auch immer mal wieder diverse Dinge fotographiere, die definitiv nur ins Internet sollen, wäre ne Digitalkamera trotzdem überlegenswert. Bislang musste ich immer den Film erst irgendwie vollknipsen (denn nen fast leeren Film abgeben ist Geldverschwendung). Das dauert ewig und kostet auch ne stattliche Summe. Vor allem, was soll ich Bilder teuer auf Fotopapier entwickeln lassen, die eh nur ins Netz sollen?!

Und zu den Preisen fürs Entwickeln: ich finde leider gerade nicht den Link, den mir mal jemand nannte, aber dafür habe ich einen anderen Anbieter gefunden, der ein Bild für 35 ct. entwickelt. Also wenn das ein üblicher Preis ist und ich zum Beispiel Kosten für den Film selbst z.B. nicht mehr habe, dann wäre das doch durchaus rentabel…

Daher wäre es nett, wenn du mir auch noch ein paar Tipps speziell zu Digital-Kameras geben könntest. Im M…M… war ich heut sogar - also der Verkäufer wollte mir - was ich ganz nett fand - zumindest schon mal nicht das teuerste aufschwatzen. Sondern er hat mir eher die (in ihrem Sortiment) günstigeren Kameras gezeigt mit 2,1 Mio Pixel(?) und optischem UND digitalem Zoom (ich tendiere nämlich schon dazu, dass mein nächster Fotoapparat - egal ob analog oder digital zoomen kann). Aber seine Aussage zu den Chips, die würden sich im Prinzip nur preislich unterscheiden, qualitativ wären sie gleich und es wäre auch nicht damit zu rechnen, dass eine Chip-Sorte bald vom Markt verschwindet, hat mich noch nicht ganz zufrieden gestellt. Ist das wirklich so?

Bei meinen ersten Recherchen im Internet bin ich auf eine Digital-Kamera von Fujifilm gestoßen, die jeder in den höchsten Tönen gelobt hat: „FunPics 2600“ oder so ähnlich (bei der 2600 bin ich mir aber sicher). Preis derzeit bei ca. 450 Euro.
Was hälst du von der Kamera oder vergleichbaren Modellen?

Tja, du siehst ich hab da noch ganz viele Fragen… :wink:
Wäre schön, wenn du mir weiterhelfen könntest!

Viele Grüße
Merlinchen

Re: prima Infos, aber… :wink:

Sondern er hat mir eher die (in ihrem Sortiment) günstigeren
Kameras gezeigt mit 2,1 Mio Pixel(?) und optischem UND
digitalem Zoom(…)

Du brauchst dich nur auf den optischen Zoom zu konzentrieren. Der digitale Zoom rechnet nur das Bild künstlich hoch, mehr Details bekommst du dadurch nicht. Das gleiche schafft ein ganz normales Bildbearbeitungsprogramm auf dem PC.

Aber seine Aussage zu den Chips, die würden sich im
Prinzip nur preislich unterscheiden, qualitativ wären sie
gleich

Stimmt in der Tat. Hauptlieferant ist Sony. Nur ist das die halbe Miete. Es kommt auch daran an, wie die Kamera die Daten aus dem Bildwandler interpretiert und so das eigentliche Bild errechnet - und da gibt es deutliche Markenunterschiede.

und es wäre auch nicht damit zu rechnen, dass eine
Chip-Sorte bald vom Markt verschwindet, hat mich noch nicht
ganz zufrieden gestellt. Ist das wirklich so?

Na ja, da mutmaßt er aber ganz schön. Die Firma Foveon (http://www.foveon.com) hat eine neue Bildwandlertechnologie vorgestellt, die tatsächlich - wenn sie hält was sie verspricht - revolutionär wird. In der Preisklasse unter 1.000 Euro wirst du sie, wenn überhaupt, aber wahrscheinlich erst in ein paar Jahren sehen.

Bei meinen ersten Recherchen im Internet bin ich auf eine
Digital-Kamera von Fujifilm gestoßen, die jeder in den
höchsten Tönen gelobt hat: „FunPics 2600“ oder so ähnlich (bei
der 2600 bin ich mir aber sicher). Preis derzeit bei ca. 450
Euro.
Was hälst du von der Kamera oder vergleichbaren Modellen?

Die Fuji FinePix 2600, da gibt’s hier einen Test:
http://www.imaging-resource.com/PRODS/F2600/F26A.HTM
Ist auf den ersten Blick nicht schlecht…

Darf ich dich für weitere Test-Übersichten auf einen schon geschriebenen Artikel verweisen?
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarticl…

Gruss

Martin

2 „Gefällt mir“

Danke!
Hallo Martin,

nochmals vielen Dank für deine Mühe!

Klar darfst du auf nen anderen Artikel verweisen. Ich hab im Archiv halt nach „Digitalkamera“ gesucht, denn weitere Details waren mir ja noch total fremd. Aber unter diesem Begriff war leider nichst für mich brauchbares zu finden.

Jetzt kann ich aber auf jeden Fall schon mal viel besser an meine Suche herangehen!

Viele Grüße
Merlinchen

hallo Merlinchen,
das Problem der Digis für Gelegenheitrknipser ist, dass die Qualität der Bilder erst mit kameras ab ca. 1.000 € anfängt. Dafür bekommst Du aber im „konventionellen“ Bereich schon Superapparate!
außerdem: der Autofocus ist bei alle Digis eine Katastrophe: bis der gemessen, eingestellt und ausgelöst hat, ist das Fußballspiel schon zu Ende und die Spieler in der Kabine. Lediglich Profikameras für 5.000 € und mehr machen da eine Ausnahme.
Nach meiner Meinung ist für Dich die herkömmliche Methode immer noch die beste. Zumindest für die nächsten 4-5 Jahre.
Nachteil der Knipskameras mit Fixfocus Objektiv: sie haben fast aussschließlich 38mm Objektive, also Weitwinkel.
Vielleicht kann ich Dich zur „künstlerischen Gestaltung“ von Fotos überreden? Lass´ Dir die Filme auf CD brennen. Dann kannst Du sie in Deinen Computer einlesen und mit einem Bildbearbeitungsprogramm berarbeiten: Ausschnitt, Farbgebung, Effektte… Und ins Internet kannst Du sie auch schnell stellen.
Adressen solcher Entwicklungsfirmen findest Du weiter unten. Hier einer, den ich immer nehme: http://www.pixelnet.de.
Grüße
Raimund