Welche Kosten kommen auf mich zu? freiberufl. Job

Hallo!

Mir wurde die Mitarbeit auf freiberuflicher Basis (also ohne Lohnsteuerkarte und ohne Arbeitsvertrag…) im Korrektorat einer Tageszeitung angeboten.

Stundenlohn in der Einarbeitungszeit 9€, danach 11€.

Ich bin zur Zeit arbeitssuchend. (keinerlei Bezüge vom Amt und im Moment auch sonst kein weiteres Einkommen)

Daher bin ich bei meiner Frau in der Krankenkassse familienversichert.

Jahresbrutto meiner Frau: 19783€ (öffentlicher Dienst, Lohnsteuerklasse 3, ich habe die LStKl. 5)

Was ich jetzt schon weiß: Ich darf im Monat nicht mehr als 350€ verdienen, um weiterhin familienversichert zu bleiben, richtig?

Aber: Was muss ich noch beachten und welche Kosten kommen auf mich zu, wenn man 350€ Monatsverdienst als Maßstab nimmt.

  1. Bin ich Rentenversicherungspflichig? Wenn ja, in welcher Höhe ca.?

  2. Muss ich irgendwelche anderen Sozialversicherungsabgaben leisten? Wenn ja, welche und welcher Beitragssatz ist zu zahlen?

  3. Unterliegt diese Tätigkeit der Meldepflicht beim Finanzamt? Wenn ja, wie anmelden und welche Steuerbelastung muss ich pro Monat / im Jahr einkalkulieren? (zu der Sache Gewinn: Die Arbeitsstätte liegt keine 21km vom mir entfernt und sämtliches Arbeitsmaterial wird von der Zeitung gestellt, also so weit ich weiß keine abzugsfähigen Kosten, so dass die 340€ sozusagen mein „Gewinn“ pro Monat wären)

Ich hoffe, ich habe jetzt nichts vergessen.

Es stellt sich für mich einfach die Frage, in wie weit sich solch eine Anstellung „lohnt“. Nicht, dass zuviel durch verpflichtende Abgaben gefressen wird.

Danke für die Hilfe im Voraus!

Hi,

Mir wurde die Mitarbeit auf freiberuflicher Basis (also ohne
Lohnsteuerkarte und ohne Arbeitsvertrag…) im Korrektorat
einer Tageszeitung angeboten.

Ich bezweifel mal, daß damit eine echte freiberufliche Tätigkeit gemäß §18 EStG http://bundesrecht.juris.de/estg/__18.html gemeint war. Es klingt nach einer billigen Aushilfe.
Ich befürchte weiterhin, daß noch nicht einmal ansatzweise eine selbständige Tätigkeit gemeint ist. Das sieht irgendwie auch nach Scheinselbständigkeit aus. Denn:

und sämtliches
Arbeitsmaterial wird von der Zeitung gestellt, also so weit
ich weiß keine abzugsfähigen Kosten, so dass die 340€
sozusagen mein „Gewinn“ pro Monat wären)

siehe: http://www.frankfurt-main.ihk.de/recht/themen/arbeit…

mfg Ulrich

Hallo!

Mir wurde die Mitarbeit auf freiberuflicher Basis (also ohne
Lohnsteuerkarte und ohne Arbeitsvertrag…) im Korrektorat
einer Tageszeitung angeboten.

Stundenlohn in der Einarbeitungszeit 9€, danach 11€.

Ich bin zur Zeit arbeitssuchend. (keinerlei Bezüge vom Amt und
im Moment auch sonst kein weiteres Einkommen)

Du solltest dich bezüglich Scheinselbstständigkeit informeiren, da du offenbar von nur einem AG abhängig bist, dessen Betriebsmittel nutzt, und womöglich auch noch nur zu den von ihm vorgegebenen Zeiten Arbeiten darfst. Bedenke auch, ob du mit den Stunden hinkommst, denn bei 11 Eu bist du schon nach 32 Std auf deinen 350 Eu, alles was mehrarbeit ist, musst du irgendwie auch mit Verlust absetzen können (Fahrtkosten, Büromaterial, Werbemittel etc.)denn sonst wird dein Gewinn höher ausfallen.

Daher bin ich bei meiner Frau in der Krankenkassse
familienversichert.

Jahresbrutto meiner Frau: 19783€ (öffentlicher Dienst,
Lohnsteuerklasse 3, ich habe die LStKl. 5)

Was ich jetzt schon weiß: Ich darf im Monat nicht mehr als
350€ verdienen, um weiterhin familienversichert zu bleiben,
richtig?

Wenn das deine Kasse sagt, die haben meist geringe Abweichugen hinter der Drei, ich kenne auch die Variante 305 Eu…
Lass dir von der KV (einfach mal in der Geschäftsstelle vorbeigehen) eine Tabelle geben mit den Angaben welche Kategorie für dich in Frage kommen kann, darin stehen dann auch die Beiträge für die anderen Kategorien, die ggf als Selbstständiger freiwillig versicherter in Frage kommen.

Aber: Was muss ich noch beachten und welche Kosten kommen auf
mich zu, wenn man 350€ Monatsverdienst als Maßstab nimmt.

  1. Bin ich Rentenversicherungspflichig? Wenn ja, in welcher
    Höhe ca.?

Frag die BfA oder LVA, die können ein eintsprechendes Ferststellungsverfahren machen, und helfen auch in Fragen der Scheinselbstständigkeit (kann natürlich Probleme mit Ag machen). Ich vermute mal ein Korrektor ist nicht RV-Pflichtig…

  1. Muss ich irgendwelche anderen Sozialversicherungsabgaben
    leisten? Wenn ja, welche und welcher Beitragssatz ist zu
    zahlen? Sofern du im Familienversicherungsbereich bleibst ist KV und PflV mit drin, wenn du drüber kommst, dann kann das schnell teuer werden, die erwähnte Tabelle hilft. GGf. noch Berufsgenossenschaftsbeiträge.

  2. Unterliegt diese Tätigkeit der Meldepflicht beim Finanzamt?

Ja, Formular zur anmeldung einer Selbstständigen Tätigkeit (beantragung einer eigenen Steuernummer dafür)ausfüllen und einmal jährlich Einkommensteuer machen. Bei so geringen Bezügen und Mitveranlagung durch Frau reicht evtl auch eine Angabe unter Einkünfte aus Selbstständiger Arbeit auf dem Mantelbogen. Hilfe dazu gibts beim örtlichen Finanzamt (regional unterschiedlich wie es gehandhabt wird, rein formularbedarfstechnisch)

Wenn ja, wie anmelden und welche Steuerbelastung muss ich pro
Monat / im Jahr einkalkulieren?

Wenn du unter 17000 und was Gewinn bleibst gibts eine kostet es keine Steuern, wies allerdings bei eheSplitting aussieht (was wird miteingerechnet)kann ich nicht sagen, dazu gibts das Steuerbrett oder das örtliche finazamt.

(zu der Sache Gewinn: Die
Arbeitsstätte liegt keine 21km vom mir entfernt und sämtliches
Arbeitsmaterial wird von der Zeitung gestellt, also so weit
ich weiß keine abzugsfähigen Kosten, so dass die 340€
sozusagen mein „Gewinn“ pro Monat wären)

Ich hoffe, ich habe jetzt nichts vergessen.

Es stellt sich für mich einfach die Frage, in wie weit sich
solch eine Anstellung „lohnt“. Nicht, dass zuviel durch
verpflichtende Abgaben gefressen wird.

Danke für die Hilfe im Voraus!

Rein theoretisch erwarten dich keine Abgaben, nur Papierkram, aber du solltest wichtige Fragen klären, wie sieht es zB. mit Versicherungen aus, normale private Haftpflicht greift zB. nicht, wenn du selbstständig arbeitest und dabei was kaputt machst (Kaffee über PC-Tastatur). Wie steht der AG dazu…
Was wenn du drüber kommst…? Überstunden oder Bezahlung auf anderem Wege (Naturalien müssten aber auch als Geldwerte Vorteile von dir versteuert werden), BAT (Bar auf Tatze? ohne Kommentar)
Evtl lohnt sich eine Beschäftigung auf 400Eu-Basis (darf auch nur 340 Eu sein, aber nach den regularien für Minijobsgenauso für beide Seiten…
Es gibt also noch viel zu bedenken, die von dir angesprochenen Fragen lassen sich dagegen eigentlich durch ein kurzes Abklappern der Institutionen erledigen…
Gruß Susanne

Danke für eure Antworten! :smile:

Leider will der Arbeitgeber keine Beschäftigung auf Minijob Basis anbieten. (wohl wegen den arbeitsrechtlichen Konsequenzen)

Werde mir daher nun für nächste Woche einen Termin beim Steuerberater geben lassen, um nicht hereinzufallen.

Laut Finanzamt darf dieses nur allgemeine Beratung geben, aber keine auf den „Kunden“ spezifisch zugeschnittene.

So werde ich da nur grob beraten werden.

Oder stimmt das so nicht?

Ansonsten muss ich halt ein paar Euro in den Steuerberater investieren… (Ich bin Mitglied im Lohnsteuerhilfeverein DER LOHNSTEUERZAHLER E.V., vielleicht kostest es da dann nicht all zu viel)

Gruß,

Ostsol

Hallo,

Ansonsten muss ich halt ein paar Euro in den Steuerberater
investieren… (Ich bin Mitglied im Lohnsteuerhilfeverein DER
LOHNSTEUERZAHLER E.V., vielleicht kostest es da dann nicht all
zu viel)

Die „Beratung“ beim Lohnsteuerhilfeverein wird wohl umsonst sein, denn der kann und darf dich in dieser Sache nicht beraten.

Grüße
Chris