Welche Kriterien für ganzheitliche Medizin?

Hallo zusammen,

ich bin in der letzen Zeit öfter krank gewesen und würde gern mal einen Check-Up machen lassen, was die Ursache dafür ist und was bei mir los ist. Dabei ist es mir wichtig, dass Körper und Seele einbezogen werden, Lebensweise, Ernährung, eigene Einstellungen etc. Bei Schulmedizinern, bei denen ich war, wenn ich krank war, hatte ich das Gefühl, dass es bei meinen Krankheiten immer nur hieß: Schlucken Sie diese und jene Tabletten. Mir kommt es auf eine ganzheitliche Betrachtung und Behandlung an, ich bin mir aber bei Heilpraktikern, Naturheilkundlern, Schulmedizinern mit Zusatzausbildungen etc. unsicher, wie ich seriöse von Scharlatan-Angeboten unterscheiden kann. Habt ihr da Tipps, worauf ich - bei der Ärztesuche vorab und dann im Gespräch mit den Experten - achten sollte?

Vielen Dank im Voraus für eure Mühe.
Viele Grüße
Anne

Ganzheitlichkeit, das ist meistens nur so ein Werbeslogan, um neue Märkte jenseits der Schulmedizin zu erschliessen.

Dahinter können sich die verschiedensten alternativen Methoden verbergen;
oder auch eine Kombination dieser alternativen Methoden mit der Schulmedizin.

Im Bereich der alternativen Methoden, muss weder der Arzt noch der Heilpraktiker weitergehende Kenntnisse nachweisen,
um sie anwenden zu dürfen.

Eine Ausnahme ist z.B. die Akupunktur als Kassenleistung;
da muss der Arzt eine Minimalfortbildung machen.

Der Heilpraktiker muss eigentlich nur nachweisen,
dass er keine Gefahr für die Gesundheit darstellt.

An der Visitenkarte oder dem Praxisschild wird man das wohl schwerlich fesstellen können.

M.E. kommt man mit diesem Begriff der „Ganzheitlichkeit“ und der Visitenkarte nicht weiter.

Da muss man sich für eine Richtung entscheiden;
und dann mal vorher umhören im Bekanntenkreis, im Internet,
um eine Adresse zu wählen, um zumindestens mal selber ein paar praktische Erfahrungswerte zu sammeln.

Hallo,

Bei Schulmedizinern, bei denen ich war, wenn ich krank war,
hatte ich das Gefühl, dass es bei meinen Krankheiten immer
nur hieß: Schlucken Sie diese und jene Tabletten.

Das ist ein Problem der Abrechnung von Leistungen.
Es muß schnelle gehen. Lange Gespräche werden nicht bezahlt.

Sonst wären auch Schulmediziner (zuerst der Hausarzt) eine
gute Ansprechadresse. Sollten die Beschwerden aber eher
psychosomatisch sein, kommt es sehr auf das Charisma und
die psychologischen Fähigkeiten des Arztes an.
Da haben viele Heilpraktiker einen Vorteil, weil deren
Methoden von vorn herein einen starke psychologische
Komponente haben. Dafür können die klinische Probleme nicht
gut erkennen. Dazu sind eben doch sehr oft spezielle
fachärtzliche Kenntnisse und Erfahrungen sowie auch Apparate
und Labors notwendig und zweckmäßig.

Mir kommt es auf eine ganzheitliche Betrachtung und
Behandlung an,

„Ganzheitlich“ ist nur ein Werbegag und ein Abgrenzungsversuch.
Bei fast allen alternativen „Heilern“ handelt es sich auch
nur um eine sehr enge Sichtweise innerhalb ihrer Methodik.

Ärztesuche vorab und dann im Gespräch mit den Experten -
achten sollte?

Ich würde den Hausarzt des Vertrauens als erste Ansprechadr.
nennen. Der kann nach einem allg. Gesundheitscheck incl.
Laborunterwuchungen auch zu speziellen Untersuchungen
z.B. beim Internisten zur Messung von Durchblutung überweisen oder zum Kardiologen usw.
Bevor nicht klare Befunde für eine mögliche pysiologische
Ursache ausgeschlossen werden, macht irgend welche
psychologische Betreuung nicht so viel Sinn.
Gruß Uwi

Hallo,
kann den Vorschreibern nur zustimmen ‚ganzheitlich‘ ist Werbung. Wenn du willst, dass die Kasse bezahlt ist wirklich der Hausarzt die richtige Adresse.
Wenn du selbst bereit bist was zu investieren - das müsstest du bei Quacksalbern auch - kannst du einen Termin in der Deutschen Klinik für Diagnostik in Wiesbaden machen. Die machen nach Schilderung deiner Symptome ein Check-Up und das alles in 1-2 Tagen, sehr gut organisiert.

…Schulmedizinern …

dazu ist nur zu sagen, dass es die nicht gibt. Es gibt Mediziner und Anderes. Was nicht heißt, dass alle Mediziner gut wären.
otherland

Tim Minchin
“By definition”, I begin
“Alternative Medicine”, I continue
“Has either not been proved to work,
Or been proved not to work.
You know what they call “alternative medicine”
That’s been proved to work?
Medicine.”

Versuch macht kluch
Hi!
Mir ging das auch ein wenig so, wie du das beschreibst: Jeder Arzt konzentriert sich auf ein einziges Leiden, alles andere interessiert ihn nicht. (Werfe ich denen nicht persönlich vor, die Ursachen dafür sind im System begründet).
Aber mir hat das „Schulter weh, dann Spritze rein“ oder „Rückenschmerzen, dann immer schön in die Knie (leider kaputt, deshalb kaum möglich) gehen“ einfach frustriert.

Den meisten „ganzheitlichen“ Methoden stehe ich sehr skeptisch gegenüber, sehe aber ein, dass es eine Saite in uns Menschen gibt, die man irgendwie mitanklingen lassen muss, um ringsrum gesund zu werden. Die Seele möchte auch gepflegt werden, auch wenn mir das total zuwider läuft, weil ich eigentlich eher auch funktional denke.

Eine Bekannte empfahl mir Ostheopatie in Kombination mit Kinesiologie, meine Reaktion war erstmal: Abwehr - oh nein, ich doch nicht. Vor allem zur Kinesiologie führt für mich kein Weg.

Mit der Osthepatie werde ich es jetzt aber mal versuchen. Zum Glück zahlt meine Krankenkasse 80% der Kosten für ein paar Sitzungen. Auf Empfehlung war ich also zum ersten Mal in meinem Leben bei einer Heilpraktikerin! Wunder erwarte ich keine, jede Besserung, wie auch immer geartet wäre mir recht. Mal sehen, was das so wird.

Für konkrete Leiden würde ich mir Akupunktur überlegen oder chinesische Medizin.

Ich denke: Früher sind die Leute zur Dorfältesten gegangen, die hat sich mit einem befasst. Und das tat einfach gut, auch wenn konkret vielleicht wenig getan werden konnte. Meine Hausärztin wollte mich mal zu einer Reiki-Frau schicken - da konnte ich nicht mitgehen, das war mir zu viel… Jeder zieht seine Grenze etwas anders und ich finde es schon legitim, da was auszuprobieren und zu suchen. Ein wenig „Hokuspokus“ sollte man dabei nicht allzu bierernst nehmen, aber eben auch nicht von Grund auf verteufeln.

Zwei Bedingungen hätte ich an die Verfahren:
-die dürfen nicht übermäßig teuer sein und kein „Zeug“ verkaufen
-sie dürfen nicht schaden, auch nicht durch ein Untersagen „richtiger“ Arztbesuche

Grüße
kernig

Letztlich wollen alle Geld verdienen. Schulmediziner befassen sich - ind den 3-5 Minuten die dir bleiben - mit Krankheit. Der Bereich Prävention wird nicht bezahlt - also gibt es da auch keine Beratung. Dazu kommt, dass viele Ärzte in dem Bereich leider auch nicht so richtig viel Ahnung haben - gehört ja auch eher nicht zum Studium. :smile:

Wenn du häufiger krank bist, würde ich zunäschst die Ernährung überprüfen und optimieren.

Dann Sport treiben, für ausreichend Bewegung sorgen und mich an der frischen Luft bewegen.

Ausreichend Schlaf und Entspannung (falls Stress etc. vorliegt) ist auch wichtig.

Wenn es dann noch nicht besser wird (geht aber nicht von „jetzt auf gleich“), dann kann und sollte man weitersuchen. Z.B. das Blut untersuchen lassen. Bein Infektanfälligkeit etc. macht das dann auch der Hausarzt - zusätzlich würde ich den Vitamin D Status (plus Calcium) prüfen lassen. Das ist bei den meisten Deutschen z.T. viel zu niedrig und kann verschiedene Beschwerden nach sich ziehen. Das ist aber eine Selbstzahlerleistung - je nach Arzt und Labor zwischen 20 und 30 €.

Ich habe bisher mit Heilpraktikern etc. keine guten Erfahrungen gemacht, weswegen ich dem sehr skeptisch gegenüberstehe. Aber das tue ich Ärzten gegenüber auch - auch aufgrund div. negativer Erfahrungen.

Das heißt aber nicht, dass es nicht durchaus kompetente Personen in dem Bereich geben kann. Eine ehemalige Klassenkameradin scheint sehr viel Erfolg zu haben - wohnt allerdings eher im Süden von D.

Abe, Eigeninitiative ist gefordert. DU musst was verändern, von alleine wird nichts besser.